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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Mediolano Sancorum

Name (modern):

Saintes

Image:
To the image detail
Toponym before XIII     Lamnum     
Toponym following XVI     Auedonnaco     -     condate     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/138458
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym with Symbol

Grid square:

1B1

Toponym Color:

black

Vignette Type :

A Twin Towers

Itinerary:

Mediolanum Santonum (459,3)

Alternative Name (Lexica):

 

Name A (RE):

(?) Mediolanium, Mediolanum, Santoni

Name B (Barrington Atlas):

Mediolanum (14 E3)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Mediolano-Sancorum

Name E (Levi):

Mediolano Sancorum (A,I,1)

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Μεδιολάνιον (2,7,7; 8,5,3)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
The symbol is placed so close to the river that the name could not be written above it in the normal way.
-> stretch to avedonnaco
River crossing: Fl. Garvnna (river, no. 6)

Miller, Itineraria, Sp. 106:
Mediolano-Sancorum
Mediolano (Irrig Mediolano (Sch, Kt)) -Sancorum ((Dj), irrig Saneorum (Sch, Ma, Pd, Kt) und Saneon (Bt, Bg, Ve)), Mediolanum Santonum (It), Mediolano Santinis (Ra), civitas Santonum (ng in Aquit. II), Santone (Am), „genus absinthii … a Galliae civitate” (Pl), Santonicum (Dioscoris III, 28), „herba Santonica“ (Columella VI), Santoni (Münzen, St); j. Saintes a. d. Charente. Iss: 1031-1111. Römischer Triumphbogen zu Ehren des Germanikus. Reste eines römischen Amphitheaters. Abzweigung nach Vesonna, Strecke 28.
13 (Irrig 23 (Bg, Ve)); 15 bis Novioregum, von da 12 bis Tannum (It).

Miller, Itineraria, Sp. 121:
Mediolano Sancorum, Strecke 17; j. Saintes. Bedeutende römische Reste und Denkmäler. Der Triumphbogen, der 1843 zerstört wurde, stand auf einer Römerbrücke; er wurde unter Tiberius zu Ehren des Germanikus errichtet. Museum mit römischen Resten, besonders Münzen.
– (Keine Entfernung angegeben; vielleicht ist 16 von oben zu wiederholen.) Betr. Meilenstein s. Strecke 17 bei Lamnum.
Es sind 11 l. bis Cognac.

Datierung (Barrington):
Mediolanum - Roman/Late Antique (NotDig Oc. 11.28; RE Santoni; PECS; Bedon 1984, 84; Villes 154-63)

[T.W.] M[ed(iolano)] (CIL 17,2, 428 = CIL 13, 8900)
Med(iolano) (CIL 17,2, 427 = CIL 13, 8899)
Me[d(iolano) (CIL 17,2, 429 = CIL 13, 8901)
Med(iolano) (CIL 17,2, 430 = CIL 13, 8902)

(ZU RE: Unklare Zuordnung, daher folgende drei Vorschläge, von Jonas Haufen):
RE:
Mediolanium
https://elexikon.ch/RE/XV,1_93

