| Kommentar zum Toponym: |
Auf der TP ist der Flußlauf um 90 Grad nach rechts gekippt.
Der Fluß in Dalmatia (Strabo 7,5,5; 9) entspringt auf der Dumos planina (1879 m), durchbricht das Karstgebirge in einer tiefen Schlucht und mündet nach 230 km in einem sumpfigen Delta in die Adria, und zwar in der Antike weiter nw. als heute, da die Laufrichtung ist heute anders ist als in der Antike. In seinem ursprünglichen Bett fließt heute sein ehemaliger Zufluß Norino. Oberhalb von Narona (s. Art. Narona) weitete er sich zu einem See (Ps.-Skyl. 23f), dessen genaue Lokalisierung umstritten ist. Der Unterlauf war über Narona hinauf schiffbar (HN 315). In der Antike diskutierte man die Ansicht des Theopompos (FGrH 115 F 129 ap. Strabo 7,5,9; 4. Jh.v.Chr.), daß die Ägäis und die Adria unterirdisch miteinander verbunden seien, da man Ton aus Chios und Thasos im Naro finde. Cato lobt den Fluß als groß, schön und fischreich (HRR frg. 97; 2. Jh.v.Chr.); die Iris gedieh dort (Euteknios, Paraphrasis zu Nikandros, Theriaka 604-619 p. 53,1). Im Zusammenhang mit den Kämpfen der Römer gegen die Dalmatae spielte der Naro eine strategisch bedeutsame Rolle, s. App. Illyr. 11,31 zum J. 156, (s. Olshausen, DNP). Seit Anfang des 1. Jh. n. Chr. war das Gebeit relativ abgeschieden in einem gewissen Wohlstand, auch in der Völkerwanderung bis zum Slaveneinfall Ende 6. Jh. (s. Fluss, RE 1739-1742).
Zur politischen und Siedlungsgeschichte des Naro-Gebietes s. jetzt Manenica 2012.
Zu archäologischen Grabungen Perkić 2010.
DNP:
Naro
(Νάρων). Fluß in Dalmatia (Dalmates; Strab. 7,5,5; 9; Mela 2,57: Nar; Tab. Peut. 6,4 ohne Namen), h. Neretva (Herzegovina), entspringt auf der Dumos planina (1879 m H), durchbricht das Karstgebirge in tief eingeschnittener Schlucht, bildet - nach einem Lauf von 230 km - ein sumpfiges Delta und mündet in die Adria. In ant. Zeit mündete der N. weiter nordwestl. ins Meer als h. In seinem urspr. Bett fließt h. der ehemals nach viel kürzerem Lauf weiter oberhalb in den N. einmündende Norino. An dessen rechtem Ufer liegt im h. Vid die Ruinenstätte Narona (vgl. Skyl. 23f.; Plin. nat. 3,144). Oberhalb von Narona weitete sich der N. zu einem See (Skyl. l.c.), dessen genaue Lokalisierung h. umstritten ist. Der Unterlauf des N. war über Narona hinauf schiffbar (Schiffe auf Mz. der Daorsi, HN 315). In ant. Zeit diskutierte man die Ansicht des Theopompos (FGrH 115 F 129; 4. Jh.v.Chr.), daß die Ägäis und die Adria unterirdisch miteinander verbunden seien, da man Ton aus Chios und Thasos im N. finde. Cato [1] nennt den Fluß groß, schön und fischreich (HRR fr. 97; 2. Jh.v.Chr.); die Iris [2] gedieh am N. (Euteknios, Paraphrasis zu Nikandros, Theriaca p. 53,1).
Im Zusammenhang mit den Kämpfen der Römer gegen die Dalmatae spielte der N. eine strategisch bedeutsame Rolle (App. Ill. 31 zum J. 156).
Olshausen, Eckart
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| Literatur: |
Bojanovski, Ivo: Bosna i Hercegovina u antičko doba / Bosnien und Herzegowina in der Antike (Djela ANUBiH 66, Cent. balk. ispit. 6 / Monographies, Academie des sciences et des arts de Bosnie-Hercegovine 66, Centre d´études balkaniques 6), Sarajevo 1988, 379.
Fluss, Max: Naro, RE 16,2 (1935), 1736-1743.
Manenica, Hrvoje: Antički fluvijalni lokaliteti u dolini neretve / Fluvial locations in the Neretva Valley during Antiquity, Histria Antiqua 21 (2012), 279-291.
https://hrcak.srce.hr/102015.
Miller, Itineraria, Sp. 488.
Olshausen, Eckart (Stuttgart), “Naro”, in: Der Neue Pauly, Herausgegeben von: Hubert Cancik,, Helmuth Schneider (Antike), Manfred Landfester (Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte). Consulted online on 31 March 2018
First published online: 2006.
Perkić, Domagoj (Hg.): Arheološka istraživanja u Dubrovačko-Neretvanskoj županiji: Znanstveni skup, Dubrovnik, 18. - 21. listopada 2005. god. / Archaeological research in the Dubrovnik-Neretva country: Conference Dubrovnik, October, 18. - 21.2005, Zagreb 2010.
M. Fluss, s.v. N., RE 16, 1736-1743.
I. Bojanovski, Bosna i Hercegovina u antičko doba, 1988, 379.
[Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]
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