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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Lacvs Meotidis (Lacus Meotidis)

Name (modern):

Asowsches Meer / Sea of Azov

Image:
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Toponym before
Toponym following
Alternative Image
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/825318
Area:

Skythia

Toponym Type:

Water (no river name)

Grid square:

8A1 / 8A2

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

Maiotis (DNP)

Name A (RE):

Maiotis

Name B (Barrington Atlas):

Maeotis (84 B2)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Lacvs Meotidis

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Auf der Tabula Peutingeriana ist die Maeotis als Binnensee dargestellt: Etliche an den Ufern der Straße von Kertsch gelegene Orte sind eingezeichnet, nicht jedoch die Meerenge selbst. Dieser Fehler könnte laut Podossinov bereits auf die Karte des Honorius zurückgehen (Iul. Hon. 28 A); eine derartige Darstellung lag vielleicht auch der Kosmographie des Anonymus von Ravenna zu Grunde, der die Maeotis als paludes Meotidis bezeichnet und als einen richtigen Sumpf beschreibt: per multorum miliariorum spatia pars praelate ab hominibus perambulari potest (Rav. cosm., 1, 12 [Schnetz]).
Das in das Gewässer geschriebene Hydronym ist heute nicht mehr vollständig lesbar, zu erkennen ist lediglich LA[.]VS [-?-]DI[-?-] lesbar. Auch die Aufnahmen mit Hyperspektralkamera-Technik lassen keine Rekonstruktion des Gewässernamens zu, da sich die blaugrün angegebene Wasserfarbe braun-schwarz verfärbt hat. Welser bietet LACVS MEOTIDIS, konnte den Gewässernamen also noch vollständig entziffern oder hat das Hydronym rekonstruiert. Scheyb sah das Pergamentblatt jedoch in einem bereits deutlich beeinträchtigten Erhaltungszustand mit Rissen im Pergament und verblasster Tinte, aber er kann immerhin noch LA[.]VS MEOTIDI[.] erkennen. Zwar findet sich für Lacus Meotidis kein antiker Quellenbeleg, jedoch lautet die im Lateinischen gängige Genetivform Maeotidis (Mela 1,99). Der Kopist scheint hier also anstatt der Nominativform einen Genetiv eingetragen zu haben. Mit dem Hydronym Maeotis lacus, Maeotius lacus u.ä. wird das seit Homer (Od. 10, 508ff.; 11, 13ff.) in der antiken Literatur gut bezeugte Asowsche Meer bezeichnet, nach dem dann auch mit den Kollektivbezeichnungen Μαιῶται, Maeotici u.ä. die dort lebenden ethnischen Gruppen benannt werden. Das Gewässer wird häufig mit folgenden Termini bezeichnet:
- Μαιῶτις (z.B. Strab. 11, 1, 5 ([491]; 11, 2, 2. 3 [493]. 11 [495]);
- Μαιῶτις λίμνη (Hdt. 4, 86; Aesch. Prom. 427; Strab. 2, 5, 23 [125]; 7, 3, 17f. [307]; 7, 4, 1 [308]; 7, 4, 3 [309], Dion. Per. 163; Ptol. 3, 5, 10 u.ö.);
- λίμνη τῆς Μαιώτιδος (Strab. 7, 4, 4 [309]; Ptol. 3, 6, 1);
- Maeotis (z.B. Plin. nat. 4, 75; 6, 15. 20).
Bezeugt sind z.B. auch Heracl. 6, 107: Scythicae Undae, Paludes; Gell. 17, 8: Cimmericum, Bosporicum Mare; Avien. 32: Maeoticum aequor; Val. Flacc. 7, 720: Maeotium aequor. Dass die Maeotis ein flaches Gewässer mit einer durchschnittlichen Tiefe von 9 m und eine breite Flachwasserzone hat, verrät die Bezeichnung als palus „Sumpf“: Heracl. 6, 107: Paludes; Plin. nat. 2, 168: Maeotica palus; 10, 10: Maeotis palus; 27, 1: Maeotis paludes; Oros. 1, 2, 15 (49): Maeotidae paludes; Claud. in Eutrop. 1, 249: Cimmeriae Paludes; Macrob. 