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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Vesontine

Name (modern):

Besançon

Image:
To the image detail
Toponym before XVIII     Segobodium     XV (?)     Crusinie     
Toponym following XIII     (unnamed/illegible, no. ID 3714)     XV     Filo Musiaco     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/177657
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym with Symbol

Grid square:

2A1

Toponym Color:

black

Vignette Type :

A Twin Towers

Itinerary:

Visontione (348,5)

Alternative Name (Lexica):

Vesontio (DNP)

Name A (RE):

Vesontio - https://elexikon.ch/RE/VIIIA,2_1697

Name B (Barrington Atlas):

Vesontio (18 D2)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Vesontine

Name E (Levi):

Vesontine (A,I,1)

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Οὐισόντιον (2,9,21)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
The two routes between Vesontine and Avgvsta Rvracvm are a vivid illustration of the distortions imposed by the map`s format. Even the longer (lower) route is under 100 Roman miles, yet both extend over almost an entire parchment width.
-> stretch to Loposagio
One stretch is drawn as two.

Miller, Itineraria, Sp. 70-71:
Vesontine, Visontine (It), Vesontine (It), Bizantia (Ra – in Alamannia), Busuntius (Ra – zu Burgund), Metropolis civ. Uesontiensium (ND in Maxima Sequanorum), Vesontes, legio Comiatensis (ND), civ., eccl. Vesuntinensis, Vesontionensis (MA), Bisontii, Hauptstadt der Sequaner (Am), Vesontio (Caes), Visontium (Pt), Besontium (Cass Dio), Visonticorum civitas (Greg); j. Besançon. Iss: 5365 bis 5407. Münzenfunde; ferner Trümmer eines Amphitheaters, einer Wasserleitung und anderer Gebäude, vor allem des Kapitols; hierüber vgl. Castan, Le Capitole de Vesontio et les Capitoles provinciaux du monde Romain 1868 und les capitoles provinciaux du monde Romain 1886.
Kreuzungspunkt mit Strecke 25.

Miller, Itineraria, Sp. 72:
Vesontine, s. o.
15 (Fehlt bei Bg); nach Ariorica 16 (It). Im It fehlt die Zwischenstation Filo Musiaco, in der Ta fehlt Urba.

Miller, Itineraria, Sp. 119:
Vesontine, Strecke 7; j. Besançon.
13; bis Epam. 31 (It); bis Velatudoro 22 (It).

Kommentar (RE):
RE L. Lerat VIII A,2 1695–1705 — Vesontio. TP-orientierte Zusammenfassung des vollständigen Artikels. Vesontio, Ortschaft des antiken Gallien im Lande der Sequaner, heute Besançon. Der Artikel gliedert sich in Name, Lage, Geschichte sowie Topographie und Ausgrabungen mit Befestigungen, Porte Noire, Straßen und Brücke, Heiligtümern, öffentlichen Bauten, Wohnhäusern, Wasserleitungen, Friedhöfen und Einzelfunden. Der Name erscheint zuerst bei Caesar Vesontio/Vesontionem; ein Meilenstein des J. 98 n. Chr. bietet Vesont.. Die Tab. Peut. bietet Vesontine. Im Itin. Ant. erscheinen Vesontione und Visontine; in spätantiken Quellen begegnen Formen mit B-, aus denen letztlich Besançon hervorging. Die Lage bestimmte die Geschichte der Stadt: Vesontio befand sich im Inneren einer nahezu geschlossenen Doubs-Schleife, die eine natürliche Halbinsel bildet; nur ein schmaler Zugang wird durch den hoch aufragenden Hügel der späteren Zitadelle beherrscht. Caesar beschreibt diese außergewöhnlich starke natürliche Befestigung ausführlich. Als er in Gallien gegen Ariovist vorging, war Vesontio das oppidum maximum Sequanorum, die Hauptfestung der Sequaner, die Caesar in Eilmärschen besetzte. In der römischen Kaiserzeit entwickelte sich das gallische Oppidum zu einer ausgedehnten römischen Stadt; besonders die Zeit vom späten 1. bis zum Ende des 2. Jh. war eine Blütephase. Der seit dem frühen 3. Jh. erkennbare Rückgang wird im RE gegenüber älteren Vorstellungen einer kontinuierlichen Blüte hervorgehoben. In der Spätantike war Vesontio gleichwohl Metropole der provincia Sequanorum. Zum Straßennetz: Jenseits der Doubsbrücke verzweigten sich Verbindungen nach Cabillonum, mit Abzweigung nach Lugdunum, nach Andematunnum und Epamanduodurum. Itin. Ant. und Tab. Peut. zeigen deutlich die Bedeutung Vesontios als Straßenknotenpunkt. Von der römischen Stadt sind besonders die monumentale Porte Noire, die Brücke über den Doubs, ein großes Amphitheater, Heiligtümer, Wohnhäuser mit Mosaiken und Hypokausten, ein etwa 10 km langer Aquädukt aus dem Gebiet von Arcier sowie ein ausgedehntes Abwassersystem zu nennen. Die genaue Lage des Forums wird kontrovers diskutiert; verschiedene ältere Deutungen von Gebäuderesten als Theater, Circus, ovile, Nymphäum oder Markt werden kritisch überprüft. Die Nekropolen zeigen die räumliche Entwicklung der Stadt; nach der iulisch-claudischen Zeit wurden die Friedhöfe auf die andere Seite des Doubs und entlang der großen Ausfallstraßen verlegt. Der Artikel endet in Sp. 1705 mit [L. Lerat.]; anschließend beginnt Vespa.


