deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Part of Tabula Peutingeriana - Rome

Tabula Peutingeriana – Single display of hits

Toponym TP (renewed):

Gallia Comata

Name (modern):

 

Image:
To the image detail
Toponym before
Toponym following
Alternative Image ---
Image (Barrington 2000) ---
Image (Scheyb 1753) ---
Image (Welser 1598) ---
Image (MSI 2025) ---
Area:

Gaul/Germania

Toponym Type:

Region

Grid square:

1B3 / 1B4

Toponym Color:

red

Vignette Type :

---

Itinerary:

 

Alternative Name (Lexica):

 

Name A (RE):

 

Name B (Barrington Atlas):

 

Name C (TIR/TIB/others):

 

Name D (Miller):

Gallia comata

Name E (Levi):

 

Name F (Ravennate):

 

Name G (Ptolemy):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Dating from Toponym on TP:

---

Argument for Dating:

 

Commentary on the Toponym:

Kommentar (Talbert):
The two words seem likely to comprise a single name. Even so, they are widely separated and positioned at different angles, and only COMATA is all capitals.

Miller, Itineraria, Sp. 140:
Gallia comata (Cic, Tac, Ml, Pl, Dio Cass, Diod.) [im Gegensatz zu Gallia Togata, d. i. Oberitalien, andererseits zu Gallia Braccata (dessen Einwohner Beinkleider tragen), dem zuerst Provincia Narbonensis] wird oft für das übrige Gallien genommen, mit Ausschluss von Gallia Braccata, wegen der Sitte der Einwohner, sich das Haar lang wachsen zu lassen. Hier jedoch in beschränktem Sinne – offenbar eine alte Kartenlegende.

DNP: (Gallia Comata im Artikel Gallia)
Gallia
A. Landschaft und Bevölkerung in vorrömischer Zeit

G. umfaßt den westlichsten Teil des europ. Rumpfes, zw. Rhein, Alpen, Mittelmeer, Pyrenäen und Atlantik. Fünf große Flußsysteme entwässern das Land: im SW die Garumna (Garonne), in der Mitte und im Westen der Liger (Loire), im Norden die Sequana (Seine), im NO die Mosa (Maas) mit einem Nebenfluß des Rheins, der Mosella (Mosel), und im SO die bedeutendste Wasserader, der Rhodanus (Rhône) mit seinem Nebenfluß, dem Arar (Saône), beide schiffbar. Vor der röm. Eroberung stellten diese Gebiete weder eine geogr. noch eine sprachliche oder polit. Einheit dar. Die Verwendung des lat. Begriffs Gallia zur Kennzeichnung dieses heterogenen Ganzen von Stämmen und Kulturen ist ein Anachronismus, auch wenn er sich mit der Zeit eingebürgert hat. Zwei Ereignisse prägten den gall. Raum zw. dem 4. und dem 2. Jh. v.Chr.: die Ausbreitung der kelt. Bevölkerung und Kultur und die Handelsentwicklung mit den Mittelmeerländern. Der Süden von G. nahm diesbezüglich eine bes. Stellung ein. Da diese Region gleichzeitig ligur. (zw. der Rhône und It.), iber. (Languedoc) und hellen. (Massalia und andere griech. Handelsniederlassungen) Einflüssen ausgesetzt war, wurde G. mit der Ankunft der Kelten im 5. Jh. die Geburtsstätte der kelto-ligur. Kultur, bedeutsam für die Entwicklung der oppida. Mächtige Volksgruppen (Volcae Arecomici, Salluvii, Vocontii, Arverni) bildeten sich dort im 3. und 2. Jh. Die übrige G. kann in vier große Teile gegliedert werden: Zentral-G. um das Zentralmassiv bis an die Loire und den Genfer See umfaßte die Gebiete einiger der größten gall. Stämme (Arverni, Bituriges, Haedui, Sequani und Helvetii); Aremorica zw. Aquitanien und Belgien; Aquitania, wo die dort seit dem 3. Jh. siedelnden kelt. Stämme die Hauptachse des Handelswegs vom Atlantik zum Mittelmeer kontrollierten; die G. Belgica, im Süden von Seine und Marne, im Norden vom Rhein begrenzt, der jedoch vermutlich keine klare ethnische und sprachliche Grenze markierte. Ant. Autoren und arch. Funde erweisen einen Unterschied zw. der G. Belgica und der übrigen G. für Sprache, Bevölkerung, Siedlungsform und Gesellschaftsstruktur .
B. Römische Zeit
1. Römische Eroberung

