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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Pennolucos

Name (modern):

Villeneuve? (Barrington)

Image:
To the image detail
Toponym before VIIII     Vivisco     
Toponym following XIIII     Tarnaias     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/177602
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym, no Symbol

Grid square:

2B3

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

Penne Locos (351,7)

Alternative Name (Lexica):

 

Name A (RE):

Pennolucos - https://elexikon.ch/RE/XIX,1_497.png, Penne loci - https://elexikon.ch/RE/SVII_865

Name B (Barrington Atlas):

Penne Locos (18 D3)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Pennolucos

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

Pennolocus (p. 63.14)

Name G (Ptolemy):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
-> stretch to Tarnaias:
The start of this stretch is not marked.

Miller, Itineraria, Sp. 74f.:
Pennolucos (Irrig Penno lucos (Bt, Bg, Ve)), Penne locos )It), Penne locus (Ra); j. Villeneuve. I: 162. Hier 1 Meilenstein mit der Entfernung 26 ab Octoduro. I: 5525. 14, 13 (It). In St. Tryphon wurde 1 Meilenstein gefunden mit Entfernung 17 (ab Octoduro). I: 5523.

Kommentar (RE):
3415 RE E. Linckenheld XIX,1 498; Nachtrag P. Goessler Suppl. VII 865–868 — Pennolucos, eine Straßenstation am östlichen Ende des Genfer Sees, in der Nähe von Villeneuve (Kanton Waadt), Tab. Peut., Itin. Ant. 351, 7 (Pennelocos). An. Rav. IV 26 (Pennolocus). Der Name bedeutet wohl „Seespitze“, aus pennos (Kopf, Spitze) und einer im irischen loch (See) erhaltenen Wurzel (nach Thurneysen). Anders Desjardins II 244. Geogr. Rav. IV 26 rechnet P. zu Burgund; nach Marius episc. Aventicensis (MG Chron. min. II 232) hätten die Burgunder im J. 456 größere Teile Galliens besetzt; vgl. Stähelin Die Schweiz in röm. Zeit² 284. Inschrift der Nitiogenna CIL XII 162. [E. Linckenheld.] — Nachtrag: Zu S. 498, 12. 35: Penne loci wird seit Clüver, Valois, Ukert (II 2, 491) und Forbiger (III 235) angesetzt am Ostende des Genfer Sees bei heutigem Villeneuve (Kt. Waadt, Bez. Aigle). FOA T. XXIII D C. Literatur: Bochat Mém. crit. sur l’ancienne hist. de la Suisse (1747) I 73f. Aeg. Tschudi Gallia comata (1758) 170. v. Haller Helvetien unter den Römern (1812) II 230f. Neuere Literatur: Desjardins Table de Peutinger 35, Mommsen CIL XII p. 27. Stähelin Schweiz in römischer Zeit² 326 mit Anm. 5 und sonst. Grenier Manuel VI 259. Viollier Carte arch. du Canton de Vaud. Der Rastort im Gebiet der vallis Poenina wird in mehreren antiken Quellen genannt: 1. Tab. Peut. segm. III 3: Pennolucos (var. Penno lucos) als Station der poeninischen Alpenstraße Genfer See — Gr. St. Bernhard — Aosta zwischen Vivisco (= h. Vevey) und Tarniasias (= h. St. Maurice), von jenem 9, von diesem 14 r. M. entfernt. Über diesen Weg s. Mommsen CIL XII p. 21. 651. Da die Entfernung von Vevey bis Villeneuve nicht 9 r. M. = 13,5 km, sondern nur 10 km beträgt, so sucht d’Anville Pennolucos lieber mehr südlich bei einem kleinen von ihm in einer alten Karte gefundenen, vermutlich abgegangenen Orte Penne. 2. Itin. Ant. p. 351, 7: Penne Locos als Station derselben Straße zwischen Vibisco und Tarnias, von jenem 9, von diesem 13 (var. m. p. XII) entfernt. 