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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Berizto

Name (modern):

Beirut

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher XXIX     Sydone     
Toponym nachher VII     Balbyblos     LVIII     Eliopoli     
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/678060
Großraum:

Syrien/Palästina/Arabien

Toponym Typus:

Ortsname mit Symbol

Planquadrat:

9C2

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

A Doppelturm

Itinerar (ed. Cuntz):

Berito (149,1)

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Berytos - https://elexikon.ch/RE/III,1_321, Laodikeia [3] - https://elexikon.ch/RE/XII,1_721

Barrington Atlas:

Berytus/Laodikeia en te Phoinike/Col. Iulia Augusta Felix (69 C2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Berizto

Levi:

Berizto (A,I,2)

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Talbert):
The name is divided and written either side of the symbol ("Be" to the left) because space is so tight hereabouts; a further restriction is the concern that lettering for land features should not overrun open water.
-> Stretch to Balbyblos
One stretch is drawn as two.
-> Stretch to Eliopoli
One stretch is drawn as two.
River crossing: (river, no. 125)

Berizto (So Dj, irrig Berihto (Bt, Bg); Beribto (Ve) und Beritho (Sch, Ma, Pd, Kt)), Birithon und Piriton (Ra), i. e. Berythus (Iss: CIL III 14164. 14384 3 – gefunden in Nyha; 6627 – gefunden in Coptos; s. u.) – Βηρυτος (Scyl, St, Pt, Dion, Ml, Pt, Am, Hl), im Altertum Berotha oder Berothai, Vitiron (Gu – und verstellt Biritos s. o.), civitas Birito (Hi), - Berytii (ib. 167 – hier gefunden); eine sehr alte Stadt am Ausfluss des Magoras, in einer herrlichen Gegend, von Tryphon 140 v. Chr. zerstört, von Agrippa unter Augustus durch Soldaten der 5. und 8. Legion kolonisiert als Julia Aug. Felix B. (Iss: CIL III 161. 165. 166. 6041 – hier gefunden; colonia: ib. 6671. 6672. 6692. 14384 3 – hier gefunden) mit italischem Rechte (St, Digest, I, Münzen); von König Agrippa unter Claudius verschönert, unter Caracalla nahm sie den Beinamen Antoniniana an, später mit Hochschule für Rechtskunde und die schönen Wissenschaften (Socr. h. eccl. 4, 27, Euseb. mart. Palaest. C. 4), von Theodosius zur metropolis erhoben (Cod Just); j. Beirût mit Ruinen.
Viele Iss im CIL III, CIG 4529-4536.
Abzweigung nach Heliopolis (Strecke 118 a).
29, 30 (It), 28 Hi: bis mut. Heldua 12, bis mut. Pasphirion (Purpurhandel) 8, bis Sidona 8; bis Heliopolis 36 mp Abulf.).

Miller, Itineraria, Sp. 826:
Berizto, Strecke 92; j. Beirut.