RE:
Mediolanum [2-4]
RE Keune I A,2 2289–2301 — Santoni oder Santones. Santoni oder Santones, keltischer Volksstamm, in vorrömischer Zeit eingewandert in das Flußgebiet der Garonne nördlich von deren Unterlauf, in die noch heute nach ihnen benannte Landschaft Saintonge; unter römischer Herrschaft Volksgemeinde (civitas) in der Provinz Aquitania mit dem Hauptort Mediolan(i)um, auf welchen seit Ausgang des 3. Jhdts. n. Chr. die Stammesbezeichnung überging, daher der heutige Name der Stadt Saintes an der unteren Charente. In den Quellen finden sich die Namensformen Santoni und Santones nebeneinander; der auf keltischen Münzen gebrauchte Nom. Sing. lautet Santonos. Abgeleitet ist Santonicus; von Santonicum (= pagus Santonicus) leitet sich die Benennung Saintonge her. Der Name der Volksgemeinde ersetzte den Namen ihres Hauptortes Mediolan(i)um Santonum, der außer Gebrauch kam und in Vergessenheit geriet. Den vollständigen Namen Mediolanum Santonum führt die Stadt im Itin. Ant.; ebenso liegt er, in teilweise entstellter Schreibung, der Tab. Peut. zugrunde; Geogr. Rav. IV 40 bietet Mediolano Santinis. Ptolem. II 7, 6 nennt Mediolanion als Stadt der Santones. Der Sondername ist außerdem durch zwei Meilensteine CIL XIII 8899 und 8901 bezeugt. Seit spätrömischer Zeit begegnen civitas Santonum, Santoni/Santones, Santonica civitas usw.; daraus entwickelte sich Saintes. Die S. erscheinen bei Caesar im Zusammenhang mit der geplanten Auswanderung der Helvetier in ihr Gebiet (bell. Gall. I 10), im Krieg gegen die Veneter (III 11) und beim Aufgebot von 52 v. Chr. (VII 75). Unter römischer Herrschaft bildeten sie eine Volksgemeinde; Plinius nennt die Santoni liberi, einen wohl von Augustus verliehenen Beinamen. Tac. ann. VI 7 nennt einen Iulius Africanus e Santonis Gallica civitate. Geographische Zeugnisse bieten Strabon, Mela und Ptolemaios. Durch die diocletianische Neuordnung kam die civitas zur Aquitanica secunda mit Burdigala als Hauptstadt; Not. Gall. XIII 4 nennt die civitas Santonum, Ammianus XV 11, 13 Santones neben Burdigala, Arverni und Pictavi. Für die Straßenüberlieferung ist besonders wichtig: Itin. Ant. 459, 3 nennt Mediolanum Santonum als Rastort auf dem Reiseweg von Burdigala nach Augustodunum; der Weg führt über Aunedonnacum/Aulnay, Limonum Pictonum/Poitiers und Avaricum/Bourges. Die Tab. Peut. zeichnet den Hauptort als „Mediolano Sancor[um]“ bzw. „Sancon(um?)“ statt Santonum und hebt ihn durch ein Doppelhäuschen bzw. zwei Türme mit spitzen Dächern hervor. Straßenverbindungen führen einerseits nach Burdigalo/Burdigala, andererseits nach Vesonna/Vesunna Petricoriorum (Périgueux) und über Auedonnaco/Aunedonnacum (Aulnay) nach Auerito/Augustoritum Lemovicum (Limoges). Die vom Hauptort ausgehenden Heerstraßen und ihre Meilen- bzw. Leugensteine werden ausführlich behandelt. CIL XIII 8899 und 8901 zählen die Entfernung von Mediolanum Santonum in Leugen und standen an der Straße Saintes–Bordeaux; der Straßenzug von Lyon bis in das Land der Santoni war bereits von Agrippa angelegt. Im Gebiet werden als weitere alte Siedlungen u. a. Noviorigum, Tamnum, Blavia, Condate, Sarrum, Aunedonnacum und Germanicomagus genannt; bei Aunedonnacum zweigte die Straße nach Augustoritum/Limoges von der Straße nach Limonum/Poitiers ab. Zwischen den Santoni und Pictones lag die Grenzstation Fines, durch Leugensteine bezeugt. Das Land der Santoni stieß an das Meer; Plinius erwähnt Meerestiere an ihrer Küste, Ausonius santonische Austern und den Carantonus, die Charente. Häufig genannt wird die nach dem Land benannte Heilpflanze herba Santonica / absinthium Santonicum; ebenfalls nach den Santoni heißt der gallische Kapuzenmantel Santonicus / bardocucullus, erwähnt bei Iuvenal und Martial. Ausonius nennt die Stadt und ihr Gebiet mehrfach und erwähnt auch die Santonorum moenia. Frühchristliche und merowingische Zeugnisse betreffen unter anderem den hl. Eutropius, die Bischöfe von Saintes und Konzilien des 6. Jhdts. Zu den römischen Bauresten von Saintes gehören besonders der ursprünglich an der Charentebrücke errichtete Ehrenbogen, gewidmet Germanicus, Tiberius und Drusus, ein Amphitheater, Thermen und die spätrömische Stadtbefestigung. Die Ringmauer wurde etwa um 300 n. Chr. unter Verwendung älterer Architekturstücke, Bildwerke und Inschriften errichtet. Zahlreiche Bildwerke und Inschriften bezeugen einheimische und römische Kulte. Nachgewiesen sind u. a. Darstellungen von Muttergottheiten, hockenden keltischen Göttern, Epona, gallischer Tracht und Mercurius. Die Inschriften zeigen zugleich das Fortleben keltischer Namen und eine weitgehende Romanisierung der einheimischen Oberschicht. Bezeugt sind unter anderem ein aus der civitas stammender Veteran der ala Atectorigiana, Priester des Kaiserkultes und des Altars der Roma und des Augustus bei Lyon, ein flamen Augustalis primus, ein curator civium Romanorum, ein Quaestor sowie wahrscheinlich ein vergobretus. Die römischen Bürger der civitas waren der tribus Voltinia zugeteilt. Gewerblich werden u. a. Riemer, Steinmetzen und ein nummularius genannt. Fremde aus dem Gebiet der Nervii und Remi lebten in Saintes; die Soldatengrabsteine von Aulnay nennen Soldaten aus Forum Iulii und Cremona. Weitere Funde sind ein Kopf des Augustus und Skulpturenreste aus dem Theater bei Saint-Cybardeaux. Abschließend werden umfangreiche Literatur und Fundkataloge bei Forbiger, Desjardins, Longnon, Holder, Hirschfeld, Espérandieu und Blanchet genannt. [Keune.]


