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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Fixtuinum

Name (modern):

Meaux

Image:
Toponym before XVI     Augusta Magus     
Toponym following XII     Calagum     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym, no Symbol

Grid square:

1A4

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

 

Name A (RE):

Iation / Fixtinnum

Name B (Barrington Atlas):

Iatinon/Fixtuinum (11 C4)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Fixtuinum

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Ἰάτινον (2,8,15)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Miller, Itineraria, Sp. 91:
Fixtuinum ((Bt, Bg, Ve), irrig Fixtinnum (Dj)), civ. Melduorum (ng in Lugd. III), Jatinum (Pt); j. Meaux. Iss: 3023 und 3024. 12.

Datierung (Barrington):
Iatinon - Roman Antique
Fixtuinum - Late Antique (TIR Lutetia 122)

DNP:
Meldi
Volk der Gallia Lugdunensis an der unteren Matrona (Strab. 4,3,5; Plin. nat. 4,107; Ptol. 2,8,11). Hauptort war Iatinon (Ἰάτινον, Ptol. 2,8,15; = Fixtinnum, Tab. Peut. 2,4), später civitas Meldorum (Not. Galliarum 4,7) oder Meldis (Ven. Fort. 3,27) gen., h. Meaux. Bei den M. ließ Caesar 55/4 v.Chr. Schiffe für die Expedition nach Britannia bauen (Caes. Gall. 5,5,2); evtl. gab es aber an der Meeresküste noch ein anderes Volk dieses Namens. Arch. Befund: Mz.; Wasserleitung. Inschr.: CIL XIII 3023f.; ein Theater (1993 entdeckt) [1. 197f.] wurde seinen Mitbürgern von dem gall. [flamen] Aug(usti) Orgetorix gelobt und von seinen Söhnen im 1. Jh.n.Chr. gebaut (CIL XIII 3024).
Lafond, Yves (Bochum)
Bibliography
1 J.-P. Laporte, Meaux gallo-romain, in: R. Bedon (Hrsg.), Les villes de la Gaule lyonnaise (Caesarodunum 30), 1996, 179-224.


