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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Sub dinnum (Subdinnum)

Name (modern):

Le Mans

Image:
Toponym before -     Nv Dionnvm (Nudionnum)     
Toponym following Autricum     XVI     Fines     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/109236
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym with Symbol

Grid square:

1A3

Toponym Color:

black

Vignette Type :

A Twin Towers

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

Vindinum (DNP)

Name A (RE):

Vindinum - https://elexikon.ch/RE/IXA,1_41.png

Name B (Barrington Atlas):

Ouindinon/Subdinnum (11 A4)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Subdinnum

Name E (Levi):

Subdinnum (A,II,9)

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Οὐίνδινον (2,8,9)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
-> stretch to Avtricvm
River crossing: Fl. Riger (river, no. 5)

Miller, Itineraria, Sp. 105:
Subdinnum, civ. Cenomannorum (ng in Lugd. III), praef. laetorum gentilium Suevorum, … et Ceromannos Lugd. III (ND); nach Dj für Suindinum (Cenomanorum), Vindinum (Pt); j. Le Mans. Iss: 3190 bis 3196. Abzweigung nach Alana, Strecke 19. 16.

Kommentar (RE):
RE P. Merlat IX A,1 41–49 — Vindinum. Vindinum, Οὐίνδινον, Name der Hauptstadt der civitas der Aulerci Cenomani, so bezeichnet nur bei Ptol. II 8, 8 in seiner Aufzählung der Völkerschaften der Gallia Lugdunensis. Während die Autoren, die außer Ptolemaios die Cenomanen in Gallien erwähnen, ihre Hauptstadt nicht nennen (Caes. bell. Gall. VII 75. Plin. n. h. IV 107), geben die Texte oder Dokumente, die sie anführen, ihr einen anderen Namen. Die Tab. Peut. bezeichnet sie, mit der Vignette einer Hauptstadt, als Subdinnum (segm. I 2 et I 3 der Ausgabe von Jullian Rev. ét. anc. XIV [1912] 60 u. Taf. II. III), was de Valois Not. Gall. 64 und d’Anville Notice de la G. 621 zu der Annahme geführt hat, daß wegen des Schluß-s von πόλις ein Abschreiber das Anfangs-s vor Vindinum übersehen habe, und daß man also bei Ptolemaios Subvindinum herstellen müsse; so auch Hirschfeld CIL XIII p. 508. Die Not. dign. occ. XL 8 IV A 838 gibt der Stadt entsprechend dem Brauch der Zeit den Namen der Völkerschaft, Cenomannos bzw. Cenomannis; die Not. Gall. III 2 rechnet sie zur Lugdunensis III mit der Bezeichnung civitas Cenomannorum. Später begegnen Cenomannica urbs, Cenomanus und Cenomannis civitas. Von dieser Benennung ist der Name der modernen Stadt Le Mans abgeleitet. Für den Ortsnamen Vindinum, offenbar gallischen Ursprungs, hat man keine sichere Deutung geben können. Lot, der ihm die Form Vindunum gibt, sieht darin ein Kompositum aus windo- „weiß“ und -dunum „Feste“; Holder nimmt eher eine Bildung Vind-inō-n mit der Wurzel windo- und einem Suffix an. Wie es übrigens damit stehen mag, Vindinum klingt wie ein gallischer Ortsname, und die Lage der gallo-römischen Stadt, die sich auf einem steilen Hügel erhebt, welcher beim Zusammenfluß der Sarthe und des Baches von Isaac abbricht, läßt vermuten, daß sie die Nachfolgerin eines Oppidum ist, das nach Osten durch die sumpfigen Ufer des Baches, nach Westen durch den Flußlauf, nach Norden vielleicht durch Erdbefestigungen geschützt war. Es ist sogar möglich, daß die Besiedelung des Platzes auf eine noch frühere Zeit zurückgeht. An verschiedenen Punkten des alten Le Mans sind Spuren früher Besiedelung festgestellt worden: geglättete Steinbeile, ein Dolmen an der place Saint-Michel und vielleicht ein Menhir oder Lec’h an der Kathedrale. Die gallische Periode von V. ist sehr wenig bekannt. Man glaubte Spuren eines murus gallicus festgestellt zu haben, doch ist diese Deutung unsicher. Als sonstige gallische Funde werden ein Schwert, eine Halskette, Töpferware und mehrere Münzen genannt. Es ist sehr schwer zu sagen, welchen Anteil die Bewohner von V. am Kampf gegen Caesar nahmen. Wahrscheinlich wurden sie zunächst 57 v. Chr. mit den übrigen Aulerci unterworfen, nahmen an der Erhebung des Vercingetorix teil und stellten als Aulerci Cenomani 5000 Mann für das Entsatzheer von Alesia; endgültig wären sie demnach erst 51 durch den Legaten C. Fabius unterworfen worden. Die Niederlage Galliens brachte keine fühlbare Änderung ihrer politischen Stellung, wie Ptolemaios im 2. Jhdt. ihre Stellung als Hauptstadt bezeugt. Über die gallo-römische Geschichte ist man jedoch nur mangelhaft unterrichtet. Möglich ist eine Auswirkung des Aufstandes des Sacrovir und Florus; dafür wurde unter anderem ein 1848 im Garten des Collège gefundener Schatz von etwa 14 000 Münzen herangezogen, dessen jüngste Stücke nicht über Tiberius hinausreichen. Die