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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Tvrris Stagna (Turris Stagna)

Name (modern):

Stagno

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753)
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/197526
Großraum:

Mittelmeerinseln

Toponym Typus:

Wasser (ohne Flussname)

Planquadrat:

6A1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

 

Barrington Atlas:

Stagnum (20 E7)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

 

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Talbert):
Several letters are faint or incomplete (the initial "S" in Stagna especially), but I believe the reading to be secure.
For discussion of the placement and identification of this water feature, see note under Port(vs) Tvrris (5A5).

Miller, Itineraria, Sp. 223:
Turris Stagna, im Meere bei Brindisi gehört vielleicht hierher. 4 Milien vor Hydrunto ist ein See - Limne von den Griechen genannt, oder nach Galen limnethalassa -, 12 Milien im Umfang; dieser See, wo er sich in einem Busen verengt, wurde von der via Traiana durschnitten; der Platz heißt j. Fenestrae oder Limini grandi und Limini piccoli.

Miller, Intineraria, Sp. 960:
Turris Stagna (stagna (Bt, ist verletzt, aber erkennbar); S fehlt bei Dj.), - im Mere bei Brindisi - Wiederholung des Vorhergegangenen?

[T.W.] Miller vermutet hinter diesem Toponym lediglich eine "Wiederholung des Vorhergegangenen" Port. Turris. Dies scheint meines Erachtens nur zum Teil zutreffend. Beim ersten Teil des Toponyms handelt es sich höchstwahrscheinlich tatsächlich um eine Dublette, die der Kopist statt "Port" eingetragen hat. Ursprünglich scheint hier "Port Stagna" gestanden zu haben. Demzufolge könnte sich das Toponym auf Stagnum beziehen, welches nicht an der italischen, sondern der dalmatischen Küste zu verorten wäre. Dass es sich in vorliegendem Fall um einen Hafen handelt legt der Umstand nahe, dass sich die Beschriftung auf der Meeresfläche befindet und weder Insel noch Meeresfläche selbst bezeichnet.


Kubitschek
Und näher noch der dalmatinischen Küste ist, ohne erkennbaren Zusammenhang mit einer Vignette oder sonst einem Punkte der Zeichnung, die Legende Turris Stagna eingetragen. Kein Wunder also, daß der gelehrte Franziskaner Katancsich in seinem nachgelassenen Kommentar zur T P, Orbis antiquus I (1824) p. 386 diese Legende auf die Halbinsel Sabbioncello und speziell auf den Ort Stagno bezogen hat, der auf dem schmalen Band liegt, das die Halbinsel Sabbionoello mit der Hauptmasse des dalmatinischen Festlandes verbindet
Fußnote: Ebenso hat Scheyb (in dem von mir Gott. Gel. Anz. 1917, 15 ff. nachgewiesenen hs. Kommentar) fol. 342 d diese Turris an der Ostküste gesucht, nahe bei oder geradezu auf Corcyra. Ähnlich Alting (Gott. Anz. a. 0. 18 ff.) p. 321, der sie „prope Epidaurum, versus orientem" vermutet, vielleicht beeinflußt durch den Zusatz des Geogr. Rav. p. 208 id est stamnos; vgl. dazu Mommsen CIL III p. 290.
Diese Turris Stagna hat Miller in seinen It. Rom. zweimal behandelt, Sp. 223 und Sp. 960.
Sp. 223 (nach dem Schlagwort Liippia und vor dem Schlagwort Ydrunte): „Turris Stagna gehört vielleicht hieher. 4 Meilen vor Hydrunto ist ein See (Limne von den Griechen genannt, oder nach Galen limnothalassa) VI Millien im Umfang. Dieser See, wo er sich in einen Busen verengt, wurde von der via Traiana durchschnitten. Der Platz heißt jetzt Fenestrae oder Limini grandi und Limini piccoli."
Beide Ansätze Millers sind nicht miteinander vereinbar. Gnathia und der vier Millien von Hydruntum angesetzte Ort liegen von Brindisi aus nach gerade entgegengesetzten Richtungen, jenes etwa 58 hm NW, dieser etwa 69 km SO. Dabei unterläßt es Miller anzugeben, ob er diese Ansätze der Raterei anderer verdankt oder (natürlich zu verschiedenen Zeiten) selbst gewonnen habe. Vom Ansatz des Katancsich, der mindestens ebenso berücksichtigenswert wäre, wenn er nicht gar etwa das Richtige trifft, spricht er überhaupt nicht Das ist so recht typisch für Millers Vorgehen, daß er selbst den einzigen Vorläufer einer vollständigen Interpretation der T P, den er kennen gelernt hat, nicht zitiert und anscheinend nicht benützt Denn die unendlich vielen Zitate Millers aus Katancsich beziehen sich nicht auf dessen Kommentar, sondern auf das Faksimile der TP, das Katancsich aus Scheybs Ausgabe wiederholt hat, und dem also kein wie immer gearteter1) wissenschaftlicher Wert neben seiner Quelle, nämlich Scheyb, zukommt.

Literatur:

Miller, Itineraria, Sp. 223, 960;

RE: -

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

26.08.2026 13:35

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Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2171 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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