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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Fluvius Tiliabinte

Name (modern):

Tigliamento

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753)
Bild (Welser 1598)
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/187585
Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Tagliamento
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

3A5

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Tiliaventum (DNP)

RE:

Tilaventus - https://elexikon.ch/RE/VIA,1_1033.png

Barrington Atlas:

Tiliaventum (Maius) fl. (19 E3)

TIR / TIB /sonstiges:

Tiliaventus (TIR L 33, 73)

Miller:

Fl` Tiliabinte

Levi:

 

Ravennat:

Taliamentum (p. 75.24)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Τιλαουέντου ποταμοῦ (1,15,3; 3,1,1), Τιλαουέντου ποταμοῦ ἐκβολαί (3,1,26)

Plinius:

flumen Tiliaventum Maius Minusque (3,126)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Plinius dem Älteren.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Tiliabinte < Tiliaventum
Welser liest Tiliabutte, Kommentar (Talbert): With Miller, I reject the reading Tiliabvtte. If it were a "v" following the "b", a stronger bottom horizontal stroke would surely be expected. For a comparable "in" pairing, see "Mino" in Mino medvaco (3B5).
Lesung: Tiliabinte statt Tiliabutte, u macht keinen Sinn bei den überlieferten Formen.

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Tagliamento

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
flumen Tiliaventum Maius Minusque (Plin. nat. 3,126), Τιλαουέντου ποταμοῦ (Ptol. geogr. 1,15,3; 3,1,1), Τιλαουέντου ποταμοῦ ἐκβολαί (Ptol. geogr. 3,1,26), Taliamentum (Geogr. Rav. p. 75.24)

d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Fluss ist frühestens bei Plinius dem Älteren belegt, sein Eintrag damit spätestens frühkaiserzeitlich zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 388:
Fl` Tiliainte (Geschrieben, aber nicht gezeichnet (Sch, Pd, Ma, Ct); gezeichnet bei den anderen, nicht Tiliabutte (Ve, Bt, Bg)), Tilaventum (Pl), Tilasuemptus (Pt), Tiliamentus (Paul); j. Tigliamento.

DNP: Tiliaventum
Fluß in Venetia, h. Tagliamento (Geogr. Rav 4,36: Taliamentum). Er entspringt in den Alpes Carnicae, fließt durch Iulium Carnicum, Osopus (h. Osoppo), Reunia (h. Ragogna), Apicilia (h. Latisanotta) und mündet zw. Concordia (h. Concordia Sagittaria) und Aquileia [1] in die Adria. Auf dem T. wurde Holz von den Bergen zum Meer geflößt (denkbar daher die Ableitung des Flußnamens von lat. tilia: “Linde”). Plin. nat. 3,126 unterscheidet den T. Maius und den T. Minus (h. Fella), dessen linken Nebenfluß. [Uggeri, Giovanni; Ü:J.W.MA.]

