deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Fluvius Ticenum

Name (modern):

Ticino

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/383799
Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Ticino_(Fluss)
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

3A2

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Ticinus (DNP)

RE:

Ticinus

Barrington Atlas:

Ticinus fl. (39 D3)

TIR / TIB /sonstiges:

Ticinus fl. (TIR L 32, 132f.)

Miller:

Fl` Ticenum

Levi:

 

Ravennat:

Ticinus (p. 74.56)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

Ticinus [amnis] (3,118; 3,131)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

τὸν Τίκινον (Pol. 3,64,1)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Späthellenismus (nach 200)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Polybios.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Fluvius Ticenum

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Ticino

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren

τὸν Τίκινον (Pol. 3,64,1)
Ticinus (Geogr. Rav. p. 74.56)
Ticinus [amnis] (Plin. nat. 3,118; 3,131)

Ticino flumine
Plin. 2, 103, 106, § 224; 3, 16, 20, § 118; Liv. 5, 34, 9; 21, 39, 10; 21, 45, 1; Sil. 4, 81 sq.; 6, 706; 7, 31; Claud. Cons. Hon. 6, 195; Flor. 2, 6, 10. — Hence,
fluenta, Sil. 12, 548. —


Etymologische Herleitung des Namens


d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Fluss ist literarisch frühestens bei Polybios überliefert, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens späthellenistisch zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Plin 3,131: Der Lacus Larius nimmt die Addua auf, der Verbannus nimmt den Ticinus auf, der Benacus den Mincius.

Miller, Itineraria, Sp. 387:
Fl` Ticenum, Ticinus (Polyb, St, Liv, Pl), einer der größten Nebenflüsse, hat seine Quellen auf dem M. Adula, durchfließt den Lacus Verbanus, j. Lago Maggiore (St, Pl), mündet unterhalb der Stadt Ticinum (St), berühmt durch die Schlacht mit Hannibal im Jahre 218; j. Tessino.

DNP: Ticinus
(Τικῖνος, h. Ticino). Linker Nebenfluß des Padus (h. Po; Sil. 4,82; Plin. nat. 3,118), der in den Alpes Graiae entspringt, den Lacus Verban(n)us bildet (Strab. 4,6,12; Plin. nat. 2,224) und ca. 8 km unterhalb von Ticinum in den Padus mündet (Strab. 5,1,11). Am T. siegte Hannibal [4] 218 v. Chr. über P. Cornelius [I 68] Scipio. [Sartori, Antonio; Ü:J.W.MA.]

RE: Ticinus
(ὁ Τικῖνος und Τίκινος, heute Ticino oder Tessîn), der bedeutendste Nebenfluß des Padus (Po) entspringt mit dem kleineren Quellbach aus dem Sellasee am St. Gotthard 2144m über dem Meer unter 46⁰ 29`n. Br. (Annuaria statistico italiano 1881: Topografia e Idrografia, S. 36ff.), mit dem größeren am Nufenenpaß (it. Novena); dieser fließt durch das Val Bedretto, der andere braust in ununterochenen Fällen durch das wilde Val Tremola. Von Airolo ab vereint, durchströmen sie das Livinental (dessen Namen, Val Leventina, den der 15 v. Chr. besiegten Lepontii bewahrt: H. Nissen Italische Landeskunde I 478. II 1, 184, 7 mit den Stellen) mit starkem Gefälle. Nach einem Laufe von 85 km tritt der T. in 195 m über dem Meere (Nissen a.a. O. I 181. 187) in den Lago Maggiore oder Lago Verbano, den lacus Verbanus der Alten, den er seiner ganzen, jetzt nur noch 64,6 km betragenden Länge (Nissen a.a.O. II1, 184. Strab. IV 209: ca. 300x30 Stadien) nach durchfließt (Strab. IV 209), ein Umstand, der auf den Wasserstand des T. eine temperierende Wirkung ausübt (Nissen a.a. O. I 187. Th. Fischer in A. Kirchhoffs Länderkunde von Europa (1889) II 2, 363. 376). Hauptsächlich durch den T. erliegt der See der Zuschüttung, und zwar an seinem Nordende, wo er (nach Fischer 375) ehemals wohl bis zur Talenge von Bellinzona (Bilito e.q.s.: Nissen II 1, 185 mit den Stellen) reichte. Vor dem Tale des T. haben dessen Gletscher am Südende des Sees eine der größten Moränenlandschaften Oberitaliens geschaffen (Th. Fischer 358ff. mit geologischer Karte nach Taramelli). Nach 99 km weiteren Laufs, auf dem sich sein Fall von 2,2, und 1,9:1000 auf 1,3:1000 vermindert, mündet er etwa 8 km unterhalb von Pavia (Ticinum) unter spitzem Winkel in den Po (Strab. V 217), den er durch seinen Wasserreichtum, seine Geröllführung und sein Gefälle gegen den Apennin hindrängt (Th. Fischer a.a.O. 357ff. mit der genannten Karte; vgl. 366). Auf dem schiffbaren, aber schwierigen Unterlaufe ist der T. im Mittel 120 m breit (Ann. Stat. A.a.O. S. 38; auch bei Nissen I 187 abgedruckt). Seine Gesamtlänge beträgt 248km, sein Gebiet umfasst 7228 qkm (Ann. Stat. a. a. O. S. 36), von denen 6466 qkm auf das Gebirge kommen. Der Abfluss in der Sekunde steigt von 411 cbm im Mittel auf 5400 cbm bei Hochwasser (Ann. Stat. a.a.O. S. 38; auch bei Nissen a.a.O. abgedruckt). Diese Eigenschaften machen aus dem T. ein großes Hindernis für den verkehr (Th. Fischer a.a.O. 363): Aller Wahrscheinlich nach bildete er einst eine Völkergrenze (Nissen II 1, 173) und in militärischer Hinsicht noch in neuerer Zeit eine wichtige Verteidigungslinie gegen einen von Westen her anrückenden Feind (Nissen I 187; Fischer 363) und wird deshalb in der Kriegsgeschichte häufig genannt: Sein breites und tiefes Bett deckte 218v Chr. den Rückzug des Consuls P. Cornelius Scipio nach der Niederlage in dem Rekognoszierungstreffen, die ihm Hannibal mit seiner Reiterei beigebracht hatte (Poly. III 64ff. Liv XXI 39, 10ff.). Das Schlachtfeld kann bis jetzt nicht sicher fixiert werden: Nissen II 1, 273. Kromayer-Veith Antike Schlachtfelder III 1 (1912) 57ff. mit Karte 3a und der Literatur auf S. 47f. vgl. auch Kromayer-Veith Schlachtenatlas zur antiken Kriegsgeschichte (Lpz. 1921ff.), Röm. Abt. I, Karte 3 mit kürzerem Text. [Raimund Oehler].

