deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Novesio

Name (modern):

Neuss

Image:
Toponym before XIIII     Asciburgia[/o]     
Toponym following XVI     Agripina     
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/109215
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Toponym, no Symbol

Grid square:

1A5

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

Novesiae (370,5)

Alternative Name (Lexica):

Novaesium (DNP)

Name A (RE):

Novaesium

Name B (Barrington Atlas):

Novaesium (11 G1)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Nouesio

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

Νουαίσιον (Ναυαίσιον) (2,11,29)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Miller, Itineraria, Sp. 45:
Nouesio, it. und Novesiae (It), Novesio (Ra), Novesium (Am, Pt), Nivisium (Greg.). Unter den römischen Kaisern öfter Winterquartier; a. 69 Hauptquartier der 16. Legion, nachher der 6.; j. Neuß. S. Tücking, Das Römerkastell Novaesium, 1891 (Pr.). Die römische Stadt war befestigt; das Obertor steht auf römischen Unterbauten. Das Lager, seit 1887 ausgegraben, misst 572x423 m = 24,2 ha und liegt eine halbe Stunde südlich gegen Grimlinghausen, gehört aber zum Stadtbezirk. Über Funde vgl. Westd. Korrespbl. XI (1892) 25. Iss: 8540-8564. Ein kleines Lager im 4. Jahrhundert für eine ala auf Büchel vermutet oder innerhalb des großen Lagers.
Dazwischen Serima (Ra). Vgl. Gesonia (Florus 4, 12); zur Zeit des Drusus Flottenstation. Ferner Sententium im M.A.; j. Sens. Iss: 8529-8534. Burungo 5 ala (It), Rungon (Ra); j. Bürgel (kleines Kastell). Durnomago 5 ala (It); j. Dormagen. Iss: 8520 bis 8528; inde Col Agr 7.
16; it. und 17 (It).

Datierung (Barrington):
Novaesium – Roman/Late Antique (Römer Nordrhein-Westfalen 580-86)

DNP:
Novaesium

Dieser Ort ist auf folgenden Karten verzeichnet:

Bataveraufstand | Legio | Limes

H. Neuss am linken Ufer des Rheins bei der Erftmündung, wo seit etwa 16 v.Chr. ein bed. röm. Truppenplatz angelegt wurde. Mehrere Lager, die teilweise nur kurz bestanden, folgten in augusteisch-tiberischer Zeit (1. H. 1. Jh.n.Chr.) aufeinander, darunter große Lager mit Platz für zwei Legionen und Hilfstruppen. Ab den 30er J. des 1. Jh.n.Chr. wurde N. Standlager zunächst der legio XX Valeria Victrix, die 43 n.Chr. nach Britannia verlegt wurde, dann der legio XVI. Diese errichtete ein Holz-Erde-Lager, das nach der Mitte des 1. Jh. in Stein ausgebaut wurde. Im Bataveraufstand 69/70 n.Chr. wurde N. zerstört; die 16. Legion mußte unter entehrenden Bedingungen nach Augusta [6] Treverorum (Trier) abziehen (Tac. hist. 4,61f.). Nach seinem Sieg ließ Vespasianus die legio XVI auflösen.

Das Lager in N. wurde von der legio VI wiederaufgebaut. Es bestand bis nach 103 n.Chr. (oder doch nur bis Mitte der 90er J.? [1]). Ein Alenkastell ( ala [2]) wurde um die Mitte des 2. Jh.n.Chr. errichtet und reicht wohl bis ins 4. Jh. Wenige Kilometer östl. des Legionslagers befand sich ein Numeruskastell ( numerus ), das bis ins 3. Jh. besetzt gewesen sein kann. Die Zivilsiedlung wurde wohl gegen E. des 3. Jh. mit einer Mauer umgeben. Mitte des 4. Jh. wurde N. von Alamanni zerstört, von Iulianus [11] wiederaufgebaut (Amm. 18,2,4). Von den folgenden Verwüstungen durch Franci war auch N. stark betroffen.

