| Toponym TP (aufgelöst): | Svevia (Suevia) |
| Name (modern): | Sueben |
| Bild: | ![]() Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP |
| Toponym vorher | |
| Toponym nachher | |
| Alternatives Bild | --- |
| Bild (Barrington 2000) |
|
| Bild (Scheyb 1753) | --- |
| Bild (Welser 1598) | --- |
| Bild (MSI 2025) | --- |
| Pleiades: | https://pleiades.stoa.org/places/99040 |
| Großraum: | Oberhalb Rhein/Donau |
| Toponym Typus: | Region |
| Planquadrat: | 2A3 / 2A4 |
| Farbe des Toponyms: | schwarz |
| Vignette Typus : | --- |
| Itinerar (ed. Cuntz): |   |
| Alternativer Name (Lexika): | Suebi (DNP) |
| RE: | |
| Barrington Atlas: | Suebi (10 H3) (people) |
| TIR / TIB /sonstiges: |   |
| Miller: | SVEVIA |
| Levi: |   |
| Ravennat: |   |
| Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff): |   |
| Plinius: |   |
| Strabo: |   |
| Autor (Hellenismus / Späte Republik): |   |
| Datierung des Toponyms auf der TP: | Kaiserzeit (2. Jh.) |
| Begründung zur Datierung: | Der Eintrag spiegelt am ehesten die Darstellung der Sueben und ihrer Siedlungsgebiete bei Tacitus wieder, so dass am ehesten an eine Kopierstufe des 2.Jh. n.Chr. zu denken ist. |
| Kommentar zum Toponym: |
Der Eintrag SVEVIA markiert das Gebiet der Sueben (Suebi, Suevi, Σούηβοι/Σόηβοι), einer germanischen Stammeskonföderation, zu der zur Zeit des Tacitus z.B. die Semnonen, Markomannen, Quaden und Langobarden, alle elb- und ostgermanischen Stämme zwischen Elbe und Weichsel und von der Donau (Tac. Germ. 41; 42, 1) bis zum Mare Suebicum (Ostsee; Tac. Germ. 45, 1), Donau und "bis ans Rhiphäische Gebirge" (Tac. Germ. 43, 3; continuum montis iugum) zählten (Tac. Germ. 38, 2; vgl. 21, 11; Ptol. 2, 11, 9: Σύηβοι <οἱ> Λαγγοβάρδοι; 2, 22, 15: ἔθνος Συήβων τῶν Ἀγγειλῶν … τῶν Λαγγοβάρδων … Συήβων τῶν Σεμνόνων; vgl. auch 2, 11, 16-18). Die Bezeichnung des Siedlungsgebietes des suebischen Stammesverbandes als Suebia findet sich nur bei bei Tacitus (43, 3: Suebia; 46, 1: Suebiae finis). Auch Ptolemaios verwendet das Ethnonym als eine Kollektivbezeichnung für eine Vielzahl von Stämmen (z.B. die Brukterer und Semnonen) in der Germania magna. Den Römern sind die Sueben spätestens seit dem 1.Jh. v.Chr. bekannt, als Caesar sie - damals hatten sie ihre Wohnsitze noch am Rhein (Caes. Gall. 1, 51, 2) - nach ihrem Einfall in Gallien besiegte (58 v.Chr., vgl. Caes. Gall. 4, 1, 3). Den ausführlichsten Bericht über die Sueben liefert Tacitus (Germ. 38-45): Ihm zufolge umfasste ihr Gebiet einen großen Teil Germaniens (Tac. Germ. 38, 1: maiorem enim Germaniae partim obtinent). Cassius Dio (51, 22, 6) berichtet über viele Stämme, die sich den Sueben zuordnen würden. Auch die Notitia Dignitatum (4./5.Jh. n.Chr.) fasst in ihrer Auflistung suebischer Militäreinheiten in römischen Diensten offenbar verschiedene Stämme zusammen (Not. Dign. Occ. 42, 34: Praefectus laetorum Batauorum et gentilium Sueuorum; 42, 35. 44: Praefectus laetorum gentilium Sueuorum). Ab dem 5.Jh. werden auch die Quaden unter dem Begriff subsumiert. Die Veroneser Völkertafel (13, 19 Seeck 251: Sueui; 18 Seeck 251: Alamanni). Noch Julius Honorius im 5.Jh. (Iul. Hon. 26A [Riese 40]: Suebi gens …/ †manni) und um 550 Jordanes unterschieden Sueben und Alamannen, wobei Letzterer die Sueben in der eigentlichen Alamannia, die Alamannen aber in den Alpen lokalisierte. In anderen Quellen werden aber bereits in dieser Zeit die Alamannen als Sueben bezeichnet. Im Jahr 606 n.Chr. setzten suebische Kriegerverbände zusammen mit Alanen, Vandalen usw. über den Rhein, um nach Hispania zu ziehen. Auf der Tabula Peutingeriana sind sie neben ALAMANNIA und in Nachbarschaft der BVRCTVRI (Brukterer) eingetragen, so dass vielleicht die im 1. und 2.Jh. n.Chr. unter römischer Herrschaft stehenden Neckarsueben (Suebi Nicrenses) gemeint sind. Für die Darstellung der Sueben auf der Tabula Peutingeriana relevant ist, dass SVEVIA deutlich abgetrennt abgetrennt von den sehr viel weiter westlich platzierten Cherusci platziert sind, was am ehesten der ethnographischen Beschreibung von Tacitus (Germ. 2, 3; 38, 1-3: Suebi, 38, 3: gens Sueborum; 39, 1. 4; 41, 1) mit der Gegenüberstellung der Sueben und aller anderer nicht-suebischer Germanen entspricht; Plinius (nat. 4, 99) hingegen lässt Sueben, Hermunduren, Chatten und Cherusker eine Gruppe bilden. Frühestens der Zeitstufe spätes 1.Jh./2.Jh. n.Chr. oder dem 2.Jh. n.Chr. wäre dann der Eintrag zuzuweisen. - Vgl. auch zu ALAMANNIA· und BVRCTVRI· (Bructeri). |
| Literatur: |
Desjardins, Table, p. 3, col. 2-3, no. 6. |
| Letzte Bearbeitung: | 03.01.2026 23:37 |
Cite this page:
https://tp-online.ku.de/einzelanzeige.php?id=2044 [zuletzt aufgerufen am 19.02.2026]