deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Brusdorciani

Name (modern):

 

Image:
To the image detail
Toponym before
Toponym following
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000) ---
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Area:

Northern Balkans

Toponym Type:

Ethnicon

Grid square:

7B3

Toponym Color:

black

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

 

Name A (RE):

Brusdorciani

Name B (Barrington Atlas):

 

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Brusdorciani

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

? Δροσική (3,11,9)

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Name sonst nicht belegt

Alternative Namen:
? = Δροσική Ptol. 3,11,9 Πρὸς δὲ τῇ Μακεδονίᾳ καὶ τῷ Αἰγαίῳ πελάγει ὁμοίως στρατηγίαι Μαιδική, Δροσική, Κοιλητική, Σαπαική, Κορπιλική, Καινική·

Sonst weiter nicht belegter Volksstamm in Thrakien am Hebros bei Adrianupolis (s. Oberhummer RE), bzw. westl. vom Hebros (a. ItMiller 595).
ItMiller 595 identifziert die Gegend der Drosica, bzw. Δροσική, einer thrakischen Strategie (militär. Verwaltungsbezirk), die Ptol. 3,11,9 unter den Strategien in der Nähe Makedoniens und des Ägäischen Meeres zwischen Μαιδική und Κοιλητική aufzählt.
Tomaschek I 1893, 81 vermutet eine Verschreibung aus Odrusae Dorciani oder Borciani. Der erste Namensbestandteil bezöge sich dann auf den bedeutenden thrakischen Stamm der Odrysen (die zahlreichen antiken Quellen seit Hdt. 4,92 sind zusammengestellt bei Detschew 1957, 336-338), die in der Tat an den Ufern von Hebros, Tonzos und Erginias lebten. Der zweite Namensbestandteil müsste dann einen Unterstamm der Odrysai bezeichnen. Dessen Name ist nach Tomascheks Vermutung entweder etymolog. verwandt mit dem See Δέρκος/Delkos (nahe der thrak. Schwarzmeerküste, BAtlas 52 D2), dessen Name laut Deschew 1957, 123 von der Wurzel dhel- stammt, was so viel wie „hell, fahl, sandfarben“ bedeutet, bzw. mit einem Ort Δόρκιον, wie es noch jetzt ein Dorkowo selo an der Cepina gebe. Falls Borciani zu lesen ist, hält Tomaschek auch eine Benennung nach der Gottheit Βορκηθία denkbar. Ein göttlicher Heros Βορκηθίας ist inschriftl. belegt, s. BIAB 11 (1937), 287 (s. Detschew 1957, 75).
Außerdem wird ein Ort Βορκία am Übergang über den Hebros in der Nähe von Harianopolis, also genau in der passenden Gegend, erwähnt in der Passio S. Alexandri 19 BIAB 8 (1934), 156,19 (zitiert nach Detschew 1957, 76).

References:

Detschew, Dimiter: Die thrakischen Sprachreste, Wien 1957, 336-338.

Miller, Itinerar, Sp. 595.

Oberhummer, Eugen: Brusdorciani(?), RE 3,1 (1897), 906.

Tomaschek, Wilhelm: Die alten Thraker. Eine ethnologische Untersuchung, 2 Bde., Wien 1893-94.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

06.01.2023 17:43


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=2256 [last accessed on March 18, 2026]

Edition Information Privacy Statement