Wiegels, Rainer (Osnabrück)

RE:
Novaesium
RE Alfred Franke XVII,1 1131–1134 — Novaesium, ein römisches Standlager am linken Ufer des Niederrheins in der Nähe des heutigen Neuß, das davon seinen Namen hat. Die Stellen aus antiken Schriftstellern, wo N. genannt wird, sind zusammengestellt von v. Domaszewski CIL XIII 2, 2 S. 593 und Holder Altcelt. Sprachsch. II 777. Der Name erscheint bei Ammian. Marc. XVII 2, 4 und in den Itinerarien als Novesium, bei Gregor. Tur. hist. Franc. II 9 als Nivisium. Das von Ptolem. II 11, 14 (= Cuntz 272, 3) als fünfte Stadt des dritten Klimas Germaniens aufgezählte Nauaision oder Nouaision, das er fälschlicherweise wie auch Mediolanium, Teuderion, Laciburgium u. a. ins freie Germanien verlegt, wird jetzt allgemein auf N. am linken Rheinufer bezogen. Der Name scheint keltisch zu sein; Cramer Röm.-Germ. Studien 200 hält beide Teile des Namens Novaesium für keltische Wassernamen. Der Nachweis einer größeren keltischen Ansiedlung ist jedoch nicht erbracht, Nissen Bonn. Jahrb. CXI/XII 6. N. lag im Gebiet der germanischen Eburonen; im J. 38 v. Chr. (nicht erst 19 v. Chr.) wurden hier die Ubier angesiedelt, L. Schmidt Gesch. d. deutschen Stämme II 426, 2 und 401. Literatur. Das Hauptwerk über die Geschichte und Ausgrabung von N. ist das CXI/XII. Heft der Bonn. Jahrb., in dem Nissen die Geschichte, Koenen die Ausgrabung des Lagers, Lehner die Einzelfunde und Strack die Münzfunde auf den Selsschen Ziegeleien zwischen Neuß und dem Dorf Grimlinghausen behandelt [im Folgenden nur mit den Verfassernamen zitiert]. Schumacher Siedelungs- u. Kulturgesch. d. Rheinl. II 25 und 385, 6. Hagen Römerstraßen d. Rheinprovinz² (1931) 69. Die in N. gefundenen Inschriften sind gesammelt von v. Domaszewski CIL XIII 2, 2 nr. 8540–8569. Die wichtige Lage von N. als End- und Knotenpunkt bedeutsamer Straßen von Süden und Westen betont Ritterling Bonn. Jahrb. CXIV/XV 170. Es hatte diese rückwärtigen Verbindungen vor den Einfällen der Germanen zu schützen, und daher wird man schon frühzeitig hier einen Waffenplatz annehmen müssen. Wahrscheinlich gehörte es unter die quinquaginta amplius castella, die nach Florus II 30, 26 Drusus am Rhein anlegte. Zwar hat man eine solche Befestigung bei N. noch nicht nachweisen können, doch sprechen die Funde, besonders die zahlreichen Sigillata- und Münzfunde aus augusteischer Zeit auf der Selsschen Ziegelei für eine zeitige Besiedelung, Oxe und Siebourg Bonn. Jahrb. CI 12. Ritterling Bonn. Jahrb. CXIV/XV 170. Cramer Deutschl. in röm. Zeit (Samml. Göschen nr. 633) 21. Schumacher II 23. Koenen Bonn. Jahrb. CI 1 vermutet hier das Sommerlager der vier Legionen von Germania inferior, in dem 14 n. Chr. nach Augustus’ Tode die Meuterei ausbrach; dagegen Dragendorff Ber. d. Röm.-Germ. Komm. I 25. Als Besatzung dieses Lagers auf dem Gebiet der Selsschen Ziegelei wird man die Legio XX Valeria victrix annehmen müssen nach den Inschr. CIL XIII 8553–8555 (Riese nr. 1041. 1042. 1042a). Nissen 10. Ritterling o. Bd. XII S. 1772, die aus Köln wahrscheinlich unter Tiberius hierher verlegt wurde, L. Schmidt II 427. Die Römerstraßen, die nach N. führten, behandeln Koenen 101 und Hagen an verschiedenen Stellen, der die Straße von Zülpich nach N. als eine der ältesten Römerstraßen im Rheinland nachweist, die schon in der Steinzeit benutzt wurde, Hagen 186, vgl. die Karte Abb. 82. Nach Strab. IV 208 baute Agrippa die Straße von Trier nach Köln-Neuß-Xanten aus, Schumacher Ber. d. Röm.