Kommentar (RE):
Berytos (Βηρυτός Skyl. peripl. 104 bei Müller Geogr. gr. min. I 78. Strab. XVI 683. 755f. Mela I 12. Plin. n. h. V 78. VI 213. XIV 74. XV 66. Ptol. V 15, 5. Dion. perieg. 911. Steph. Byz. Hierokl. 715. Not. episc. I 971. Nil. 82. Anon. Paraphrasis bei Müller Geogr. gr. min. II 421. Anon. orbis descriptio 25. 31f.; ebd. II 517ff. Tab. Peut. Beritho; Itin. Anton. 149 Berito; Itin. Hieros. 583 Birito; Geogr. Rav. II 15 p. 89 Birithon; V 7 p. 375 Piriton; Guido 94 Biritos; Polyb. V 61, 9. Joseph. ant. Iud. XVI 361. XVII 287. XIX 335ff. XX 211; bell. Iud. I 21, 11. 27, 2. II 5, 1. VII 3, 1. Herodian. III 3, 8. Amm. Marc. XIV 8, 9. Nonn. Dionys. XLI–XLIII Βερόη. Malal. Chron. XVIII p. 485 ed. Dindorf. Gregor. Thaumaturg. panegyr. ad Origenem p. 186f. Sozom. hist. eccl. I 11. Sokrat. hist. eccl. IV 27. Theophan. chron. 352 ed. Classen. Nikeph. Kall. XIV 52. Georg. Cedr. I 523 ed. Bekker. Prokop. hist. Arc. 25, ed. Dindorf ΙII 140. Agathias hist. II 15 p. 95f. ed. Niebuhr. Codex Iust. I 17, 2. 9. X 49, 1. XI 21), Hafenstadt an der phoinikischen Küste, an der Mündung des Magoras (Nahr Beirût, Plin. n. h. V 78) gelegen. Wie die meisten phoinikischen Städte erhebt auch B. den Anspruch hohen Altertums (Steph. Byz. κτίσμα Κρόνου; vgl. Sanchuniaton bei Euseb. praep. evang. I 10 p. 45 ed. Heinichen: dem Poseidon und den Kabiren geweiht). Nach Nonnus (Dionys. XLI 364ff.) soll der ursprüngliche Name der Stadt Beroë (Βερόη) gewesen sein. Die Ableitung des Namens B. ist nicht sicher; die ursprüngliche Form dürfte wohl Beerôt (d. h. die ‚Brunnen‘) gewesen sein (so schon von Steph. Byz. erklärt); weniger Wahrscheinlichkeit hat die andere Annahme, dass B. wegen seiner Pinien (berôsch) so benannt worden sei. Mit dem alttestamentlichen Berothai (II Sam. 8, 8. Ezech. 47, 16) ist es nicht zu identificieren.

In der phoinikischen Zeit scheint B. unbedeutend [322] gewesen zu sein. Es wird zwar schon vor Alexander als Hafenstadt genannt (Skyl. a. a. O.), aber bei seinen Kriegszügen nicht erwähnt. Bei Gelegenheit der Thronstreitigkeiten zwischen Tryphon und Demetrios II. bezw. Antiochos VII. Sidetes (145–138 v. Chr.) wurde B. von Tryphon zerstört (Strab. XVI 735). Die Römer bauten die Stadt wieder auf; Agrippa siedelte dort die Veteranen zweier Legionen (leg. V Macedonica und leg. VIII Augusta) an; die Stadt wurde zur römischen Colonie mit italischem Recht erhoben (Strab. a. a. O. Eckhel III 356. Mommsen Res gestae divi Aug.² 119), wahrscheinlich im J. 15 v. Chr., in welches Jahr (= 2001 Abrah.) auch Eusebios (chron. ed. Schoene II 142) die Gründung der Colonie B. setzt. Der volle Name derselben war Colonia Iulia Augusta Felix Berytus (CIL III 161. 165. 166. 6041. Le Bas 1842. Plin. n. h. V 78. Joseph. bell. Iud. VII 3, 1. Digest. L 15, 7. 8, 3; vgl. die Münzen). Auf einer Münze aus der Zeit Caracallas trägt sie den Namen Antoniniana (Eckhel III 357). Der Reihe nach verschönerten Herodes d. Gr., Herodes Agrippa I. und Herodes Agrippa II. die Stadt durch prächtige Bauten, besonders Theater (Joseph. bell. Iud. I 21, 11; ant. Iud. XIX 335ff. XX 211); glänzende Spiele wurden dort abgehalten, so von Titus zur Feier der Zerstörung Jerusalems (Joseph. bell. Iud. VII 3, 1 u. a.). Aus jener Zeit dürften auch die Reste eines stattlichen Aquaeducts, welcher der Stadt Wasser aus dem Magoras zuführte, stammen. Seit der Mitte des 3. Jhdts. war B. Sitz einer weltberühmten Hochschule für römisches Recht, daher Iustinian sie nutrix legum nannte (Cod. Iust. Anon. orbis descr. Gregor. Thaumat. Sokrat. Sozom. aa. OO. u. a.). Im J. 529 zerstörte ein furchtbares Erdbeben die ganze Stadt (Agath. Theophan. Georg. Cedr. aa. OO.); sie wurde nicht mehr in ihrem alten Glanz aufgebaut. Im J. 600 lag sie noch in Trümmern; 635 wurde sie von den Muslimen mit leichter Mühe erobert. Von 1125–1291 war B. mit geringen Unterbrechungen im Besitz der Kreuzfahrer. Dank der Fruchtbarkeit des Bodens und der trefflichen Lage des Hafens wurde B. bald wieder zu einer bedeutenden Handelsstadt; namentlich dem Drusenfürsten Fachreddîn (1595–1634), der dort residierte, verdankte sie die Hebung ihres Handels.

