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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Apvlia (Apulia)

Name (modern):

 

Bild:
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/442469
Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_Apuliens
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Region

Planquadrat:

5B2 / 5B3 / 5B4 / 5B5

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

mutatio Aquilonis finis Apuliae et Campaniae (610,8)

Alternativer Name (Lexika):

Apuli, Apulia (DNP)

RE:

Apulia

Barrington Atlas:

Apulia (45 C2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Apulia

Levi:

 

Ravennat:

Apulie (p. 66.06; 101.52), Luceria Apulie (p. 73.20)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

Apuli (3,38), Apulia (3,99), Apulia Dauniorum (3,103), Apulorum genera tria (3,104), Apulum litus (3,151)

Strabo:

Ἀπουλία (6,3,1; 6,3,8)

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Apuliam (Non. p. 770 L = Claudius Quadrigarius FRH 14 F 11 = F 11 Peter)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Römische Republik

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung laut Nonius Marcellus bei Claudius Quadrigarius.

Kommentar zum Toponym:

a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Apulia

b) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Apulia (II 120, 143)
Ita per sexennium vagati Apuliam atque agrum Campanum, quod his per militem licebat, spolabantur.
So zogen sie sechs Jahre umher und plünderten Apulien und Kampanien, soweit es die (römischen) Truppen zuließen.
Apuliam (Non. p. 770 L = Claudius Quadrigarius FRH 14 F 11 = F 11 Peter)
Ptolemaios
Ptolemaios nennt lediglich die Peucetischen und Daunischen Apuler, Ptol. 3,1,15 und 3,1,16. 3,1,72.
Strab.
Apulisches Teanum (Strab. 5,4,2)
Küstenfahrt vom Picentinischen zu den Apulern - die die Griechen Daunier nennen (5,4,2)
Plin 3,103
hinc Apulia Dauniorum cognomine a duce, Diomedis socero.
Apulorum genera tria (3,104): Teani a duce e Grais; Lucani subacti a Calchante, quae nunc loca tenent Matinates; Dauniorum praeter suptra dicta coloniae Luceria [...]

Kommentar zum Namen und etymologische Herleitung

c) Datierung der Namensform auf der TP
Die Region ist laut Nonius Marcellus literarisch frühestens bei Claudius Quadrigarius belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens republikanisch zu datieren.

d) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Strab. 6,1,3:
Nachdem wir die Region des alten Italien bis Metapont durchwandert haben, ist das Anschließende zu beschreiben; anschließend aber ist Iapygien. Dieses nennen die Griechen auch Messapien, und die Einheimischen bezeichnen es nach seinen Teilen entweder als das Gebiet der Salentiner - das bei der Iapgyischen Landspitze - oder als das der Kalabrer. Über diese hinaus im Norden leben die die im Griechischen Peuketier und Daunier genannt werden; die Einheimischen dagegen nennen das ganze Land das nach den Kalabrern kommt Apulien; Manche von ihnen, besonders die Peuketier, werden auch Poidikler genannt.

Strab. 6,3,8:
Das anschließende Land bewohnen die Daunier, dann die Apuler bis zu den Frentanern. Da Peuketier und Daunier - außer in alten Zeiten - von den Einheimischen überhaupt nicht genannt werden und dieses ganze Land heute Apulien heißt, werden zwangsläufig auch die Grenzen dieser Völker nicht genat angegeben; deshalb brauch auch wir keine entschiedenen Angaben über sie zu machen.

Strab. 6,3,11:
Dazwischen kommt man gleich nach Garganon in eine tiefe Bucht. Die um sie Wohnenden werden mit dem speziellen Namen "Apuler" bezeichnet, haben aber nicht nur dieselbe Sprache wie die Daunier und Peuketier, sondern unterscheiden sich auch sonst nicht von jenen, wenigstens heutzutage [...] An der Bucht ist ein See und oberhalb des Sees im Binnenland das Apulische Teanum das den gleichen Namen hat wie das Sidicinische.