Archäologie beweist, daß die pax Romana die Umwandlung der gallischen Siedlung in eine gallo-römische Stadt schon früh begünstigte. Diese entwickelte sich Schritt für Schritt über das gegenwärtige Areal der Altstadt hinaus; ein Teil dieses Gebietes bewahrte bis ins 14. Jhdt. den Namen vetus oder antiqua Roma. Zahlreiche Einzelfunde von Münzen reichen von Augustus bis zum Ende der Antoninen. Mit den ersten Invasionen des 3. Jhdts. und der Bildung des gallischen Kaiserreiches scheint eine neue Periode begonnen zu haben. Münzreihen brechen in verschiedenen Stadtbereichen ab; mehrere Münzschätze, darunter ein Schatz von Gordian III. bis Valerian und ein anderer von Gordian III. bis Postumus, gehören in diese Epoche. Seit dieser Zeit beginnen Zerstörungen, deren Spuren bis ins 5. Jhdt. reichen. Mit Beginn des letzten Drittels des 3. Jhdts. zog sich die Stadt in sich selbst zurück und umgab sich mit einer Umfassungsmauer, von der noch erhebliche Teile erhalten waren. Diese hatte ungefähr die Form eines Parallelogramms von etwa 500 × 200 m, lehnte sich im Westen an die Sarthe, folgte im Osten dem oberen Hügelrand und war im Norden durch eine Schlucht geschützt. Sie war von hohen halbrunden Türmen in Abständen von 25–30 m flankiert, darunter die Tour du Vivier und die Tour Magdeleine, und enthielt wenigstens zwei monumentale Tore, darunter die Porte du Cavalier. Die Mauer war etwa 4 m stark; ihr Kern bestand aus Bruchstein, die Außenseite aus regelmäßigem Kleinmauerwerk mit wechselnden Ziegelschichten. Im Fundament wurden zahlreiche wiederverwendete Blöcke älterer Gebäude festgestellt. Die Außenverkleidung zeigt geometrische Muster aus verschiedenfarbigem Steinmaterial; ursprünglich war die Ringmauer von einem Graben umgeben. Ihre Errichtung gehört einer unruhigen Epoche an und wurde vielleicht auf Befehle des Probus zurückgeführt. Trotz weiterer Zerstörungen bestand das städtische Leben fort; Münzen reichen bis Constans, Constantius II., Magnentius, Maximus und Arcadius. Das alte V. blieb Hauptstadt der Cenomanen und hatte am Ende des 4. oder Anfang des 5. Jhdts. eine Garnison von Sueben unter dem Kommando des magister militum praesentalium a parte peditum (Not. dign. occ.). Das Christentum scheint nicht sehr früh Eingang gefunden zu haben; erst im 4. Jhdt. erscheinen die ersten Erwähnungen von Bischöfen, insbesondere des hl. Iulianus. V. mußte in seiner Eigenschaft als Hauptstadt einer civitas ein bedeutender Straßenknotenpunkt sein. Die Angaben der Tab. Peut. bleiben hinter der Wirklichkeit zurück, da sie nur drei Straßen verzeichnet: eine nach Nudionnum (Jublains) gegen Nordwesten, eine zweite nach Autricum (Chartres) gegen Nordosten und die letzte nach Casaroduno (Tours) über Fines (Vaas?). Nach den archäologischen und topographischen Untersuchungen lassen sich wenigstens neun auf Le Mans zuführende Straßen erschließen: nach Chartres, Évreux, Orléans, Tours, Poitiers, Angers, Rennes, Jublains und Vieux. Für die Bedeutung der gallo-römischen Stadt sprechen ferner mehrere Aquädukte, Thermen, Wohnhäuser bzw. Gebäude mit Mosaiken, Pflasterungen und Stuck sowie ein 1791 östlich der Stadt entdecktes, heute verschwundenes Amphitheater, das nach den überlieferten Maßen etwa 7000 Zuschauer gefaßt haben dürfte. Die Fülle der überall gefundenen Töpferware und die teils isoliert, teils in Nekropolen gefundenen Gräber bezeugen zugleich die geographische Ausdehnung der Stadt und den Übergang von der gallo-römischen zur merowingischen Kultur. Sicher überlieferte Inschriften sind dagegen selten; mehrere ältere Abschriften sind zweifelhaft. Ein am Ausgang von Le Mans entdeckter Altar trägt die Weihung NYMPHIS AVGVSTIS EVTYCHES AVGG NN VSLM; daraus ergibt sich jedenfalls ein Weihender mit griechischem Namen, ein kaiserlicher Sklave. Die Weihung an die Nymphen läßt zugleich einen lokalen Kult der Gewässer und das Fortbestehen einheimischer religiöser Vorstellungen vermuten. Besonders reich sind die keramischen Funde: Amphoren, gewöhnliches Geschirr, Lampen, Statuetten von matres oder Tieren, Terra sigillata und Gußformen. Die zahlreichen Töpfermarken bezeugen Beziehungen sowohl zu den großen gallischen Werkstätten von La Graufesenque und Lezoux als auch nach Italien, Süd- und Ostgallien und Germanien. Sie zeigen, daß der Handel der Stadt bereits im 1. Jhdt. der Kaiserzeit in Blüte stand. Wahrscheinlich war diese Aktivität ein Erbteil der gallischen Zeit; sie erklärt sich aus der geographischen Lage der Stadt in einer Übergangszone zwischen Loire und Seine sowie zwischen Zentralgallien und dem armorikanischen Gallien. [P. Merlat.] (Deutsch von K. Ziegler.)


