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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Byzantini

Name (modern):

Byzantiner

Bild:
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Toponym vorher
Toponym nachher
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/520985
Großraum:

Balkanraum nördlich

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

7A5 / 8A1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Byzantion 1

Barrington Atlas:

Byzantium (53 A2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Byzantini

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Βυζάντιος (für die Stadt, 3,11,5 und oft; s. Art. Constantinopolis 8A1 / 8B1)

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

Kaiserzeit (Severer & 3. Jh.)

Begründung zur Datierung:

Das Adjektiv byzantinus, -a, -um (die klassische Form lautet Βυζάντιος, ohne "n" in der Endsilbe!) ist erst seit Tertullian (ca. 150/170 – ca. 230 n. Chr.) belegt. Die davon abgeleitete substantivierte Form Byzantini erscheint außer auf der TP in der Antike nur noch in der Historia Augusta (Trebellius Pollio), woraus sich eine Datierung frühestens ab dem 3. Jh., eher noch später ergibt.

Kommentar zum Toponym:

Das Ethnonym bezeichnet hier das erweiterte Polisgebiet des ehemaligen Byzantion, das auf der TP bereits Constantinopolis heißt (8A1/8B1, s. Art. dort).
Die Bezeichnung Βυζάντιοι (bzw. Ῥωμαῖοι) auch für die Bewohner der Stadt selbst, hält sich auch noch lange nach deren Umbenennung in Constantinopolis. Das neue Ethnikon Κωνσταντινο(υ)πολίτης findet - wohl aufgrund seiner Länge - nur selten Verwendung (so einmal bei Theoph. 398 de Boor), und auch nur zur Bezeichnung einer einzelnen Person, wogegen die Bevölkerung als Kollektiv weiterhin als Βυζάντιοι (bzw. Ῥωμαῖοι) oder durch eine Umschreibung bezeichnet wird (s. Oberhummer, RE 965).

Interessant ist die auf der TP verwendete Schreibweise „Byzantini“ (mit „n“ im Suffix):
- Im Griechischen schreibt sich das Ethnonym Βυζάντιος (ohne „n“ im Suffix), z. B. SEG 32 412,7–8 (Ende 5. Jh. v. Chr. ); IG VII 2418,9 (Mitte 5. Jh. v. Chr.); Xen. Hell. 1,3,18f; Demosth.15,3 (s. Loukopoulou/Laitar 2004, 915).
- Nur im Lateinischen findet sich das Adjektiv byzantinus, -a, -um, allerdings selten, und erst seit Tertullian (ca. 150/170 – ca. 230 n. Chr.) Ad Scapulam 3 (CCSL 2 Dekkers), danach noch Auson. Ordo urbium nobilium 2,12 (über Constantinopolis) Byzantina Lygos … fuisti; Claudian carm. 20,136 et Byzantinos proceres Graiosque Quirites.
- Das substantivierte Byzantini erscheint in der antiken Latinität sonst nur noch einmal, und zwar Hist. August. (Trebellius Pollio) 25 Claudius 9,8 pugnatum praeterea est apud Byzantios, ipsis, qui super[ius]fuerant, Byzantinis fortiter facientibus.
Dieser linguistische Befund weist am ehesten auf den Eintrag eines spätantiken lateinischsprachigen Kartographen/Redaktors.


Das Stadtgebiet wird von Herodian 3,1,5 als umfangreich und wohlhabend (γῆν τε πολλὴν καὶ εὐδαίμονα) bezeichnet. Das gegen das Nordende des Bosporos auf der europäischen Seite gelegene Heiligtum zählt laut Strabo 7,6,1 dazu, ebenso der Hafenplatz Phileas (7A5 Philias) am schwarzen Meer in Thrakien, in der Nähe der nördlichen Mündung des Bosporos (Ps.-Skymn. 723; Steph. Byz. s. v. Φιλέας), was auch auf der TP erkennbar ist; ferner die thrakische Landschaft Ἀστική nach Theopοmp FGrHist 115 frg. 219 ap. Steph. Byz. s. v. Ἀσταί (s. Kubitschek, RE 1143), das aber auf der TP (7B4-7B5 Asticus) außerhalb des Gebiets der Byzantini zu liegen scheint, nämlich weiter links unten.
Von den Besitzungen auf der asiatischen Seite des Bosporos (Quellen dazu bei Kubitschek, RE 1143) ist auf der TP ebenfalls nichts vermerkt.

Lit. s. auch Art. 8A1/8B1 Constantinopolis.

Literatur:

Kubitschek, Wilhelm: Byzantion 1, RE 3,1 (1897), 1116–1158.

Loukopoulou, Louisa/Laitar, Adam: Byzantion, in: Hansen, Mogens Herman/Nielsen, Thomas Heine: An inventory of archaic and classical poleis, Oxford 2004, 915-918.

Miller, Itineraria Sp. 595.

Oberhummer, Eugen: Constantinopolis, RE 4,1 (1900), 963–1018, hier: 964.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

04.01.2025 20:27

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Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2286 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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