deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

[Fl. Liris]

Name (modern):

Garigliano

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/432910
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

5B3 / 5B2 / 5C2

Farbe des Toponyms:

ohne Farbe

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Liris (DNP)

RE:

Liris

Barrington Atlas:

Liris/Clanis fl. (44 E2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

[Fl`Liris]

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Λείρις (Αἴρις) ποταμοῦ ἐκβολαί (3,1,6)

Plinius:

Liris (3,56), amnis Liris, Clanis olim appellatus (3,59)

Strabo:

Λῖρις ποταμός (Κλάνις δ` ἐκαλεῖτο πρότερον) (5,3,6; 5,3,9; 5,3,10; 5,3,11)

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Ostio Liris (Non. P. 133 L = Cornelius Sisenna FRH 16 F 127 = F 125 Peter = F 129 Barab.)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Römische Republik

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung laut Nonius Marcellus bei Cornelius Sisenna.

Kommentar zum Toponym:

Antike Namensformen:
Marius ostio Liris evehitur adque Aenariam suos continuatur
Marius segelt von der Mündung des Liris ab und schließt sich bei Aenaria den Seinen an.
Ostio Liris (Non. P. 133 L = Cornelius Sisenna FRH 16 F 127 = F 125 Peter = F 129 Barab.)

Datierung:
Der Fluss ist laut Nonius Marcellus frühestens bei Cornelius Sisenna belegt, sein Eintrag auf der Karte damit republikanisch zu datieren.

Plinius
Amnis Liris, Clanis olim appellatus (3,59)
Kommentar:
Liris, der h. im Oberlauf Liri, im Unterlauf Garigliano genannt wird. Plinius verwechselt ihn mit dem Liternus (§61), der einst Clanis hieß (Appian, b. c. I 39).

Link auf das Quellgebirge
[Mons N.N.]

moderner Name: Liri oder Garigliano?

Strab 5,3,9 [Stadt fehlt]
Interamnion [= Interamna Lirenas] (das am Zusammenfluss zweier Flüsse, des Liris und eines anderen, liegt) und Casinum, ebenfalls eine bedeutende Stadt.

Strab 5,3,10:
Fregellae (an dem der Liris vorbeifließt, der sich bei Minturnae ins Meer ergießt).

5,3,10:
Die Stadt Sora, an der der Liris auf seinem Weg nach Fregellae und Minturnae vorüberfließt.

beide Textstellen sind ein gutes Bsp., dass der gezeichnete Flussverlauf zu vernachlässigen ist! Fregellae und Situation Aquinum (vgl. BAtlas).

Miller, Itineraria, Sp. 385:
[Fl`Liris], gezeichnet, aber nicht genannt, it. und Leiris (St, Pt, Hor, Liv, Ml, Tac, Flor), früher Clanis (St), Glanis (Liv, Pl); er entspringt westlich vom Lacus Fucinus auf dem Appennin, hat erst eine südöstlichen Lauf, wendet sich aber dann bei Sora gegen Südwesten, nimmt bei Fregellae rechts den Trerus auf, bei Interamna links den Casinus (St – noch j. Casino) und mündet als Grenzfluß Latiums und Campaniens bei Minturnae in den Sinus Cajetanus; j. Garigliano.

Datierung (Barrington):
Liris/ Clanis fl. – ? (Nissen I, 329-30)

DNP:
Liris
Fluß in Zentralitalien (168 km), h. Garigliano. Er entspringt in den Colles Simbruini beim Lacus Fucinus, fließt durch Sora, nimmt unterhalb Arpinum den Fibrenus auf (Cic. leg. agr. 2,3) und bildet hier einen Wasserfall; bei Fregellae mündet der Trerus (Sacco), dann der Melfis (Melfa). Vor seiner Mündung liegt der Lucus Maricae, ein hl. Hain der Marica mit einer den Römern hl. Kultstätte. Rechts der Mündung liegt Minturnae.
Uggeri, Giovanni (Florenz)