Datierung (Barrington):
Ouindinon- Roman ANtique
Subdinnum - Late Antique
§ Cenomani
(TIR Lutetia 119-20)

DNP:
Vindinum
Hauptort der civitas der Aulerci Cenomani in der Gallia Celtica, später Lugdunensis (Tab. Peut. 2,3: Subdinnum; Ptol. 2,8,9: Οὐίνδινον), h. Le Mans (Dép. Sarthe), wichtiger Verkehrsknotenpunkt an der Sarthe. Wohl spätlatènezeitliches oppidum im Bereich des h. Vieux Mans (kelt. Skulpturen in einer Mauer des 3. Jh. n. Chr.; gallischer Gold-Stater). “Puits funéraires” (brunnenartige Schachtgräber) aus dem 1. Jh. n. Chr. sowie Spuren eines orthogonalen Straßennetzes sind erh.; die Fläche der kaiserzeitlichen Stadt wird auf 30-40 ha geschätzt. Aus der röm. Kaiserzeit stammen die Überreste von drei Aquaedukten, einem Brunnen, einem Amphitheater.
In der Spätant. wurde V. zum castrum umgestaltet (500 × 200 m, ca. 10 ha), dessen Mauer eine der besterhaltenen in Gallia ist; mehrere Türme und Nebentore sind erh. In V., jetzt civitas Cenomannorum (Notitia Galliarum 3,2), lag eine Besatzung des praefectus laetorum gentilium Suevorum ... et Cenomannos (sic) Lugdunensis Tertiae (Not. dign. occ. 42,35). Weitere spätant. Belege: Cenomannis (Ven. Fort. Vita Sancti Paterni 10,33); Cenomannica urbs (Ven. Fort. Vita Mauritii 21,113; Greg. Tur. Franc. 7,36).
Polfer, Michel

"TP-Online-ID: 3085 — Sub dinnum (Subdinnum)

Desjardins S. 23.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Sub dinnum; normalisierte Form: SUINDINUM CENOMANORUM [AULERCORUM], postea CENOMANI.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Lugdunensis III. Typ: Oppid. et metropolis des Aulerci Cenomani; carrefour de trois routes. Route/Abschnitt: XXVIIII. d’Autricum, Chartres, à Alauna (département de la Manche).

Quellenstellen bei Desjardins: Ptol. Geogr. 2,8,9: Οὐίνδινον; Not. Gall., Lugdunensis III: civitas Cenomannorum; Not. Dign. Occ. 42: praefectus Laetorum... Gentilium Suevorum et Cenomanos, Lugdunensis Tertiae; mittelalterlich Cenomannicum, pagus Cenomanicus, urbs Cinomannica, turris Cenomanica; merowingisch CENOMANNIS, CENNOMANIS, CENO; herrschaftliche Münzen COMES CENOMANNIS, MONETA CENOM.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Le Mans.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins korrigiert Sub dinnum ausdrücklich zu Suindinum. Die Distanz Chartres–Le Mans bezeichnet er als exakt. Sub dinnum ist nach seiner Beschreibung Kreuzung dreier Straßen: nach Chartres, nach Tours und nach Nordwesten. Die mittelalterlichen Formen zitiert er nach Valois, Notit. Gall., S. 64–65.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78): In der systematischen Einzelprüfung der Lugdunensis führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.

Bearbeitungshinweis: TP Online Sub dinnum (Subdinnum); Desjardins’ Normalisierung SUINDINUM bleibt separat. Ptolemaios modern 2,8,9."


References:

Desjardins, Table, p. 23, col. 1, no. 1.

Miller, Itineraria, Sp. 105.

Merlat, Pierre, Vindinum, in: RE IX A.1 (1961), Sp. 41-49.

R. Bedon, Atlas des villes, bourgs et villages de la France au passé romain, 2001, 187 f.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

25.08.2026 13:12


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3085 [last accessed on August 25, 2026]

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