RE: Tilaventus, der heutige Tagliamento, der bedeutendste Fluß der Venetia. „Innerhalb des Gebirges fließt er (170 km lang) von Westen nach Osten und wird verstärkt durch den von Norden kommenden But, dem die Straße über den M. Croce folgt, sowie von Osten her durch die Fella, der die Straße über den Tarvispaß folgt. In der Ebene beschreibt er einen flachen Bogen gegen den Westen, dessen Sehne dem Meridian entspricht. Er hat sein Kiesbette über 1-2 km Breite und zu einer solchen Höhe aufgeschüttet, dass z.B. Codroipo, ein lebhafter Ort an der Eisenbahn, volle 9 m unter dem tiefsten Stand desselben liegt. Unter solchen Umständen ist von Schifffahrt keine Rede: auch das unterste Stück ist versandet und nur für Böte zugänglich. Die Alluvionen haben das Aussehen der Gegend gründlich umgestaltet.“
Aus dieser Darstellung NIssens (It. Ldk. I 195) ist zu ersehen, daß die Verhältnisse im Altertum gänzlich andere gewesen sein müssen, wie ich dies z.B. beim Isonzo und Natisone (vgl. den Art. Natiso) zeigte. Plin. n.h. III 126 unterscheidet Tiliaventum Maius et Minus. Zambaldi bezieht den T. Minus in Monumenti storici di Concordia p. 175ff. auf einen westlichen Mündungsarm, der Valvasone östlich ließ, dann im Bette des Rhegena nach Concordia und schließlich in dem Bette des Lemene floß. Schon seit 586 soll er von Cordovado an im Lemene-Bett geflossen sein und sich schließlich in dem Hauptfluß von Latisana vereinigt haben: so Kiepert FOA XIII. Ebenso ändert Cluver p. 178 den Pliniustext, indem er den Varadamus (Plin. n.h. III 126) zu einem Nebenfluß des T., statt des Anaxus (heute Stella) macht; er liest Tiliavemptum, quo Varamus defluit. Clüver erklärt, der Varamus sei nunmehr mit dem Varmo zu identifizieren, der bei Codroipo entspringe und bei Madrisio in den Tagliamento münde. Aber Kiepert bemerkt dazu, dass ein solcher Vamo jetzt nicht mehr existiere, hält auch sonst diese Textänderung für überflüssig, denn die Flußänderungen seien hier zu groß, um durch eine Textänderung die Angaben des Altertums mit dem heutigen Befund in Einklang bringen zu können. Forbiger will den T. Minus mit dem heutigen Lugugnano, westlich vom T., gleichsetzen; Nissen schreibt zum T. Maius, „Portp di Baselegse?“, zum T. Minus „Porto di Tagliamento“, zum Anaxus „Porto Lignano“. Die Namensform tritt verschieeden auf. T. oder Tiliaventum hat Plinius a.O. Ptolem. I 15,4. III 1, 1. 22 Τιλαούεμπος, die Tab. Peut. schreibt Tiliabinte; bereits seit Venantius Fort. Praef. 4 vita S. Mart. IV 655. VI 471: superinstat aquis Reunia Tiliamenti (oder Teliamenti) haben wir die Form, die zum heutigen Namen überleitet. Auch. Paul. Diac. H. Lang. II 13 hat Tiliamentus, der Geogr. Rav. IV 36 Taliamentus. [Hans Philipp].

Nissen I 195-196: Den gleichen Charakter [wie die Liquentia] trägt der 170 km lange Tiliaventus Tagliamento. Innerhalb des Gebirgs fließt er von W nach O und wird verstärkt durch den von N kommenden But, dem die Straße über den M. Croce (S. 165) folgt, sowie von O her durch die Fella, der die Straße über den Tarvispass folgt. In der Ebene beschreibt er einen flachen Bogen gegen W, dessen Sehne dem Meridian entspricht. Er hat sein Kiesbette über ein bis zwei km Breite und zu einer solchen Höhe aufgeschüttet, dass z.B. Codroipo ein lebhafter Ort an der Eisenbahn volle 9m unter dem tiefsten Stand desselben liegt. Unter solchen Umständen ist von Schifffahrt keine Rede: auch das unterste Stück ist versandet und nur für Böte zugänglich. Die Alluvionen haben das Aussehen der Gegend gründlich umgestaltet. Die Küstenbeschreibung des Plinius unterscheidet zwei Mündungsarme des Tagliamento einen Haupt- und Nebenarm, die mit Sicherheit nicht mehr nachgewiesen werden können (III 126 flumina et portus Reatinum [Lemene, Porto di Falconera?] Tiliaventum maius [Porto di Baseleghe?] minusque [Porto di Tagliamento] Anaxum [Porto Lignano?] quo Varamus [Stella?] defluit, Alsa [Ausa].

Nissen II 229: Der Tiliaventus Tagliamento (Plin. III 126, Ptol. I 15,4 III 1,1. 22 Tilaventus Tab. Peut. Tiliabinte, Venant. Fort. praef. 4 vita S. Mart. IV 655 Teliamentus, Paul h. Lang. II 13 Tiliamentus, Geogr. Rav. IV 36 Taliamentus) scheidet West- von der Osthälfte Friauls (I 195). In dieser nimmt Aquileia eine ähnliche Stellung ein wie Concordia in jener, hat aber als Ausfuhrhafen der Alpenländer einen anz anderen Aufschwung genommen [...]