2, 7, 20: palus Maeotis; Isid. etym. 14, 4, 3; 14, 30, 34: Maeotidae paludes; Dicuil 6, 42: Meotidas paludes; Rav. cosm., p. 176, 3f.: palus Maeotidon. Gelegentlich finden auch die einheimischen (skythischen) Namen Verwendung: So bezeichnet Plinius das Gewässer mit dem Namen Temarunda (Plin. nat. 6, 20). Den geographischen Gegebenheiten entsprechend wird die Maeotis zuweilen auch als „Mutter des Pontos“ bezeichnet (Agathemeros 2, 14; Dion. Per. 165: μητέρα Πόντου; Herod. 4, 86; Prok. BG 4, 6; vgl. auch Plin. nat. 6, 20: mater maris). Mit Maeotis ostium (Plin. nat. 4, 75; Solin. 12, 1; vgl. auch Strab. 7, 3, 18 [307]: στόμα τῆς Μαιώτιδος) ist der Ausfluss des Asowschen Meeres in das Schwarze Meer, also der Kimmerische Bosporus, gemeint. Wegen seiner geringen Wasertiefe bildet sich in der Maeotis bei winterlichen Temperaturen rasch eine dicke Eisdecke, die mit Wagen befahren werden kann (Strab. 7, 3, 18 [307]). Die Größe des Gewässers wurde in der Antike bei weitem überschätzt (Hdt. 4, 86; Plin. nat. 4, 78): Anstatt der Nord/Süd-Ausdehnung von ca. 150 km und der West/Ost-Ausdehnung von ca. 450 km gibt Plinius (nat. 4, 78), der hier aus Artemidor und Eratosthenes schöpft, 2080 bzw. 1665 km an.
In der mittelalterlichen Kartographie ist die Maeotis der nördlicheTeil der Abgrenzung Europas von Asien, das Hydronym lauetet, anknüpfend an das spätantike und frühmittelalterliche Schrifttum (Orosius, Isidor, Dicuil) Meotida palus, Meotide paludes, Meotides Paludes u.ä. Das Mittelmeer mit seinen zahlreichen Inseln geht mit seiner rechtwinklingen Biegung über ins Schwarze Meer und dann - als Golf des Pontus Euxinus mit einer breiten Durchfahrt dargestellt - ins Asowsche Meer: Im TO-Schema wird Europa durch die Maetis mit dem Tanais im Osten und das Mittelmeer im Süden abgegrenzt gegenüber Asien und Afrika. Auf den Beatuskarten (z.B. Beatus von Saint Sever und die Beatus-Karte von Burgo de Osma, 8./12.Jh.) und in den Weltkarten nach Ranulph von Higden (14.Jh.) bleibt über der Maeotis nur noch ein schmaler Landstreifen als Verbindung zwischen den beiden Kontinenten offen; eine Ausnahme bildet die Große Weltkarte nach Ranulph von Higden (London, British Library MS Roy. C. IX. fol. 1v-2r), auf der der Tanais die Maeotis mit dem Weltozean verbindet und somit eine dem Wetlbild im TO-Schema verleichbare Abgrenzung von Europa nach Asien zeigt. Auf manchen Karten fungiert die Maeotis aber auch als Barriere, die den „Schreckensvölkern“ den Übergang von Asien nach Europa verwehren soll (Baumgärtner, Graphische Gestalt und Signifikanz, 107-109). Auf der Ebstorfer Weltkarte und der Hereford Karte (beide 13.Jh.) wird die nordpontische Küste als gerade Linie gestaltet, und das Azowsche Meer (Ebstorfer Weltkarte: Meotis; Hereford Map: Fluvius Meotides, Paludes) befindet sich im Landesinneren. Bemerkenswert ist der Eintrag auf der Hereford Karte, der das Hydronym Fluvius Meotides bietet; dieser Fluss durchfließt drei als Paludes bezeichnete Seen. Auf den Weltkarten nach Ranulph Higden findet sich der Eintrag Meotidis palus am linken Kartenrand, also im äußersten Norden, das „Gegenstück“ ist auf gleicher Höhe am unteren Kartenrand am südlichen Rand der Oikumene eingezeichnet, bevor die Monstrengalerie als Markierung der nicht mehr bekannten Welt beginnt. - Vgl. auch zu Meote Me·OTe· (Maeotae) und und Flumen tanais qui diuidit asiam et europam· (Tanais).


