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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Lugduno caput Galliarum usque hic legas

Name (modern):

Lyon

Image:
To the image detail
Toponym before XVI     Ludnam     XVI     Foro Segustauarum     
Toponym following XVI     Vigenna     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/167717
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym with Symbol

Grid square:

1B5

Toponym Color:

black

Vignette Type :

A Twin Towers

Itinerary:

Lugdunum (358,5)

Alternative Name (Lexica):

Lungdunum/Lugudunum (DNP)

Name A (RE):

Lugudunum [1]

Name B (Barrington Atlas):

Col. Lugdunum (17 D2)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Lugduno caput Galliarum usque hic legas

Name E (Levi):

Lugduno caput Galliarum usque hic legas (A,I,1)

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Λούγδουνον μητρόπολις (2,8,17); Λουγδούνον πόλις (2,10,4);

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

[MS: Transkription korrigieren in Lugduno caput Gallia(rum) usq:(ue) hic legas. ??]

Kommentar (Talbert):
"Lugdunum, capital of the Gallic [provinces]; up to here, leagues." For the latter point, see Chapter 3 sect. 4 (b).
The name is placed notably far above the symbol.
-> stretch to Vigen[ - ? - ]
River crossing: (river, no. 9A)

Miller, Itineraria, Sp. 81-82:
Lugduno (Nicht Lugdune (Sch, Ma, Pd, Kt)), caput Galliarum usque hic legas. Die Kol. war 711 u. c. von L. Manatius Plancus gegründet (Dio C, St, Pl, Tac, Cic, Pt). Lugdunus (Am), Lugduno (It), Lucdonon (Scatianorum: Ra), Metropolis civ. Lugdunensium (ng in Lugd. I), illustris martyrum sanguine (Greg); cf. ND. „Exordium Galliarum, exindeque non millensis passibus, sed leugis itinera metiuntur“ (Am); j. Lyon.
Nach Dj sind immer zu unterscheiden die römische Kolonie und die Priesterstadt. Die ursprüngliche Bevölkerung bildete eine civ. der Segunari. Viele Iss. Die Kolonie lag in Fourvières in dem Stadtviertel von St. Jean et de St. Irenée, auf der rechten Seite der Saône. – Die Priesterstadt lag zwischen Saône- und Rhônefluss, in den Stadtteilen von Perrache, Bellecour et Terreaux und hieß „ad confluentum“ oder „pagus Condatensis“. Iss: 1664-1725. Die sich hier versammelnden Deputierten hatten nicht nur das Recht, die Kultusbeziehungen zwischen Rom und Gallien festzusetzen, sondern auch das Benehmen der legati Augusti zu prüfen, Beschwerde zu erheben u. a. cf. Otto Hirschfeld, Lyon in der Römerzeit, Wien 1878. Iss: 1726 bis 2445. Überreste des Forums, der Tempel, des Theaters, des Amphitheaters bei dem Hügel de Fourvière. Ebenso Überreste von Wasserleitungen; alte Grabstätten.
Abzweigung nach Foro Segustavarum, Strecke 14.

Datierung (Barrington):
Col. Lugdunum – Classical/Hellenistic/Roman/Late Antique (Goudineau 1989; Pelletier 1990; Gallia (1996) 169-97; Reynaud 1998)
§ Col. Copia Claudia
Augusta Lugdunum

DNP:
Lungdunum, Lugudunum

(h. Lyon).

A. Name

Älteste, rein kelt. Form auf einer Silbermz. des Jahres 42 v.Chr. Lugudunon, lat. Lugudunum; Ptol. 2,8,17: Λούγδουνον. Cass. Dio 46,50,5 nennt Λουγούδουνον als ältere, Λούγδουνον als zu seiner Zeit gebräuchliche Form. Die Bed. des ersten Wortteils ist umstritten [1. 30, 38]: von lug, dem Namen einer kelt. Gottheit, oder von λοῦγος/lúgos, nach Kleitophon FGrH 293 F 3 kelt. für “Rabe”, also “Rabenburg” (dunon, kelt. “Berg, Burg”). L. könnte auch “leuchtender Berg” (mons lucidus) bedeuten.



