| Kommentar zum Toponym: |
Das Toponym erscheint in einer größerern schwarzer Maiuskelschrift, unterbrochen von einem Gebirgssymbol:
BU – Gebirgszug in Braun – LINIA.
Die Regionbezeichnung Bulinia (abgeleitet von einem illyrischen Wortstamm bul-, s. Tomaschek RE, 1046) ist nur hier belegt.
Es existieren jedoch Belege für zugehörige Adjektive und Ethnika:
Βουλινοί Ps.-Skyl. 22; 27.
Βουλίνη als Stadt und davon abgeleitet das Ethnikon Βουλῖνος Artemidoros frg. 51 Stiehle bei Steph. Byz. Βουλῖνοι. ἔθνος περὶ Ἰλλυρίαν. Ἀρτεμίδωρος δὲ οὐκ ἔθνος, ὰλλὰ Βουλίνην πόλιν φησίν, ἧς τὸ ἐθνικὸν Βουλῖνος (wohl so richtig lt. Tomaschek RE);
Βουλινῶν ἔθνος Ps.-Skymn. 404;
Bulini Plin. 3,139 (so emendieren Mayhoff und Detlefsen; budini die Mehrheit der Handschriften);
Βουλῖνοι Steph. Byz.
Mit μ/m (und teilweise ν/n als Nebenform oder varia lectio):
Dion. perieg. 387 Βουλιμέων (Gen., so Lightfoot mit B, Par.; Βουλιμαίων Ω; Müller) Βουλίνων ἀκταί, wohl von Nom. Βουλιμεῖς, vgl. dazu Eustath. Comm. in Dion. Perig. 384 GGM II p. 289,2f, der die Schreibweise mit ν (Βουλινεῖς, Βουλίνους) aber als Alternative anführt.
Prisc. perieg. 380 Bulimeon (v. l. Bulineon AZsv) folgt Dion. perieg.
Bulinia ist die einzige Stammesgebiet, das auf Der TP für diese Region vermerkt ist.
Die Bulini waren ein illyrisches Volk in der Nachbarschaft der Hylloi (nicht auf der TP eingetragen). Ihr Gebiet lag an der Südseite der hyllischen Halbinsel entlang einer Küstenstrecke ostwärts bis zur Mündung des Flusses Nestos (= Tilurius, TP 5A3, heute: Cetina), so dass Tragurium (TP 5A2/3 Ragurio) mitten auf dieser Strecke lag (Ps.-Skyl. 22; dort auch bei Dion. perig. 387, s. Tomaschek RE, 1046).
Weniger genau setzt Ps.-Skymn. 404 den Βουλινῶν ἔθνος nördlicher an, nämlich zwischen den Libyrnoi und der hyllischen Halbinsel (s. Tomaschek RE, 1046). Dieser Lokalisierung bei Ps.-Skymnos entspricht der Darstellung auf der TP. Auch dort ist Bulinia nördlich, d. h. links, von Tragurium und ziemlich weit enfernt vom Grenzfluß Tilurius eingetragen (5A3).
Tomaschek RE, 1046 vermutet, daß die Bulini mit den Hylloi zu der Gruppe der liburnischen Völker gerechnet werden können, die eine ältere Schicht der illyrischen Großnation darstellten als die Delmatai (vorausgesetzt, daß das Gebiet der eigentlichen Illyrii - auf der TP nicht eingetragen - wie bei Scymn. 415 und Dion. perig. 388 angegeben, erst mit dem Nestos/Tilurius - TP 5A3 - begann und nicht schon mit dem Katarbates/Telavios/Titius - nicht auf der TP -, wie Ps.-Skyl. 21f angibt). Auf der TP liegt Bulinia allerdings zwischen Liburnia und Dalmatia, und zwar näher an letzterem.
Miller, Itineraria, Sp. 486:
Datierung (Barrington):
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| Literatur: |
Mayer, Anton: Die Sprache der alten Illyrier, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Schriften der Balkankommission, Linguistische Abteilung 15, Band I, Wien 1957, 99f.
Miller, Itineraria, Sp. 486.
Suić, M.: Istočna Jadranska obala u Pseudo Skilakovu Periplu / Eastern coast of the Adriatic in Pseudo-Skylax, Rad. JAZU 306 (1955), 121-186.
Tomaschek, Vilém: Bulini, RE Band III,1 (1897), Sp. 1046.
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