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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Insula Milos

Name (modern):

Milos

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753)
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/570475
Großraum:

Mittelmeerinseln

Toponym Typus:

Insel

Planquadrat:

7B3

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Melos [1] Kykladeninsel

RE:

Melos [2]

Barrington Atlas:

Melos (58 G4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

NS. Milos

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

Melos (4,70)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

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Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Talbert):
I can only see "Ins." very faintly top left of the island, and "os" followed by a stop well to its top right. If Miller s reading of Milos is correct (as so often, he offers no discussion of it), then the three letters "Mil" would need to be widely spaced.

Miller, Itineraria, Sp. 603:
NS. Milos, Melos - Μῆλος (autores), die südwestlichste Insel des Äg. Meeres, eine der bedeutenderen, von angeblich völlig runder Gestalt, οἱ Μήλιοι (I. CIL III 12277 - gefunden auf Delos); j. Milo. Iss: CIL III 490. 14203(10. 11). CIG 2424-2441.

[T.W.] Heute ist noch "Ins M[...]os zu entziffern. Bei Welser und Scheyb findet sich "Ins Milos".
In antiken Quellen sind folgende Namensformen belegt::
Μῆλος (Thuk. 5,84,1)

Datierung (Barrington):
G4 Melos Ins. Melos Is. RE 2; Renfrew 1982

RE:
Melos [2]
https://elexikon.ch/RE/XV,1_569.png

DNP:
Melos
[1] Kykladeninsel
(Μῆλος, dor. Μᾶλος; lat. Melos, h. Milos). Name der westlichsten, mit 161 km2 fünftgrößten Kykladeninseln. Zur Inselgruppe von M. gehören Kimolos an der NO-Spitze, Polaigos (h. Polivo) im Osten und Erimomilos westl. von M., dazu noch eine Anzahl kleinster Inseln und Klippen.

M. ist die Caldera eines pliozänen Vulkans, als dessen Relikte h. noch die schwefelhaltigen Thermen im NO und SO vorhanden sind. Das Meer hat durch einen Einschnitt im NW Zugang zum Kraterkessel - einem der besten Häfen des Mittelmeers. Der Norden von M. ist flacher und fruchtbarer als der bergige SW (Profiti Elias 51 m). Nur im Süden tritt der nicht vulkanische kristalline Sockel der Kykladen mit eingelagerten Kalken und Mergeln an die Oberfläche. Nur schwache Fumarolen und Thermen (Athen. 2,43a) sind von der ehemaligen vulkanischen Tätigkeit zurückgeblieben. Von bes. Bed. war in der Vorgesch. das reiche Obsidianvorkommen (Obsidian), für das M. Hauptlieferant war [1], dazu kamen Schwefel, Ton, Bimsstein und Alaun, Honig, Wein und Öl. Der flache Ostteil ist in Alt. und Neuzeit das Siedlungsgebiet der Insel, im felsigen unwirtlichen Westteil liegen keine Siedlungen; wenig Niederschlag, wenig Wasser.

Wegen der Obsidianvorkommen war die Insel schon in prähistor. Zeit dicht besiedelt. Die älteste dauerhafte Besiedlung ist für die frühkykladische Zeit nachgewiesen, bes. in Pelos an der Ostküste. Die wirtschaftlich und kulturell bedeutendste brz. Kykladenstadt bei Phylakopi an der NO-Küste unterlag im 2. Jt. v.Chr. minoischen und myk. Einfluß und wurde trotz starker Befestigung um 1100 v.Chr. zerstört. Danach gründeten dor. Einwanderer aus Lakonia im Ostteil der Insel die pólis M. über der engsten Stelle der Einfahrt in die Bucht, siedelten aber auch im SW-Teil um den h. Profiti Elias. Die geom. Keramik zeigt ostgriech.-ion. Einfluß, ion.-kykladisch geprägt erscheint auch die archa. Plastik. Die Reste der ant. Stadt stammen jedoch zum größten Teil aus röm. Zeit (Theater, Nekropolen mit vielen Felsgräbern, christl. Katakomben [2]). Isokr. or. 12,89 spricht von πολίχνια (“Städtchen”) außerhalb der Stadt. Unter den zahlreichen Einzelfunden ist die in der ant. Stadt aufgefundene Aphrodite bedeutend (h. im Louvre; Venus von Milo).

