deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Salentini

Name (modern):

 

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/442762
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

5B5 / 6B1 / 6B2

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Sal(l)entini (DNP)

RE:

Sallentini [1] - https://elexikon.ch/RE/IA,2_1909.pngt

Barrington Atlas:

Sallentini (45 H4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Salentini

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Σαλεντίνων (Ἰλεντίνων) (3,1,13), Ἰαπυγία ἄκρα ἡ καὶ Σαλεντίνων (3,1,13), Σαλεντίνων πόλεις (3,1,76)

Plinius:

Sallentini (3,38; 3,75; 3,99; 3,105; 3,113), Sallentinus ager (3,99)

Strabo:

Σαλεντίνους (6,3,1; 6,3,5)

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Sallentinam (Cato agr. 6,1),

Datierung des Toponyms auf der TP:

Römische Republik

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Cato dem Älteren.

Kommentar zum Toponym:

a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Salentini

b) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Sallentinam (Varro rust. 1,24,1 = Cato agr. 6,1), in Sallentinis (Varro rust. 2,311), Sallentini (Varro rust. 2.,9), Sallentini (Verg. Aen. 3,400), Σαλεντίνους (Strab. geogr. 6,3,1), Sallentini (Plin. nat. 3,38. 75. 99. 105. 113), Sallentinus ager (Plin. nat. 3,99), promunturium Sallentinum (Plin. nat. 3,145) sive Iapygium (Plin. nat. 3,103), Sallentini (Mela 2,59), Sallentini campi et Sallentina litora (Mela 2,66), Σαλεντίνων (Ἰλεντίνων) (Ptol. geogr. 3,1,13), Ἰαπυγία ἄκρα ἡ καὶ Σαλεντίνων (Ptol. geogr. 3,1,13), Σαλεντίνων πόλεις (Ptol. geogr. 3,1,76)

Σαλεντίνους (Strab. geogr. 6,3,1. 5)

c) Datierung der Namensform auf der TP
Das Ethnonym ist frühestens bei Cato dem Älteren belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens republikanisch zu datieren.

d) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 383:
Salentini, it. oder Sallentini (St, Pt, Cic, Pl, Liv). Sie wohnten an der Südspitze Calabriens, um das nach ihnen benannte promontorium Salentinum (Ta, Pt, Pl, Sall), j. Capo di Leuca.
DNP: Sal(l)entini
Einheimischer Name der Messapii im südlichsten Teil der regio II, beim Iapygischen Kap (Strab. 6,3,1; vgl. Mela 2,66; aber Degrassi, FCap. XX: de Sallentineis Messapieisque). Der Sage nach kamen die S. unter Idomeneus [1] aus Lyktos zusammen mit Illyrii und Lokroi [1] (Varro rust. 3,6; Verg. Aen. 3,400; Verrius Flaccus bei Fest. 440; Solin. 2,10; vgl. Strab. 6,3,5: ápoikoi aus Kreta) nach It., wo nach ihnen das Iapygische Kap promunturium Sallentinum hieß (Dion. Hal. ant. 1,51; Serv. Aen. 3,400; vgl. Tab. Peut. 7,2). In der Ant. wurde ihr Name “vom Salz” hergeleitet (a salo, Fest. l.c.; Varro l.c.: quod in salo amicitiam fecerint, ‘weil sie ihre Freundschaften im Salz schließen’). Ein Heiligtum der Athena bei den S. nennt Strab. 6,3,5. Pferdeopfer für Iuppiter Menzanas belegt Fest. 190. Nach Varro (l.c.) wurden die S. in 12 populi (Gruppen) unterteilt. 267 und 266 v. Chr. triumphierten die Römer (Degrassi, FCap. XX) über die S. im bellum Sallentinum, was mit der Eroberung von Brundisium endete (Flor. epit. 1,15). Im Gebiet der S. wurde im 2. Punischen Krieg gekämpft (Liv. 23,48,3; 24,20,16; 25,1,1); seit dem 1. Jh. v. Chr. waren die S. romanisiert. Städte der S.: Uria und Castra [II 2] Minervae, von Idomeneus gegr. (Varro l.c.); Neretum, Aletium, Basta, Uzentum, Veretum (Plin. nat. 3,105; Ptol. 3,1,76), Rudiae (Ptol. l.c.), Brundisium (Flor. epit. 1,15). Thuriae in Sallentinis (Liv. 10,2,1) ist jedoch in Peucetia (Peucetii) zu suchen [1]. Berühmt waren die sallentin. Ölbäume (Cato agr. 6,1; Varro rust. 1,24,1; Plin. nat. 15,20; Macr. Sat. 3,20,6), Ziegenherden (Varro rust. 2,3,10) und Hunde (Varro rust. 2,9,5).
Lombardo, Mario (Lecce)
RE: Sallentini. 1) Völkerschaft in Südkalabrien, illyrischer Herkunft (vgl. den Art. Iapyges unter Hauptstämme Nr. 5); angeblich ward von Kretern, Illyrern und Lokrern unter Idomeneus das Land besiedelt (Verg. Aen. III 400) und daselbst 12 Gemeinden gegründet mit Uria und Castrum Minervae als Hauptorten (Varro bei Probus Verg. Ecl. VI 31: in tertio Rerum Humanum refert: Gentis Salentinae nomen tribus e locis fertur coaluisse, e Creta, Illyrico, Italia. Idomenues e Creta oppida Blanda pulsus per seditionem bello Magnensium cum grandi manu ad regem Divitium ad Illyricum venit. Ab eo item accepta manu cum Locrensibus plerisque profugis in mari coniunctus per similem causam amicitiaque societatis Locros appulit. Vacuata eo metu urbe ibidem possedit aliquot oppida condidit, in queis Uria et Castrum Minervae nobilissimum. In tres partes divisa copia in populos duodecim, Vgl. Fest. S.v.). Sie begegnen nicht vor 267, wo die römischen Fasten einen Triumph über sie verzeichnen, und ihre Unterwerfung erfolgt (Eutrop. II 17. Flor. I 20). 266 haben die Römer über die S. und Messapier triumphiert, die nach Strab. VI 277 in S., an der äußersten Spitze Iapygiens, und Kalabrer zerfielen. Die S. sollten mehr im Süden und Westen ihre Wohnsitze haben, beim promunturium Sallentinum (= gr. Akra Iapygía, heute Cap Panta [= Santa?] Maria die Leuca), doch wurde nach Strab. VI 282 nicht scharf geschieden zwischen S., Kalabrern, Messapiern und Iapygern (vgl. auch Plin. n.h. III 99, dazu Varro bei Serv. Aen. I 532. VII 8. Solin. 2,12. Dion. Hal. I 11. II 1). Im Allgemeinen kann man sagen, dass die S. im weiteren Sinne für die Römer das Volk sind, das die Griechen als Messapier bezeichneten (vgl. auch Strab. VI 277 und den Art. Iapyges o. Bd. IX S. 727). Südwestlich der Kalabrer nennt die S. wie Strabon, Mela II 66, der II 68 die Bucht von Tarent durch das Lacinische und Sallentinische Vorgebirge einschließt, ähnlich zeichnet Ptolem. III 1,11. Nach Dion. Hal. I 51 waren das Sallentinische und Iapygische promunturium (s. d. Art.) identisch, wo Aeneas landete: offenbar hat auch hier der Name der S. den der Iapyger bei den Römern verdrängt. Auch in der Heraklessage spielte es eine Rolle 8Strab. VI 281. Ps. Aristot. Mir. Ausc. 97. 98 (vgl. Sallust. Bei Serv. Aen. III 400). Die Livianischen Kriegsberichte verstehen unter den S. die Gesamt-Messapier in Iapygien, also im Sinne von Strab VI 282. So leiden die S. angeblich unter den Samniten 307, Liv. IX 42. Liv. X 2 nennt S. bei Thurii; hier ist, da auch Strab. VI 282 Uria in gr. Thyréai oder Thyraioi verschreibt, Uria zu lesen. Liv. XXIII 48 nennt S. in der Gegend von Brundisium (im J. 215), ebenso epit. XIX, bei Tarent (Liv. XXIV 20): 213 fallen die ignobilis urbes S. zu Hannibal ab (Liv. XXV 1). Entsprechend dem Ansatz der S. bei Brundisium (vgl. o.) wird Liv. X 2 das promunturium Sallentinum (vgl. o.) als Brundisii promunturium bezeichnet. Wir haben also für die Terra d`Otranto verschiedene Namen: die Griechen kennen hier Messapier, das Kap heißt nach den Iapygern, die Einheimischen nennen hier S. Die Römer scheiden S. und Messapier in der Triumphinschrift, gebrauchen aber den Namen S., der wohl ursprünglich am Kap Leuca haftete, in einem viel weiteren Sinne. Die Griechen bevorzugen den ihnen aus der Heimat bekannten Namen Messapier, die Römer wählen die einheimischen Namen. Die Unterwerfung der S. durch die Römer efolgte 267 (vgl. o.). Damals sind auch nach Mayer (Philolog. 1906, 543) Teile dieser S. in Umbrien angesiedelt worden, wo sie Plinius nennt, n.h. III 113: Dolates, cognomine S.; die Plin. n.h. III 101 genannte Stadt Soletum bringt Mayer ebenfalls damit in Verbindung (vgl. den Art. Iapyges 2, Hauptstämme). Die Schreibung wechselt zwischen der mit l und ll. Die Schreibung Salentini erscheint zwar nicht durch die Etymologie Varros (vgl. o.), vielleicht aber durch die Zusammenstellung mit Salon usw. (vgl. Iapyges) als nicht unberechtigt trotz des inschriftlichen de Sallentineis Messapieisque. Die Listen sallentinischer Orte bei Ptolem. I 3, 11ff. 66ff. und Plin. n.h. III 105 führen Mayer (Philol. A.a. O 494) und Detlefsen (Philol. 1873, 606) auf die gleiche Quelle zurück. [Philipp]

e) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP
Ist in der Nähe der Salentinischen Städte aufgeführt, diese werden bie Plinius genannt: Neretum, Aletium, Basta, Uzentum, Veretum (vgl. Plin. nat. 3,105). Auch Rudiae und Brundisium [vgl. oben DNP]

Literatur:

[1] Desjardins, Table, p. 94, col. 1, no. 13.

[2] Lombardo, Mario, Sal(l)entini, in: DNP 10, 2001, Sp. 1252.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 383.

[4] Philipp, Hans, Sallentini [1], in: RE I. A2 (1920), Sp. 1907-1908.

______________________
Literatur aus DNP:

1 V. Sirago, Per l`identificazione di Thuriae, in: Ricerche e Studi 13, 1980-1987, 95-104.
Nissen 2, 883 f.
R. Compatangelo, Un cadastre de pierre ..., 1989
M. Lombardo, I Messapi e la Messapia, 1992
J.-L. Lamboley, Recherches sur les Messapiens, 1996.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

11.12.2025 19:51

Druckversion erstellen


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2161 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

Impressum Datenschutzerklärung