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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Fluvius Tontus

Name (modern):

Tundja/Tundža

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000) ---
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/501644
Großraum:

Balkanraum nördlich

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

7A5

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Tonsos 1

Barrington Atlas:

Tonzos fl. (51 H1)

TIR / TIB /sonstiges:

Tonzos fluvius, Tonzus fluvius (TIR K 35/2, 395f)

Miller:

 

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Τόνζου ποταμοῦ ἐκβολαί (3,22,4)

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

Kaiserzeit (2. Jh.)

Begründung zur Datierung:

Name ab dem 2. Jh. in literar. Quellen (ab Ptol.) und Münze.

Kommentar zum Toponym:

Namensform nur hier belegt.

Übliche Namensform:

ΤΟΝΖΟΣ als Flussgott auf Münzen von Hadrianopolis (Mionnet Suppl. II 306 Nr. 634; Head HN² 287, s. Oberhummer, RE 1714).
Τόνζος Ptol. 3,22,4 Τόνζου ποταμοῦ ἐκβολαί, Mündung versehentlich am Schwarzen Meer lokalisiert.

Der Name ist in griech. Handschriften oft entstellt überliefert (s. Oberhummer, RE 1714):
- †Τάξῳ† (Dativ) frühester Beleg: Anaximenes, Philippika (4. Jh. v. Chr.) New Jacoby 72 F 12 (FGrH II p. 122) bei Harpokration, Lexikon s. v. Καβύλη: οὗτος δέ φησιν αὐτὸ ἱδρῦσθαι πρὸς τῶι Τάξωι ποταμῶι κατὰ μέσον τῆς Θράικης; Photios s. v. Καβύλη· χωρίον τῆς Θρᾴκης ἱδρυμένον πρὸς τῷ †Τάξῳ† ποταμῷ κατὰ μέσον τῆς Θρᾴκης; Suda s. v. Καβύλη
- Τῶνοσεειος, eine Korruptele (v. l. Τῶνος) Zosimos (5. Jh.) 2,22,4 Ἐκτάξαντος δὲ καὶ τοῦ Λικιννίου τὴν δύναμιν ἀπὸ τοῦ ὑπερκειμένου τῆς πόλεως (Hadrianopolis) ὄρους ἄχρι σταδίων διακοσίων, καθ´ ὃ †Τῶνοσεειος ποταμὸς τῷ Ἕβρῳ συμβάλλει.

- Τοῦνζα bulgar. Form, seit dem 8. Jh. belegt (s. Oberhummer, RE 1714).
- Hist. August. Heliogabal 7,7 ohne Namensnennung (einer von tria flumina circa Hebrum).

Der Tonzos entspringt eigentlich im Haemus-Gebirge (heute: Stara Planina), auf der TP angedeutet durch zwei Gebirgssymbole ober- und unterhalb von 7A2 Montemno (s. Art. dort).
Seine Mündung befindet sich Wirklichkeit bei Hadrianopolis (so Zosimos 2,22,4, fälschlich im Schwarzen Meer bei Ptol. 3,22,4).
Die Zeichung des Tontos auf der TP ist also fehlerhaft; sie entspricht dem südlicheren Ἀγριάνης/Ὲγρῖνος, heute: Ergene (s. ItMiller 599; Oberhummer, RE 1714), einem Nebenfluss des Hebros (Hdt. 4,90; erwähnt auch bei Apoll. Rhod 1,217; Mela 2,24, s. Detschew 1957, 5; Identität mit dem Erginus bei Plin. 4,47 bezweifelt Hirschfeld 1893, 891f).
Falls der Kartenzeichner oder ein Kopist hier den Tonzos mit dem Agrianes (BAtlas 52 A2) verwechselt hätte, wäre das namenlose Gebirgssymbol auf 7B5, aus dem der Tontus auf der TP entspringt, vielleicht nicht eine Doublette des Haemus, sondern, wie ItMiller 600 vermutet, ein Teil des Asticus, heute: Strandža/Istranca Daği (7B4-7B5, s. Art. dort).

Die Siedlung gleichen Namens fehlt auf der TP (bei Ptol. 3,11,12 aufgelistet zwischen Arzos und Kabyle).

Lit. s. TIR 396.

Literatur:

Detschew, Dimiter: Die thrakischen Sprachreste, Wien 1957, 511f.

Hirschfeld, Gustav: Agrianes 2, RE I1,1 (1893), 891f.

Miller, Itineraria, Sp. 599.

Oberhummer, Eugen: Tonsos 1, RE II 6,2 (1937), 1714.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

04.01.2025 20:47

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Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2642 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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