-Germ. Komm. III 15. Nach Abkommandierung der XX. Legion nach Britannien wurde die XVI. Legion hierher verlegt. Sie war die Erbauerin des Lagers an der Erftmündung oberhalb von Neuß bei dem Dorfe Grimlingshausen, das man allgemein unter dem Kastellnamen N. versteht und das 1887–1900 in mustergültiger Weise vom Bonner Provinzialmuseum unter der Leitung von C. Koenen ausgegraben wurde und worüber das obenerwähnte Heft CXI/XII der Bonn. Jahrb. berichtet. Durch die äußerst günstigen Bodenverhältnisse und den Umstand, daß hier keine spätere Überbauung stattfand, war es möglich, in N. das Schema eines römischen Lagers aus früher Kaiserzeit ans Tageslicht zu bringen, wie es an keinem andern römischen Lager am Rhein in so deutlicher Weise geschehen konnte, und das die Berichte der antiken Theoretiker, wie Polybios, Hygin, Livius u. a., vgl. Nissen 13, praktisch bestätigt; s. auch Oxe Bonn. Jahrb. CXVIII 75. Koepp Germania Romana² Textbd. I 11 vergleicht es mit anderen Lagern der gleichen Zeit. Das Lager bei Grimlingshausen war zunächst wie alle Lager dieser Zeit aus Erde und Holz errichtet. Die Zeit der Umwandlung in ein Steinlager läßt sich nicht genau bestimmen. Nissen 12 meint, schon unter Claudius sei damit, wenigstens mit der Lagermauer, begonnen worden. Rudolf Schultze nach Fremersdorf Bonn. Jahrb. CXXXIX (1934) 79, 5 nimmt an, daß noch 69 n. Chr. die Befestigungsanlagen aus Holz und Erde bestanden hätten, während die Lagergebäude, z. B. das Lazarett etwa von der Mitte der 50er Jahre an in monumentaler Steinkonstruktion errichtet wurden, Rudolf Schultze Bonn. Jahrb. CXXXIX 59. Ritterling Bonn. Jahrb. CXXV 183 sieht in einem am linken Prinzipaltor gefundenen Fragment das Bruchstück einer Bauurkunde mit dem Namen eines Legaten der XVI. Legion L. Cornelius Pusio, vgl. auch o. Bd. XII S. 1762. In dem Bataveraufstande 69 und 70 n. Chr. spielte N. eine nicht unbedeutende Rolle, worüber wir in Tac. hist. IV und V einen ausführlichen Bericht haben. Nach der Befreiung Veteras durch Dillius Vocula wurde aus N. Getreide auf dem Landwege nach Vetera gebracht, der Transportzug wurde aber von den Germanen beim benachbarten Gelduba festgehalten. Vocula befreite ihn und zog nach N. weiter, wobei er dem Civilis in der Nähe von N. ein Reitertreffen lieferte. Im Lager jedoch brach eine Meuterei der Legionen aus, bei der Hordeonius Flaccus im Dezember 69 ermordet wurde, Vocula nur durch eine List dem Tode entging, Tac. hist. IV 36, Gaheis o. Bd. VIII S. 2407. Noch einmal sah N. einen Legatenmord durch die meuternden Legionen, im Anfange des nächsten Jahres fand Vocula hier seinen Tod, Tac. hist. IV 59. v. Wotawa o. Bd. VI S. 646. Alle Römerlager bis auf Mainz und Vindonissa wurden von den Germanen dem Erdboden gleich gemacht. Die XVI. Legion erhielt den Befehl nach Trier abzuziehen. Ihren Zug mit geschändeten Feldzeichen beschreibt Tac. hist. IV 62. Erst durch Cerialis wurde ein Umschwung herbeigeführt; er drängte den Civilis immer weiter nach Norden zurück. Ein von Classicus gegen die vorausgeschickte Reiterei des Cerialis bei N. erfochtener Sieg konnte das Vordringen der römischen Legionen nicht aufhalten, Tac. hist. IV 79. Als Cerialis den Civilis auf die Insel der Bataver zurückgedrängt hatte, ließ er in seinem Rücken die zerstörten Kastelle Bonn und N. als Winterquartiere für seine Legionen wieder aufbauen, Tac. hist. V 22, und stellte schließlich durch Besiegung des Civilis die römische Herrschaft am Rhein wieder her. Die XVI. Legion wurde wegen ihres schmählichen Verhaltens im Bataverkrieg von Vespasian aufgelöst. Dafür erhielt N. als neue Besatzung die aus Spanien herbeigerufene Legio VI victrix 70 oder 71 n. Chr. nebst einer Ala, deren Namen nicht festzustellen ist, Nissen 82. Diese Legion hat das Lager im alten Umfange ausgebaut, wie eine Reihe Inschriften, namentlich viele Ziegelstempel beweisen. Daneben lieferte auch die rechtsrheinische Zentralziegelei, die Tegularia transrhenana, Ziegel für dieses Lager, Lehner 291. Das übrige Steinmaterial wurde aus dem Brohltale herbeigeschafft, Ritterling o. Bd. XII S. 1602. Keune u. Bd. II A S. 305. In diese Zeit fällt auch der große Monumentalbau auf der Ostseite des Lagers, das Absteigequartier für hohe Beamte oder wohl besser das Badegebäude des Lagers, Lehner-Oelmann Bonn. Jahrb. CXXXI 369. Im Winter 88/89 erhielt die Legion die Beinamen pia fidelis Domitiana und wurde kurz nach 100 nach Vetera verlegt. Das Lager N. wurde geräumt und diente als Steinbruch für die Zivilansiedlung. Stein Die kaiserl. Beamten u. Truppenkörper im röm. Deutschl. 