B. Historische Entwicklung

Es handelte sich zunächst um zwei kelt. Siedlungen aus vorcaesarischer Zeit, die erste auf dem Hügel Fourvière am rechten Ufer des Arar (Saône) mit einem oppidum, die zweite, spätere auf dem Landzipfel zw. Rhodanus (Rhône) und Arar (Strab. 4,1,11). Strab. l.c. nennt sie πόλις Σεγοσιανῶν/pólis Segosianṓn, Plin. nat. 4,107 colonia in agro Segusiavorum. Diese kelt. Ansiedlung ist aber nicht gesichert (die ältesten Ruinen stammen erst aus dem 1. Jh.v.Chr.) [2]. Die erste röm. Niederlassung erfolgte 61 v.Chr., als im Zusammenhang mit der Empörung des Catugnatus die in Vienna ansässigen röm. Kaufleute vertrieben wurden, und zwar zum Fuße des Hügels (ἐκτισμένον ὑπὸ λόφῳ, Strab. 4,3,2). Ihre eigentliche Gründung als Stadt und ihre Erhebung zur colonia geschah 43 v.Chr. durch den praetor der Gallia Transalpina L. Munatius Plancus: Colonia Copia Claudia Augusta Lug(u)dunum (tribu Galeria). Die Angesiedelten waren nach Tac. hist. 1,65,2 Veteranen. 197 n.Chr., nach dem Kampf des Severus gegen Clodius Albinus, wurde L. teilweise eingeäschert. Zu E. des 3. Jh.n.Chr. wurde die zeitweilige Kaiserresidenz von L. nach Augusta [6] Treverorum (Trier) verlegt. 470 n.Chr. besetzten die Burgunder L., 725 n.Chr. wurde L. von den Sarazenen geplündert.


C. Wirtschaft und Kultur

L. war der Mittelpunkt von Verwaltung und Wirtschaft der Tres Galliae (Gallia). 12 v.Chr. wurde der Kult der Roma und des Augustus in Condate (Bundesheiligtum der Tres Galliae, mit Altar (ara dei Caesaris ad confluentem Araris et Rhodani dedicata, Liv. per. 139), Tempel und Amphitheater) auf den Hängen des Zusammenflusses von Saône und Rhône beim h. Croix-Rousse gegr. (Strab. 4,3,2) [3; 4. 532-540]. Dort feierten jährlich am 1. August etwa 60 civitates am Altar der Roma und des Augustus ein Weihefest. L. war seit tiberischer Zeit außerdem der Sitz des Stadtkultes der Roma und des Augustus (städtisches Heiligtum mit Tempel, Hof mit Säulenumgang, Kryptoporticus und Altar) [5]. Die Stadt war wichtiger Straßenknotenpunkt seit Agrippa (gest. 12 v.Chr.); Sitz der Verwaltung der Prov. Gallia Lugdunensis. L. blühte im 1. Jh.n.Chr. rasch auf. Augustus hielt mehrfach dort Hof [6]. Caligula entwarf hier seinen Plan, Rhetorenwettkämpfe und Spiele beim Bundesaltar auszuführen. Er ließ dort den König Ptolemaios von Mauretania ermorden (Suet. Cal. 17,3; 35,2). In L. wurde Kaiser Claudius geb. (Suet. Claud. 2,1) [7]. Sen. epist. 91,10-14 nennt L. maxima und ornamentum trium provinciarum (‘größte’ und ‘Schmuck der drei Provinzen’). 65 n.Chr. wurde L. durch einen Brand verwüstet (Tac. ann. 16,13,3). Aber die Stadt gelangte trotz der Bürgerkriegswirren von 68/9 n.Chr. zu neuer Blüte. Unter Hadrianus, dem restitutor Galliae, kam es zu reger Bautätigkeit. Das Handelsviertel lag an den beiden Wasserläufen und auf der Halbinsel (canabae). Rasche Christianisierung [8], mit der die Namen des Pothinus und Irenaeus (Eirenaios [2]) und der Märtyrer von 177 n.Chr. verbunden sind [9]. Mehrere bed. Denkmäler sind erh.: in Fourvière [10] Theater, Odeon, Tempel der Kybele (?) [11]; in La Croix-Rousse Amphitheater [12; 13]; Thermen; Wasserleitungen [14]; zahlreiche Gräber.