TIR: TILIAVENTUS fl. (Tagliamento) R. X (It. Ven. Giulia) II e/III d
Plin. III 126 (maius minusque); Ptolem. I 15, 4; III 1, 1 (Τιλαουέντου); Tab. Peut. (Tiliabinte); Venantius, Vita S. Martini IV 655 (Teliamentus); Paul. Diac. II 13 (Tilaventus); Geogr. Rav. IV 36 (Taliamentus). Non esistono più i due rami ricordati da Plinio.
Nissen I 195 s.; II 229.

f) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
Der Fluss entspringt aus dem (mountain, no. 22) und mündet in die Adria.

Kommentar (Köhner): Interessanterweise bei Scheyb nicht eingezeichnet!

Eigentlich teilt sich der Fluss im unteren Lauf in zwei Flüsse, den Maius und Minus Tiliaventum (vgl. Plinius). Dieser Verlauf wird jedoch nicht berücksichtigt.
„Tatsächlich erwähnt nur Nissen, wenn auch mit einem Fragezeichen, einen Tiliaventum Maius, der in Porto Baseleghe (rechts vom Tagliamento) mündet, und einen Tiliaventum Minus, der dem heutigen Fluss (Porto Tagliamento) entspricht618. Dies scheint in der Tat die zuverlässigste Rekonstruktion der antiken Hydrographie zu sein, wenn man einige unterstützende Daten berücksichtigt.“ [1]

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Luciano Bosio
Fl(uvius) Tiliabinte (Fiume Tagliamento) TabPeut, III, 5 Dalla stessa catena da dove nasce il Licenna trova origine il Fl. Tiliabinte611, scritto in rosso, come sempre a cavaliere del corso presso la sorgente. Il fiume, da riconoscere come il Tagliamento612, corre per breve tratto con piccole anse e andamento nord sud tra Concordia e Aquileia, uscendo infine in mare (Fig. 40). Il fiume, che in realtà nasce ai piedi del monte Miaròn presso il passo della Mauria nelle Alpi Carniche e che sfocia ora con un unico corso in Adriatico tra la laguna di Caorle e quella di Marano, è ricordato dalle fonti: Tiliaventum Maius Minusque in Plinio, [gr. Text Ptolemaios Text] in Tolemeo, Teliamenti in Venanzio Fortunato, Taliamentum nell’Anonimo Ravennate, Tiliamentus in Paolo Diacono613. Secondo Pellegrini l’idronimo sarebbe prelatino614, mentre Battisti in un suo particolare studio sull’argomento è del parere che l’alternanza labiale semplice e labiale nasale sia dovuta all’influsso di un fonema dialettale gallico615; Prati invece, in contrasto con Battisti, ritiene che l’idronimo sia connesso con taliare che significherebbe tttagliamento, fossa, canale”616. La Tabula riporta la forma con la labiale semplice, come in Plinio e Tolemeo; ciò potrebbe significare che il compilatore si servì forse di una fonte piuttosto antica, antecedente alla nasalizzazione. In epoca antica il corso del Tagliamento, almeno nel suo tratto inferiore, doveva presentare una diversa linea di deflusso, stando al passo di Plino che parla di un Tiliaventum Maius e di un Minus ovvero di due rami fluviali distinti. Sulla questione si sono cimentati nel corso dei secoli (almeno dal XV secolo) molti studiosi, eruditi e specialisti in idraulica, che variamente riconobbero i due rami nel Reatinum/Lemene (il fiume di Concordia, sulla destra Tagliamento, ricordato nello stesso passo pliniano) e nello Stella (sulla sinistra Tagliamento), senza tuttavia riscontri in qualche modo plausibili617. In realtà soltanto Nissen accenna, pur con un punto interrogativo, a un Tiliaventum Maius avente foce a Porto Baseleghe (destra Tagliamento) e a un Tiliaventum Minus corrispondente al fiume attuale (Porto Tagliamento)618. Questa in effetti sembra la ricostruzione dell’idrografia antica più attendibile, tenendo conto di alcuni dati a conforto, a partire dalla sequenza di toponimi in destra Tagliamento che da nord a sud si susseguono all’incirca su una medesima linea: Arzenutto, Arzene, Gléris, Ramuscellut, Ramuscello, Cordovado, Teglio, Gorgo, Fratta, Fossalta, Vado fino a Porto Baseleghe, tutti ragionevolmente riferibili alla presenza risalente di un corso d’acqua. Inoltre, un documento della seconda metà dell’VIII sec. d.C. ci dice, da una parte, che Sesto in Silvis ovvero l’attuale Sesto al Reghena doveva porsi inter fluvio Taliamento et fluvio Liquentia, dall’altra, che in una successione da ovest verso est trans fluvio Tiliamento vi era casa in Ramuscello. Dal momento che ora Ramuscello si trova alla destra del fiume, si può dedurre che all’epoca del documento un ramo fluviale doveva passare proprio lungo quella linea segnalata dai toponimi sopra ricordati. In questo quadro si può anche pensare che il Tagliamento si dividesse in due rami all’altezza di Pieve di Rosa, laddove il suo corso nord-sud muta la direzione piegando vistosamente verso sudest: questo, così come lo vediamo oggi, doveva costituire il Tiliamentum Minus, mentre a occidente, con andamento speculare, doveva scorrere l’altro ramo, considerato Maius in ragione forse della sua portata, ma anche probabilmente per la sua vicinanza a Concordia. In epoca non precisabile poi questo ramo di destra sarebbe confluito in quello di sinistra, secondo quanto avviene per altri casi in ambito veneto-friulano, a motivo della pendenza prevalente del terreno619. Sembra comunque comprensibile che in una carta itineraria il fiume fosse registrato con un unico corso, senza tener conto della divisione in due rami che avveniva solo nel suo tratto terminale. Nella Tabula, nel settore che corrisponde al comprensorio orientale della decima regio (successivamente, dal III sec. d.C., Venetia et Histria), sono segnati due fiumi (ma, in aggiunta, anche una vignetta “ad aquas”, in Istria, quella di &aeri) che hanno avuto una rilevante importanza come marcatori territoriali e quindi come riferimenti in relazione alla viabilità.

