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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Piti

Name (modern):

 

Bild:
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/20467
Großraum:

Balkanraum nördlich

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

7A3

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Gepidae/Gepidi (DNP)

RE:

Gepidae

Barrington Atlas:

Gepidi (2 G3)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

 

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

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Begründung zur Datierung:

Auf Grund der Quellenlage ist der Eintrag einer spätantiken Überarbeitungsstufe zuzuweisen.

Kommentar zum Toponym:

Im zweiten Jahrhundert noch an der Weischsel ansässig, stießen die Gepiden wohl Mitte oder Ende des 3.Jh. nach Süden in das mittlere Theiss-Gebiet vor. Über die die Gepiden ist bis zum Ende des 4.Jh. wenig bekannt ist, in den antiken Schriftzeugnissen sind sie ab dem 4./5.Jh. bezeugt, vgl. SHA Probus 18, 2: Gipedes; Hier. epist. 123, 6: Gipedes; Iord. Get. 17, 94-96. 99-101; 37, 199; 50, 261f. 264: Gepidae; Iul. Hon. 26A (p. 40 GLM Riese): Gippidi gens; Sidon. carm. 7, 32: Gepida trux; Prok. BV 1, 2: Γήπαιδες; Lyd. mag. 3, 32: Γίπαιδες; Chron. min. 1, 304: Gipedes; 2, 212: Gepidi; 476: Gipedes; Etym. m. 230, 19: Γήπαιδες; Coripp. 1, 254: Gipedes; praef 12: Gipidi; Isid. orig. 9, 2, 92: Gipides. Nach dem Zerfall des Hunnenreichs in der zweiten Hälfte des 5.Jh. setzten sie sich in Siebenbürgen fest. Dakien wurde in der Spätantike auch als Gipidia bzw. als Gepidia bezeichnet, weil die Gepiden in dieser Region die bedeutendste Völkerschaft waren (Iord. Get. 12, 74: Gipidia: Cosm. Rav. 28, 8; 202, 14: Gepidia).

DNP:
Gepidae, Gepidi

(Γήπαιδες). German. Stamm, nach Iord. Get. 17,94 mit den Goti verwandt. Ihr urspr. Siedlungsgebiet befand sich im Weichsel-Nogatdelta. Seit der 2. H. des 3. Jh. n.Chr. wanderten Teile der G. nach SO. 249 unterlag der Sohn des Philippus Arabs den G. in Dacia (Chr. pasch. 503 de Boor). Die G. nahmen an der großen antiröm. Koalition der Germani um 263 teil. Um 290 kam es zu Kämpfen der G. mit Vandali gegen Taifali und Westgoten (Paneg. 287 Baerens). Die G. nahmen an zahlreichen german. Einfällen in den Westen teil (Hier. epist. ad Agerichiam). Zw. 418 und 454 befanden sie sich unter hunnischer Herrschaft (Iord. De summa temporum vel origine actibusque gentis Romanae 331). Im Heer Attilas fielen sie 451 in Gallia ein. In der Schlacht am Nedao 454 unter Ardarich errangen sie die Unabhängigkeit (Iord. Get. 50,259ff.). Unter ihm traten sie zum arianischen Glauben über. Der Kern ihres Reiches lag zw. Donau, Theiß und Olt (?). Mit Byzanz schlossen sie einen Vertrag. Um 473, als die Goti Pannonia verließen, überschritten die G. die Donau und eroberten Sirmium, wohin sie ihre Residenz verlagerten (Ennod. paneg. 12,60). 488/9 besiegte Theoderich die G. auf seinem Zug nach Italia (Ennod. paneg. 12,60). Zw. 489 und 504 spaltete sich das G.-Reich und wurde von zwei Königen (in Pannonia und Transdanubia) regiert. 504 mußten sie Sirmium und Singidunum Theoderich überlassen (Prok. BV 1,2; BG 3,33f.) und wurden auf ihr transdanubisches Siedlungsgebiet zurückgedrängt. Die Langobarden, die sich Anf. 6. Jh. nordwestl. der Theiß niederließen, gefährdeten die G. in hohem Maße. Beide Seiten versuchten, Byzanz für sich zu gewinnen, Iustinianus intrigierte zw. ihnen (Prok. BG 7,34f.). Iustinianus II. schloß 567 gegen die G. einen Bund mit den Avares. Nach der Zerschlagung der G. durch Avares und Langobardi (Menandros, fr. 24f.; Paulus Diaconus 1,27) gingen die überlebenden Volksteile in den siegreichen Stämmen auf.

von Bredow, Iris

Literatur:

Liccardo, Names, S. 13, 69, 71, 72n202, 77, 129, 132–133, 135–138.

Maximilian Ihm, in: RE VII / 1, 1910, 1230-1232 s.v. Gepidae; Walter Pohl, Die Gepiden und die Gentes an der mittleren Donau nach dem Zerfall des Attilareiches, in: Herwig Wofram, Falko Daim (Hrsg.), Die Völker an der mittleren und unteren Donau im fünften und sechsten Jahrhundert, Wien 1980 (= ÖAW, Phil-Hist. Kl., Denkschriften 145/Veröffentlichungen der Kommission für Frühmittelalterforschung 4), 239-305; Lotter, Völkerverschiebungen; Iris von Bredow, in: DNP 4, 1998, 946f. s.v. Gepidae, Gepidi (Γήπαιδες); Günter Neumann/Margit Nagy / Walter Pohl/Áttila B. Th´th, in: RGA 11, 1998 (2. Aufl.), 115-140 s.v. Gepiden; Volker Bierbrauer, Gepiden im 5. Jahrhundert. Eine Spurensuche, in: Virgil Mihailescu-Bîrliba / Lucian Munteanu / Cătălin Hriban (Hsg.), Miscellanea romano-barbarica. In honorem septagenarii magistri Ion Ioniţă oblata, Bucureşti 2006, 167-216.

C. Diculescu, Die Gepiden, 1922.

L. Schmidt, Die Ostgermanen, 1941, 529ff.

B. Hänsel (Hrsg.), Die Völker Südosteuropas im 6.-8. Jh., 1987.

H. Wolfram, F. Daim, Die Völker an der mittleren und unteren Donau im 5. und 6. Jh., 1980.

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Letzte Bearbeitung:

21.06.2026 13:22

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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2249 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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