RE:
Lugudunum [1]
RE Cramer XIII,2 1718–1723 — Lugudunum, auch Lugdunum. 1) Lugudunum, auch Lugdunum, oft vorkommender gallisch-keltischer Ortsname. 1) Die berühmteste und vielleicht älteste Stadt dieses Namens ist das heutige Lyon, am Zusammenfluß von Arar und Rhodanus. Die älteste rein keltische Form, auf einer Silbermünze aus dem J. 42 v. Chr. bezeugt, ist Lugudunon, latinisiert Lugudunum; bei Tacitus wechseln Lugudunum und Lugdunum, Plinius hat Lugdunum, Ptolemaios Λουγδούνον; nach Cassius Dio war Λουγουδούνον die ältere Form, während Λουγδούνον zu seiner Zeit gebräuchlich war; besonders auf Inschriften blieb Lugudunum die bevorzugte amtliche Form. Der zweite Wortteil ist keltisch dunon „Burg“. Für den ersten Bestandteil werden verschiedene Erklärungen diskutiert: lugos „Rabe“ und damit „Rabenburg“, der Gottesname Lugus und damit „Lugusfeste“, sowie andere sprachliche Erklärungen; eine sichere Deutung wird nicht erreicht. Nach dem durchaus keltischen Namen handelt es sich um eine keltische Niederlassung auf der Anhöhe am rechten Ararufer. Eine weitere gallische Ansiedlung lag auf dem Landzipfel zwischen Rhône und Saône. Beide Ansiedlungen bestanden vor Caesar. Kurz nach Caesars Tod erhielt die Ansiedlung durch die Politik des Senats, Lepidus und vor allem des Munatius Plancus ihre eigentliche stadtmäßige Begründung und wurde zur römischen Kolonie. Sie lag unmittelbar an der Grenze der provincia Narbonensis, ohne zu dieser zu gehören, gab der provincia Lugdunensis den Namen und war Hauptstadt und verkehrspolitischer Mittelpunkt der tres Galliae. Als Stadt nahm sie eine Ausnahmestellung unter den gallischen Orten ein: sie hatte eine städtische Verfassung, war nicht in die Gaugliederung einbezogen, besaß eine ständige Besatzung und war von Anfang an Sitz einer wichtigen Münzstätte. Der Name der Kolonie lautet Colonia Copia Claudia Augusta Lugudunum, tribu Galeria. Die frühe Blüte zeigt sich auch daran, daß die Lugdunenser nach dem Brand Roms 64 n. Chr. vier Millionen Sesterzen nach Rom sandten; als Lugdunum im folgenden Jahr selbst von einer Brandkatastrophe getroffen wurde, leisteten die Römer entsprechende Hilfe. Der große Altar der Roma und des Augustus wurde von Drusus im J. 12 v. Chr. am 1. August gegründet. An demselben Tag wählten die Vertreter der gallischen Gemeinden jährlich den Oberpriester der drei Gallien. Der Landtag trat politisch besonders im J. 70 hervor, als er die Treverer vom Aufstand des Iulius Civilis abmahnte. Die Stadt hatte eine große Wasserleitung, Theater, ein Amphitheater zwischen den Flüssen, zahlreiche Tempel und später Heiligtümer orientalischer Kulte. Die Lage ad Confluentes Araris et Rhodani wird häufig inschriftlich genannt. Inschriften geben reiche Auskunft über Stadtverwaltung, Corpora und ihre Patrone, Götterverehrung, Handwerk und Kaufmannschaft; bezeugt sind zahlreiche gallische Metallarbeiter, Griechen und Nordafrikaner sowie Basiliken, Schulen von Rhetoren und Grammatikern und Quartiere der römischen Besatzung. Der Caesarenpalast überragte die übrigen Bauten; Augustus hielt dort mehrfach Hof, Caligula veranstaltete Spiele und Rhetorenwettkämpfe beim Altar, und Claudius, selbst