Fl(uvius) Tiliabinte (Fluss Tagliamento) TabPeut, III, 5 Aus derselben Bergkette, aus der der Licenna entspringt, hat auch der Fl. Tiliabinte611 seinen Ursprung, der wie immer in roter Schrift über dem Flusslauf an der Quelle steht. Der Fluss, der als Tagliamento612 zu erkennen ist, fließt auf einer kurzen Strecke mit kleinen Windungen und in Nord-Süd-Richtung zwischen Concordia und Aquileia und mündet schließlich ins Meer (Abb. 40). Der Fluss, der eigentlich am Fuße des Monte Miaròn beim Mauria-Pass in den Karnischen Alpen entspringt und nun mit einem einzigen Lauf zwischen der Lagune von Caorle und der von Marano in die Adria mündet, wird in folgenden Quellen erwähnt: Tiliaventum Maius Minusque bei Plinius, [gr. Text Ptolemaios Text] bei Ptolemäus, Teliamenti bei Venanzio Fortunato, Taliamentum beim Anonimo Ravennate, Tiliamentus bei Paolo Diacono613. Laut Pellegrini wäre das Hydronym vorlateinisch614, während Battisti in einer seiner speziellen Studien zu diesem Thema der Meinung ist, dass der Wechsel zwischen einfacher Lippen- und Nasallippenlaut auf den Einfluss eines gallischen Dialektphonems zurückzuführen ist615; Prati hingegen ist im Gegensatz zu Battisti der Ansicht, dass der Hydronym mit taliare in Verbindung steht, was „Schnitt, Graben, Kanal” bedeuten würde616. Die Tabula gibt die Form mit der einfachen Labialen wieder, wie bei Plinius und Ptolemäus; dies könnte bedeuten, dass der Verfasser möglicherweise eine eher alte Quelle verwendet hat, die vor der Nasalisierung entstanden ist. In der Antike muss der Lauf des Tagliamento, zumindest in seinem unteren Abschnitt, eine andere Abflusslinie gehabt haben, wenn man Plinius glaubt, der von einem Tiliaventum Maius und einem Minus spricht, also von zwei getrennten Flussarmen. Im Laufe der Jahrhunderte (mindestens seit dem 15. Jahrhundert) haben sich viele Gelehrte, Wissenschaftler und Hydraulikspezialisten mit dieser Frage beschäftigt und die beiden Arme unterschiedlich im Reatinum/Lemene (dem Fluss von Concordia, rechts vom Tagliamento, der in derselben Passage bei Plinius erwähnt wird) und im Stella (links vom Tagliamento) identifiziert, ohne jedoch irgendwie plausible Belege dafür zu finden617. Tatsächlich erwähnt nur Nissen, wenn auch mit einem Fragezeichen, einen Tiliaventum Maius, der in Porto Baseleghe (rechts vom Tagliamento) mündet, und einen Tiliaventum Minus, der dem heutigen Fluss (Porto Tagliamento) entspricht618. Dies scheint in der Tat die zuverlässigste Rekonstruktion der antiken Hydrographie zu sein, wenn man einige unterstützende Daten berücksichtigt, angefangen bei der Abfolge von Ortsnamen auf der rechten Seite des Tagliamento, die sich von Norden nach Süden ungefähr auf derselben Linie