Die im 8.-6. Jh.v.Chr. bes. wohlhabende Insel prägte eigene Mz. mit dem Apfel (griech. mḗlon/málon, vgl. Bed. des ON) als Mz.-Bild und galt allg. als spartan. Kolonie (Hdt. 8,48; Thuk. 5,84,2; 112,2; Xen. hell. 2,2,3; Diod. 12,65,2). M. war an den Schlachten von Salamis und Plataiai beteiligt (Perserkriege), blieb weiterhin mit Sparta verbündet und trat auch dem Attisch-Delischen Seebund nicht bei, was der Feldzug des Nikias 426 v.Chr. nicht ändern konnte. Die Veranlagung zu einem Tribut von 15 Talenten im J. 425/4 war fiktiv (ATL 1, 341; [3]). 416 eroberte Athen die Insel und bestrafte die Bewohner hart (vgl. den “Melierdialog” bei Thuk. 5,85-113). Auf der weitgehend entvölkerten Insel wurden att. klērúchoi angesiedelt. Im J. 405 befreite Lysandros die Insel und gab sie den überlebenden Bewohnern zurück. Die Wirtschaftskraft der Insel führte schon im 4. Jh. zu einem neuerlichen Aufschwung, der auch unter röm. Herrschaft (ab ca. Mitte 2. Jh. v.Chr.) andauerte. Im 1. Jh.n.Chr. ließen sich jüd. Kaufleute auf der Insel nieder. So fand hier das Christentum Eingang (Ios. ant. Iud. 17,12,327; Ios. bell. Iud. 2,7,1,103; christl. Inschr.: IG XII 3, 1237-1239). Weitere Quellen: Skyl. 48; Strab. 10,5,1; Ptol. 3,15,8; Plin. nat. 4,70; Solin. 11,32; Fest. 111 L; Isid. orig. 14,6,8; Inschr.: IG XII 3, 1073-1258 mit add.; 1267f. und p. 230; Suppl. 335f. Nr. 1661-1670; SGDI 3, 4871-4939; Schwyzer, Dial. 207-213; CIL III 490; 14203; SEG 3, 737-739; 12, 366; 14, 523; Mz.: HN2 486; 892; [4].
Kalcyk, Hansjörg (Petershausen)

Literatur:

Miller, Itineraria, Sp. 603;

Zschietzschmann, Willy, Melos [2], RE XV.1, 1931, Sp. 567-586.

Kalcyk, Hansjörg, Melos [1] Kykladeninsel, in: DNP ?

Literatur DNP
1 C. Renfrew u.a., Obsidian in the Aegaean, in: ABSA 60, 1965, 225ff.

2 D. Mackenzie, Ancient Sites in M., in: ABSA 3, 1896/7, 71ff.

3 M. Treu, Athen und M. und der Melierdialog des Thukydides, in: Historia 2, 1953/4, 253-273; Nachtrag dazu in: Historia 3, 1954/5

4 J.G. Milne, The M. Hoard, in: Numismatic Notes and Monographs 62, 1934, 1ff.

S. Casson, The Baptistery at Kepos in M., in: ABSA 19, 1912/13, 118ff.

A. Chaniotis, Vier kretische Staatsverträge. Verträge zw. Aptera und Kydonia, einer ostkret. Stadt und M., Olus und Lyttos, Chersonesos und Rhodes, in: Chiron 21, 1991, 241-264

R. Cook, Greek Painted Pottery, 21972, 29, 31, 106, 112ff., 294, 301, 304, 309f. 319, 327, 342f.

A. Corso, A Short Note about the Aphrodite of M., in: Xenia Antiqua 1995, 27-32

R.M. Dawkins, J.P. Droop, The Excavations at Phylakopi in M., in: ABSA 17, 1910/1, 1ff.

D. Fimmen, Die kret.-myk. Kultur, 21924, 15

S. Immerwahr, Aegaean Painting in the Bronze Age, 1991, 4, 13, 18, 24, 33, 47f., 51, 54, 62, 80, 102, 159, 206 Anm. 4

H. Kaletsch, s.v. M., in: Lauffer, Griechenland, 418-421

D. Papastamos, Melische Amphoren, 1970

Philippson/Kirsten 4, 185f.

A.E. Raubitschek, War M. tributpflichtig?, in: Historia 12, 1963, 78-83

C. Renfrew, M. Wagstaff (Hrsg.), An Island Polity, 1982

Ders., The Archaeology of Cult: The Sanctuary at Phylakopi (ABSA Suppl. 18), 1985

M.G. Seaman, The Athenian Expedition to M., in: Historia 46, 1997, 385-418

R.A. Sonder, Zur Geologie und Petrographie der Inselgruppe von M., in: Zschr. für Vulkanologie 8, 1924/5, 181ff.

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Letzte Bearbeitung:

02.09.2026 18:35

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