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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

[Lacus Brigantinus] (Miller)

Name (modern):

Bodensee/Lake Constance

Toponym vorher
Toponym nachher
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/187324
Großraum:

Gallien/Germanien

Toponym Typus:

Wasser (ohne Flussname)

Planquadrat:

2A5

Farbe des Toponyms:

ohne Farbe

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Lacus Brigantinus (DNP)

RE:

Brigantinus lacus

Barrington Atlas:

Brigantinus L. (19 B2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Lacus Brigantinus

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Das Hydronym (vielleicht ursprünglich in die Wasserfläche geschrieben) ist nicht erkennbar. Auch die Welser- und die Miller-Edition der Karte bieten nicht einmal Buchstabenreste. Eine Beschriftung ist aber zu erwarten, da auch die meisten anderen Binnengewässer auf der TP mit Hydronymen ausgestattet sind. Meistens hat der Schreiber den Gewässernamen in die Wasserfläche gesetzt und nur selten neben dem See platziert, so z.B. im Fall des Lacus Cusius (2A5) und des Lacus Nenus (2A4). Allerdings ist daraus nicht unbedingt zu schließen, dass der unter den See in Majuskeln geschriebene Name Brigantio den Namen des Sees wiedergibt und nicht auf den mit einer Zwei-Turm-Vignette ausgestatteten Ort (wohl Bregenz) zu beziehen ist. uszuschließen ist es aber nicht, denn ein solches Schriftbild ist auf der TP für die Schreibung eines Toponyms sonst eher nicht üblich, wohl aber für Ethnoyme, Oronyme und Hydronyme gängig.
Der See ist erstmals bei Strabo erwähnt - zunächst ohne Namen (4, 192f.: καὶ ὁ Ῥῆνος δὲ εἰς ἕλη μεγάλα καὶ λίμνην ἀναχεῖται μεγάλην; namenlos bleibt der See auch auch in den anderen Belegen (Strab. 4, 207; 7, 292. 313). Eine Tagesreise vom Bodensee entfernt verortet er die Donauquelle (Strab. 7, 313). Mela (3, 24) gibt an dass der Rhein dort zwei Seen bilde, den lacus Venetus (Bodensee, Obersee) und den lacus Acronus (wohl der Untersee). Das Hydronym lacus Brigantinus ist erstmals bei Plinius bezeugt (nat. 9, 63: mustelarum, quas, mirum dictu, inter Alpes quoque lacus Raetiae Brigantinus aemulas marinis generat) und gleichlautend bei Solinus (234, 6); benannt wurde der See also nach Brigantium (Bregenz). Cassius Dio bezeichnet das Gewässer als „See“ (Cass. Dio 54, 22: ἡ λίμνη), kennt also offenbar kein Hydronym für den Bodensee. Ammianus Marcellinus beschreibt den Bodensee als „einen runden weiten See, den die rätischen Anwohner Brigantia nennen“ (Amm. 15, 4, 3: lacum … rotundum et vastum quem Brigantiam accola Raetus appellat); neben Brigantia führt er auch die Bezeichnung lacus Brigantiae auf (Amm. 15, 4, 1). - Vgl. auch Brigantio.


Kommentar (Talbert):
Traces of black ink are discernible in the lake, but nothing can be made of them.

Miller, Itineraria, Sp. 956:
-; See ohne Namen; Lacus Brigantinus (Pl, Sol), Lacus Brigantiae (Am), Lacus Venetus und L. Acronius (Ml); j. der Bodensee.

Datierung (Barrington):
Brigantinus L. – ? (Reinecke 1924, 41-42)
§ Ven(non)etus L.

DNP:
Lacus Brigantinus

Flußsee, gebildet vom Rhenus, am Alpennordfuß (538,5 km2, größte Tiefe 252 m), ben. nach den anwohnenden Brigantii (Brigantium), h. Bodensee (nach der Kaiserpfalz Bodman). Von Strab. 4,3,3 ohne eigenen Namen erwähnt (vgl. auch Strab. 4,4,9; 7,1,5; 5,1; Mela 3,24; Cass. Dio 54,22,4; erstmals bei Plin. nat. 9,63: lacus Raetiae Brigantinus). Seine Umwohner waren Vindelici, Helvetii und Raeti. Mela 3,24 unterscheidet Obersee (lacus Venetus) und Untersee (lacus Acronus). Plin. nat. 9,63 erwähnt eine Fischart mustela im l.B.; Amm. 15,4,3 nimmt die L des l.B. mit 460 Stadien und fast gleiche Br an. Anläßlich der Unterwerfung des Alpenvorlandes durch Tiberius 15 v.Chr. wurde eine Bodenseeinsel (wohl die Mainau) als Stützpunkt für ein Seegefecht benützt (Strab. 7,1,5).