Die Umgegend von B. war wegen ihrer Lieblichkeit und Fruchtbarkeit in alter Zeit berühmt (Dion. a. a. O.). Plinius (a. a. O.) preist ihre Trauben und ihren Wein; die Producte ihrer Leinenindustrie gingen frühe schon in die ganze Welt (Anon. orbis descr. a. a. O.); in der späteren Kaiserzeit war hier (und in Tyrus) der Mittelpunkt des grössten Seidenhandels und der Seidenfabrication (Prokop. a. a. O.). In Puteoli gab es im 2. Jhdt. n. Chr. eine Colonie berytensischer Handelsleute (CIL X 1634).

Das heutige Beirut (33° 50′ nördlicher Breite) ist an der Südseite der St. Georgsbai herrlich gelegen; mildes Klima, üppige Gärten ringsum. Bedeutendste Handelsstadt Syriens mit gutem Hafen; Export von Getreide, Seide, Wolle. Hauptstadt des gleichnamigen Wilâjets, Centrum des orientalischen Buchhandels in Syrien, ca. 115000 Einwohner; zahlreiche europäische Institute. Nur unbedeutende Altertümer.

[323] Inschriften s. CIL III 153–176 (vgl. add. p. 971). 6004–6042; Suppl. III 6668–6695. CIG III 4529–4536. Le Bas et Waddington III 1842–1850. Münzen bei Eckhel III 354–359. Mionnet V 334–351; Suppl. VIII 238–250. Head HN 668.

Forbiger Handbuch II 668. Robinson Palästina III 725ff. Ritter Erdkunde XVII 62–64. 432–459. Renan Mission de Phénicie 342–353. Baedeker Palästina u. Syrien³ 284–294. Zumpt Comment. epigr. I 379. Marquardt R. Staatsverw. I² 427f. Movers Die Phönicier II 110f. Pietschmann Gesch. d. Phoenicier 50f. Schürer Gesch. d. jüd. Volkes I 340. [Benzinger. ]