Datierung (Barrington):
Vesontio - Hellenistic/Roman/Late Antique (Frézouls 1988, 7-178)

DNP:
Vesontio

(Vesontine, Bisontii, Besantio, Οὐεσόντιον, h. Besançon, Dép. du Doubs), civitas-Metropole der Sequani.

I. Anfänge
Dank der hervorragenden top. Lage (Caes. Gall. 1,38,4; Iul. epist. 26; Ptol. 2,9,21) in einer beinahe kreisförmigen Schleife des Dubis (h. Doubs; Radius 600 m), deren Isthmus im SO von einer natürlichen Erhebung (Colline de la Citadelle) blockiert wird, war der Ort seit der älteren Brz. besiedelt. Die bes. strategische Bed. von V. zeigte sich im Gallischen Krieg, als es Caesar kurz nach Kriegsbeginn 58 v. Chr. gelang, V. noch vor Ariovistus zu besetzen (Caes. Gall. 1,38 f.; vgl. Cass. Dio 38,34). Eine spätlatènezeitliche Siedlung konnte an den westl. und nördl. Ufern des Flußbogens nachgewiesen werden. Das Areal war durch einen Graben (Talweg) vom anderen Teil der Schleife abgetrennt, wo die Besiedlung nicht vor der 1. H. des 1. Jh. v. Chr. einsetzte [1; 2].
Doch erst zu Anf. der augusteischen Zeit (um 25 v. Chr.) läßt sich ein nach röm. Art angelegtes orthogonales Straßensystem feststellen [3]. Die Hauptachse (cardo maximus) bildete die aus SO von It. her über die Landenge in die Stadt hineinführende Fernverbindung (h. Grande Rue). Es wurden zwei Arten von Gittermustern festgestellt, eines aus der Zeit um 25 v. Chr. und eines mit regelmäßigeren insulae um 14-60 n. Chr. Über eine Brücke im Bereich einer Furt setzte sich der cardo fort und verzweigte sich in Fernstraßen: Die Itinerarien nennen zwei Routen nach NO, nach Epamanduodurum (h. Mandeure) auf den Rhenus [2] (h. Rhein) zu, eine nordwestl. nach Andematu(n)num (h. Langres) und eine südwestl. nach Cabillum (h. Chalon-sur-Saône) und weiter in die Narbonensis (Tab. Peut. 3,1; Itin. Anton. 348,5; 368,3). Von den arch. nachgewiesenen Straßen ist die nach Luxovium (h. Luxeuil) in Richtung Vosegus (h. Vosges, Vogesen) erwähnenswert.
68 n. Chr. verwehrte V. (Cass. Dio 63,24) in Unterstützung des C. Iulius [II 150] Vindex dem Statthalter Verginius [II 1] Rufus den Einlaß; in der Schlacht vor ihren Toren kam Vindex ums Leben [4]. Während der Erhebung des Iulius [II 43] Civilis 70 n. Chr. verhielt sich V. loyal (Tac. hist. 4,67). Ob V. von Galba der Titel einer colonia verliehen wurde, ist strittig (CIL V 6887).

