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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Mavrvceni (Mauruceni)

Name (modern):

 

Bild:
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Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/413190
Wikipedia https://en.wikipedia.org/wiki/Marrucini
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

4B5 / 5B1

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Marrucini (DNP)

RE:

Marrucini - https://elexikon.ch/RE/XIV,2_1917

Barrington Atlas:

Marrucini (42 G4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Mauruceni

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Μαρρουκίνοι (3,1,20; 3,1,60)

Plinius:

Marrucini (Plin. nat. 3,38), Marrucinorum Teatini (Plin. nat. 3,106)

Strabo:

Μαρρουκῖνοι (5,4,2)

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Μαρρουκίνην χώραν (Pol. 3,88,3)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Späthellenismus (nach 200)

Begründung zur Datierung:

Das Ethnikon wird laut Priscian literarisch frühestens bei Cato dem Älteren überliefert, spielt aber auch eine wichtige Rolle im Geschichtswerk des Polybios sowie Diodors.

Kommentar zum Toponym:

a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Mauruceni < Marruceni

b) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Μαρρουκίνην χώραν (Pol. 3,88,3), Marrucini (Cic. Cluent. 197,7), et per fines Marrucinorum Frentranorum Larinatium in Apuliam pervenit (Caes. civ. 1,23), ad eos Curio equitatum et duas Marrucinorum cohortis mittit (Caes. Civ. 2,34), Marrucini (Liv. 9,45. per. 72,2), Μαρρουκῖνοι (Strab. geogr. 5,4,2), Marrucini (Plin. nat. 3,38), Marrucinorum Teatini (Plin. nat. 3,106), Μαρρουκίνοι (Ptol. geogr. 3,1,20; 3,1,60), Teate Marr(ucinorum) (CIL VI 2379), Μαρρουκῖνοι (App. civ. 1,39)

Marrucini (= Frr Cato Orig. 53,2) Cato. Orig. 53.2
[53] Priscian. VIIII p. 487 H. Cato in II originum: Marsus hostem occidit prius quam Paelignus; propterea Marrucini uocantur, de Marso detorsum nomen.
Diod. XX 44,8 Diod. XIX 105,5

c) Datierung der Namensform auf der TP
Das Ethnikon wird laut Priscian literarisch frühestens bei Cato dem Älteren überliefert, spielt aber auch eine wichtige Rolle im Geschichtswerk des Polybios sowie Diodors.

d) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Pleiades: The Marrucini were an Italic tribe centered around Teate in the Abruzzo. In conflict with Rome through the end of the Second Samnite War, the Marrucini became allied with Rome thereafter. Their language was likely in the Sabellic family.

Miller, Itineraria, Sp. 383:
Mauruceni, Marrucini (Liv, Sil, App, St). Ihre Hauptstadt Teate Marrucinorum (Ta, It, Ra) metropolis Teate (St), j. Chieti.

DNP: Marrucini
Sabellischer Stamm an der Adria-Küste am unteren Aternus (Ptol. 3,1,20) mit dem Hauptort Teate (Plin. nat. 3,106; auch Teate Marrucinorum, CIL VI 2379, und Teate Marrucino, Itin. Anton. 310), h. Chieti; Nachbarn der Vestini, Paeligni und Frentani (Strab. 5,4,2). Sie schlossen 304 v.Chr. Frieden mit Rom und ein Bündnis (Liv. 9,45,18), das sie bis zum Anf. des Bundesgenossenkrieges [3] (91 v.Chr.) aufrechterhielten (App. civ. 1,39). Zusammen mit den Vestini, Marsi und Frentani gehörten die M. zu einer der sieben Abteilungen, in die die Verbündeten Roms 225 v.Chr. eingetragen waren (Pol. 2,24,12). Ein Hinweis auf die Abstammung der gens Asinia (Asinius) von den M. ergibt sich aus dem an Asinius Marrucinus gerichteten Gedicht Catull. 12.
Bove, Annalisa (Pisa)