Miller, Itineraria, Sp. 380:
Apulia und Calabria, it. (Pol, Sil, LV, ND), entspricht der Diokletianischen Einteilung; die 2. Region des Augustus enthielt die Hirpini mit Apulien und Kalabrien.

DNP: Apuli, Apulia
Oskischer Stamm zw. Daunii und Frentani (Strab. 6,3,8), der nach Errichtung der röm. Herrschaft (Liv. 8,25; 37; 9,12 ff.; 20,4 ff. für 317 v. Chr.) der Landschaft von der Adria (mit den Diomedeae insulae, h. Isole Tremiti) bis zum Appenninus mit dem in den Golf von Tarentum mündenden Bradanus (h. Brádano), vom Tifernus bis Calabria den Namen gab. Geologisch bestimmen mesozoischer Kalk und Dolomit den Boden am mons Garganus (h. Monte Gargano mit dem Montenero 1012 m) und ihre Überdeckungen in der apulischen Tafel. Oft von Erdbeben heimgesucht (Cic. div. 1,97), war A. problematisch wegen Wasserarmut (Strab. 6,3,5; Hor. sat. 1,5,78 f.; Ovid. met. 14,510), gerühmt wegen Waldreichtums (am Osthang des Appenninus und am mons Garganus: Cato agr. 151; SHA Verus 6), Ölbäumen und Weins (Varro r.r. 2,6,5). Weniger Ackerbau als Viehzucht (Pferde, Schafe: Varro r.r. 2,7,1; Strab. l.c.). Die Küstenregion war mit sumpfigen Strandseen ungesund (Caes. civ. 3,2; Vitr. 1,4,12), wenige Häfen (Sipontum, Salpia).

Mit Calabria und dem Gebiet der Hirpini war A. seit Augustus in der regio II vereint (Plin. nat. 3,103 f.). Nach der Reichsreform des Diocletianus unterstand A. als “Apulia et Calabria” (ohne Teanum Apulum, CIL IX 703) einem dem vicarius urbis nachgeordneten corrector (Not. dign. occ. 44) und war so im 5. Jh. n. Chr. als 11. der 16 provinciae unter Kontrolle des praefectus praetorio Italiae (Laterculus Veronensis 10,6; Polemius Silvius, Laterculus 1,13). Schwer mitgenommen in den Gotenkriegen (535-553 n. Chr.) unter Iustinianus, nach Eroberung durch die Lombarden im Herzogtum Benevento (die Halbinsel des mons Garganus blieb bis 668 n. Chr. byz.). Anf. des 9. Jhs. n. Chr. setzten sich in verschiedenen Städten von A. (Brindisi, Bari, Taranto) die Araber fest. Basileios I. (867-886) gelang es schließlich, die Araber zu vertreiben. A. war byz. bis zur Besetzung durch die Normannen 1071 (Eroberung von Bari). [Olshausen, Eckart (Stuttgart)]

