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Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Atrapatene

Name (modern):

[between L. Urmia and R. Aras] (Barrington)

Image:
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Toponym before
Toponym following
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000)
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/874597
Area:

Asia East of the Maiotis (Sea of Azov), North of Taurus

Toponym Type:

Region

Grid square:

11A2

Toponym Color:

red

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

Media (DNP)

Name A (RE):

Atropatene

Name B (Barrington Atlas):

Media Atropatene (89 H2)

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Atrapatene

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

Artatio (p. 21.14)

Name G (Ptolemy):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Miller, Itineraria, Sp. 624:
Atrapatene, Atatio (Ra – Provinz von Media Maior; cf. Artacaena (St), Antropatia (Pt As 3); Atropataene (St, Pt – vulgo Tropataene, Pl), Atropatius Media (St), der westlichste an Armenien stoßende Teil von Medien, noch j. Aderbeitschan; so genannt von Atropates, einem Eingeborenen, den Alexander zum Statthalter von ganz Medien machte, der später in den nördlichen Gebirgsgegenden ein selbständiges Reich gründete, welches er und seine Nachkommen lange gegen Parther und Römer behaupteten, bis sie endlich der parthischen Herrschaft sich unterwerfen mußten.

Datierung (Barrington):
Media Atropatene – Hellenistic/Roman/Late Antique (RE)
§ Media Minor – Late Antique

DNP:
Media

In neuassyr. Zeugnissen als KUR Ma-da-a-a bezeichnete Region in NW-Iran mit geogr. nicht exakt zu beschreibenden und histor. wechselnden Grenzen, als deren polit. Zentrum Ekbatana hervortritt. M. war in histor. Zeit vor allem von ethnolinguistisch als iran. zu beschreibenden Bevölkerungsgruppen (Medoi) bewohnt. Von den klass.-griech. Zeugnissen eher vernachlässigt, gerät die Geographie von M. seit der Alexanderzeit stärker in den westl. Blick. Polybios rühmt die strategisch bes. günstige Lage, Größe, Ressourcen sowie Bevölkerungsreichtum und Tüchtigkeit der Bewohner dieser ‘bedeutendsten Prov. Asiens’ und erwähnt in diesem Zusammenhang auch die berühmte nisäische Pferdezucht (Nisa; Pol. 5,44f.; 10,27; vgl. Diod. 17,110,6; Arr. an. 7,13,1; Strab. 11,13,7). Die Menschen werden als in Städten und Hunderten von Dörfern lebend sowie Ackerbau und Viehzucht betreibend vorgestellt (Diod. 19,32,1-3; 37,2; 39,1; 44,4; Strab. 11,9,1); nach Strab. 11,13,8 soll allein M. Atropatene (in NW-M.; zu seiner Zeit von “Groß-M.” getrennt), zusätzlich zu den Abgaben in Silber, dem Großkönig jährlich 4000 Maultiere, 3000 Pferde und 100000 Schafe geliefert haben, die mil. Ressourcen von M. Atropatene sind mit 10000 Reitern und 40000 Infanteristen angegeben (Strab. 11,13,2).

Auch wenn die administrative Ordnung M.s in achäm. Zeit unklar bleibt (Satrap Miturna/Hydarnes [1] unter Dareios I.: [3. PFa 18]; Oxydates (Arr. an. 3,20,3) und Atropates (Arr. an. 4,18,3) unter Alexander d.Gr.), spricht doch viel dafür, daß damals M. Atropatene (und Rhagai?: Diod. 19,44,4) satrapale Bezirke gewesen sind. Nicht nur in der Nähe von Ekbatana, sondern etwa auch in Bīsutūn (im Distrikt von Kampanda: [3. DB II 27]) und an anderen Plätzen an den großen Heeresstraßen befanden sich parádeisoi ( parádeisos ) bzw. stathmoí basilikoí (Plut. Artoxerxes 25,1; Königsstraße). Die wichtigste via militaris (Curt. 5,8,5) nach Osten verlief von Ekbatana aus über Rhagai, die “Kaspischen Pforten” und Hekatompylos nach Baktrien und Zentralasien (Arr. an. 3,19,1-2; 20,2 u.ö.); vom Zentralort aus bestanden aber auch Verbindungen nach Babylonien, Armenien und Kappadokien (Plut. Eumenes 16,1-2), in die Persis (durch die Gabiene) sowie nach Nordmesopot. (Arr. an. 3,16,1). M., genauer Groß-M., war eines der Kernländer des Seleukiden- und des Parther-Reiches (seleukid. und parth. Denkmäler in Bīsutūn). M. Atropatene (h. Āẕarbaiǧān) mit ihrem Hauptort Gazaka, die seit 323 (Atropates) zumeist selbständig gewesen war, wurde wohl um 120 v.Chr. arsakidischer “Vasall”. In sāsānidischer Zeit war die Region Mād in verschiedene Prov. aufgeteilt, von denen Mād (mit den Distrikten/Diözesen Vastān [= Bīsutūn]/Bēṯ Madāyē und Nēmāvand [Nehāvand]/Nehāvand) sowie Hamadān (mit den Distrikten H./Diözese H. und Abhar) am besten bezeugt sind; in M. Atropatene lag mit Ādur ī Gušnasp eines der drei Hauptheiligtümer der Sāsāniden (mit gesonderter Verwaltung gegenüber der Prov. Ādurbādagān).
Wiesehöfer, Josef (Kiel)

References:

Miller, Itineraria, Sp. 624;

DNP:

1 Briant, 757-761

2 R. Gyselen, La géographie administrative de l´empire sassanide, 1989, s.v. Måd

3 R. Kent, Old Persian, 1953

4 M. Schottky, M. Atropatene und Gross-Armenien in hell. Zeit, 1989

5 Ders., Quellen zur Gesch. von M. Atropatene und Hyrkanien in parth. Zeit, in: J. Wiesehöfer (Hrsg.), Das Partherreich und seine Zeugnisse, 1998, 435-472.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

14.10.2025 20:48


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=2434 [last accessed on March 18, 2026]

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