RE:
Fixtinnum
https://elexikon.ch/RE/VI,2_2433.png

RE:
Iation
RE Ihm VI,2 2432 — Fixtinunum. Die Stadt der Meldi in Gallia Lugudunensis heißt bei Ptolem. II 8, 11 Ἰάτινον, auf der Tab. Peut. Fixtinunum. Die richtige Namensform der späteren civitas Meldorum (Not. Gall. IV 9), des heutigen Meaux (dep. Seine-et-Marne), steht nicht fest. Desjardins Table de Peut. 21; Geogr. II 473. O. Hirschfeld CIL XIII p. 463. Vgl. Meldi. [Ihm.] RE Keune Suppl. III 1192–1194 — Iatinon (Ἰάτινον) hieß nach der übereinstimmenden Überlieferung bei Ptolem. II 8, 11 die „Stadt“ (πόλις) des gallischen Volksstammes der Μέλδαι in der römischen Provincia Lugdunensis, also der Meldi, wie ihr Name sonst lautet, von welchem der Name der heutigen Stadt Meaux (an der untern Marne) sich herleitet, weil in den Volksgemeinden der Tres Galliae überhaupt die Sondernamen der Hauptorte seit Ende des 3. Jhdts. n. Chr. gewöhnlich aufgegeben und durch die Namen der Volksstämme ersetzt waren; vgl. Holder a. a. O. II 532—534. Sonst ist der Name nicht genannt, doch zeichnet Tab. Peut. (I B/C 1 ed. Desjardins, II 4 ed. Miller) an einer der Lage jenes Ortes entsprechenden Stelle, an einer (im Itin. Ant. Aug. nicht vertretenen) Straße als einfachen Rastort (mit einem Winkelhaken) ein Fixtuinum (nach Miller u. a., bestätigt durch die getreue Wiedergabe in Études anciennes XIV 1912 Taf. III, s. Villefosse Bull. Soc. Antiq. de Fr. 1912, 269, vgl. auch Miller Itin. Rom. 91; Fixtinnum: Desjardins ungenau trotz CIL XIII 1, 1 p. 463 unten col. II, vgl. CIL XIII 4 p. 35 unten; o. Bd. VI S. 2431). Diese Straße geht aus von dem als Knotenpunkt gezeichneten Caesaromagus (Beauvais), läuft dann über die durch Winkelhaken bezeichneten Rastorte Augustomagus (Senlis), „Fixtuinum“ und „Calagum“ (verb. Caliacum = Chailly-en-Brie, Arrondiss. Coulommiers; s. Holder I 699 und o. Bd. III S. 1327), gabelt sich dann einerseits über „Riobe“ (Bd. I A S. 344) nach dem Knotenpunkt Augustobona (Troyes), auch dem als Rastort angegebenen Agedineum (Sens), andererseits über „Bibe“ (s. o. Bd. III S. 391) mit der Richtung auf den Knotenpunkt Durocortorum (Reims); vgl. CIL XIII 2, 2 p. 683. Wenn nun auch eine unfehlbare Entscheidung, welcher der beiden Namen der richtige, unmöglich ist, so spricht doch manches dafür, daß die Schreibung der Tabula Peutingeriana, wie öfter, entstellt ist und daß Ptolemaios den Ortsnamen genau oder annähernd genau angegeben hat. I. bezeichnet Holder II 14 (nach d’Arbois de Jubainville bei Desjardins Géogr. de la Gaule rom. II 473, 5) als „dialektische Variante“ einer ursprünglichen Benennung Iantinum, welche daher o. Bd. IX S. 695 aufgenommen ist (vgl. Holder II 8f. Iant-). Holder Altcelt. Sprachsch. II 14. C. Müller Ausg. des Ptolem. I 1 p. 217. Hirschfeld im CIL XIII 1, 1 p. 463f. Espérandieu Recueil général des bas-reliefs, statues et bustes de la Gaule rom. IV (1911) p. 258—261. Kiepert FOA XXV Fi, der Iatinum mit den Meldi der Belgica zugeteilt hat, vgl. Text 2 (col. II). Aus Meaux sind (abgesehen von sog. Instrumentum) nur zwei römische Inschriften und außerdem mehrere Steinbildwerke bekannt geworden. Die eine der beiden Inschriften ist eine zweiteilige Weihinschrift auf zwei halbrunden Bronzesockeln mit geringen Resten von Bildwerk (von zwei Figuren), CIL XIII 3023: D(eo) Atesmerio Heusta v(otum) s(olvit) l(ibens) m(erito); es wird derselbe einheimisch-gallische Gott geehrt sein, dessen Name in etwas abweichender Schreibung als Beiname des Mercurius erscheint in der Weihinschrift eines zu Poitiers, im Hauptort der gallischen Pictones, gefundenen Bronzegefäßes mit Bildschmuck an den zwei Henkeln, CIL XIII 1125 (Schrift etwa 3. Jhdts.): Deo Mercurio Adsmerio I(ulius) Venixam(us) v. s. l. m., vgl. o. Bd. II S. 1925. Die andere Inschrift ist die Bauinschrift eines Theaters, CIL XIII 3024: [C. Iul(ius)? Orget]orix, Orgetorigis fil(ius), [flamen] Aug(ustalis) theatrum civi[bus suis oder Meldis ob hon(orem)? fla]m(onii) d(e) s(ua) p(ecunia) d(edit); effecerunt [...... et T]auricus fil(ius). Beide Inschriften sind also Belege zugleich für die fortlebende keltische Gesittung der Meldi wie für ihre Romanisierung. Das in der zweiten Inschrift genannte Theater oder aber ein Amphitheater wird auf dem Gelände gestanden haben, welches später die Bezeichnung Cavea erhielt, woraus später Cagia, Chage, Chaâge geworden ist (Faubourg de Chaâge; Fundort zu CIL 3023). Die von Espérandieu (nr. 3207—3213) veröffentlichten Steindenkmäler sind alle Götterdarstellungen, doch gehörte nr. 3213 vielleicht zum (teilweise mythologischen) Bilderschmuck eines großen Familiengrabdenkmals. Von den übrigen ist nr. 3207 ein „Gigantenreiter“ mit einem radförmigen Schild als Sinnbild der Sonne (vgl. Hertlein Iuppitergigantensäulen 27 und dazu außer dem von Espérandieu verglichenen Reiterbild aus Luxeuil, S. Reinach Rép. stat. II 532, besonders die von Hertlein a. a. O. 26 o. und 5f. angeführten Stücke, s. auch Bd. I A S. 1295f. zum Art. Rota), nr. 3208 ist ein Viergötterstein, 3209 eine einheimische Göttin mit Früchten im Schoß („déesse mère“), nr. 3210 ein sitzender Gott, vielleicht mit Ansatz von Hörnern am Kopf, auch mit seinem schlauchartigen Füllhorn und dessen Handhabung an den keltischen Gott auf dem bekannten Steinbild zu Reims, Espérandieu (V) nr. 3653 erinnernd, nr. 3212 Hercules, zwischen dessen Beinen im Hintergrund ein großes Gesicht (Dreigesicht?, wie Espérandieu nr. 3651f., 3654ff., 3661 u. a., vgl. Bd. I A S. 1145) dargestellt ist. Als Fundort ist für mehrere dieser Steinbilder (nr. 3208. 3212. 3213) die alte Befestigung bezeugt. Meaux gehört also auch zu den zahlreichen gallischen Städten, welche in spätrömischer Zeit, um 300 n. Chr., unter Verwendung von Architekturstücken und Bildwerken abgerissener älterer römischer Bauten wie auch von sonstigen römischen Steindenkmälern befestigt und zugleich verkürzt wurden, wie Béziers, Bordeaux, Périgueux, Saintes, Rennes, Paris, Sens, Metz u. a., ebenso kleinere Ortschaften, wie Neumagen, Jünkerath, Arlon, Dorf auf dem Herapel, Zabern, Decempagi-Tarquinpol, Scarponna, auch Senon (nördlich von Etain, wie Ausgrabungen im J. 1917 gelehrt haben; vgl. Lothr. Jahrb. 1898 X 70, 3. 1903 XV 531f. und die Art. Icorigium (o. Bd. IX S. 855), Herapel (in diesem Suppl.-Heft), Santoni (Bd. I A 2). Espérandieu nr. 3211, Bruchstück eines Thon-Reliefs, ist in der Nähe von Meaux gefunden. Nachrömisch sind (aus 7. Jhdt., Zeit der Merowinger) zwei Grabschriften der Umgegend von Meaux, CIL XIII 3025, nach Leblant Inscr. chrét. de la Gaule II p. 562 nr. 673 mit Abb. Taf. 91 nr. 546, Bruchstück, gefunden in Lagny-le-Sec (an der Marne, zwischen Meaux und Paris), und die Grabschrift der ums J. 680 n. Chr. gestorbenen beata Theodechildis, der hl. Theodechilde oder Thehchilde, der ersten Äbtissin des in den Waldungen von Jouarre gegründeten Klosters, auf ihrem schönen Sarkophag in der merowingischen Krypta des Kirchhofes von Jouarre (eine La Ferté, östlich von Meaux), Leblant a. a. O. I p. 266f. nr. 199 mit Abb. Taf. 22 nr. 140. [Keune.]