RE:
Liris, heute Liri im Oberlauf, im Unterlauf Garigliano genannt, hat nach Strab. V 3,6 p. 233 und aus gleicher Quelle Plin. n.h. 3,59 einstmals den Namen Clanis geführt, was Nissen I 329,2 auf eine Verwechslung des Liternus = Clanius mit dem L. zurückführt, die in der Tat auch bei Appian. Bell. Civ. I 39 vorliegt. Immerhin ist die Namensform des heutigen Unterlaufs, die man auf Grund mir unbekannter Belege den Sarazenen um 1000 n. Chr. zuschreibt (vgl. Nissen), deshalb nicht ohne Bedeutung, da die Handschriften des Plinius statt Clanis in Wahrheit glanico, clani, glani haben.
Seine Quelle hat der L., dessen Geschichte die der Volsker ist, westlich vom Fukinersee (1100 m Höhe) im Gebiet der Marser, durchfließt danach das der Volsker und Aurunker und mündet bei Minturnae nordwestlich des Massicus ins Tyrrhenermeer (168 km Länge).
[...]
https://elexikon.ch/RE/XIII,1_729.png

Nissen I 329-330:
Kontext Appenninbucht mit den drei Hauptflüssen Liris (Norden) / Volturnus (Mitte) / Sarnus (Süden).
Der Liris hat nach einer Nachricht, welche Bedenken erregen könnte, ehedem den verbreiteten Namen Clanis geführt (Fßn2: Strab. V 233 Plin. III 59 (letzterer mit unsicherer Lesung) aus gemeinsamer Quelle, die auch sonst für die Küstenbeschreibung constatirt werden kann. Der Verdacht ist kaum zu unterdrücken, dass die Quelle den Liternus oder Clanius mit dem Liris verwechselt habe, wie dies Appian b.civ. I 39 thut.) Die etwa seit 1000 n. Chr. für den Unterlauf vom Einfluss der Melfa gebrauchte Bezeichnung Garigliano wird den Sarazenen zugeschrieben. In der Geschichte des Altertums ist dieser Strom mit dem Stamm der Volsker eng verknüpft. Er entspringt westlich vom Fucinus bei 1100m Höhe unter 42Grad n. Br. im Gebiet der Marser, durchfließt in SO Richtung das schmale von den Herniker und Fuciner Bergen 8S. 238) eingefasste Thal von Antinum Valle di Roveto.
[Verlaufsbeschreibung mit einmündenden Flüssen]
Melpis
Der Liris, welcher von Sora ab S und SW Richtung eingehalten, wird jetzt nach O und SO fortgedrängt und nimmt links den Melpis Melfel auf. Letzterer aus den Bergen NO von Atina kommend [...] Wenn Strabon ihn als einen großen Fluss bezeichnet (Fßn2: Strab. V 237), so wird dies von der Schuttmenge herrühren, welche der verheerende Giessbach mitschleppt.
[...]
Der Liris durchschneidet sie [die Lagungen] in SW Lauf und mündet bei Minturnae im Land der Aurunker. Dieser Unterlauf, den die Reisenden auf der Via Appia passierten, hat ihm das Beiwort taciturnus amnis verschafft (Fßn3: Hor. Od. I 31,7, Sil. IV 350. VIII 402); vom Oberlauf wird wie von der Nera sulfureus gesagt (Fßn4: Sil. VIII 402). Das Lob dass kein Regen ihn aus dem Gleichgewicht bringe, wird ihm von seinen heutigen Anwohnern vorenthalten (Fßn5 Sil. IV 351 nullo mutabilis imbri). Seine gesamte Länge beziffert sich auf 168km, sein Gebiet auf 5020km² (91M²), der niedrigste Abfluss 25, der höchste 1340 Cubikmeter in der Secunde.

Luciano Bosio:
Fiume privo di idronimo (Fiume Garigliano) TabPeut, V, 2-3 Dall’estremità orientale (secondo la Carta) del piccolo e isolato gruppo montuoso che si può riconoscere come Le Mainarde (cfr. supra) ha origine un fiume che, dopo aver lasciato alla sua destra la mansio Ad Flexum, scende con un corso appena serpeggiante verso il mare incrociando dapprima il tratto stradale Menturnis- Teano Scedicino, quindi quello Menturnis-Sinuessa (via Appia; ItAnt, 108) (Fig. 49). Per la posizione della sua foce presso Menturnis, l’attuale Minturno, Miller giustamente lo identifica con il Garigliano, l’antico Liris983. Strabone e Plinio, che ricordano questo fiume, attestano che il Liris un tempo era chiamato Clanis e Orazio, riferendosi al suo lento corso terminale, lo definisce taciturnus amnis984. Superata la via Appia con un ponte che Cicerone indica come pons Tirenus985, il Liris usciva in mare986 dopo aver toccato, presso la foce, il boschetto sacro dove era il culto dell’antica divinità italica Marica987. È da dire tuttavia in proposito che, se il disegno dell’asta terminale del fiume risponde alla realtà, non è esatta invece la descrizione del suo tratto iniziale. Infatti il Liris, l’odierno Liri, ha la sua sorgente molto più a settentrione, sul versante nord-orientale dei monti Simbruini, presso Cappadocia (L’Aquila). Dopo aver percorso la Val Roveto e il settore meridionale della Ciociaria, il Liri piega decisamente verso occidente e il mare all’altezza di Cassino, dove vengono a unirsi alle sue acque quelle del Gari-Rapido e dove muta il suo nome in quello di Garigliano988. Pertanto è da ritenere che il tratto iniziale del fiume non sia da attribuire al Liris vero e proprio, ma a un suo affluente; con ogni probabilità al Gari-Rapido, che scorre presso Cassino, ricordato nella Tabula con la statio di Casinum. La posizione della già citata mansio Melfel, che richiama il fiume Melfa affluente del Liri, potrebbe in effetti confortare questa lettura, dal momento che tale mansio è segnata sulla destra idrografica del fiume privo di idronimo, alquanto lontana da esso, mentre il Melfa scorre e confluisce alla sinistra del Liri (cfr. supra).