RE:
Santoni
https://elexikon.ch/RE/IA,2_2289

"TP-Online-ID: 3142 — Mediolano Sancorum

Desjardins S. 38.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Mediolano Sancorum; normalisierte Form: MEDIOLANUM SANTONUM, postea SANTONES.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Aquitania II. Typ: Oppidum et civitas des Santones; carrefour de trois routes. Route/Abschnitt: LIIII. de Lemuno, Poitiers, à Burdigala, Bordeaux, par Mediolano Sancorum, Saintes.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 459,1: Tamnum; 459,2: Novioregum; 459,3: Mediolanum Santonum; 459,4: Aunedonnacum; gallische Münzen SANTONOS; Caes. Gall. 1,10; cf. 7,75; Strab. 4,2,1–2; 4,6,11; Plin. Nat. 4,108 sowie die von Desjardins zusätzlich angeführten Stellen Nat. 9,5 und 27,28; Diosc. 3,28; Colum. 6; Mart. 9,96; Tib. 1; Mela 3,2; Ptol. Geogr. 2,7,6; cf. 8,5,3; Tac. Ann. 6,7; Auson. Epist. 24,79; 9,31; 14,2; 8,3; Mos. 463; Steph. Byz., s.v. Mediolanum/Santones; Amm. Marc. 15,11,14; Not. Gall., Aquitania II: civitas Santonum; Rav. 4,40: Mediolano Santinis; Greg. Tur.; Fredegar: pagus Santonicus; merowingische und mittelalterliche Münzen.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Saintes.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins erläutert, dass die Kartenendung -rum abgekürzt ist und ältere Herausgeber sie missverstanden. Saintes ist für ihn Hauptort der Santones und Knoten dreier Straßen. Die längere Itinerarium-Route Saintes–Tamnum erklärt sich durch den Umweg über Novioregum.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 77–78): In der systematischen Einzelprüfung der Aquitania führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.

Bearbeitungshinweis: TP Online Sancorum, Desjardins normalisiert SANTONUM. Quellenfeld enthält jetzt keine moderne Forschungsliteratur."

References:

Desjardins, Table, p. 38, col. 2-3, no. 4.

Miller, Itineraria, Sp. 106, 121.

(ZU RE: Unklare Zuordnung, daher folgende drei Vorschläge, von Jonas Haufen):
Franke, Alfred, Mediolanium, in: RE XV/1 (1931), Sp. 91.
Wackernagel, Hans Georg, Mediolanum [2-4], in: RE XV/1 (1931), Sp. 95.
Keune, Johann Babtist, Santoni, in: RE I/A,2 (1920), Sp. 2289-2301.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

25.08.2026 13:19


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3142 [last accessed on August 25, 2026]

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