G. am Mittelmeer wurde nach mehreren, von Hilferufen Massalias ausgelösten Feldzügen ab 125-121 v.Chr. röm. Prov., gen. G. Narbonensis oder auch G. togata zur Unterscheidung von G. comata (bis zur Unterwerfung durch Caesar unabhängig). 118 v.Chr. wurde die erste Bürgerkolonie nach Narbo geführt (Vell. 1,15; 2,7,8; Eutr. 4,23; Cic. Brut. 43). Die Gesch. der neuen Prov. ist bis Caesar von mehreren Aufständen und dem Amtsmißbrauch einer skrupellosen Verwaltung gekennzeichnet. Die Eroberung von G. durch Caesar (58-51) eröffnete Rom die Herrschaft über die Länder zw. Mittelmeer, Atlantik, Nordsee und dem Rhein und vereinheitlichte das heterogene Gebilde der kelt. G. Zum Schutz gegen mögliche german. Invasionen vom Rhein her wurden drei Kolonien (Noviodunum, Lugdunum und Raurica) an der Ostgrenze des Landes gegr.

Lafond, Yves (Bochum)

RE: Comata Gallia hiess bei den Römern der von Caesar unterworfene Teil Galliens (die tres Galliae), benannt nach den ,langhaarigen‘ Galliern (vgl. Capillati), im Gegensatz zu den ,Galliern in der Toga‘ (Gallia togata = Cisalpina) und den ,Hosengalliern‘ des südlichen Galliens (bracata). Cic. Phil. VIII 27 Galliam togatam remitto, comatam postulo. Nikol. Damasc. v. Caes. 28 τοὺς Κομάτους. Mela III 20. Lucan. I 443. Plin. n. h. IV 105 Gallia omnis Comata uno nomine appellata in tria populorum genera dividitur amnibus maxime distincta ... Belgica ... Celtica eademque Lugudunensis ... Aquitanica. Suet. Caes. 22 (comata Gallia im Gegensatz zur Cisalpina); Tib. 9. Tac. ann. XI 23 primores Galliae, [605] quae Comata appellatur. Dio XLVI 55 τογᾶτα, ὅτι τε εἰρηνικωτέρα παρὰ τὰς ἄλλας ἐδόκει εἶναι καὶ ὅτι καὶ τῇ ἐσθῆτι τῇ Ῥωμαϊκῇ τῇ ἀστικῇ ἐχρῶντο ἤδη ... κομᾶτα, ὅτι οἱ Γαλάται οἱ ταύτῃ ἐς κόμην τὸ πλεῖστον τὰς τρίχας ἀνιέντες ἐπίσημοι κατὰ τοῦτο παρὰ τοὺς ἄλλους ἦσαν. Hieron. chron. a. Abr. 1992. Oros. VI 7, 1. Mommsen R. G. III⁸ 226.
(Ihm)



References:

Desjardins, Table, p. 5, col. 1, no. 1.

Miller, Itineraria, Sp. 140.

C. Delaplace, J. France, Histoire des Gaules, 1995.

J.F. Drinkwater, H. Helton (Hrsg.), Fifth-Century Gaul, 1992.

P.M. Duval, Gallien, 1979.

J.J. Hatt, Histoire de la Gaule romaine, 1970.

M. Py, Les Gaulois du midi, 1993.

D. Roman, Y. Roman, Histoire de la Gaule, 1997.

R. Chevallier, G. Narbonensis, in: ANRW II 3, 686-828.

Ders., G. Lugdunensis, in: ANRW II 3, 860-1060.

J.F. Drinkwater, in: R.J.A. Talbert (Hrsg.) Atlas of Classical History, 1985 (Ndr. 1994), 136.

M.-Th. Raepsaet-Cherlier, G. Raepsaet, G. Belgica et Germania Inferior, in: ANRW II 4, 3-299.

J. Prieur, L`histoire des regions alpestres (Alpes Maritimes, Cottiennes, Graies et Pennines) sous le haut-empire romain (Ier-IIIe siecle apres J.C.), in: ANRW II 5, 630-656.

Ch.-M. Ternes, Die Provincia Germania Superior im Bilde der jüngeren Forsch., in: ANRW II 5, 721-1260.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Last Update:

04.05.2026 10:10


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=2013 [last accessed on May 30, 2026]

Edition Information Privacy Statement