3) [...] 3) ΛαΜκειὰ ἡ ἐν Φοινίκη. Eine Anzahl von 30 Münzen weist neben den griechischen Sigeln ΛΑ. ΦΟ. in phoinikischer Schrift die Legende ;52 ®N SD’Îiïit d. h. J ἡ ἐν Φοινίκη, auf (Head HN³ 790. Hill Catal. of .. Phoenicia p. L n. 7. Cooke North-Semitic Inscr. 46. 3. 349f.). In einer phönikischen Inschrift von Umm el-’Amüd CAwämid) wird der Distrikt L. (:r -!S’i GIS I 7, 3 vom J. 132 v. Chr.) erwähnt, woraus Renan (Mission de Phén. 710ff. 744;CIS I 29–32) folgerte. Λ sie der alte Name dieses Fundortes gewesen Der Text der Inschrift verlangt dies aber durchaus nicht; vielmehr scheint Umm el-’amüd nach einer anderen Inschrift Hammön geheißen zu haben (G. Hoff mann Abh. Gott. Ges. Wiss. 1889, 22. 1). Rouvier suchte in einer Reihe von Aufsätzen die alte Annahme Eckhels zu erweisen, daß jene Münzen auf Berytos zu beziehen sind, das [721] zeitweise den Beinamen A. geführt habe. Andere haben sie dem syrischen .4. am Meere (G. H o f f -mann a. O. R. Kiepert FOA V Text p. 2a) oder der Stadt am Libanos (Babelon Rois de Syrie 84 nr. 660–664) zugewiesen. Die erstere wird allerdings vereinzelt auch L. in Phoinikien genannt, so von Appian (Syr. c. 57), Eustathios (ad Dion. Per. 915 nach Philon von Byblos, doch führt Steph. Byz. dasselbe unter A. πόλις τῆς Συρίας anl) und Theophanes (401, 29 de Boor, 1 wo jedoch τῆς παράλιον Φοινίκης nur Übersetzung von arab. as-Sähil sein kann). Aber bei den meisten Autoren und in allen offiziellen Urkunden heißt sie stets L. in Syrien. Auch die Ähnlichkeit der Münzbilder dieser Stadt mit denen des phoinikischen L. kann bei der Häufigkeit des Poseidontypos nichts beweisen (Pietschmann Gesch. d. Phon. 74f. m. Abb.). L. am Libanos gehörte zwar seit 194 n. Chr. zu der römischen Provinz Foenice (G. A. Harrer Stu- ί dies in the hist. of ... Syria 85); aber in älterer Zeit war der Gebrauch dieses Namens für das Gebiet östlich vom Libanos völlig unbekannt. Außerdem geht, wie Roussel (Bull. hell. 1911, 483–440) zeigt, aus mehreren Inschriften mit Gewißheit hervor, daß unser L. am Meere lag und mit Berytos identisch war. Eine von ihnen ist von den ἐν Λα[οδικείαι] τὴι ἐν Φοινίκηι ἐγδοχεΊς καὶ ναύκληροι] gewidmet; eine andere (vom J. 122/1 v. Chr.) lautet ὁ δῆμος ὁ ΛαοδιΑ κεῶν τῶν ἐν Φοινίκη τῆς ἴερας καὶ ἀσύλου.. ., und auf demselben Stein steht rechts daneben τὸ κοινὸν Βηρυτίων τῶν ἐν Δήλωι ἔμπορων καὶ ναύκληρων καὶ ἐγδοχέων (Bull. hell. XXXI 444Î.). Dieses κοινόν wurde in Delos wohl erst unter athenischer Herrschaft geduldet; die Inschrift widerlegt zugleich Strabons Angabe (XVI 756), Berytos sei nach der Zerstörung durch Tryphon erst in der Römerzeit wieder aufgebaut worden (Roussel a. O.). Der offizielle Name L. war für die Stadt etwa von 187 bis 166 und vereinzelt noch bis zum Ende des 2. Jhdts. in Gebrauch: die Umnennung kann nicht vor der Schlacht am Paneion erfolgt sein (Roussel 438). Rouvier sucht (Rev. Numism. 1896. 390. C.-R. Acad. inscr, 1896. 209) die Stadt ,L. in Kanaan’ oder Altherytos in der Gegend des nähr el-Gha-dir. etwa 6 km südlich vom heutigen Bairüt. [Honigmann. ]

Datierung (Barrington):
Berytus/ - Hellenistic/Roman/Late Antique
Laodikeia en te Phoinike/ - Hellenistic Antique
Col. Iulia Augusta Felix - Roman Antique
(RE Berytos; RE Laodikeia 3; Lauffray 1978; NPauly Berytos)

Literatur:

Miller, Itineraria, Sp. 806-807. 826;

Benzinger, Immanuel, Berytos, in: RE III.1 (1897), Sp. 321-323.

Honigmann, Ernst, Laodikeia [3], in: RE XII.1 (1924), Sp. 720f.

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Letzte Bearbeitung:

09.03.2026 18:12


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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2923 [zuletzt aufgerufen am 19.03.2026]

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