in Lugdunum geboren, hielt sich dort auf dem Weg zum britannischen Feldzug auf. Der Statthalter der Lugdunensis hatte hier seinen Sitz. Die an den Flüssen angesiedelte Schiffergilde unterhielt den Flußverkehr für den bedeutenden Handel. Gehandelt wurde unter anderem mit Wein, Öl aus Baetica, Südfrüchten, gesalzenem Schweinefleisch, gallischen Kapuzenmänteln und anderen Kleidungsstücken sowie Büchern. Noch bedeutender war der Verkehr auf den zahlreichen Straßen, die zum Teil schon von Agrippa angelegt worden waren. Von Lyon liefen Handels- und Verkehrswege nach Norden zur großen Bernsteinstraße über Nahe- und Moseltal zum Rhein und zur Ostsee sowie zur Zinnstraße über die Seine und nach Britannien. Für die Tabula Peutingeriana zentral: sie bezeugt Reichsstraßen von Lugdunum nach Metz und von Lugdunum nach Arles; weitere Straßen nennt das Itin. Antonini, darunter Verbindungen nach Bononia sowie über Brigantio nach Italien. In der Tab. Peut. wird die Stadt ausdrücklich bezeichnet: „Lugduno caput Galliarum, usque hic leugas“. Bis hierher galt, vom Rhein her gerechnet, das gallische Wegemaß der leuga. Unter Claudius wurde die Stadt besonders begünstigt; das Recht der gallischen Vornehmen auf Eintritt in den römischen Senat ist durch die Lyoner Bronzetafeln bezeugt. Nach einem Brand gelangte sie rasch wieder zu neuer Blüte. Im Vierkaiserjahr blieb sie Nero gegen Galba treu, unterstützte später Vitellius und blieb Sitz der Provinzialregierung und zeitweilige Kaiserresidenz. Hadrian hielt sich wiederholt in Gallien auf; Septimius Severus war vor seiner Kaiserzeit Statthalter der Lugdunensis, Caracalla wurde in Lugdunum geboren. Im 2. Jhdt. erreichte die Stadt eine zweite Blüte. Gleichzeitig gewann das Christentum an Bedeutung; Pothinus und Irenaeus werden besonders genannt, ebenso die Märtyrer von Lyon und das Amphitheater. Die Katastrophe von 197 n. Chr. im Kampf zwischen Septimius Severus und Clodius Albinus brachte Mord, Plünderung und teilweise Einäscherung; danach erreichte die Stadt ihre frühere Höhe nicht wieder. Im 3. Jhdt. belasteten das gallische Sonderreich, Aurelian, Proculus, germanische Einfälle, Bagauden und andere Unruhen die Stadt. Zugleich verlagerte sich der politische Schwerpunkt Galliens nach Norden; Trier wurde Kaisersitz, während Burdigala, Vienna und Arelate an Bedeutung gewannen. Lugdunum trat zunehmend in den Hintergrund und wird in spätantiken Quellen seltener erwähnt. Gleichwohl wirkten die Münzstätte bis in die Zeit der burgundischen Könige und kirchliche Beziehungen weiter. Schließlich wurde Lyon 725 durch bis Autun vorgedrungene Sarazenen verwüstet und ging erst langsam einer neuen Blüte entgegen. Von der antiken Stadt erhielten sich bzw. waren bekannt Wasserleitungen, zahlreiche Grabstätten, Amphitheater, Theater, Forum und Tempel auf Fourvière. Die Inschriften stehen CIL XIII 1664–2445; zur Topographie und zum Straßennetz werden besonders Hirschfeld, Jullian und Montauzan genannt. Hier endet der für ID 3175 relevante Unterartikel Nr. 1. Die danach folgenden Nr. 2 Lugdunum Convenarum, Nr. 3 Lugdunum Clavatum und Nr. 4 das batavische Lugdunum gehören nicht zu dieser ID. [Cramer.]

