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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Cerunda (Gerunda)

Name (modern):

Girona

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher XII     Voconi     
Toponym nachher XII     Cemu[/nui]ana     
Alternatives Bild
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/246406
Großraum:

Rest (Westen)

Toponym Typus:

Ortsname ohne Symbol

Planquadrat:

1B1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

Gerunda (390,4)

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Gerunda - https://elexikon.ch/RE/VII,1_1285

Barrington Atlas:

Gerunda (25 H4)

TIR / TIB /sonstiges:

Gerunda (TIR J/K-31, 82f)

Miller:

Ce[ru]nda

Levi:

 

Ravennat:

Gerunda (78,52; 87,13)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Γεροῦνδα (2,6,70)

Plinius:

Gerundenses (3,23)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier)

Begründung zur Datierung:

Erster Beleg bei Plinius. Danach durchgängig bis in visigotische Zeit.

Kommentar zum Toponym:

Welser liest Gerunda.

Die Stadt lag in dem reichen Hügelland zwischen den Flüssen Ter und Oña.
Umstritten ist die Zuordnung der Münzen mit den iberischen Aufschriften krsa und thruthru-ate (s. Hübner, Emil: Gerunda, RE 7,1 (1910), 1284f, https://de.wikisource.org/wiki/RE:Gerunda).
Gegründet wohl im 1. Viertel des 1. Jh.s v. Chr. Laut - Plin. nat. 3,23, waren die Gerundenses eine Gemeinde Latinischen Rechts, die zum Gerichtsbezirk von Tarraco gehörte.
Gerunda war in christlicher Zeit bedeutend als Stadt des Märtyrers Felix (gest. unter Diocletianus; Prud. perist. 4,29f), als Bistum und westgot. Münzstätte
(s. Barceló, P. (. (2006). Gerunda. In Der Neue Pauly Online. Brill. https://doi.org/10.1163/1574-9347_dnp_e422830).

Antike Quellen:
- Ptol. 2,6,70 Γεροῦνδα (Stadt der Ausetanoi, westlich der Kerretanoi).
- CIL II 4620 u. ö. res p(ublica) Gerund(ensium).
- Itin. Ant. 390,4 Gerunda.
- Tabula Peutingeriana 1B1 Cer[u]nda (https://tp-online.ku.de/trefferanzeige_en.php?id=3219).
- Vicarello-Becher I (Gerundam) – IV Gerunda (CIL XI, 3281–3284).
- Cosmogr. Rav. 4,42 p. 78,52; 5,3 p. 87,13 Gerunda.
Weitere Quellen s. Holder, Alfred: Alt-celtischer Sprachschatz, Leipzig 1898, Bd. I, 2015, https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10930326?page=1052,1053).

Zu den archäologischen Resten s. TIR J/K-31, 82f mit Lit.


Kommentar (Talbert):
Two letters are illegible.
-> stretcht to Cenviana
The start of this stretch is not marked.

Miller, Itineraria, Sp. 182:
Ce[ru]nda ((Ma, Dj), Ce…nda (Sch, Kt), irrig Ceinda (Pd) und Gerunda (Bt, Bg, Ve)), Gerunda (It, IG 2.3, Pl, Ra, Prudent), Gerundia (Gu), eine civitas latina (Pl), Gerundam (IG 1). Bischofssitz; j. auf einem Berg bei Gerona. Iss: 4620-4622. 6180.
12; it. (IG 1.3), 10 (IG 2), bis Gerunda 27 (It).

Kommentar (RE):
Gerunda, Stadt der Ausetaner im Küstenland des nordöstlichen Hispanien, das heutige Gerona. Wenn die Münzen mit den iberischen Aufschriften krsa und thruthru-ate, deren Gepräge und Schriftart in jene Gegend paßt, mit einiger Wahrscheinlichkeit G. zugeteilt worden sind – obgleich sich nur kr mit Ger deckt, unda könnte lateinische Endung sein mit volksetymologischer Umdeutung des einheimischen den Römern unverständlichen Namens der Stadt quae gerunda est; die andere Aufschrift enthält den Namen des Volksstammes (Mon. ling. Iber. nr. 16), so sind sie die ältesten Zeugnisse für die nach ihrer hohen Lage gewiß alte iberische Stadt in [1285] dem reichen Hügelland zwischen den Flüssen Ter und Oña. Die Liste des Agrippa nannte unter den oppida civium Latinorum die Gerundenses (Plin. n. h. III 23, bei Mela fehlt der Name). Außerdem erscheint die Stadt als Station der großen römischen Straße vom Gebirge (ad Pyrenaeum) nach Barcino und Tarraco (Itin. von Vicarello, auf der Peutingerschen Tafel Cerunda. Itin. Ant. 390, 4. Geogr. Rav. 303, 4. 341, 13) und bei Ptolemaios (II 6, 69 Γεροῦνδα, der sie vielleicht willkürlich den Ausetanern zuteilt, deren Gebiet ihre Lage kaum entspricht). Die Inschriften der res publica Gerundensis (CIL II 4620.[1] 4621; vgl. 4626) zeigen die üblichen Magistrate; einer ihrer Beamten kommt als Flamen der Provinz in Tarraco vor (CIL II 4229).[2] G. vermittelte einst den Verkehr von Emporion (s. d.), das als ihr Hafen galt, mit dem Inneren und hat seine Bedeutung durch das Mittelalter hindurch (wiederholt erwähnt in den Chroniken und Konzilienunterschriften, Holder Altkelt. Sprachsch. I 2015) bis heute bewahrt (CIL II p. 614.[3] 987). Prudentius preist seinen Märtyrer Felix (peristeph. IV 29 parva Felicis decus exhibebit artubus sanctis locuples Gerunda, das zu den ältesten Bischofssitzen gehört). Auch fehlt es nicht an christlichen Inschriften (Inscr. Hisp. christ, nr. 192 u. a) , und die westgotischen Könige schlugen hier zahlreiche Goldmünzen (Heiss Monn. Wisigot. 53 mit Gerunda und Gironda). [Hübner.]

Datierung (Barrington):
Gerunda – Hellenistic/Roman/Late Antique (Nolla 1987; TIR Tarraco 83; NPauly)

Literatur:

Desjardins, Table, p. 80, col. 3, no. 4.

Miller, Itineraria, Sp. 182.

Hübner, Emil, Gerunda, in: RE VII.1 (1910), Sp. 1284 f.

Vivó Codina, David 2006: Aigua i conjunts termals a les ciuitates d`Emporiae, Gerunda i Aquae Calidae
... sed uitam faciunt, Girona.

Vivó Codina, David (2022): Gerunda, in: Nogales Basarrate, Trinidad (Hg.): Ciudades romanas de Hispania II (= Hispania antigua Serie Arqueològica 14), Roma, 85-95.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

19.03.2026 14:41


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=3219 [zuletzt aufgerufen am 18.04.2026]

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