Graßl, Herbert (Salzburg)

RE:
Brigantinus lacus, der Bodensee, an der die Stadt Brigantium lag. Strabon, der ihn zuerst erwähnt, ohne ihn mit einem besonderen Namen zu bezeichnen (IV 192f. καὶ ὁ Ῥῆνος δὲ εἰς ἕλη μεγάλα καὶ λίμνην ἀναχεῖται μεγάλην. 207. VII 292. 313), giebt ihm einen Umfang von mehr als 300 (die Zahl ist angefochten, s. Groskurds Anmerkg. zu VII 292) und einen Durchschnitt von nahezu 200 Stadien; auch enthielt er eine Insel, deren sich Tiberius zum Angriffsplatze bediente, als er die Vindeliker bekämpfte. Anwohner des Sees sind die Raeter (diese nur auf einer kurzen Strecke), die Vindeliker und Helvetier. Endlich setzt Strabon eine Tagereise vom See entfernt die Isterquellen an. Auch Mela, der Zeit nach der nächste Zeuge für den See, nennt nicht einen besonderen Namen, sondern bemerkt (III 24), dass der Rhein, von den Alpen niederstürzend, zwei Seen bilde Venetum et Acronum (s. d.), worunter er ohne Zweifel den Ober- und den Untersee versteht. Noch Dio, zu dessen Zeit der See bereits seinen örtlichen Namen führte, bezeichnet ihn LIV 22 schlechthin mit ἡ λίμνη. Das erste Zeugnis für den Namen lacus B. bietet Plin. n. h. IX 63 (mustelarum, quas, mirum dictu, inter Alpes quoque lacus Raetiae Brigantinus aemulas marinis generat), dem sich das des Solin. 234, 6 anschliesst. Am ausführlichsten berichtet Amm. Marc. XV 4 über den See, der bei ihm den Namen Brigantia und lacus Brigantiae führt. Er wird als ein runder, sehr grosser und sumpfartiger See geschildert, 460 Stadien lang und fast ebenso breit, vom schäumenden Rheinstrom durchzogen. Die Geschichte des Sees in vorrömischer und nachrömischer Zeit gehört nicht hierher (Näheres in den Monographien über den Bodensee von G. Schwab, Schnars und sonst). Das heutige Areal des Sees beträgt 528 qkm., seine Länge von Bregenz bis Constanz 46 km., von Bregenz bis Bodman 65 km. Von den an ihm gelegenen Orten, die aus römischer Zeit stammen, seien ausser Brigantium (Brigantia, Bregenz) hervorgehoben Confluentes (heute Rheineck, Mündung des Rheins in den Bodensee, Not. dign. occ. XXXV, 32), Arbor Felix (s. d., heut Arbon), Constantia (das heutige Constanz). Vgl. auch Desjardins Géogr. de la Gaule I 115.
[Ihm. ]

"TP-Online-ID: 2063 — [Lacus Brigantinus] (Miller)

Desjardins S. 2.

Lesung und Namensform bei Desjardins: [Lacus Venetus]; normalisierte Form: keine normalisierte Form angegeben.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Gallia. Typ: See. Route/Abschnitt: keine Route bzw. kein Abschnitt angegeben.

Quellenstellen bei Desjardins: keine Quellenstelle bei Desjardins angegeben.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Bodensee.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Der See ist auf der Tabula gezeichnet, aber nicht beschriftet. Desjardins ergänzt ihn editorisch als [Lacus Venetus] und identifiziert ihn mit dem Bodensee.

Bearbeitungshinweis: TP Online bezeichnet dasselbe unbeschriftete Objekt nach Miller als [Lacus Brigantinus], Desjardins dagegen als [Lacus Venetus]."

Literatur:

Maximilian Ihm, in: RE III / 1, 1897, 845 s.v. Brigantinus lacus; Miller, Itineraria, Sp. 956; Herbert Graßl, in: DNP 6, 1999, 1048 s.v. Lacus Brigantinus; Gerhard Rasch / Hasso Heiland, Antike geographische Namen der Alpen. Mit einem Beitrag von Hermann Reichert: Germanien in der Sicht des Ptolemaios, Berlin 2005 (= RGA Ergänzungsband 47), 32 s.v. Brigantinus lacus; Wiebke Vergin, Das Imperium Romanum und seine Gegenwelten. Die geographisch-ethnographischen Exkurse in den Res Gestae des Ammianus Marcellinus, Berlin / Boston 2013, 55-60. 279.

NOCH IN BEARBEITUNG (8.2.2022, MS)

W. Scheffknecht, Der Beginn der röm. Herrschaft in Vorarlberg, in: E. Zacherl (Hrsg.), Die Römer in den Alpen, 1989, 55-69.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

20.08.2026 09:02


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_druck.php?id=2063 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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