3. Rav. an. Cosm. IV 26 p. 237, 9: Pennolocus (var. pennolicus), genannt unter den civitates iuxta fluvium Rodanum zwischen Tarnias und Bibiscon und zu Burgund gerechnet. Mittelalterliche Quellen kennen den Namen nicht mehr. Nicht mit Sicherheit kann auf P. = Villeneuve bezogen werden Caput loci in einer translatio des 10. Jhdts., was eine unmittelbare Übersetzung von Penneloci wäre. Daß die Siedlung ganz verschwunden ist, ist zu vermuten. Eigenartig sind die Nachrichten bei Marius von Aventicum (zu 563) und Gregor von Tours h. Fr. IV 31 über die durch einen Bergsturz zerstörte Siedlung Tauredunum, die doch wohl in der Nähe gelegen haben muß. Die bereits von Ruchat Délices de la Suisse (1714) 183 und von Bochat in Ablehnung populärer Wortableitungen, wie Pennelucus = Hain des Gottes Pen — es wäre der, jedoch an die Höhe gebundene, Veragrergott Poeninus — aufgestellte keltische Deutung des Ortsnamens als Seehaupt, die jedoch Haller 232 als „unbedeutend“ verwirft, muß zurecht bestehen. P. ist zusammengesetzt aus gall.-breton. penn (irisch cenn), gall. penno = Haupt, Ende und dem in altir. loch (*lucus), idg. laqu Lache; s. Holder Altcelt. Sprachsch. II 965. Thurneysen Z. f. kelt. Phil. XVI 289, 2. Dottin La langue Gauloise 86. 277. Walde-Pokorny Vergl. Wörterb. II 380. Die römische Straßenstation bei Villeneuve ist festgelegt vor allem auch durch den daselbst gefundenen Meilenstein des J. 305/306 mit Entfernungsangabe in Z. 6 F(oro) C(laudii) A(ugusti) M XXVI, die der tatsächlichen Distanz Villeneuve–Martigny entspricht (CIL XII 5525. Saulcy Rev. arch. III 449. Art. Octodurus Bd. XVII S. 1873; bereits genannt bei Haller I 181. II 233). Römische Funde sind gemacht nordöstlich von Villeneuve in der Nähe des Hotels Byron auf einer Anhöhe „la Muraz“, d. h. Gemäuer über dem rechten Ufer der Tinière; 1916 sind Reste einer villa rustica und Wasserleitung, die wohl zu einem Bad führte, untersucht worden. Dazu kommen Münzen des 2. und 3. Jhdts. und eine Weihinschrift einer Nitiogenna — gall. Name — an Victoria (CIL XII 162). Mommsen setzt das in Not. dign. occ. 42, 15 als Station des praefectus classis barcariorum, d. h. Barkenflotte, wohl auf dem Genfer See, genannte und der prov. Viennensis zugeteilte Ebrudunum Sapaudiae, das er außerdem mit dem bei Ptolem. in Raetien zwischen Vevey und Martigny genannten Ebrodunon identifiziert, in P. an. Dagegen erheben sich schwere Bedenken. Oechsli stimmt der Gleichung Ebrodunon mit Ebrudunum Sapaudiae bei, ebenso Cuntz, weil diese Station aus allgemeinen geschichtlichen Gründen und wegen der Distanzen vom benachbarten Viviscus und Augusta Praetoria nicht Eburodunum (Yverdon) am Neuenburger See sein kann, sondern am Genfer See gesucht werden muß. Die Flottenstation sucht Oechsli lieber auf der Savoyer Seite des Sees etwa bei Yvoire. Stähelin denkt, vorausgesetzt daß jene Gleichung gesichert wäre, für Ebrodunon eher an einen Ort am oberen Ende des Genfer Sees, und zwar mit Gisi an Yvorne 2 km nördlich von Aigle; aber wo liegt dann Ebrudunum, das Gisi ganz verkehrt ansetzt? Funde müssen für die Flottenstation zwischen den zwei Möglichkeiten Yvoire und Villeneuve–Penneloci entscheiden sowie die Lage der antiken Häfen herausholen. Endlich wirft Cuntz 195, ohne jedoch sie bejahend zu entscheiden, die Frage der Gleichsetzung von P. mit der bei Ptolemaios genannten Mündung des Rhodanus am äußersten Ostende des Genfer Sees auf; seine Vermutung hängt in der Luft. [P. Goessler.]