"TP-Online-ID: 3175 — Lugduno caput Galliarum usque hic legas

Desjardins S. 31–32.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Lugduno caput Galliarum. — usque hic legas; normalisierte Form: LUGDUNUM, CAPUT GALLIARUM; USQUE HIC LEUCAE. — LUGDUNUM SEGUSIAVORUM. — COLONIA COPIA CLAUDIA AUGUSTA LUGDUNENSIUM ou LUGUDUNENSIUM.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Lugdunensis; später Lugdunensis I; religiöses Zentrum der tres provinciae Galliarum. Typ: Colonie romaine / métropole / capitale religieuse / carrefour de trois routes. Route/Abschnitt: XLIIII. D’Andemantunno, Langres, à Lugduno, caput Galliarum, Lyon.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 358,5: Lugdunum; Amm. Marc. 15,11,18; 15,11,11; 16,11,4; CIL XIII 3162, Marmor von Thorigny, von Desjardins für die Befugnisse des concilium Galliarum herangezogen; CIL X 6087, Grabinschrift des L. Munatius Plancus: LVGVDVNVM ET RAVRICAM; Cass. Dio 46,50; 54,32; 59,22; 65,1; 75,6; Hdn. 3,7,2; Strab. 4,1,11; 4,3,2; 4,6,11; Plin. Nat. 4,107; Tac. Ann. 3,41; 16,13; Tac. Hist. 1,51; 1,59; 1,64–66; 2,65; 4,86; Ptol. Geogr. 2,8,17; zahlreiche von Desjardins angeführte Lugdunum-Inschriften zu COLONIA COPIA CLAUDIA AUGUSTA LUGDUNENSIUM/LUGUDUNENSIUM, tribus Galeria, decuriones, duumviri, quaestor, pontifex perpetuus, aedilis, pagus Condatensis, sacerdotes arae Romae et Augusti, seviri Augustales, navicularii marini, nautae Rhodanici und nautae Ararici, deren moderne Einzelkonkordanzen nicht vollständig sicher bestimmt sind; Ps.-Plut. De fluv. 6,4; Vib. Seq. De fluminibus, s.v. Rhodanus; Ps.-Aethicus, Cosmogr.: Lugdunum, stabile moderne Abschnittszählung nicht sicher; Not. Gall. 1,1: metropolis civitas Lugdunensium; Greg. Tur. Hist. 1,17; Vita Nicetii episcopi, moderne Einzelstelle nicht sicher; Rav. 4,26: Lucdonon Scatianorum [Segusiavorum]; merowingische, karolingische, gräfliche, bischöfliche und erzbischöfliche Münzformen.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Lyon.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins unterscheidet ausdrücklich zwei Bereiche: die römische Kolonie auf der rechten Saôneseite mit Fourvière, Saint-Jean und Saint-Irénée sowie die sacerdotale Stadt ad Confluentem bzw. den pagus Condatensis zwischen Saône und Rhône, wo das Heiligtum von Roma und Augustus und das concilium der tres provinciae Galliarum lagen. Er erläutert dessen politische Kompetenzen anhand des Thorigny-Marmors. Die Kolonie führt er auf Munatius Plancus zurück. Besonders ausführlich behandelt er Verfassung und Ämter der Kolonie, den Kaiserkult sowie die nautae und andere Korporationen. Seine epigraphischen Belege entnimmt er vor allem Boissieu, Inscriptions antiques de Lyon, u. a. S. 19, 28, 84, 93, 96, 118–123, 128, 148, 151, 156, 160, 179–181, 214, 259–260, 389, 392–393 und 466; ferner Aug. Bernard, Description du pays des Ségusiaves, Taf. III und S. 9, sowie Lambert, Mém. Soc. antiq. Normandie 1831–1833, Atlas Taf. I. Mittelalterliche Formen bei Valois, Notit. Gall., S. 291 ff. Abschließend behandelt Desjardins die Teilung der Lugdunensis zunächst in zwei und später vier Provinzen.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78): In der systematischen Einzelprüfung der Lugdunensis führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft. Den einzigartigen Titel caput Galliarum erklärt Desjardins zunächst aus der religiösen Vorrangstellung Lyons und dem Bundesheiligtum der 60 civitates; alternativ könne caput Galliarum den Ausgangspunkt des Straßennetzes der Tres Provinciae bezeichnen. usque hic legas verbindet er mit dem Beginn bzw. Wechsel der Entfernungszählung in gallischen Leugen.

