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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Lacvs Tritonvm (Lacus Tritonum)

Name (modern):

Bu Hayrat Bu Zazirah

Image:
To the image detail
Toponym before
Toponym following
Alternative Image
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/373906
Area:

Cyrenaica

Toponym Type:

Water (no river name)

Grid square:

7C4

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

Triton (DNP)

Name A (RE):

Triton [5] - https://elexikon.ch/RE/VIIA,1_305.png

Name B (Barrington Atlas):

Tritonis? Palus (38 B1)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Lacvs Trithonvm

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

ἥ τεΤριτωνῖτις λίμνη (4,3,19)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

Late Hellenism (after 200 BC)

Argument for Dating:

Diesem Eintrag liegt zwar letztendlich die kyrenäische Überlieferung zu Grunde; den See als Teil der Großen Syrte darzustellen, geht allerdings auf Plin. nat. 5, 28 zurück (s. Kommentar).

Commentary on the Toponym:

Die Darstellung des Tritonsees als Meerbusen auf der Tabula Peutingeriana folgt der ältesten Tradition (6./5. Jh. v.Chr.): Herodot lokalisiert den Tritonsee (und den Tritonfluss) im Hinterland der Kleinen Syrte (Hdt. 4, 178) und beschreibt im Zusammenhang mit der Irrfahrt Iasons auf seinem Schiff Argo diesen See, der eine Verbindung zum Meer hat (Hdt. 4, 173-178): Iason sei an die libysche Küste verschlagen worden und gegen die Übereignung eines Dreifußes habe ihm der Gott Triton den Weg aus den Untiefen des Tritonsees zurück ins offene Meer gezeigt. Ps. Skylax bezeichnet den See als Teil der Kleinen Syrte: Ἐν ταύτῃ τῇ Σύρτιδι ἐνέστεκεν ἡ νῆσος Τρίτωνος καλουμένη καὶ ποταμὸς Τρίτων· καί αὐτόθεν ἐστὶ Ἀθηνᾶς Τριτωνίδος ἱερόν. Von Herodot abhängig ist Pomponius Mela (1, 36). Auf der Tabula Peutingeriana ist der Tritonsee als Teil der Großen (nicht der Kleinen) Syrte dargestellt. Zu Grunde liegt hier also die kyrenäische Überlieferung, die den See in die Nähe von Berenike und somit an die Große Syrte verlegt und mit der Argonautensage verbindet. Vertreter dieser Überlieferung sind Pindar (Pyth. 4, 20-22), Apollonius (4, 1620-1637) und Kallimachos (fr. 584 Pfeiffer), denen Strabo (17, 3, 20 [836]), Diodor (4, 56, 6) und Plinius (nat. 5, 28) folgen, wobei sich Letzterer auf Kallimachos beruft. Der Eintrag auf der Tabula Peutingeriana ist eine Visualisierung von Plinius’ konfuser Aussage, dass der Tritonsee im Inneren der Großen Syrte liege (nat. 5, 28). Die schneckenförmige Gestaltung der Großen Syrte dürfte mit Triton, seiner Darstellung als Wesen mit ein oder zwei verschlungenen Fischschwänzen oder seinem Attribut, dem Muschelhorn zu verbinden sein; so spricht z.B. Ovid von einer „gewundenen Bucina“, deren Windungen denen einer Meeresschnecke, dem Tritonshorn, entsprächen: cava bucina sumitur illi, tortilis in latum quae turbine crescit ab imo „jener (sc. Triton) ergreift das Horn mit der hohlen Schneckenspirale, die vom untersten Wirbel in wachsender Windung sich weitet“ (Ov. met. 1, 335f.). „Dass die Tabula … nicht ohne Finessen ist“ und einige Details eine besondere graphische Ausgestaltung erfahren haben (Rathmann, Tabula [2018], 26), sollte daher mit einer entsprechenden Kommentierung am Beisiel der Großen Syrte aufgezeigt und mit dem Blick auf weitere, ähnlich kreativ dargestellte mythische Orte (sofern es andere Beispiele auf der Tabula gibt!), analysiert werden. Der auf der Tabula Peutingeriana eingezeichnete namenlose Fluss, der in einem Gebirge entspringt und in die Große Syrte mündet, ist entweder mit dem Fluss Triton zu gleichen (Mela 1, 36; Solin. 27, 53: Triton amnis) oder - mit höherer Wahrscheinlichkeit - mit dem Lethon, den die kyrenäische Version in der Nähe von Berenike lokalisiert (vgl. Lucan. 9, 355f.; Plin. nat. 5, 31; Ptol. 4, 4, 4: Λάθωνος ποταμοῦ ἐκβολαί; Ptol. 4, 4, 8; Solin. 27, 54; Mart. Cap. 6, 672; vgl. Wick, 129-134; Seewald, 138. 206f.); Ptolemaios hingegen lokalisiert den Ursprung dieses Wasserlaufes (ὁ Τρίτων) im Gebirge Usaleton und lässt ihn bei Makomada in die Kleine Syrte fließen (Ptol. 4, 11: Τρίτωνος ποταμοῦ ἐκβολαί; vgl. auch 4, 3, 19. 34: ὁ Τρίτων ποταμὸς); dieser Fluss bildet nach Ptolemaios drei Seen - den Tritonsee, den Pallas-See und den Libyen-See (Τριτωνῖτις λίμνη, Παλλὰς λίμνη, Λιβύη λίμνη). - Vgl. auch zu LACVS NVSAPIVS / LACVS NILODICVS, Hic Lacvs TRiToNvM· und Saline inmense que cū luna crescunt· et decrescunt·.

