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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

[Lacus Timavi]

Name (modern):

Palude del Lisert [1]

Bild:
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Alternatives Bild ---
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Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Wasser (ohne Flussname)

Planquadrat:

3A5

Farbe des Toponyms:

ohne Farbe

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Timavus - https://elexikon.ch/RE/VIA,1_1245

Barrington Atlas:

 

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

 

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

Späthellenismus (nach 200)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung des Flusses sowie seines sumpfigen Umlandes bei Polybios und Poseidonios.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Diederich/Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
[Lacus Timavi] [2]

Kommentar (Talbert):
If a name for this lake was ever marked on the map, there is no sign of it.

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Palude del Lisert [1]

Luciano Bosio
L’esistenza in epoca romana di questo lago ha sollevato numerosi interrogativi, ai quali sono seguite altrettante ipotesi da parte degli studiosi a partire da anni remoti, che qui conta riassumere. Cluverius (Clüver) pensa al lago di Pietrarossa e così Nissen, mentre Berini lo localizza nell’attuale palude di Lisert, separata dal mare, giusto il disegno della Tabula, dai rilievi di San Antonio e di La Punta635; Kandler, Pais e Sticotti sono d’accordo sull’esistenza antica di uno specchio lacustre ora scomparso, sostenendo il primo che lo specchio lacustre sia da localizzare alla confluenza del Frigidus e del Sontius, comunicante con il lago di Iamiano e quindi con quello di Pietrarossa e con lo stagno formato dal Timavo; Sticotti, per parte sua, ritiene che l’Isonzo terminasse il suo corso nel Lacus Timavi, alimentandolo636; Gregorutti e Miller ritengono che non si possa parlare di un vero e proprio lago, ma piuttosto di una laguna, separata dal mare da una striscia di sabbia estesa da Primiero presso Grado fino a Sistiana637; Attilio Degrassi, poi, propone di dare un diverso significato al termine lacus usato da Livio e cioè quello di fons: in questo modo l’espressione liviana verrebbe a essere equivalente di ad fontem Timavi, corrispondente all’indicazione Fonte Timavi che si trova nella Tabula638. Pertanto il disegno del lago sarebbe uno dei tanti errori dell’itinerarium. Come si è detto, Plinio non ricorda l’Isonzo, pur indicando corsi d’acqua molto meno importanti e ciò fa pensare che questo fiume, in epoca classica, non dovesse uscire in mare con foce propria, ma si dividesse in uno o più rami, dei quali uno, come afferma Rigo, doveva giungere fino ad Aquileia e alimentare il Natisone639. Si spiegherebbe così l’abbondanza delle acque che venivano a interessare la città e che rendevano sempre efficiente il suo porto fluviale. Un altro ramo doveva scorrere, come hanno rilevato Onofri e Severi e come dimostrano i resti di un ponte rinvenuto presso la località Ronchi640, ai piedi dei rilievi carsici per finire nell’attuale palude del Lisert a formare quel lago di cui parla Livio e che la Tabula disegna. Si resta quindi dell’opinione che questo specchio lacustre sia realmente esistito641, anche se non nelle dimensioni che la Tabula riporta e che proprio perché l’Isonzo non aveva uno sbocco a mare, ma disperdeva le sue acque in vari rami da Aquileia al Lisert, per questo Plinio non lo ricordi642. A completare il quadro dell’idrografia del territorio tra Tagliamento e Vipacco, oltre alla vignetta di Fonte Timavi che richiama il fiume omonimo643, è da ricordare anche la stazione di Ad Silanos segnata dalla Tabula lungo la direttrice Aquileia-Viruno. Tale mansio, localizzata presso Artegna del Friuli644, chiarisce nel suo stesso nome645 la presenza in questi luoghi di sorgenti e corsi d’acqua, quali appunto qui si ritrovano nelle acque che danno vita al fiume Ledra e che formano la palude di Bueris.