Nissen I 187:
Der Ticinius, der mächtigste unter allen Nebenflüssen des Po, entspringt am S. Gotthard 2144m über Meer. Nach einem Lauf von 85km tritt er in den lacus Verbanus Lago Maggiore ein und durchströmt ihn seiner ganzen Länge nach. [Lago Maggiore]
Vom See bis zum Po hat der Ticino noch 99km (13,5M.) zurückzulegen. Anfänglich strömt er bei starkem Fall (2,2 und 1,9:1000) ungestüm dahin, mäßigt alsdann seine Eile (1,3:1000) und langt in gemessener Bewegung bei Ticinum Pavia an, um sich bald darauf mit dem Po zu vereinigen. [Zahlen und Fakten] In militärischer Hinsicht bietet derselbe eine wichtige Verteidigungslinie gegen einen von Westen anrückenden Feind und wird deshalb in den Kämpfen des Altertums wie der Neuzeit häufig genannt. Gesamtlänge 248km, sein Gebiet 7228km², davon 762km Flachland.

Nissen II 173:
Unter allen Nebenflüssen des Po ist der Ticinius (Fßn.3: Polybios bei Strab. IV 209 nennt ihn μέγαν. Die Schilderung Sil. It. IV 81 entspricht der Wirklichkeit nicht.) weitaus der mächtigste (I 187). Seit dritthalb Jahrtausenden wird er in der Kriegsgeschichte genannt (Fßn4.: Liv. V 34,9, Pol. III 64fg. Liv. XXI 45fg.): nach der keltischen Sage wird in seiner Nähe die Schlacht geschlagen, welche den Etruskern die Lombardei entriss; sein breites und tiefes Bette deckte 218 v. Chr. den Rückzug der Römer nach der Niederlage die ihnen Hannibals Reiterei beigebracht hatte. Er stellt einen natürlichen Abschnitt in der padanischen Ebene dar. Wie er politische Bildungen der Neuzeit, Piemont und Lombardei, Mailand und Novara von einander trennte, so spricht auch alle Wahrscheinlich dafür, dass er einst als Völkergrenze gedient hat. Freilich können wir nicht daran denken die Sitze der alten Stämme genau zu umschreiben: aber die Überlieferung gestattet die Ebene zwischen Dora und Ticino als eine Einheit zu betrachten.

TIR: Ticinus fl. (Ticino) R. XI (It.-Sv. VI df
Polyb. III 64 ss.; Liv. XXI 39, 10 ss.; Strabo IV 209, V 217; Plin. II 106, III 23; Sil. It. IV 81, V 156, XVII 314; Claudian, VI Cons. Hon. 194; Tab. Peut. (Tecenus), Affluente del Po.
Nissen I 187 e passim, II 173 etc. ; RE VI A.1 747 (R. Oehler); Gribaudi 218.