Kommentar (Talbert):
The intended relationship, if any, between this name and the larger, red Hic Lacvs Tritonvm below is unclear. Conceivably, the latter notice is a copyist`s addition.

Miller, Itineraria, Sp. 957:
Lacvs Trithonvm, in der Großen Syrte; im Inneren des Landes steht rot noch einmal: Hic Lacvs Tritohnvm; wahrscheinlich eine Verwechslung mit dem See, in welchem der Fluß Lathon mündete, von welchem nur noch kleine Lagunen übrig sind; nach Forb. identisch mit λιμὴν (oder λὶμνη, wie einige setzten wollen) Ἐσπερίδων (St), χαι ποταμὸς ἐμβάλλει Λάδων (Λάθων) (St p. 647); an einer anderen Stelle heißt St den Fluß Lethaeus im Lande der Hesperiden in Lybien. Die Gärten der Hesperiden suchte man gerne in den fruchtbaren Gefilden Cyrenaica und sprach deshalb von einem Volk der Hesperiden - Euesperidai (Hd) und nannte das spätere Berenice - Hesperis. Die Umgebung von Bengasi ist aber sandig und unfruchtbar. Der alte fabelhafte Triton (Aesch, Eum 289, Pind P 4,36, Hd 4,178, Scyl 79 u.a.) wurde von St vom See der Hesperiden unterschieden; der Logograph Dionysios von Milet erwähnt ihn im Lande der lybischen Amazonen (cf. Diod). Bei Hd und Erat ist er bei der Kleinen Syrte angesetzt. Andere nennen einen Fluß Triton (Pt, Ml, Pl), j. el Hammah, den westlichen Grenzfluß der Tripolitana, welcher in nördlicher Richtung durch 3 Seen fließt, Libya palus, Pallas und Tritonitis lacus, Τριτωνῖτις λίμνη, und in dem innersten Winkel der Kleinen Syrte münden soll; die meisten der Alten nahmen diesen großen See als L. Tritonis an, welcher (nach Scyl p.49) mit derselben durch eine schmale Öffnung zusammenhänge und eine kleine Insel umschließe, cf. Hd 4,179 und Diod 3,53.55, wo der See mit der Syrte selbst verwechselt wurde. Ein Zusammenhang besteht nicht. Die Zeichnung des Pt läßt keinen Zweifel, daß unter dem See und Fluß Triton j. die 3 großen Schotts im Dattellande, zwischen Toseur und Gabes: Garsa, Djerid und Fedjedj zu verstehen sind.

Datierung (Barrington):
Tritonis? Palus – ? (Jones 1971, 78)

erwähnt bei Pomp. Mela:
Über dieser nimmt ein gewaltiger Sumpfsee den Triton-Strom in sich auf, selbst Tritonis genannt; von ihm hat auch Athene ihren Beinamen erhalten, die, wie die Eingeborenen meinen, dort geboren ist; sie verschaffen dieser Sage eine gewisse Glaubwürdigkeit, weil sie den Tag, den sie für ihren Geburtstag halten, durch Wettspiele der Jungfrauen feiern.