aneinanderreihen: Arzenutto, Arzene, Gléris, Ramuscellut, Ramuscello, Cordovado, Teglio, Gorgo, Fratta, Fossalta, Vado bis Porto Baseleghe, die alle vernünftigerweise auf das frühere Vorhandensein eines Wasserlaufs zurückzuführen sind. Darüber hinaus geht aus einem Dokument aus der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts n. Chr. hervor, dass Sesto in Silvis, das heutige Sesto al Reghena, zwischen den Flüssen Taliamento und Liquentia lag und dass in einer Abfolge von Westen nach Osten trans fluvio Tiliamento ein Haus in Ramuscello stand. Da Ramuscello heute rechts vom Fluss liegt, kann man daraus schließen, dass zur Zeit des Dokuments ein Flussarm genau entlang der durch die oben genannten Ortsnamen gekennzeichneten Linie verlief. In diesem Zusammenhang kann man auch davon ausgehen, dass sich der Tagliamento auf Höhe von Pieve di Rosa in zwei Arme teilte, wo sein Nord-Süd-Verlauf die Richtung ändert und deutlich nach Südosten abbiegt: Dieser muss, so wie wir ihn heute sehen, den Tiliamentum Minus gebildet haben, während im Westen, in spiegelbildlicher Richtung, der andere Arm floss, der vielleicht wegen seiner Wasserführung, aber wahrscheinlich auch wegen seiner Nähe zu Concordia als Maius bezeichnet wurde. Zu einem nicht genau bestimmbaren Zeitpunkt floss dieser rechte Arm dann in den linken Arm, wie es auch in anderen Fällen in Venetien und Friaul aufgrund des vorherrschenden Gefälles des Geländes der Fall ist619. Es erscheint jedoch verständlich, dass der Fluss in einer Reisekarte als ein einziger Flusslauf verzeichnet wurde, ohne die Aufteilung in zwei Arme zu berücksichtigen, die erst in seinem Endabschnitt erfolgte. In der Tabula sind in dem Bereich, der dem östlichen Teil der decima regio (später, ab dem 3. Jahrhundert n. Chr., Venetia et Histria) entspricht, zwei Flüsse eingezeichnet (aber zusätzlich auch eine Vignette „ad aquas” in Istrien, die von &aeri), die als territoriale Markierungen und damit als Bezugspunkte für das Straßennetz von großer Bedeutung waren.

Literatur:

[1] Bosio/Rosada

[2] Desjardins, Table, p. 87, col. 3, no. 104.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 388.

[4] Nissen I 195-196. Nissen II 229.

[5] Philipp, Hans, Tilaventus, in: RE VI A.1 (1936), Sp. 1034-1035.

[6] TIR L 33, 73: Tiliaventus.

[7] Uggeri, Giovanni, Tiliaventum, in DNP: 12,1 (2000), Sp. 571.

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V. Vedaldi Iasbez, La Venetia orientale e l`Histria, 1994, 156-159.

G. Cantino Wataghin, Antichità e altomedioevo tra Livenza e Tagliamento, 1999.

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Letzte Bearbeitung:

19.11.2025 08:54

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