| Kommentar zum Toponym: |
Miller, Itineraria, Sp. 127:
Illiberre; wie der Name sagt, von Iberen gegründet, scheint die Stadt in vorchristlicher Zeit sehr bedeutend gewesen zu sein, sank aber im 1. Jahrhundert zum vicus herunter (Liv, Polyb, St, Ml – der es den Sordones zuteilt, Pt – als Stadt der Volcae Tectosages, Eutr, Aurel V., Zos, Paul, Or); wurde später von Konstantin zu Ehren seiner Mutter Helena wiederhergestellt, deren Name sie heute noch trägt; wird in keinem Itinerar erwähnt, dafür Combusta mit anderen Entfernungen; j. Elne. Mevers, Die Phönizier II 1 S. 644/54. Saussaye, Numism. S. 193/197. Herzog, G. N. S. 93.
Kommentar (RE):
https://elexikon.ch/RE/IX,1_1069.png
2) Stadt an dem genannten Fluß, erwähnt von Strabon (s. o.) und von Liv. XXI 24 (oppidum Iliberri), als Station Hannibals auf seinem Zuge nach Italien. In Plinius’ Zeit war sie schon stark herabgekommen (III 32 magnae quondam urbis tenue vestigium); doch erscheint sie noch als Straßenstation auf der Tab. Peut. Illiberre VII Rusci[n]one. Später wurde sie Helena genannt (s. d.). [Haug.]
Kommentar (RE):
https://elexikon.ch/RE/VII,2_2821.png
Helena. 1) Gallisches Kastell an den Pyrenäen, bei dem Kaiser Constans im J. 350 getötet wurde, Zosim. II 42, 5. Zonar. XIII 6 p. 14 b. Eutrop. X 9, 4. Vict. epit. 41, 23. Jetzt Elne. [Seeck.]
Kommentar (RE):
RE Keune Suppl. III 892–893 — S. 2820 zum Art. Helena Nr. 1: Der früher iberisch benannte Ort Iliberri, Illiberri auf der Nordostseite der Pyrenäen war nach Helena, der Mutter Constantins I., umgenannt, daher der heutige Ortsname Elne. Beachtenswert ist, daß Tab. Peut., deren Herstellung zwischen J. 360/365 angesetzt wird, noch den alten Namen bietet: Iliberre. [Keune.]
Datierung (Barrington):
Ill(ib)erris/ – Classical/Hellenistic/Roman (RE Suppl. 3 Iliberri 3; PECS; Bromwich 1993, 121)
Helena – Late Antique
"TP-Online-ID: 3225 — Illiberre
Desjardins S. 55.
Lesung und Namensform bei Desjardins: Illiberre; normalisierte Form: ILLIBERIS, postea HELENA.
Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Narbonensis Iª. Typ: Oppidum; puis vicus. Route/Abschnitt: LXVIII. de Narbone, NARBONNE, à In Summo Pyreneo.
Quellenstellen bei Desjardins: Liv. 21,24: Iliberri; Polyb. 34,10,1; Strab. 4,1,6; Mela 2,5: vicus Illiberri; Plin. Nat. 3,32: Illiberis; Ptol. Geogr. 2,10,9: Illiberis; Eutr. 10,9: Helena; Aur. Vict. Epit. 41; Zos. 2,42; Oros. 7,29.
Moderne Identifikation bei Desjardins: Elne.
Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins hält Illiberis für eine ursprünglich iberische, vor der Kaiserzeit bedeutende Stadt, die im 1. Jh. zum vicus abgesunken und im 4. Jh. unter dem Namen Helena wiederhergestellt worden sei. Daraus folgert er, dass die TP-Bezeichnung Illiberis vor die konstantinische Umbenennung zurückreicht.
Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 72 und 77): In der systematischen Einzelprüfung der Narbonensis führt Desjardins diesen Namen unter den Ortsnamen, die er ausdrücklich als sicher vor dem Tod des Augustus bzw. spätestens augusteisch einstuft.
Bearbeitungshinweis: Keine Itinerarium-Stelle ergänzen: Desjardins betont ausdrücklich, dass die anderen Itinerare hier Combusta und nicht Illiberis nennen."
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| Literatur: |
Desjardins, Table, p. 55, col. 2, no. 2.
Miller, Itineraria, Sp. 127.
Haug, Ferdinand, Illiberris [2], in: RE IX.1 (1914), Sp. 1069.
Seeck, Helena [1], in: RE VII.2 (1912), Sp. 2820.
Keine, Johann Baptist, Helena [1], in: RE S III (1918), Sp. 892 f.
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