Schön, Franz

II. Blütezeit
Die Stadt erlebte von flavischer bis in antoninische Zeit (2. Jh. n. Chr.) eine Blütephase, die zur großzügigen Ausgestaltung ihrer Infrastruktur führte. Die Besiedlung dehnte sich auf die ganze Halbinsel aus und griff auf das rechte Ufer des Dubis über. Ein Forum entstand auf der nordöstl. Seite des cardo maximus im Süden der Stadt (Square Castan). In der rel. Architektur ist sowohl kelt. als auch röm. Trad. vertreten. Bei dem sich an das Forum nach SO anschließenden Gebäude handelt es sich verm. um das Nymphäum einer einheimischen Gottheit. Eine kreisförmige Anlage aus flavischer Zeit im Westen der Stadt (Chamars, zwei konzentrische Mauern, durch schiefe Quermauern miteinander verbunden) könnte neben der üblichen Deutung als Heiligtum einer einheimischen Gottheit (Mars Vesontius: CIL XIII 5368) auch als macellum oder Versammlungsstätte erklärt werden.
In inschr. und bildlichen Darstellungen ist die Verehrung röm. Gottheiten überl., meist in synkretistischer Interpretation mit einheimischen Kulten, so für Mercurius Cissonius (CIL XIII 5373), Mercurius mit Apollo (CIL XIII 5366 f.; 5373) und die Matres (CIL XIII 5371); bezeugt sind aber auch kelt. Götter, unter anderen der Hammergott Sucullus (CIL XIII 5371), des weiteren eine Gottheit mit cucullus (Kleidung B.4.) und Hypnos mit einem Torques (II.). Ein verm. dem röm. Kaiserkult geweihter Tempel befand sich am cardo etwa 200 m nordwestl. des Forum.
Öffentlichen Veranstaltungen diente ein großes Amphitheater (138 × 106,5 m) jenseits des Flusses und ein Theater am Beginn des cardo, dessen cavea sich an die Colline de la Citadelle anlehnte. In der Nähe befand sich ein Verteilerbecken für das Trinkwasser, das über einen Aquädukt aus 10 km Entfernung hergeleitet wurde [5]. Unter der Straße sind Reste eines Sammlers für Abwasser nachgewiesen. Größere Thermen hat man im Norden ausgegraben (Marché Couvert). Allenthalben wurden Spuren von bis in kelt. Zeit zurückgehenden Wohnhäusern entdeckt; bemerkenswert sind v. a. die röm. Wohnarchitektur aus Stein mit Hypocaustum, Mosaiken, Wandmalereien und Marmorverkleidung. An mehreren Orten, bes. an der nördl. und nordöstl. Peripherie, waren Wohn- und Werkstätten miteinander verbunden. Es gab Töpfereien, Webereien und eine Korbflechterei (oder Gerberei).

Schön, Franz

III. Prosperität und Stagnation
Die Unruhen der J. 173-175 in der civitas Sequanorum, Vorboten der aufkommenden allg. Reichskrise, wurden von Marcus [2] Aurelius niedergeschlagen (SHA Aur. 22,10); sie taten der Prosperität keinen Abbruch. Am südlichsten Punkt der Hauptachse, am Fuße der Colline de la Citadelle, wurde verm. infolge dieser Ereignisse ein Stadttor (h. Porte Noire oder Porte de Mars) errichtet, dem nicht fortifikatorische, sondern kommemorative Bed. zukam. Das noch in seinem h. Zustand imposante Bauwerk (16,60 × 2,10 m; H: 16,45 m) thematisiert in seinem reichhaltigen Dekor an den Wänden bes. die kaiserlichen Siege [6]. Durch die diocletianische Reichsreform wurde V. Metropole der neuen Prov. Maxima Sequanorum und verm. Sitz des dux provinciae Sequanorum (Not. dign. occ. 36; Notitia Galliarum 9,1). Auson. pro consulatu 7,31 berichtet von einer Rednerschule im 4. Jh. in V. 354 n. Chr. zählt Amm. 15,11,11 die Stadt zwar noch zu den “mächtigeren”, doch schon 360 bezeichnet sie Iul. epist. 26 (vgl. Amm. 20,10,3) als “zusammengedrängte Stadt” und Abglanz früherer Größe. Die Befestigungsmauer der zur Colline de la Citadelle zurückgezogenen Stadt ist arch. nachgewiesen. Die Anwesenheit des Bischofs Pancharius 346 läßt auf die Existenz einer episkopalen Anlage unter der h. Kirche Saint-Jean schließen [7. 70].
Weitere arch. Befunde: spätlatènezeitliche Gräber und Brandgräber bis zur Zeit des Nero im Westteil der Schleife (Viertel Chamars), Nekropolen auch auf dem rechten Flußufer und an den Ausfallstraßen.

