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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Grinnibus

Name (modern):

Rossum

Bild:
Toponym vorher XVIII     Caspingio     
Toponym nachher Ad duodecimum     
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/98967
Großraum:

Gallien/Germanien

Toponym Typus:

Ortsname ohne Symbol

Planquadrat:

1A3

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Grinnes

Barrington Atlas:

Grinnes (10 B5)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Grinnibus

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

Kaiserzeit (2. Jh.)

Begründung zur Datierung:

Die Lage von Grinnibus (Grinnes) an der Straße von Noviomagus Batavorum über Forum Hadriani nach Lugdunum Batavorum spricht für eine Aktualisierung dieser Region auf der TP im 2.Jh.

Kommentar zum Toponym:

Das Toponym Grinnibus ist mit Grinnes in der Germania Inferior, dem heutigen Rossum, identisch und liegt an der Straße von Noviomagus Batavorum (civitas der Bataver) über Forum Hadriani (civitas der Cananefaten) nach Lugdunum Batavorum (Katwijk). Diese Route führte entlang der Waal und der Maas; wiedergegeben ist auf der Karte mit der Verbindung von Lugdunum Batavorum als westlichste Siedlung am Rhein nach Forum Hadriani also der Streckenverlauf des 2.Jh. n.Chr. Tacitus bietet den einzigen Beleg für den Ort: Er erwähnt Grinnes im Zusammenhang mit dem Bataver-Aufstand als einen der Orte, den Julius Civilis 70 n.Chr. angriff, denn dort war eine Auxiliareinheit stationiert (Tac. hist. 5, 20f.: Grinnes, cohortium alarumque castra). Die siegreichen Römer legten Tacitus zufolge in Grinnes an der Maas, also in rückwärtiger Position hinter dem Niedergermanischen Limes, ein Kastell an. Archäologisch nachgewiesen sind in Rossum zahlreiche Dachziegel mit militärischen Stempeln und Steine sowie Münzen (Späte Republik, Augustus, Tiberius, Caligula), nicht jedoch das von Tacitus erwähnte römische Kastell; für eine spätantike Nutzung bis ins 4.Jh. sprechen einzelne Bronzeprägungen von Maximinus Daia, Konstantin dem Großen und Constantius II. - Vgl. auch Nouiomagi (Ulpia Noviomagus/Municipium Batavorum = Nijmegen), Lugduno (Katwijk) und Foro Adriani (Municipium Aelium Cananefatium = Voorburg).

RE:
Grinnes
RE Ihm VII,2 1881 — Grinnes, Ort im Lande der Bataver an der von Lugdunum (Leiden) nach Noviomagus (Nymwegen) führenden Straße, zwischen Caspingium und ad Duodecimum, Tab. Peut. (Grennibus). Sonst nur von Tac. hist. V 20 (Grinnes cohortium alarumque castra). 21 (zum J. 70) erwähnt (zusammen mit Vada). Lage nicht sicher bestimmbar. Desjardins Table de Peut. p. 8. [Ihm.]

"TP-Online-ID: 3002 — Grinnibus

Desjardins S. 8.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Grinnibus; normalisierte Form: GRINNES.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Batavia. Typ: nicht näher bestimmt. Route/Abschnitt: Von Lugduno nach Nouiomagi, Südroute.

Quellenstellen bei Desjardins: Tac. Hist. 5,20; 5,21.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Unsicher: Gegend von Tiel; Rhenen; Umgebung von Drumel; Rossem; Warich/Bochstein; Heesselt; Gegend von Druten.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins normalisiert zu GRINNES und weist darauf hin, dass Welser fälschlich Grimibus gelesen hatte. Auch die Distanzzahl ist beschädigt: Nach dem erhaltenen V könnte durch einen Wurmfraß eine weitere Ziffer verloren gegangen sein. Welser hatte VI gesehen, was spätere Herausgeber wiederholten; zur Zeit Scheybs war die zweite Ziffer bereits verschwunden. Tacitus nennt Grinnes im Krieg des Civilis als Lager von Kohorten und Reiterabteilungen. Für die moderne Lokalisierung referiert Desjardins zahlreiche konkurrierende Vorschläge, ohne sich festzulegen."

Literatur:

Desjardins, Table, p. 8, col. 1, no. 5.

Ihm, Maximilian, Grinnes, in: RE VII/2 (1912), 1881.

Alfred von Domaszewski, in: CIL XIII / 2 (1907), p. 619; Miller, Itineraria, 58; Julianus E. Bogaers / Christoph B. Rüger, Der niedergermanische Limes. Materialien zu seiner Geschichte, Köln 1974 (= Kunst und Altertum am Rhein 50), 74f.; Julianus E. Bogaers, Some Notes in Connection with the Dutch Section of the Limes of Germania Inferior (Germania Secunda), 71-87, hier 79 mit Anm. 43; Hans Schönberger, Die römischen Truppenlager der frühen und mittleren Kaiserzeit zwischen Nordsee und Inn, in: Bericht der Römisch-Germanischen Kommission 66, 1985 (1986), 321-497, hier 449 C12; Tilman Bechert / Harry van Enckevoort / Willem J.H. Willems, Von der Lippe zur Waal, in: Tilmann Bechert / Willem J. H. Willems (Hrg.), Die römische Reichsgrenze zwischen Mosel und Nordseeküste, Stuttgart 1995, 63-76, hier 71f.; Marc P.M. Kleijnen, Romeinen en Franken raakten slaags tussen Deuson en Grinnes, anno 260. In: Tussen de Voorn en Loevestein XXXII, no. 93,1996, 1-7; Paul van der Heijden: Onderzoek naar de Lokatie van de zuidelijke route op de Tabula Peutingeriana. Nijmegen 1997; Dieter Timpe, in: RGA 13, 1999, 56f. s.v. Grinnes; Nico Roymans, Ethnic Identity and Imperial Power. The Batavians in the Early Roman Empire, Amsterdam 2004 (= Amsterdam Archaeological Studies 10), 126f. 144-146; Gerhard Rasch, Antike geographische Namen nördlich des Rheins. Mit einem Beitrag von Hermann Reichert „Germanien in der Sicht des Ptolemaios“, Berlin 2005 (= Reallexikon der germanischen Altertumskunde, Ergänzungsband 47), 56. 121.

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Letzte Bearbeitung:

24.08.2026 12:37

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Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=3002 [zuletzt aufgerufen am 02.09.2026]

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