9 und 16 vermutet, daß das Gebiet zur Ackerverteilung an die Veteranen gegeben wurde, s. auch H. Schmitz Bonn. Jahrb. CXXXIX 82. Nissen 95. Das Gebiet blieb auch nach der Auflassung des Lagers besiedelt, wie aus den Münzen und den Gräbern innerhalb der ehemaligen Lagermauern zu ersehen ist. Nissen vermutet, daß ein Wachkommando ähnlich wie im benachbarten Buruncum hier bestanden habe. Die Bevölkerung scheint ein ruhiges, bequemes, ja luxuriöses Leben geführt zu haben, bis um die Mitte des 3. Jhdts. diese friedlichen Zustände durch die Germanenstürme gestört wurden. Die Bedrohung der Rheingrenze durch die Germanen machte eine stärkere Befestigung notwendig, so wurde unter Gallienus, Wickert o. Bd. XIII S. 365, in das alte Kastell ein kleineres Alenkastell hineingebaut ganz in Anlehnung an das alte Kastellschema und ist so einzig in seiner Art, Anthes Ber. d. Röm.-Germ. Komm. X 88, Koenen 239. Von dieser Ala scheint auch die Thermenanlage auf dem Gebiet des alten Lagers erbaut zu sein, Koenen 196 u. Taf. XVI. Verwendet wurden zum Alenlager und zum Thermenbau Ziegel aus der Ziegelei des exercitus Germanicus inferior, die um die Mitte des 3. Jhdts. in Holdeurn in Holland fabrizierte, Lehner 296. Stein CIL XIII 6 S. 124 und nr. 12514. Daneben lieferten auch bürgerliche Ziegeleien, die des Cassius scheint in der Nähe von N. bestanden zu haben, Lehner 305 und Gnomon 1934, 367. Stein CIL XIII 6 S. 41. Die Besatzung ist vielleicht die ala Afrorum gewesen, wenigstens ist 1922 neben dem Lager der schöne Grabstein eines Signifer dieser Ala gefunden worden, Finke Ber. d. Röm.-Germ. Komm. XVII 101 nr. 304. Oxe Germania IX 120. Der Grabstein eines decurio miss., der ala I Front. Tungr. CIL XIII 8558 (Riese 1452), also eines Veteranen, ist für die Bestimmung des Garnisonortes belanglos, Cichorius o. Bd. I S. 1268. Erwähnt wird dieses Alenlager wahrscheinlich auch im Itin. Ant. 255, 1. Nach Ausweis der Münzen hat es nur von 253 bis 270 bestanden, Lehner 251. Nissen 96. Nach 270 ist es gänzlich aufgegeben, und die Besatzung ging auf die weiter flußabwärts gelegene Zivilsiedlung im heutigen Neuß über, das damals wahrscheinlich seine Stadtmauer erhielt. Auf diese Befestigung der canabae legionis sind alle späteren Notizen über N. zu beziehen, Schumacher II 24, L. Schmidt II 261, so die Befestigung der Rheingrenze durch Constantin d. Gr. um 310. Pan. VI. L. Schmidt II 443, 4. Koenen 120 spricht allerdings auch von einem hypothetischen Kastell in der heutigen Stadt Neuß, das schon vor 70 bestanden haben soll. Um 350 drangen die Alemannen über den Rhein und verwüsteten eine Reihe von Städten, darunter auch N., L. Schmidt II 265, erst 359 wurden von Iulian diese zerstörten Städte wieder hergestellt, darunter wird Novesium von Ammian. Marc. XVIII 2, 4 ausdrücklich genannt, L. Schmidt II 277 und 447. Reste dieser Stadtmauer sind heute noch in Neuß erhalten, Koenen 128. Schumacher 24. In den folgenden Jahren wurde dieses Gebiet von den Franken wiederholt heimgesucht, 388 wird N. zum letzten Male genannt, nach Gregor. Tur. hist. Franc. II 9 überschreitet unter Valentinian der römische Feldherr Quintinus den Rhein circa Nivisium castellum, um die Franken in ihrem eigenen Lande aufzusuchen, wird aber dabei fast völlig aufgerieben. Das erste Zeichen des Christentums in N. ist ein Glaskästchen aus dem 5. Jhdt. mit christlichen Darstellungen, E. aus’m Weerth Bonn. Jahrb. LXII 99 Taf. IV. Koenen 128. Kisa Das Glas 886. Wilhelm Neuß Die Anfänge d. Christentums im Rheinlande (1923) 46. In frühmerovingischer Zeit war Neuß castellum, später erzbischöflicher Salhof, Rübel Bonn. Jahrb. CXIV 146. Die weiteren Schicksale der Stadt Neuß behandelt Tücking Gesch. d. Stadt Neuß (1891). [Alfred Franke.]