RE: Apuli, Apulia (so, mit einfachem p, die gute Überlieferung durchweg). Der Name scheint ursprünglich localisiert zu sein am Mons Garganus, in dessen Nähe Teanum als Hauptort der A. das Ethnikon immer bewahrt hat. Noch Strabon unterscheidet diese eigentliche A. von den Dauniern und Peuketiern und bemerkt, dass sie zwar [289] zu seiner Zeit sich in Sprache und Sitte von diesen nicht unterschieden, dies aber wahrscheinlich früher gethan hätten (VI 285). Nach der römischen Eroberung wird aber der Name ausgedehnt auch auf die beiden anderen Gebiete und umfasst nunmehr das ganze Land, welches nördlich vom Tifernus, westlich vom Appennin, östlich vom adriatischen Meer, südlich von einer Linie begrenzt wird, die oberhalb von Tarent, unterhalb Gnathia vom Sinus Tarentinus nach der Hadria gezogen werden kann. Die südöstlich gelegene Halbinsel wird als Calabria im ganzen römischen Altertum von A. streng geschieden. Apulien in dieser Ausdehnung umfaßt ein Gebiet von ca. 250 ◻M.[WS 1], von denen der nördlich vom Aufidus (Ofanto) gelegene Teil (ca. 100 ◻M.) eine zwischen den Vorhöhen des samnitischen Appennin und dem isolierten Mons Garganus (s. d.) gelegene Ebene, der südliche (150 ◻M.) ein Hügelland mit Erhebungen bis 670 m. bildet. Der dem Appennin vorgelagerte vulkanische Mons Voltur liegt auf apulischem Gebiet. Zu Apulien gerechnet wurde die kleine Inselgruppe der Diomedeae (Tremiti), s. d. Der Boden, aus leicht durchlässigem porösem Kreidekalk bestehend, ist wasserarm, Strab. VI 281. Hor. sat. I 5, 78f.; od. III 30, 11; epod. 3, 16. Ovid. met. XIV 510. Etymologie Apulia a perditione (ἀπολεία!), citius enim ubi solis fervoribus terrae virentia perduntur, Paul. Diac. de gest. Long. II 21. Ausser den Grenzflüssen Tifernus (gegen Samnium) und Bradanus (gegen Lucanien) gehen zum adriatischen Meere Aquilo (Celone), Cerbalus (Cervaro) und Aufidus (Ofanto), der einzig bedeutendere. Der Boden ist günstig für Wein und Öl (Varro r. r. II 6, 5), dagegen für den Ackerbau wenig ergiebig: das Geraten der Ernte von reichlichen Niederschlägen abhängig (der apulische Boden wohlfeil, Iuvenal IV 27. Seneca ep. 87; dagegen heisst die Ebene im Norden bei Strabon VI 284 πάμφορός τε καὶ πολύφορος; Apuliae bulbi gelobt von Plinius XIX 95; genannt als vorzüglich A. triticum Varro r. r. I 2, 6; A. cappari Plin. XIII 127; arbusta vineaeque Plin. XVIII 336). Berühmt war die apulische Pferde- (Varro r. r. II 7, 1. 6) und Schafzucht (Varro de l. l. IX 28; r. r. II praef. 6. Strab. VI 281. 283. Plin. III 16. VIII 73. 190. XXIX 9. Mart. VIII 28, 3. XIV 155. Pallad. II 13. Colum. VII 2). Die Herden, welche im Herbst und Winter in der Ebene (tavoliero di Puglia) weideten, wurden (ebenso wie heutzutage) im Frühjahr und Sommer in die Abruzzen getrieben (Varro r. r. II 1, 16. 2, 10. III 17, 9). Eine auf diesen Brauch bezügliche Inschrift aus der Zeit des Marc Aurel (CIL IX 2438) steht am Thore der Stadt Saepinum (Altilia), wo noch heutzutage der grosse Herdenweg (il tratturo) nach den Abbruzzen führt. Der Garganus war mit schönen Eichenwäldern bestanden (Cato de agric. 