| Kommentar zum Toponym: |
Es handelt sich vermutlich um das Taygetos-Gebirge (s. ItMiller 600), berühmt seit Hom. Od. 6,103.
In Wirklichkeit war der Taygetos der Ursprung des Flusses Alpheios, der auf der TP aufgrund einer Verwechslung mit dem Eurotas, fälschlich „Burotas“ genannt wird, und auch der Ursprung des Eurotas, der auf der TP fälschlich als „Pamisus“ erscheint (s. ItMiller 600).
In der Realität reichte das Taygetos-Gebirge von Megale Polis (7B/C1 Megalopili), das auf der TP aber erst deutlich weiter rechts eingezeichnet ist, bis Tainaron. Im Osten trennte es die Lakonike (6B5/7B1 Laonice), die auf der TP, wo die Peloponnes erst weiter rechts, nämlich scheinbar an der NO-Küste der formatbedingt nach links gekippten Peloponnes zu finden ist, von Messana (6C5 Messene, auf der TP ebenfalls erst weiter rechts eingetragen).
Zusammen mit dem „flumen Pamisus“, hier verwechselt mit dem Eurotas, bildet er als Berg-Fluss-System (wie häufig auf der TP) die scheinbare Grenze zu Arcadien, das auf der TP im Süden der Peloponnes statt in deren Zentrum eingezeichnet ist.
(Ταΰγετος). Gebirgszug im Süden der Peloponnesos (Strab. 4,6,12; 8,5,1; Paus. 3,20,4 ff.; Ptol. 3,16,14; in byz. Zeit und in der Neuzeit Pentedáktylon, “Fünffingergebirge”, h. wieder T.), der sich mit einer L von ca. 110 km und einer Br von ca. 25 km vom Becken von Megale Polis bis Tainaron erstreckt (höchste Erhebung: h. Profitis Elias, 2407 m; der südl. Teil im MA Mane, Maïne, h. Mani). Nach Osten steil abfallend, trennte er Lakonike von Messana [2] und beeinträchtigte so die Infrastruktur des spartanischen Staates nachhaltig. Er besteht aus metamorphen Schiefern und Kalken (Marmor), die vom mittleren T. südwärts dominieren und kaum Bodenbildung ermöglichen, so daß graubläulicher Fels, Vegetationsarmut und Dürre das Landschaftsbild prägen. In der Ant. betonte man bes. die Höhe und Steilheit des T. (Hom. Od. 6,103; Aristoph. Lys. 117 f.; Stat. Ach. 2,427; Strab. 8,5,1; Sparta unter dem Steilabsturz des T.: Hom. h. 17,3; 33,4; Pind. P. 1,63f.; Strabo 8,5,1; 10,2,11). Besiedelt waren nur der niedrigere, breitere Nord-Teil (Aigytis) und das breite Vorland gegen Messenia (Dentheliatis; Denthalioi). Nur die beiden Pässe zw. Sparta und Pharai [1] (h. Kalamata) sowie zw. Gytheion und dem h. Areopolis verbinden West- und Ostseite des T. Über den zentralen Teil des T. führten keine Fahrstraßen. Die Wälder sind h. nahezu verschwunden, ebenso der vielgerühmte Bestand an Großwild (Paus. 3,20,4). Bergstürze am T. kamen häufig vor, so beim Erdbeben von 465 v. Chr. (Strab. 8,5,7; Plin. nat. 2,191; Plut. Kimon 16,4; Cic. div. 1,112; schol. Aritoph. Lys. 1144).
(s. Lienau/Olshausen, DNP).
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| Literatur: |
Bölte, F.: Sparta, RE II 3,2 (1929), 1301-1303
Bölte, F.: Taygetos, RE II 5,1 (1934), 91-95.
Lienau, Cay; Olshausen, Eckart, “Taygetos”, in: Der Neue Pauly, Herausgegeben von: Hubert Cancik,, Helmuth Schneider (Antike), Manfred Landfester (Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte). Consulted online on 25 October 2023
First published online: 2006.
Müller, D.: Topographischer Bildkommentar zu den Historien Herodots: Griechenland im Umfang des heutigen griechischen Staatsgebiets, Tübingen 1987, 863-865.
Miller, Itineraria Sp. 600.
Philippson, Alfred/Kirsten, Ernst: Die griechischen Landschaften 3: Der Peloponnes, Frankfurt a. M. 1959, 417-438.
Sakellarios, Antōnios: Ταṹγετος, Λακωνικαί σπουδαί 19 (2010), 99-107.
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