"TP-Online-ID: 3009 — Novesio

Desjardins S. 8.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Nouesio; normalisierte Form: NOVESIUM.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Germania II – linkes Rheinufer. Typ: Position militaire. Route/Abschnitt: Von Nouiomagi nach Tenedone, linkes Rheinufer.

Quellenstellen bei Desjardins: It. Ant. 370,5: Novesiae; It. Ant. 255: Novesio/Nevensio als militärischer Stationsbeleg; Tac. Hist. 4,26; 4,33–36; 4,62; 4,70; 4,77; 4,79; 5,22; Ptol. Geogr. 2,11,29: Novaesium; Amm. Marc. 18,2,4; Rav. 4,24: Novesio; Greg. Tur. Hist. 2,9: Nivisium castellum.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Neuss.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins normalisiert zu NOVESIUM und identifiziert den Ort mit Neuss. Er charakterisiert ihn als militärische Stellung der Germania II am linken Rhein. Tacitus nennt Novesium wiederholt im Bataverkrieg und als Standort einer Legion. Besonders wichtig ist Desjardins’ Hinweis, dass das Novaesium des Ptolemaios seiner Auffassung nach ein anderer Ort sei und daher nicht einfach mit diesem Novesium gleichgesetzt werden dürfe. Ammian nennt Novesium unter den von Julian besetzten Orten; Ravennas und Gregor von Tours belegen die spätere Namenskontinuität.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 78–79): Desjardins warnt, dass die bloße Erwähnung solcher militärischen Plätze bei Tacitus nicht beweist, dass sie bereits vor 14 n. Chr. bestanden; gerade das rheinische Straßensystem habe erhebliche spätere Ergänzungen erhalten."

References:

Desjardins, Table, p. 8, col. 3, no. 6.

Miller, Itineraria, Sp. 45.

H. Schönberger, Die röm. Truppenlager der frühen und mittleren Kaiserzeit zw. Nordsee und Inn, in: BRGK 66, 1985, 440 B 16.

H. von Petrikovits, N. - Das röm. Neuss, 1957.

H. Chantraine u.a., Das röm. Neuss, 1984.

H. Schönberger, Die röm. Truppenlager der frühen und mittleren Kaiserzeit zw. Nordsee und Inn, in: BRGK 66, 1985, 321-497, bes. 429 A 14, 440 B 16.

G. Müller, Neuss, in: H.G. Horn (Hrsg.), Die Römer in Nordrhein-Westfalen, 1987, 581-586.

Stadt Neuss (Hrsg.), N., Neuss zur Römerzeit, 1989.

M. Kaiser, Neuere Forschungsergebnisse zur Gesch. der röm. Militäranlagen in Neuss, in: Kreisheimatbund Neuss (Hrsg.), Fund und Deutung, 1994, 64-72.

Franke, Alfred, Novaesium, RE XVII.1 (1936), Sp. 1131-1134.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

24.08.2026 12:40


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3009 [last accessed on August 25, 2026]

Edition Information Privacy Statement