| Kommentar zum Toponym: |
Plin nat
promunturium Sallentinum (3,145) sive Iapygium (3,103)
Es könnte auch zusammengeschmolzen sein aus Promunturium Salentinum und Portus Leuca (vgl. It Marit).
Portus Sallentinus = It am 489,6 und 489,8 Leuca?
It Ma
489,6
ab Ydrunti litoraria Leucas provinciae su(7)pra scriptae
489,8
a Leucis Crotona provinciae
RE:
Leuca [2]
Nach der weißen Färbung der Steilküste benannte Ortschaft und Kap bei Cap. S. Maria di Leuca in Kalabrien, heute Leuca, Strab. VI 281. Lucan. V 376. Itin. Marit. 490 [eig 489]. Guido 29. Mommsen Unterital. Dial. 51. Dissen Ital. Landesk. II 884. Bei Cic. ad Att. XVI 6,1 heißt es Leucopetra Tarentinorum, vgl. Prom. Sallentinum, Prom. Iapygia. [Philipp]
Kommentar Köhner
Portus Salentinum = It Ma Portus Leucae
Wird auch im Barrington Atlas so miteinander verknüpft.
Es ist kein Portus in dieser Gegend bekannt (außer der oben im It Ma genannte?)
489,6/ 489,8 It Ma
oder alternativ, es handelt sich um ein Promuntorium Sallentinum (siehe Quellen unten bei RE) und nicht um einen Hafen.
Kommentar (Talbert):
On personal inspection of the parchment (March 2003) I was unable to read more than the initial "P". However, the traces of ink suggest that there could have been two words written here (running below island #53).
Miller, Itineraria, Sp. 960:
Port. Salentinum, bei Veretum, am Prom. S. oder Leuce; der Hafen Leucae (It ma); Überfahrtsort nach Hydrunto (300 st) und Crotona (800 st: It ma); j. Hafen am Cap. S. Maria di Leuca.
Datierung (Barrington):
Sallentinum/ Iapygia Pr. – ? (RE Sallentini 1 RE Iapygia promuntorium)
[T.W.] Heute ist nur noch der erste Buchstabe des Toponyms lesbar. Welser, Scheyb und Miller führen "Port Salentinum" an. Zwar ist kein Hafen bzw. keine Stadt mit dem Namen Salentinum belegt, allerdings erwähnt Mela ein Vorgebige namens Sallentiunm (Mela 2,68).
DNP:
Sal(l)entini
Einheimischer Name der Messapii im südlichsten Teil der regio II, beim Iapygischen Kap (Strab. 6,3,1; vgl. Mela 2,66; aber Degrassi, FCap. XX: de Sallentineis Messapieisque). Der Sage nach kamen die S. unter Idomeneus [1] aus Lyktos zusammen mit Illyrii und Lokroi [1] (Varro rust. 3,6; Verg. Aen. 3,400; Verrius Flaccus bei Fest. 440; Solin. 2,10; vgl. Strab. 6,3,5: ápoikoi aus Kreta) nach It., wo nach ihnen das Iapygische Kap promunturium Sallentinum hieß (Dion. Hal. ant. 1,51; Serv. Aen. 3,400; vgl. Tab. Peut. 7,2). In der Ant. wurde ihr Name “vom Salz” hergeleitet (a salo, Fest. l.c.; Varro l.c.: quod in salo amicitiam fecerint, "weil sie ihre Freundschaften im Salz schließen"). Ein Heiligtum der Athena bei den S. nennt Strab. 6,3,5. Pferdeopfer für Iuppiter Menzanas belegt Fest. 190. Nach Varro (l.c.) wurden die S. in 12 populi (Gruppen) unterteilt. 267 und 266 v. Chr. triumphierten die Römer (Degrassi, FCap. XX) über die S. im bellum Sallentinum, was mit der Eroberung von Brundisium endete (Flor. epit. 1,15). Im Gebiet der S. wurde im 2. Punischen Krieg gekämpft (Liv. 23,48,3; 24,20,16; 25,1,1); seit dem 1. Jh. v. Chr. waren die S. romanisiert. Städte der S.: Uria und Castra [II 2] Minervae, von Idomeneus gegr. (Varro l.c.); Neretum, Aletium, Basta, Uzentum, Veretum (Plin. nat. 3,105; Ptol. 3,1,76), Rudiae (Ptol. l.c.), Brundisium (Flor. epit. 1,15). Thuriae in Sallentinis (Liv. 10,2,1) ist jedoch in Peucetia (Peucetii) zu suchen [1]. Berühmt waren die sallentin. Ölbäume (Cato agr. 6,1; Varro rust. 1,24,1; Plin. nat. 15,20; Macr. Sat. 3,20,6), Ziegenherden (Varro rust. 2,3,10) und Hunde (Varro rust. 2,9,5).
Lombardo, Mario (Lecce)
RE:
Iapygia promuntorium. Als ἄκρα Ἰαπυγία wird das Cap Santa Maria di Leuca bei Otranto verschiedentlich genannt. Dittenberger (Ethnika und Verwandtes, Herm. XLII [1907], 228) zeigt, dass der Name bei den ältesten Schriftstellern stets von einer Präposition abhängig ist (Thuc. VI 30, 1. 34,4. 44,2. VII 33,3) und ohne Artikel vor ἄκρα gebraucht wird, sodass I. substantivierter Landesname, ἄκρα adjektivisches Attribut ist, das einen Teil hervorhebt (Iapygien, und zwar die äußerste Spitze. Richtig: Polyb. X 1,8. XXXIV 11,11. Diod. XIII 3,3. Joseph. Bell. Iud. I 22. VII 22. Ptolem. III 1,11. Agathem. Geogr. Gr. Min. II 473, 20. Plin. N.h. III 100 [anders III 102, wo die codd. Iapygia amitan (aritan) gaben und entgegen der Stellung in §100 Iapygia Acra konjiziert ist; vgl. Iapyges]; falsch infolge mißverständlicher Auffassung: Strab. VI 277. Dion. Hal. I 51, Steph. Byz.). [Philipp]
Iapygum promuntorium: Strab. VI 261: [eig. gr. hier dt.] Nach Skylletion kommt das Krotoniatische Land und drei Landspitzen der Iapyger, und nach diesen das Lakinion, ein Heraheiligtum, das einst reich und mit vielen Weihgeschenken vollgestellt war. (Strab. 6,1,11). Ephoros bei Strab VI 262 bezeugt ebenfalls Iapyger bei Kroton. Es sind die drei Caps Cimiti, Rizzuto, le Castella, von denen Rizzuto auch als Διοσκούριας (Diod. XIII 3,3; vgl. Plin. III 96 insula Dioscoron) genannt wird; vgl. Iapyges. [Philipp]
Plin. 3,100; 3,102; 3,103.
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