Kommentar (RE):
RE E. Linckenheld XIX,1 498; Nachtrag P. Goessler Suppl. VII 865–868 — Pennolucos. Pennolucos, eine Straßenstation am östlichen Ende des Genfer Sees, in der Nähe von Villeneuve (Kanton Waadt), Tab. Peut., Itin. Ant. 351, 7 (Pennelocos). An. Rav. IV 26 (Pennolocus). Der Name bedeutet wohl „Seespitze“, aus pennos (Kopf, Spitze) und einer im irischen loch (See) erhaltenen Wurzel (nach Thurneysen). Anders Desjardins II 244. Geogr. Rav. IV 26 rechnet P. zu Burgund; nach Marius episc. Aventicensis (MG Chron. min. II 232) hätten die Burgunder im J. 456 größere Teile Galliens besetzt; vgl. Stähelin Die Schweiz in röm. Zeit² 284. Inschrift der Nitiogenna CIL XII 162. [E. Linckenheld.] — Nachtrag: Zu S. 498, 12. 35: Penne loci wird seit Clüver, Valois, Ukert (II 2, 491) und Forbiger (III 235) angesetzt am Ostende des Genfer Sees bei heutigem Villeneuve (Kt. Waadt, Bez. Aigle). FOA T. XXIII D C. Literatur: Bochat Mém. crit. sur l’ancienne hist. de la Suisse (1747) I 73f.; Aeg. Tschudi Gallia comata (1758) 170; v. Haller Helvetien unter den Römern (1812) II 230f.; Desjardins Table de Peutinger 35; Mommsen CIL XII p. 27; Stähelin Schweiz in römischer Zeit² 326 mit Anm. 5; Grenier Manuel VI 259; Viollier Carte arch. du Canton de Vaud. Der Rastort im Gebiet der vallis Poenina wird in mehreren antiken Quellen genannt: 1. Tab. Peut. segm. III 3: Pennolucos (var. Penno lucos) als Station der poeninischen Alpenstraße Genfer See – Gr. St. Bernhard – Aosta zwischen Vivisco (= h. Vevey) und Tarnaias (= h. St. Maurice), von jenem 9, von diesem 14 r. M. entfernt. Da die Entfernung Vevey–Villeneuve nicht 9 r. M. = 13,5 km, sondern nur etwa 10 km beträgt, suchte d’Anville Pennolucos weiter südlich bei einem vermutlich abgegangenen Ort Penne. 2. Itin. Ant. 351, 7: Penne Locos als Station derselben Straße zwischen Vibisco und Tarna(i)as, von jenem 9, von diesem 13 (var. XII) entfernt. 3. Rav. an. Cosm. IV 26 p. 237, 9: Pennolocus (var. pennolicus) unter den civitates iuxta fluvium Rodanum zwischen Tarnias und Bibiscon und zu Burgund gerechnet. Mittelalterliche Quellen kennen den Namen nicht mehr. Nicht mit Sicherheit kann Caput loci in einer translatio des 10. Jhdts. auf P. = Villeneuve bezogen werden. Daß die Siedlung ganz verschwunden ist, ist zu vermuten. Die keltische Deutung des Ortsnamens als „Seehaupt“ muß nach Goessler zurecht bestehen: P. ist zusammengesetzt aus gall.-breton. penn (irisch cenn), gall. penno = Haupt, Ende, und dem altir. loch (*lacus), idg. laqu „Lache“. Die römische Straßenstation bei Villeneuve wird besonders durch den dort gefundenen Meilenstein von 305/306 mit der Entfernungsangabe F(oro) C(laudii) A(ugusti) M XXVI gestützt, die der tatsächlichen Distanz Villeneuve–Martigny entspricht. Römische Funde stammen nordöstlich von Villeneuve bei „la Muraz“: Reste einer villa rustica, eine Wasserleitung, Münzen des 2. und 3. Jhdts. sowie die Weihinschrift der Nitiogenna an Victoria. Die von Mommsen vorgeschlagene Verbindung mit Ebrudunum Sapaudiae und dem bei Ptolemaios genannten Ebrodunon wird ausführlich diskutiert, aber wegen erheblicher Schwierigkeiten nicht entschieden; als mögliche Flottenstationen stehen Yvoire und Villeneuve–Penneloci zur Diskussion. Auch Cuntz’ Frage einer Gleichsetzung von P. mit der bei Ptolemaios genannten Rhônemündung am äußersten Ostende des Genfer Sees bleibt ausdrücklich ungesichert. [