RE: Marrucini (Μαρρουκῖνοι Strab. V 247), italische Völkerschaft des Hochapennin, mit dem einzigen Municipium Teate, h. Chieti, das zum Unterschied vom apulischen Teate, später meist Teanum, den Beinamen Marrucinorum führt. Nach Polyb. II 24, 12 (dazu Dion. Hal. 20,1) stellen die M. zusammen mit den Sabellerstämmen der Marser, Frentaner, Vestiner (und Päligner, vgl Nissen Ital. Landesk., II 443) 20000 Mann zu Fuß und 4000 Reiter, bilden durch Stammesverwandtschaft und gemeinsame Lebensrichtung, namentlich in ihrer Abhängigkeit von der apulischen Winterweide, eine Einheit mit den genannten Stämmen und haben im Vestinerhafen an der Aternusmündung den Zugang zur See. Sie gehören nicht zum Samniterbund, denn die Römer ziehen ungehindert durch die Abruzzen nach Apulien, treten 308 für die Marser ein (Diod. XX 44,8), die mit den Pälignern freilich auch einmal zu den Samniten abfallen müssen (Liv. IX 41,4), sodann haben die Römer auch einmal 312 mit den M. zu kämpfen, Diod. XIX 105,5). Mit Recht nimmt daher auch R. Kiepert FOA XX8 für die M. keinen Anschluss an die Samniten an, womit er sich an Beloch Röm. Geschichte (= Beloch Italisch. Bund 167) 368 anschließt. Der volle Anschluss an Rom erfolgte erst 304 nach Beendigung des 2. Samnitenkrieges zusammen mit den Marsern, Pälignern und Frentanern, vgl. dazu Beloch Röm Gesch. 403. Im Punierkrieg standen die M. treu zu Rom (Belege bei nissen Ital. Landeskd. II 443,5 zusammengestellt), standen aber 91 mit gegen Rom unter Herius Asinius, der als italischer Praetor 90 in der Schlacht gegen Marius fällt, Appian. Bell. Civ. I 39. 40. 52. Vell. II 16. Liv. LXXII. LXXIII. LXXVI. Oros. V 18,8,25. Das Geschlecht des Asinius, dem der Historiker Asinius Pollio entstammt, blüht noch unter den Caesaren, Catull. 12. CIL IX 3018. Nach Erlangung des Bürgerrechts werden die M. der Tribus Arnensis (CIL IX 3072) eingegliedert und stehen 43 zu Antonius, Cic. pro Cluent. 197; Phil. VII 23. Caes. Bell. Civ. I 23. II 34.

Das Gebiet der M. grenzte an den Aternusfluss, auf dessen rechten Ufer die Hauptstadt Teate lag. Er trennte also die M. (unterhalb) und Päligner (oberhalb) von den Vestinern, wie noch heute die Diözesen Penne und Chietei. Ebenso mag mit Beloch Röm. Gesch. 556 die Binnengrenze gegen die Päligner mit der heutigen Diözesengrenze Chieti und Sulmona zusammenfallen, also bei der Maiella und dem Monte Morone liegen. Nach Osten war der Foro die Grenze, denn Ortona war bereits Frentanerstadt. Durch das Land der M. und Päligner zog die Via Valeria, die das Gebiet der Vestiner nicht berührte. Wenn auch die M. die Küste erreichten, so besaßen sie hier nur wenige Kilometer und blieben wie die anderen Sabellerstämme ein Binnenvolk.

Der Dialekt des zuerst von Cato orig. 53 genannten Stammes tritt auf der Bronze von Rapino an der Maiella zutage, Conway Italic. Dialects I 1897, 253-257 nr. 243-246. CIL IX 3012-3014. 6316-6318. Ephem. Epigr. VIII 119-128. 819f. Stein Bursian CXLIV 280. Dazu Nissen Ital. Landesk. I 517f. und II 443ff. Beloch Röm Gesch a.a.O. Mommsen CIL IX p. 282. [Philipp.]

e) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
In der Nähe befindet sich die Hauptstadt Tea Nomarruci, verschrieben aus Teanum Marrucinorum. Zur Verschreibung siehe Artikel dort.

Literatur:

[1] Bove, Annalisa, Marrucini, in DNP: 7, 1999, Sp. 945.

[2] Desjardins, Table, p. 93, col. 3, no. 11.

[3] Miller, Itineraria, Sp. 383.

[4] Philipp, Hans, Marrucini, in: RE XIV.2 (1930), Sp. 1918-1919.

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Literatur aus DNP:

J. Perin, s.v. M., in: E. Forcellini, Onomasticon totius latinitatis, 1920.

G. Tagliamonte, I Sanniti, Caudini, Irpini, Pentri, Carricini, Frentani, 1996, 145, 150.

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Letzte Bearbeitung:

16.12.2025 09:52

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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2139 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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