Pliniuskommentar:
Triton
Zufluss einer Lagune [Plin. Sumpf] südl. von Banghazi; vgl. Apoll. Rhodos IV 149; Solinus 27,43. Gewöhnlich wurde allerdings der See Tritonis mit dem großen Salzsee im südl. Tunesien, h. Schott El-Djerid gleichgesetzt; vgl. Hdt. IV 178 ff.
Pallantias
Von Kallimachos, frg. 548 Pfeiffer; vgl. Sallmann 183. Pallantias, d.h. nach Pallas Athene = Minerva benannt. Die Göttin führte den Beinamen Tritogeneia, weil sie nach der Überlieferung am See Tritonis geboren und aufgezogen wurde; vgl. Aischynes, Eum. 292; Herodot IV 180,5; Mela I 36; Lucanus IX 348ff.; Pausanias I 14,6 u.a.


[T.W.] Heute ist nur noch mit Hilfe der Photographien von 1888 "lacus Trit[.]num". Richtig sind vermutlich die Lesarten "lacus Tritonum" von Scheyb und Welser im Gegesatzu zu Millers "lacus Tirthonum". Zum einen scheint der Raum zwischen "T" und "N" zu klein für zwei Buchstaben, zum anderen befindet sich in unmittelbarer Nähe eine weitere Beschriftung "hic lacus Tritonum", die auf den Tritonsee verweist.

DNP:
Triton

(Τρίτων, lat. Triton).

[2] Verschiedene Seen in Nordafrika

Verschiedene Seen in Nordafrika tragen diesen verm. auf kyrenaiische Griechen zurückgehenden Namen: (1) Apoll. Rhod. 4,1391 nennt einen See der Kyrenaia Τριτωνὶς λίμνη/Tritōnís límnē; (2) Strab. 17,3,20 lokalisiert die Stadt Berenike [8] (Kyrenaia) in der Nähe einer λίμνη τις Τριτωνιάς/límnē tis Tritōniás; (3) die Tab. Peut. 8,4 läßt den Fluß Lethon (h. Bu Shatin) unweit von Berenike [8] in einen T.-See münden [1. 386-389]; (4) Mela 1,36 sucht die ingens palus (“ungeheuren Sumpfsee”) namens Tritonis super (“oberhalb”) der Kleinen Syrte (Syrtis). Ähnlich äußert sich Plin. nat. 5,28: jenseits der Arae [2] Philaenorum und diesseits der Kleinen Syrte; (5) Herodotos kennt keinen See dieses Namens in der Kyrenaia, doch erwähnt er (4,178-187) den großen Tritonis-See, in dessen Mitte die Insel Phla liege: vielleicht die Kleine Syrte und die Insel Djerba [2. 448 f.]; (6) Ps.-Skyl. 110 und Ptol. 4,3,19 setzen den T.-See nach Südtunesien und sehen in ihm anscheinend den Schott Djerid; (7) Diod. 3,53,4 läßt den See nach Westafrika wandern, in die Nähe des Okeanos; (8) die Tab. Peut. 8,4-9,1 schließlich läßt den Nil - entsprechend der alten Vorstellung von seinem Ursprung in Westafrika - dem lacus Tritonum entströmen und in östl. Richtung nach Äg. fließen.

Huß, Werner

References:

Miller, Itineraria, Sp. 957;

Köhner, Nordafrika, S. 194, 205;

Konrad Mannert, Geographie der Griechen und Römer, Band 10: Die Geographie von Afrika, Teil 2: Marmarika, Kyrene, die Syrten, Karthago, Numidia, Mauritania, die Westküste von Afrika, das innere Afrika die westlichen Inseln, Leipzig 1825,174f.; Friedrich Windberg, in: RE VIII A / 1, 1939, 305-323 s.v. Triton 5; Jamie Morton, The Role of the Physical Environment in Ancient Greek Seafaring, Leiden 2001 (= Mnemosyne Suppl. 213), 134f.; Rathmann, Tabula (2018), 26. - Zu weiterer Literatur vgl. die Einträge auf der TP, auf die im Kommentar verwiesen wird.

A. Laronde, Cyrène et la Libye hellénistique, 1987.

S. Gsell, Histoire ancienne de l´Afrique du Nord, Bd. 1, 41924.

J. Desanges (ed.), Pline l´Ancien. Histoire Naturelle (Livre 5, 1-46), 1980, 270-272 (mit frz. Übers. und Komm.).

Windberg, Friedrich, Triton [5], in: RE VII.A.1 (1939), Sp. 305-323.

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Last Update:

10.11.2025 20:37


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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=2775 [last accessed on June 27, 2026]

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