Schön, Franz

"TP-Online-ID: 3385 — Vesontine

Desjardins S. 33.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Vesontine; normalisierte Form: VESONTIO SEQUANORUM.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Maxima Sequanorum. Typ: Oppid. et civit., puis metropolis / carrefour de quatre routes. Route/Abschnitt: XLVIII. D’Andemantunno, Langres, à Augusta Ruracum, Augst (près Bâle en Suisse), par Vesontine, Besançon.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 386,3: Vesentione; 348,5: Visontione; Caes. Gall. 1,38; Ptol. Geogr. 2,9,21; Cass. Dio 38,34; 63,24; Iul. Ep. 26; Amm. Marc. 15,11,11; 20,10,3; Not. Gall. 9,2: metropolis civitas Vesontiensium; Not. Dign. Occ. 5: Vesontes, legio comitatensis, genaue Unterstelle innerhalb des Kapitels nicht sicher bestimmt; Rav. 4,26: Bizantia; Meilenstein von Mandeure: VESANT M P XXXXIIX, moderne Corpuskonkordanz nicht sicher bestimmt; merowingische Münzen VESVNCIONE, VESONCIONE; karolingisch BESENCIONE CIVITAS; erzbischöfliche und kaiserliche Besançon-Münzen; mittelalterlich Chrysopolis und Vesontiensis-Formen.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Besançon.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins identifiziert Vesontio eindeutig mit Besançon. Der Mandeure-Meilenstein ergibt mit XLVIII Meilen nach Vesontio eine sehr gute Übereinstimmung mit der Tabula. Für dessen ältere Publikation verweist er auf Oberlin, Musée Schoepflin, S. 26. Caesars ausführliche Beschreibung der Doubs-Schleife dient der topographischen Sicherung. Die spätantiken und mittelalterlichen Belege behandelt er u. a. nach Valois, Notit. Gall., S. 598–600.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78–79): In der systematischen Einzelprüfung der Belgica führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.

Bearbeitungshinweis: Moderne Julian-Zählung Iul. Ep. 26, nicht Desjardins’ ältere Epist. 38. It. Ant. modern 386,3 und 348,5."

References:

Desjardins, Table, p. 33, col. 3, no. 3.

Miller, Itineraria, Sp. 70-71. 72. 119.

Lerat, Lucien, Vesontio, in: RE VIII A.2 (1958), Sp. 1695-1705.

1 J.-O. Guilhot, C. Goy (Hrsg.), Catalogue de l`exposition “20 000 m3 d`Histoire, Besançon”, 1992

2 J.-O. Guilhot, Besançon (Doubs), in: P. Jud (Hrsg.), Die spätkelt. Zeit am südl. Oberrhein (Koll. Basel 1991), 1994, 137-144
3 G. Chouquer, Le plan de la ville antique et de la ville mediévale de Besançon, in: Revue archéologique de l`est et du centre-est 45, 1994, 361-407

4 L.-J. Doby, Verginius at Vesontio, in: Historia 24, 1975, 75-100

5 L. Jacottey, Le problème de l`approvisionnement de Besançon antique: l`aqueduc d`Arcier, in: Caesarodunum 31, 1997, 399-404
6 H. Walter, La Porte-Noire de Besançon, 2 Bde., 1986

7 C. Munier, Conciles gaulois du IVe siècle (SChr 241), 1977.

R. Bedon, Atlas des villes, bourgs, villages de France au passé romain, 2001, 105-108

C. Fohlen (Hrsg.), Histoire de Besançon des origines à la fin du XVIe siècle, 1964, 27-141

J.-O. Guilhot u. a., Besançon, Document d`évaluation du patrimoine archéologique urbain, 1990

L. Lerat, Besançon antique, 1990

M.-J. Morant u. a., Besançon antique, in: E. Frézouls (Hrsg.), Les villes antiques de la France, Bd. 2, 1988, 6-178.

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Last Update:

25.08.2026 13:29


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