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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Flumen Burotas

Name (modern):

Evrotas

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/570248
Großraum:

Balkanraum südlich

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

6B5 / 6B4 / 6C4

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Eurotas [1] - https://elexikon.ch/RE/VI,1_1313.png

Barrington Atlas:

Eurotas fl. (58 C3)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Fl` Burotas

Levi:

 

Ravennat:

Eurotis (p. 100,12)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Der Name, verschrieben aus „Eurotas“, wurde am Verlauf des Flusses eingetragen, laut Kommentar Talbert, weil an der Quelle zu wenig Platz war.
Because there is distinctly less space at the source, the name is placed mid-course along the river (s. https://www.cambridge.org/us/talbert/talbertdatabase/TPPlace3416.html).

Hier ist wohl eigentlich der Alpheios gemeint (s. ItMiller 599; Prichett 1980, 203), der größte Fluß der Peloponnes, der bei Ambelakion entspringt und in der Nähe von Olympia (TP 6B5/6C4) in den Golf von Kyparissia mündet.
Der Eurotas hat denselben Ursprung, fließt jedoch in die entgegengesetzte Richtung, nämlich nach Südosten, an Sparta vorbei in den Lakonischen Meerbusen (s. ItMiller 599). Auf der TP wird er mit dem Pamisus (6B5-7B1/C1) verwechselt (s. ItMiller 600).

Falls es sich bei dem Gebirgssymbol mountain, no. 56 im Norden der Peloponnes, in dem dieser Fluss auf der TP entspringt, um das Erymanthus-Gebirge handelt, könnte man auch vermuten, dass der Kartograph hier eine Kombination aus dem Alphaios und seinem Zufluss, dem Erymanthus, der in diesem homonymen Gebirge sein Quellgebiet hat, darstellt.






Miller, Itineraria, Sp. 599:
Fl` Burotas, verschrieben statt Eurotas; Eurotis (Ra); Fluß der Laconica, an Sparta vorüber nicht schiffbar, mündet in den Lakonischen Meerbusen; j. Vasilipotamo, Unterlauf Iri.
Gemeint ist jedoch der nicht genannte [Alpheios]; der Ursprung beider ist gleich, aber sie fließen in entgegengesetzter Richtung, daher wohl der Name des westlichen übertragen. Ra nennt unmittelbar vor Eurotis den Alfos; j. Ryfo, Rufea oder Alfo.

Datierung (Barrington):
Eurotas fl. - / (Paus. 3.1.1).

DNP:
Eurotas
(Εὐρώτας, “der gut fließende”). Der 82 km lange Fluß (myth. Ableitung vom König E. bei Paus. 3,1,1f.) entspringt mit seinen Quellbächen auf der flachen Talwasserscheide zum Alpheios zw. Parnon und Taygetos in der Asea-Ebene und auf den nordwestl. Ausläufern des arkad. Parnon (unwahrscheinlich die von Paus. 8,44,4 geäußerte Annahme von unterirdischen Verbindungen des E. zum Taka-See im Quellbereich) und tritt nördl. von Sparta einer tektonischen Senke folgend (“E.-Furche”) in das 18 km lange und ca. 10 km breite lakonische Becken ein. In gewundenem, epigenetischem Lauf und z.T. enger Schlucht durchbricht er ein aus neogenen Konglomeraten und Kalken gebildetes, bis 516 m hohes Hügelland und mündet östl. von Gytheion unter Bildung einer ca. 50 km2 großen, früher malariaverseuchten Schwemmland-Ebene (von Helos: Strab. 8,5,2) in den Golf von Lakonia. Der E. führt das ganze Jahr über Wasser, klimabedingt und aufgrund starker Wasserentnahme (ca. 120 km2 werden mit E.-Wasser bewässert) jedoch mit jahreszeitlich sehr unterschiedlicher Wasserführung. In der Ant. war der E. oft nicht in Furten zu überschreiten (Pol. 5,22,2).
Lienau, Cay
Olshausen, Eckart

