| Kommentar zum Toponym: |
Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Sacis
b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
ostium Sagis (Plin. nat. 3,120), amnis Sagis (Plin. nat. 3,120)
Fakultativ: Kommentar zum Namen und etymologische Herleitung
d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Ort ist literarisch frühestens bei Plinius dem Älteren genannt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren.
e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 309:
Sacis, Ad Padum - es sind 2 Stationen; nach der Ta käme Ad Padum zuerst; tatsächlich aber hat Pl recht, der die Stationen in umgekehrter Reihenfolge angibt; also: Sacis, Ostia Sagis (Pl); j. Porto di Magnavacca. Ad Padum; j. am Po di Volano. 4.
DNP: Sagis
Flußarm im Delta des Padus (Po), der westl. von Spina vom Hauptstrom abzweigt, wo die Tab. Peut. 5,1 die statio Sacis ad Padum verzeichnet. In etr. Zeit leitete die Stadt Atria den S. um, um die venetischen Sümpfe (Septem Maria) aufzufüllen und so einen schiffbaren Kanal zu erhalten, den die Römer unter Vespasianus (69-79 n. Chr.) zur fossa [3] Flavia umgestalteten (Plin. nat. 3,120). [Uggeri, Giovanni (Florenz)]
RE: Sagis. Plinius nennt n.h. III 120 folgende Mündungsarme des Padus: Caprasiae, Sagis (sci.), Volane, von denen nur Volane mit dem Po di Volane sicher identifiziert ist. Der südlichste arm, der wieder sicher bestimmt ist, ist die Spinetische Mündung, die heute Renomündung. Nach der Tab. Peut. lag die Station „Sagis ad Padum“ XII mp. von Augusta (wohl Agosta zwischen Vallo di Mezzano und Vallo Fossa di Porta), IV mp. Von Neronia (etwa Codigoro am Po di Volane) entfernt, was auf den Mündungsarm zwischen Po di Volane und Porto di Magnavacca führt. So zeichnet Sieglin (Atl. Ant. XXV), anders R. Kiepert (FOA XXIII), der die Station an den Po di Volane verlegt. Mannert (IX 1, 242) dachte an Comacchio am Magnavacca, so auch Nissen (Ital. Landesk. I 205). Katancsisch in seiner Ausgabe der Tab. Peut. will den modernen Namen Fossagge (oder Fossege) damit zusammen bringen, andere Vorschläge, die ich auch für verfehlt halte, nennt Desjardins Tab. Peut. 159. Vgl. R. Kiepert FOA XXIII 2. Nissen Ital. Landesk. I 205. II 214. [Philipp]
TIR: Ostium Sagis (Porto Magnavacca) R. VIII (It. Ravenna) I g
Mansio. Plin. III 120; Tab. Peut. (Sacis). Ramo terminale del Po.
RE XVIII 1669 s. (Philipp); Miller 309; Alfieri, in Cisalpina I (1959), 93; Alfieri-Ortolani, in Atti XV Congr. Geogr. It. (1950).
f) wenn vorhanden: Kommentar zur Vignette
g) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler?)
als Station eingezeichnet, meint aber eigentlich einen Mündungsarm, nämlich das ostium Sagis.
h) Hinweise zum Streckennetz und den Distanzangaben
Zur distanzfigur: Die Distanz IV lässt sich rekonstruieren mithilfe der historiae Ferrarienses (siehe Bild alternativ).
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| Literatur: |
[1] Desjardins, Table, p. 159, col. 3, no. 6.
[2] Miller, Itineraria, Sp. 309.
[3] Philipp, Hans, Sagis, in: RE I A.2 (1920), Sp. 1741.
[4] TIR L 33, 55f.: Ostium Sagis.
[5] Uggeri, Giovanni, Sagis, in: DNP 10 (2001), Sp. 1231.
[6] Uggeri 1978, 57.
[Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]
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