"TP-Online-ID: 3075 — Fixtuinum

Desjardins S. 21.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Fixtinnum; normalisierte Form: FIXTINNUM? IATINUM MELDORUM.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Lugdunensis IV, Senonia. Typ: Oppid.; Metropole der Meldi. Route/Abschnitt: XXVI. de Durocortoro, Reims, ou mieux d’Aug. Bona, Troyes, à Sammarobriua, Amiens, par Casaromago, Beauvais.

Quellenstellen bei Desjardins: Ptol. Geogr. 2,8,15: Ἰάτινον; Not. Gall. 4,7: civitas Meldorum; [spuria, von Desjardins ausdrücklich verworfen]: Inschrift AETE MEMORIAE AVRELI DEMETRI... CIVITATIS SENONVM TRICASSINORVM MELDORVM; mittelalterlich Meldi urbs, Meldensis urbs, Meltis, pagus Meltianus; merowingische Münze MELDVS CIVETATI; bischöfliche Münzen MELDIS, MEIDIS.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Meaux.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins stellt ausdrücklich fest, dass sämtliche früheren Editionen Fixtuinum lesen, dies aber falsch sei. Er erwägt, ob bereits der mittelalterliche Kopist Iatinum zu Fixtinnum verdorben habe. Alle von ihm genannten Geographen identifizieren den Ort mit Iatinum Meldorum/Meaux: d’Anville, Notice de la Gaule, S. 375; Mannert II, 1. Teil, S. 152, Ausg. 1789; Katancsich I, S. 82; Ukert II, 2. Teil, S. 479; Forbiger III, S. 217 Anm. 32; Lapie, S. 230; Walckenaer III, S. 56. Die von Gruter überlieferte Inschrift zu Senones, Tricasses und Meldi kennzeichnet Desjardins selbst ausdrücklich als falsch.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78): In der systematischen Einzelprüfung der Lugdunensis führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.

Bearbeitungshinweis: TP Online Fixtuinum, Desjardins Fixtinnum. Das Fragezeichen nach FIXTINNUM gehört zum Druck. Die von Desjardins verworfene Inschrift bleibt als solche gekennzeichnet und wird nicht als gültiger epigraphischer Beleg behandelt."

References:

Desjardins, Table, p. 21, col. 3, no. 3.

Miller, Itineraria, Sp. 91.

Ihm, Maximilian, Fixtinnum, in: RE VI/2 (1909), Sp. 2431.

Keune, Johann Babtist, Iation, in: RE S/III (1918), Sp. 1192-1194.

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Last Update:

24.08.2026 14:05


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3075 [last accessed on August 25, 2026]

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