151; die saltus Apuliae venatitus opportunos nennt noch Hist. Ang. Ver. 6). An der südlich gelegenen flachen Küste wurde aus den Lagunen bei Salapia Salz gewonnen (Salinae im Itin. Ant. p. 331). Die flachen Strandseen an der Küste (Pantanus, palus Salapina) machten die Gegend ungesund (Vitruv. I 4, 12. Caesar. b. c. III 2); als Calamität für Bewohner und Anbau empfand man auch den [290] sengenden Scirocco (local Atabulus genannt, Hor. sat. I 5, 77. Seneca n. q. V 17, 5. Plin. XVII 232; Apuliae loca calidiora et graviora Varro r. r. I 6, 3). Häufiger verheerender Erdbeben gedenkt Cicero de div. I 97. Über die ältesten Einwohner s. u. Iapyges, Dauni, Peucetii. Die A. im engeren Sinne (Apuli Teani in der sehr verwirrten Stelle des Plin. III 104) scheinen den Oskern stammverwandt gewesen zu sein, die Münzen ihrer Stadt Teanum (Tiati) haben oskische Legende in oskischem oder lateinischem Alphabet (Friedländer Oskische Münzen 49. Sambon Monnaies de la presquîle ital. 217). Die südöstlichen Gebiete, Daunia und Peucetia, standen, trotz des Fehlens griechischer Colonien, doch kulturell völlig unter griechischem Einflusse, wie namentlich die Münzen und die reichen Grabfunde (Vasen u. s. w.) beweisen. Zur Zeit des ersten griechischen Verkehrs werden Daunia und Peucetia Königreiche genannt, später finden wir eine Reihe gesonderter, auch durch keine Bundesverfassung zusammengehaltener Stadtgebiete. Am bedeutendsten sind im Norden: Teanum und Larinum; weiter südöstlich Luceria, Aecae, Herdoniae, Ausculum, Arpi, an der Küste Sipontum und Salapia; in Peucetia: die Küstenstädte Barium und Gnathia, im Binnenlande Canusium, Rubi, Venusia, Genusia. Die erste Berührung mit den Römern fällt in die Zeit des zweiten Samniterkrieges, wo die A. in ein Bündnis mit Rom treten (Liv. VIII 25; vgl. Iust. XII 2), auf welches bald Abfall, Unterwerfung und allmähliche Annexion des Landes folgt (Liv. VIII 37. Fasti triumph. Cap. ad a. 432. Auct. de v. ill. 32); letztere war 317 v. Chr. definitiv vollzogen (Liv. IX 12. 13-16. 20). Durch den hannibalischen und den Bundesgenossenkrieg hatte A. schwer zu leiden und erholte sich nie wieder ganz. Augustus vereinigte das eigentliche Apulien mit Calabrien und dem Hirpinergebiet zu seiner regio II (Plin. III 103f.). Im 2. Jhdt. findet sich zu juristischen und administrativen Zwecken A. unter kaiserlichen legati iuridici vereinigt bald mit Calabria, bald mit Lucania, auch mit Picenum (Beispiele Marquardt St.-V. I 226. Mommsen St.-R. II³ 1085). In der nachdiocletianischen Reichsteilung steht Apulia et Calabria unter einem zum Sprengel des vicarius urbis gehörigen corrector (Not. dign. p. 222 Seeck. Verzeichnis bei Cantarelli Bull. arch. com. 1892, 218-225); doch wurde der nördlichere Teil mit Teanum zu Samnium geschlagen (CIL IX 703), wahrscheinlich auch der östliche mit Benevent zu Campanien (Mommsen CIL IX p. 88. 137, dem Cantarelli a. a. O. 219 widerspricht); vgl. Nissen Ital. Landeskunde 337. 539. Helbig Herm. XI 258ff. Mommsen Unterital. Dialekte 85-98; R. G. I⁸ 10f.; CIL IX p. 25. [Hülsen.]

e) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)

Literatur:

[1] Desjardins, Régions, S. 184-202.

[2] Desjardins, Table, p. 92, col. 2, no. 6.

[3] Hülsen, Christian, Apulia, in: RE II.1 (1895), Sp. 288-290.

[4] Miller, Itineraria, Sp. 380.

[5] Nissen 2, 833-861.

[6] Olshausen, Eckart, Apulia, in: DNP 1, 1996, Sp. 922.

[7] Weiss, Ingeborg, Italienbücher, S. 31. 71. 74.

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M. Cagiano de Azvedo, Prosperità e banditismo nella Puglia e nell` Italia meridionale durante il Basso Impero: Studi di storia pugliese in onore di G. Chianelli 1, 1972, 197-231.

P. De Leo, s. v. A, in: LMA 1, 820-823.

A. Guillou, Studies on Byzantine Italy, 1970.



F. Tichy, It., 1985.

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Letzte Bearbeitung:

23.06.2026 16:56

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