Bosio:
Fl(uvius) Ticenum (Fiume Ticino) TabPeut, III, 1-2 Presso l’estremità orientale (destra nella Carta) della lunga catena intesa come le Alpi centrali, si trova la sorgente del Fl. Ticenum scritto in rosso a cavaliere del fiume (Fig. 38). Dopo aver incrociato il tratto stradale tra Coueliacas (Moosberg)542 e Tarteno (Partenkirchen), lungo la direttrice tra Tredente (Trento) e Augusta Vindelicu (Augsburg), il fiume piega verso sinistra (occidente) andando a incontrare prima la via Como-Bergomum (appena superata, si coglie nella Carta in sinistra idrografica la cancellazione di un corso d’acqua che andava a confluire nel Fl. Ambrum: Fig. 39), poi quella Como-Mediolanum543. Superata questa strada, il Ticenum entra in un grande lago, del quale la Tabula non segnala il nome, e vi esce dallo stesso punto in cui è entrato: così immissario ed emissario per un breve tratto vengono a costituire un solo corso. Piegando quindi verso sud, la parte terminale del fiume scende verso il Po, in cui confluisce a destra (oriente) della vignetta “a due torri” di Ticeno (Pavia). L’idronimo ci riporta con sicurezza al fiume Ticino, mentre il lago è con altrettanta sicurezza da riconoscere come il lago Maggiore. Il Ticino, che nasce dal passo di Novena e sbocca nel Po presso il ponte della Becca544, era ben noto nell’antichità. Livio parla del Ticino in relazione a uno scontro fra Celti ed Etruschi e in occasione dell’impresa annibalica545; Strabone nomina il fiume, che egli chiama “grande”, mentre Plinio lo ricorda tra gli affluenti del Po546; e ancora Silio Italico cita il suo corso e le sue fredde e limpide acque547, mentre Claudiano ne descrive le rive coperte di fronde548; una citazione infine è anche nell’Anonimo Ravennate549.

Fl(uvius) Ticenum (Fluss Ticino) TabPeut, III, 1-2 Am östlichen Ende (rechts auf der Karte) der langen Gebirgskette, die als Zentralalpen bezeichnet wird, befindet sich die Quelle des Fl. Ticenum, die rot über dem Fluss vermerkt ist (Abb. 38). Nachdem er die Straße zwischen Coueliacas (Moosberg) 542 und Tarteno (Partenkirchen) gekreuzt hat, die entlang der Achse zwischen Tredente (Trento) und Augusta Vindelicu (Augsburg) verläuft, biegt der Fluss nach links (Westen) ab und trifft zunächst auf die Straße Como–Bergomum (kurz danach ist auf der Karte auf der linken Seite des Flusses die Auslöschung eines Wasserlaufs zu erkennen, der in den Fl. Ambrum mündete: Abb. 39), dann auf die Straße Como–Mediolanum543. Hinter dieser Straße mündet der Ticenum in einen großen See, dessen Name in der Tabula nicht angegeben ist, und tritt an derselben Stelle wieder aus, an der er eingemündet ist: So bilden Zufluss und Abfluss auf einer kurzen Strecke einen einzigen Flusslauf. Der Fluss biegt dann nach Süden ab, und sein Unterlauf fließt in Richtung Po hinab, in den er rechts (östlich) der Vignette „mit den zwei Türmen“ von Ticeno (Pavia) mündet. Der Flussname verweist uns eindeutig auf den Ticino, während der See ebenso eindeutig als Lago Maggiore zu erkennen ist. Der Ticino, der am Novena-Pass entspringt und bei der Becca-Brücke544 in den Po mündet, war in der Antike wohlbekannt. Livius erwähnt den Ticino im Zusammenhang mit einer Auseinandersetzung zwischen Kelten und Etruskern sowie anlässlich des Feldzugs Hannibals545; Strabon erwähnt den Fluss, den er als „groß“ bezeichnet, während Plinius ihn unter den Nebenflüssen des Po aufführt546; auch Silio Italico erwähnt seinen Lauf und sein kaltes, klares Wasser547, während Claudian seine mit Laub bedeckten Ufer beschreibt548; schließlich findet sich auch eine Erwähnung im Anonimo Ravennate549.

f) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
Der Fluss entspringt aus dem (mountain, no. 14b) und mündet in den Fluvius Padus.

Literatur:

[1] Bosio, Fonti II, S.

[2] Desjardins, Table, p. 86, col. 2, no. 88.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 387.

[4] Nissen I 187. II 173.

[5] Oehler, Raimund, Ticinus, in: RE VI A.1 (1936), Sp. 848-849.

[6] Sartori, Antonio, Ticinus, in: DNP 12,1 (2002), Sp. 541.

[7] TIR L 32, 132f.: Ticinus fl.
_________________
Literatur aus DNP
R. De Marinis, Liguri e Celto-liguri, in: G. Pugliese Carratelli (Hrsg.), Italia omnium terrarum alumna, 1988, 159-259
A. Costanzo, La romanizzazione nel bacino idrografico padano, 1975, 41.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

20.06.2026 13:57

Druckversion erstellen


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2517 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

Impressum Datenschutzerklärung