Fluss ohne Namen (Fluss Garigliano) TabPeut, V, 2-3 Vom östlichen Ende (laut Karte) der kleinen, isolierten Berggruppe, die als Le Mainarde (siehe oben) einen Fluss, der, nachdem er rechts die Mansio Ad Flexum verlassen hat, in einem leicht gewundenen Verlauf zum Meer hinabfließt und dabei zunächst die Straße Menturnis-Teano Scedicino und dann die Straße Menturnis-Sinuessa (Via Appia; ItAnt, 108) kreuzt (Abb. 49). Aufgrund der Lage seiner Mündung bei Menturnis, dem heutigen Minturno, identifiziert Miller ihn zu Recht mit dem Garigliano, dem antiken Liris983. Strabon und Plinius, die diesen Fluss erwähnen, bezeugen, dass der Liris einst Clanis hieß, und Horaz bezeichnet ihn aufgrund seines langsamen Endlaufs als taciturnus amnis984. Nachdem er die Via Appia über eine Brücke überquert hatte, die Cicero als pons Tirenus985 bezeichnet, mündete der Liris ins Meer986, nachdem er in der Nähe der Mündung den heiligen Hain berührt hatte, wo die antike italische Gottheit Marica987 verehrt wurde. Es muss jedoch gesagt werden, dass, wenn die Darstellung des letzten Flussabschnitts der Realität entspricht, die Beschreibung seines Anfangsabschnitts hingegen nicht korrekt ist. Tatsächlich entspringt der Liris, der heutige Liri, viel weiter nördlich, am nordöstlichen Hang der Simbruini-Berge, in der Nähe von Cappadocia (L`Aquila). Nachdem er das Val Roveto und den südlichen Teil der Ciociaria durchflossen hat, biegt der Liri deutlich nach Westen ab und mündet bei Cassino ins Meer, wo sich die Gewässer des Gari-Rapido mit ihm vereinigen und er seinen Namen in Garigliano988 ändert. Daher ist davon auszugehen, dass der erste Abschnitt des Flusses nicht dem eigentlichen Liris zuzuordnen ist, sondern einem seiner Nebenflüsse, höchstwahrscheinlich dem Gari-Rapido, der bei Cassino fließt und in der Tabula mit der statio von Casinum erwähnt wird. Die Lage der bereits erwähnten mansio Melfel, die auf den Fluss Melfa, einen Nebenfluss des Liri, verweist, könnte diese Lesart tatsächlich bestätigen, da diese mansio auf der rechten Seite des Flusses ohne Namen, ziemlich weit von ihm entfernt, markiert ist, während der Melfa auf der linken Seite des Liri fließt und in ihn mündet (siehe oben).

Literatur:

[1] Bosio/Rosada

[2] Desjardins, Table, p. 82, col. 3, no. 21;

[3] Miller, Itineraria, Sp. 385;

[4] Nissen I 329-30;

[5] Philipp, Hans, Liris, in: RE XIII.1 (1926), Sp. 728-729.

[6] Uggeri, Giovanni, Liris, in: DNP 7 (1999), Sp. 256-257;

__________________
Weiss, Ingeborg, Italienbücher, S. 20. 25. 115;

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

21.11.2025 10:26

Druckversion erstellen


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2591 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

Impressum Datenschutzerklärung