Bearbeitungshinweis: usque hic leugae ist für Desjardins eine metrologisch wichtige Kartenangabe: bis Lyon bzw. ab Lyon ändert sich die Distanzrechnung. Ältere Editionen lesen fälschlich Lugdune. Modern gesichert sind u. a. It. Ant. 358,5, Ptol. 2,8,17, CIL XIII 3162 und CIL X 6087; bei den zahlreichen Lyoner Einzelinschriften wird keine nicht geprüfte CIL-Nummer geraten."

References:

Desjardins, Table, p. 31, col. 2, no. 6 - p. 32, col. 2.

Miller, Itineraria, Sp. 81-82.

Cramer, Franz, Lugudunum [1], in: RE XIII/2 (1927), Sp. 1718-1723.

1 P.Y. Lambert, La langue gauloise, 1995

2 A. Pelletier, Pour une nouvelle histoire des origines de L., in: R. Bedon (Hrsg.), Les villes de la Gaule lyonnaise (Caesarodunum 30), 1996, 167-178

3 R. Turcan, L´autel de Rome et d´Auguste “Ad Confluentem”, in: ANRW II 12.1, 1982, 607-644

4 D. und Y. Roman, Histoire de la Gaule, 1997

5 J. Lasfargues, M. Le Glay, Découverte d´un sanctuaire municipal du culte impérial à L., in: CRAI 1980, 394-414

6 A. Desbat, B. Mandy, Le développement de L. à l´époque augustéenne, in: Chr. Goudineau, A. Rebourg (Hrsg.), Les villes augustéennes de Gaule, 1991, 79-97

7 C.J. Simpson, The Birth of Claudius and the Date of Dedication of the Altar “Romae et Augusto” at L., in: Latomus 46, 1987, 586-592

8 J.F. Reynaud, L. aux premiers temps chrétiens (Guides archéologiques de la France 10), 1986

9 Les martyrs de Lyon. Colloque international du Centre National de la Recherche Scientifique Nr. 575, 1977

10 P. Wuilleumier, Fouilles de Fourvière à L. (Gallia Suppl. 4), 1951

11 A. Audin, Dossier des fouilles du sanctuaire lyonnais de Cybèle et de ses abords, in: Gallia 43, 1985, 81-126

12 Ders., L´amphithéâtre des Trois Gaules à L., in: Gallia 37, 1979, 85-100

13 L. Tranoy, G. Ayala, Les pentes de la Croix-Rousse à L. dans l´Antiquité, in: Gallia 51, 1994, 171-189

14 J. Jeancolas, Les aqueducs antiques de L., 1986.

A. Audin, L., miroir de Rome dans les Gaules, 1965

Ders., Gens de L., 1986

R. Chevallier, A propos des sources écrites concernant les villes gallo-romaines, in: R. Bedon (Hrsg.), Les villes de la Gaule lyonnaise (Caesarodunum 30), 1996, 19-34

A. Desbat u.a., Les productions des ateliers de potiers antiques de L., in: Gallia 53, 1996, 1-249

Chr. Goudineau u.a., Aux origines de L., 1989

M. Le Glay, s.v. L., PE, 528-531

A. Pelletier, Lugdunum. Lyon, 1999

J.-F. Reynaud, L. Christianum, 1998

S.Rinaldi Tufi, s.v. Lione, EAA2, 1995, 380-383.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

25.08.2026 13:23


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