Datierung (Barrington):
Penne Locos – Roman/Late Antique (ItMiller 74-75; RE Pennolucos)

"TP-Online-ID: 3415 — Pennolucos

Desjardins S. 35.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Pennolucos; normalisierte Form: PENNOLUCUS vel PENNOLOCUS vel PENELUCUS.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Alpium Penninarum. Typ: Station. Route/Abschnitt: L. de Vesontine, Besançon, à In Summo Pennino, Grand Saint-Bernard.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 351,6: Tarnaias; 351,7: Penne Locos; 352,1: Vibisco; CIL XVII.2 122 = CIL XII 5526, Meilenstein von Villeneuve: F(oro) C(laudii) A(ugusti) M(ilia) XXVI; Rav. 4,26: Pennolocus; CIL XVII.2 119 = CIL XII 5523, Meilenstein von Saint-Triphon/Ollon: F(oro) Cl(audii) Vall(ensium) Oct(oduro) m(ilia) p(assuum) XVII.

Moderne Identifikation bei Desjardins: près de Villeneuve.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Der Villeneuve-Meilenstein bestätigt XXVI Meilen von Forum Claudii Augusti. Publikation bei Desjardins: Mommsen, Inscr. Helv. 313; de Saulcy, Bataille d’Octodure, Revue archéologique 1861, S. 449–450. Zu Altertümern: de Haller II, S. 230–233; Tschudy, Gall. Com., S. 170; Willimann, De rebus Helvetiorum, S. 42; Bochat, Mém. crit. sur l’hist. ancienne de la Suisse I. Villeneuve vertreten Cluvier, Ital. ant. I, S. 340; Valois, S. 442; Simler; Mannert II,1, S. 193; Ukert II,2, S. 491; Forbiger III, S. 235 Anm. 67. D’Anville, Notice, S. 513, bevorzugt wegen der Distanz Penne, Lapie S. 224 Renaz.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78–79): In der Liste der 83 sicher alten Positionen der Belgica erscheint „Vivisco Pennolucos“ als gemeinsamer Eintrag. Da TP Online die Beschriftung in die IDs für Vivisco und Pennolucos trennt, ist die augusteische Einstufung bei diesem Datensatz als Teil dieses gemeinsamen Eintrags zu verstehen, nicht als gesonderte Einzelklassifikation von Pennolucos.

Bearbeitungshinweis: Station ist quellenbasiert: Desjardins spricht im Zusammenhang mit Lapies Renaz ausdrücklich von cette station. Beide Meilensteine modern konkordiert."

References:

Desjardins, Table, p. 35, col. 3, no. 3.

Miller, Itineraria, Sp. 74f.

Goessler, Peter, Penne loci, in: RE S VII (1940), Sp. 866-868.

Linckenheld, Émile, Pennolucos, in: RE XIX.1 (1937), Sp. 498.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

25.08.2026 12:39


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3415 [last accessed on August 25, 2026]

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