Miller, Itineraria, Sp. 958:
Lacvs Meotidis (So Bt, Gb, Ve; j. nur noch zu lesen: La.vs .eotidis, -.eotidi. (Dj), -Me[s]tidi (Sch, Ma - das M hier noch vorhanden]), Maeotis palus, aspera et inviabilis prae rigore (Jul Val), Μαιῶτις λίμνη ἡ νῦν Γαλατία (ne, app 35), palus Maeotides und paludes M. (Ra - als Grenzen von Asien), Maeotis paulus (Pt), Meotides (paludes) (Eb, Hf, B, Is, Or, Ra, Hi, Co), Meotida palus (Gu 1), Meotides fl. (Hf.), -tae (Hon), Maeotis fl. (Eb); hier mit 3 nördlichen Flüssen, besonders dem Tanais (auch Ra); j. das Assoffsche Meer.

[T.W.] Heute ist nur noch "LA[.]VS [-?-]DI[-?-]". Bei Scheyb findet sich LA[.]VS MEOTIDI[...]", bei Welser "LACVS MEOTIDIS". Zwar findet sich für "Lacus Meotidis" kein antiker Quellenbeleg, jedoch lautet die im Lateinischen gängige Genitivform "Maeotidis" (Mela 1,99). Der Kopist scheint hier also anstatt der Nominativform einen Genitiv eingetragen zu haben.

DNP:
Maiotis

(Μαιῶτις, lat. lacus oder palus Maeotis). Das Asowsche Meer nordöstl. der Krim mit einer Fläche von ca. 38000 km2, im Süden mit einen Ausfluß zum Schwarzen Meer (Pontos Euxeinos) durch den Kimmerischen Bosporos [2], im NO Mündung des Tanais in die M. Die M. ist außerordentlich flach (mittlere Tiefe 9 m), so daß sie leicht zufriert. Im Frühjahr treiben SW-Winde das Wasser des Pontos Euxeinos in die M. Viele Flüsse münden in die fischreiche M. (Strab. 7,4,6). Die Größe der M. wurde in der Ant. weit überschätzt (vgl. etwa Hdt. 4,86: nicht viel kleiner als der Pontos Euxeinos). An der europ. Küste lebten Skythai, an den asiat. die Maiotai.
von Bredow, Iris

References:

Miller, Mappaemundi IV, 17; Miller, Itineraria, Sp. 958; Albert Herrmann, in: RE XIV/1, 1928, 590-592 s.v. Maiotis 1; Christo M. Ch. Danoff, in: RE IX , 1962, 867-1920, hier 879-881 s.v. Pontos Euxeinos; Iris von Bredow, in: DNP 7, 1999, 717 s.v. Maiotis; Alexander V. Podossinov, Das Schwarze Meer in der geokartographischen Tradition der Antike und des frühen Mittelalters. II. Die Halbinsel Krim, das Asowsche Meer und die Straße von Kertsch, in: East & West 3/2, 2004, 338-353; Ingrid Baumgärtner, Graphische Gestalt und Signifikanz. Europa in den Weltkarten des Beatus von Liébana und des Ranulf von Higden, in: Dies./Hartmut Kugler (Hrg.), Europa im Weltbild des Mittelalters. Kartographische konzepte Berlin 2008, 81-132, hier 107-109 und Abb. 9-11. 13; Evelyn Edson, Dacia ubi et Gothia. Die nordöstliche Grenze Europas in der mittelalterlichen Kartographie, ebd., 173-189.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

06.08.2024 18:58


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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=2298 [last accessed on May 25, 2026]

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