Kommentar (RE):
Eurotas (Εὐρώτας). 1) Heute Iris, der Hauptfluss Lakoniens und einer der bedeutendsten Flüsse des Peloponnes, der die Senke zwischen Parnon und Taygetos, das ,hohle Lakedaimon‘, der Länge nach von Nordnordwesten nach Südsüdosten durchfliesst. Wie diese Senke selbst (s. Lakonia, Lakedaimon), so zerfällt auch der Lauf des E. in vier Abschnitte. 1. Als Ursprung des E. sahen die Alten eine Quelle bei Asea in Arkadien (in der Ebene der heutigen Frankovrysis) in unmittelbarer Nähe der Alpheiosquelle an, die sich sogar mit jener vermischte, bald aber in der Erde verlor, um dann, bei Belmina wieder hervortretend, den eigentlichen E. zu bilden (Strab. VI 275. [1315] VIII 348. Paus. VIII 44, 3. 54, 2. Dion. perieg. 412). In der Tat entströmen in der im Altertum Belmina genannten Gegend dem Südabhang der Kalkgebirge, welche die Ebene von Frankovrysis im Süden umrahmen, zahlreiche starke Quellen, die sich bei dem steilen Felskegel Chelmos (mit den Ruinen von Athenaion ?) zum E. vereinigen. Ein Zusammenhang mit jener Quelle bei Frankovrysis ist natürlich nicht nachzuweisen (vgl. Loring Journ. of hell. Stud. XV 69f.). Weiter als diese Quellen, die nur durch eine niedrige Wasserscheide (500 m) vom Becken von Megalopolis (dem Alpheios) getrennt werden, greift der Bach von Kaltezae nach Norden aus. Die erste Strecke des E.-Laufes, vom Chelmos bis 5 km oberhalb Sparta, durchzieht die hügelige Einsenkung zwischen dem Taygetos und dem Bergland der Skiritis, in meist engem, gewundenem, stellenweise zu kleinen Auen sich ausweitendem Tale. Der Boden der Senke besteht hier zuerst aus Eocänkalk, weiter abwärts aus Glimmerschiefer. 2. Den zweiten Abschnitt bildet das Becken von Sparta, eine Einsenkung von 18 zu 10 km, erfüllt von den Ablagerungen eines pliocänen Binnensees. Auf der linken Seite treten diese Ablagerungen in 100 und mehr Meter hohen Steilwänden an den Fluß; rechts dagegen bilden sie eine nur wenig über dem Fluß erhabene, flachhügelige, überaus fruchtbare Fläche, die Ebene von Sparta. Der Fluß selbst ist von einer ansehnlichen Aue begleitet, die seinen Überschwemmungen ausgesetzt ist. Sein Bett ist hier breit und kiesig, von Oleandergebüsch umsäumt. 3. Im dritten Abschnitt hat der Fluß noch einmal im engen Felstal Aulon (Polyaen. II 14, 1) mit raschem Lauf, sogar mit Stromschnellen ein bis 500 m hohes Hügelland aus Glimmerschiefer und Kreidekalk zu durchbrechen. 4. Endlich, nur noch 5 km in gerader Linie von der Küste, verläßt er die Felsschlucht und betritt seine fruchtbare, aber an der Küste versumpfte Mündungsebene, das Helos (Strab. VIII 363. 389). Nur wenig westlich vom E. mündet ein ihn an Wasserfülle übertreffendes Gewässer, der Vasilopotamos, der dort nur wenige Kilometer entfernt am Gebirgsfusse aus mehreren großen Quellen entspringt, die wahrscheinlich durchgesickertes E.-Wasser enthalten.

Der E. empfängt, infolge der Gestaltung des Landes, nur kurze Nebenbäche; der einzige größere ist der dicht oberhalb Spartas mündende Oinus aus dem Parnon. Das meiste Wasser kommt ihm aus den zahlreichen und mächtigen, an seinem Ursprung und am Fuß des Taygetos entlang auftretenden Quellen zu. Er trocknet daher nie ganz aus, wenn er auch im Sommer recht dürftig wird. In der Regenzeit macht er sich durch Überschwemmungen furchtbar und ist oft längere Zeit hindurch selbst in Furten nicht passierbar (Polyb. V 22). Man hat ihn daher im Altertum bei Sparta mit einer Brücke überspannt (Reste derselben, wahrscheinlich römisch, oberhalb Sparta, s. Loring a. a. O. 42). Schiffbar ist er garnicht. In der Sage spielt der E., wie viele größere Flüsse Griechenlands, eine Rolle. Obwohl sein Name ,der schön strömende‘ bedeutet, wurde er doch auf einen König Eurotas (s. Nr. 3) zurückgeführt, der seinen Abfluß erweitert haben soll (Paus. III 1). Als ältester Name wird Bomykas [1316] (Etym. M. p. 218, 19) angeführt, auch Himeros (Plut. de fluv. 17). Beinamen des E. zusammengestellt bei Curtius Pelop. II 309. Vgl. auch Pind. Ol. VI 46; Isthm. I 39. V 43. Paus. III 21, 1. Cic. Tusc. II 15. V 34. Ptol. III 14 (16). Plin. IV 16. Mela II 51 u. a. Curtius Pelop. II 208f. 216f. u. a. Bursian Geogr. v. Griechenl. II 107f. u. a. Philippson Pelop. 238. 496 u. a.
[Philippson. ]

Literatur:

Lienau, Cay (Münster) and Olshausen, Eckart (Stuttgart), “Eurotas”, in: Der Neue Pauly, Herausgegeben von: Hubert Cancik,, Helmuth Schneider (Antike), Manfred Landfester (Rezeptions- und Wissenschaftsgeschichte). Consulted online on 30 December 2019
First published online: 2006.

Miller, Itineraria, Sp. 599.

Philippson, Alfred/Kirsten, Ernst: Die griechischen Landschaften 3: Der Peloponnes, Frankfurt a. M. 1959, 446-463.

Philippson, Alfred, Eurotas 1, in: RE VI.1 (1953), Sp. 1314-1316.

Pritchett, William Kendrick: Studies in Ancient Greek Topography. Part III (Roads), Berkley u. a. 1980, 203.

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Letzte Bearbeitung:

29.10.2025 15:19

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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2619 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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