| Kommentar zum Toponym: |
Miller, Itineraria, Sp. 625:
Diabene, [cf. Adiabene (Pt As 4) in Assyrien. Adiabenici et Tadeni, A. Madiani (lib. gen.)]. Nach Gv stand auf seiner Karte Tirabeni et Bactriane, wo die Ta "Diabene Bariani" hat. Nun kennen wir aber auch kein Volk Tirabeni, sondern nur die Tibareni (Hd, Xen, Steph, Pl), welche in der Nähe des Pontus saßen, von welchen aber allerdings so interessante Dinge erzählt wurden, daß sie wohl auf der Weltkarte eine Extrarolle spielen konnten, denn sie verrichten alle Dinge unter Lachen, und ihre größte Glückseligkeit ist das Lachen (Scymn, Steph, An, Per, Ml).
DNP:
Adiabene
Bezeichnung für das Gebiet zw. unterem und oberem Zab, aber auch die nördl. angrenzenden Gebiete (in oriental. Quellen Hadjab). A. umfaßt im wesentlichen die alte Landschaft Assyrien mit Arbela (Plin. nat. 5,66; 6,25 ff.; Amm. 23,6; SHA Sept. Sev. 9,18; Strab. 11,503; 530; 16,736; 745; Ptol. 6,1,2). Als parth. Vasallenstaat von einer lokalen Dynastie regiert, die sich im 1. Jh. n. Chr. zum Judentum bekannte, wird A. in die Kämpfe zw. Rom und Parthern verwickelt. 116 n. Chr. erobert Traian die A. und macht sie unter dem Namen Assyria kurzzeitig zur röm. Provinz. 195 n. Chr. unterwirft Septimius Severus das Gebiet, in das die Römer unter Caracalla 216 n. Chr. erneut einmarschieren. Nach der Chronik von Arbela verbünden sich dann A. und der Herrscher von Kerkuk mit dem Sasaniden Ardaschir I. gegen den Parther Artabanos IV. Während der sasanidischen Zeit bestanden auch zahlreiche christl.-nestorianische Gemeinden.
Gebiet in der Tigris-Region, in hell. Zeit parthischer Vasallenstaat, dessen Königshaus während der Regierungszeit von Izates (36-60 n. Chr.) großen Einfluß im Partherreich hatte. Bevor Izates König wurde, konvertierte er zusammen mit seiner Mutter, Königin Helena, aufgrund von Proselytenwerbung aus polit. Erwägungen zum Judentum (Ios. ant. Iud. 20,17 ff.; 34 ff.). Die Herrscher A.s unterstützten die Juden Palästinas in finanzieller Hinsicht (u. a. mYom 3,10; Ios. ant. Iud. 20,49 ff.). Während des Römischen Krieges entsandte das Königshaus sogar Truppen nach Palästina (Ios. bell. Iud. 2,520).
Kommentar (RE):
Adiabene (Plin. n. h. V 66. VI 25. 28. 41. 44. 114. Ammian. XXIII 6. Hist. Aug. Sev. 9, 18; Adiabena Iul. Honor. Cosmograph. 6 (Riese). Ἀδιαβηνή Strab. XI 503. 530. XVI 736. 745. Ptol. VI 1, 2), bezeichnet ursprünglich wie der zu Grunde liegende einheimische Name Ḥadjab das Flussgebiet der beiden Zâb. Da aber die nördlich davon gelegenen Nachbargebiete zeitweilig mit dieser Landschaft eine politische Einheit bildeten, so wird A. als politische Benennung auch für diese gebraucht, und so erklärt es sich, dass z. B. Plinius (VI 42) Ninus in A. ansetzt, während es nach Strabon (XVI 736) zu Aturia gehört. A. gilt auch direct als der neuere Name für Assyrien (Plin. V 66 und nach ihm Ammian. XXIII 6, 20), weil es politisch den grössten Teil der Landschaft Assyrien umfasste. A. wurde im 1. Jhdt. n. Chr. von eigenen Königen regiert, die aber in einem gewissen Abhängigkeitsverhältnisse zu den Parthern standen und so sowohl in die parthischen Thronstreitigkeiten wie in die Kämpfe der Römer und Parther verwickelt wurden (Joseph. Ant. XX 35. Tac. Ann. XII 13. Dio Cass. LXII 20. LXVIII 28). Merkwürdig ist der durch Josephus und von ihm unabhängige jüdische Quellen (Brüll Jahrb. f. jüd. Gesch. u. Litt. I 58ff.) berichtete Übertritt einer Dynastie A.s zum Judentume. Durch Traian 116 erobert, wurde A. unter dem Namen Assyria römische Provinz. [Fraenkel. ]
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| Literatur: |
Miller, Itineraria, Sp. 625; A.V. Podossinov, Eastern Europe in Roman Cartographic Tradition (Moscow, 2002) [in Russian], S. 375;
J. Neusner, A History of the Jews in Babylonia I, 1965, 58 ff.
Ders., The Conversion of A. to Judaism, in: JBL 83, 1964, 60-66.
Fraenkel, Siegmund, Adiabene, in: RE I.1 (1893), Sp. 360.
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