Die Existenz dieses Sees in der Römerzeit hat zahlreiche Fragen aufgeworfen, auf die seit langem ebenso viele Hypothesen von Wissenschaftlern folgten, die hier zusammengefasst werden sollen. Cluverius (Clüver) vermutet den See von Pietrarossa, ebenso Nissen, während Berini ihn im heutigen Sumpfgebiet von Lisert verortet, das – genau wie in der Zeichnung der Tabula dargestellt – durch die Erhebungen von San Antonio und La Punta vom Meer getrennt ist635; Kandler, Pais und Sticotti sind sich über die antike Existenz eines heute verschwundenen Sees einig, wobei ersterer behauptet, dass dieser See am Zusammenfluss von Frigidus und Sontius zu verorten sei, der mit dem Iamiano-See und somit mit dem Pietrarossa-See sowie mit dem vom Timavo gebildeten Teich in Verbindung stand; Sticotti seinerseits ist der Ansicht, dass der Isonzo seinen Lauf im Lacus Timavi beendete und diesen speiste636; Gregorutti und Miller sind der Meinung, dass man nicht von einem eigentlichen See sprechen kann, sondern eher von einer Lagune, die durch einen Sandstreifen vom Meer getrennt war, der sich von Primiero bei Grado bis nach Sistiana erstreckte637; Attilio Degrassi schlägt schließlich vor, dem von Livius verwendeten Begriff lacus eine andere Bedeutung zu geben, nämlich die von fons: Auf diese Weise würde der Ausdruck bei Livius gleichbedeutend mit ad fontem Timavi sein, was der Angabe Fonte Timavi entspricht, die in der Tabula zu finden ist638. Somit wäre die Darstellung des Sees einer der vielen Fehler des Itinerarium. Wie bereits erwähnt, erwähnt Plinius den Isonzo nicht, obwohl er weitaus weniger bedeutende Wasserläufe angibt, was vermuten lässt, dass dieser Fluss in der Antike nicht mit einer eigenen Mündung ins Meer floss, sondern sich in einen oder mehrere Arme teilte, von denen einer, wie Rigo behauptet, bis nach Aquileia reichen und den Natisone speisen musste639. Dies würde die Wasserfülle erklären, die die Stadt versorgte und ihren Flusshafen stets funktionsfähig hielt. Ein weiterer Arm muss, wie Onofri und Severi festgestellt haben und wie die Überreste einer bei Ronchi640 am Fuße der Karstgebirge gefundenen Brücke belegen, in das heutige Lisert-Sumpfgebiet geflossen sein, um dort jenen See zu bilden, von dem Livius spricht und den die Tabula abbildet. Man bleibt daher der Meinung, dass dieser See tatsächlich existiert hat641, wenn auch nicht in den Ausmaßen, die die Tabula angibt, und dass Plinius ihn gerade deshalb nicht erwähnt642, weil der Isonzo keinen Abfluss ins Meer hatte, sondern sein Wasser in verschiedenen Armen von Aquileia bis zum Lisert verteilte. Um das Bild der Hydrographie des Gebiets zwischen Tagliamento und Vipacco zu vervollständigen, ist neben der Vignette von Fonte Timavi, die auf den gleichnamigen Fluss verweist643, auch die Station Ad Silanos zu erwähnen, die von der Tabula entlang der Achse Aquileia-Viruno verzeichnet ist. Diese Mansio, die sich bei Artegna del Friuli644 befand, verdeutlicht bereits in ihrem Namen645 das Vorhandensein von Quellen und Wasserläufen an diesen Orten, wie sie sich hier in den Gewässern finden, die den Fluss Ledra speisen und den Sumpf von Bueris bilden.

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
ποταμὸν τὸν Τίμαυον (Strab 5,1,8 = Polyb. ap. Strab. 5,1,8; Posid. FgrHist 87 frg. 89)

Strabo
Genau in dem Winkel der Adria ist auch ein erwähnenswertes Heiligtum des Diomedes, das Timavum: es hat nämlich einen Hafen, einen besonders schönen Hain und sieben Quellen mit Flusswasser, das sich sofort in einem breiten und tiefen Strom ins Meer ergießt; Polybios erklärt jedoch (34, 10, neues Fragment), abgesehen von einer hätten die übrigen Salzwasser, und daher nennten die Einheimischen den Ort auch Quelle und Mutter des Meeres; und Poseidonios sagt (F 225 Ed.-Kidd); der Fluss Timavus, der aus den Bergen komme, stürze in einen Schlund, laufe etwa hundertunddreißig Stadien unterirdisch weiter und münde unmittelbar am Meer aus.

Vergil
Antenor potuit, mediis elapsus Achivis, / Illyricos penetrare sinus, atque intima tutus / regna Liburnorum, et fontem superare Timavi, / unde per ora novem vasto cum murmure montis / it mare proruptum et pelago premit arva sonanti (Verg. Aen. 1,242-246)
mit Serv.; Auson., Ordo urbium nobilium 162

Livius nennt als einziger einen lacus Timavi:
profectus ab Aquileia consul castra ad lacum Timaui posuit; imminet mari is lacus (Liv. 41,1,2), Histri, ut primum ad lacum Timaui castra Romana sunt mota (Liv. 41,2,1)
et in Atinate Aquileiensi Timavus (Plin. nat. 2,225), clarae ante ostia Timavi calidorum fontium cum aestu maris crescentium (Plin. nat. 3,151)

Varro ant. rer. hum. X,6 frg Mirsch
Claud. 7 De tertio consulatu Honorii 120 Phrygii numerantur stagna Timaui. Von

Etymologische Herleitung des Namens
-

d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Fluss und sein sumpfiges Umland werden frühestens bei Polybios und Poseidonios erwähnt, sein Eintrag auf der Karte ist damit spätestens späthellenistisch zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Silke Diederich:
Der Fluß Timavus (ausführlich beschrieben bei Strabo 5,1,8 und Plin. nat. 2,225) erscheint auf der TP ohne Namen als breiter See unterhalb der Stationsvignette von Fons Timavi rechts von Aquileia (in Welsers Edition noch ein Stück von der Aquileia-Vignette entfernt; offenbar inzwischen zerlaufen) ohne Verbindung mit der Adria, in die er eigentlich mündet. Die Ursache dafür ist wohl ein Mißverständnis der Bezeichnung als ´lacus´ (= See, aber auch langsam fließende Gewässer) o. ä. in manchen antiken Quellen. Besonders die Beschreibung bei Liv. 41,1,2 ad lacum Timaui ... imminet mari is lacus (s. auch Liv. 41,2,1) stimmt ziemlich genau mit der Darstellung auf der TP überein. Als stehendes Gewässer auch bei Claud. 7 De tertio consulatu Honorii 120 Phrygii numerantur stagna Timaui. Von Autoren seit Vergil geradezu als meerartig charakterisiert (Verg. Aen. 1,244-247 mit Serv.; Auson., Ordo urbium nobilium 162) und von seinen Anwohnern geradezu als Meer bezeichnet (Varro ant. rer. hum. X,6 frg Mirsch), oder sogar als Mutter des Meeres (Polyb. ap. Strab. 5,1,8).
Miller, Itineraria, Sp. 312: -, 12(It).
Fonte timavi^1, it (It); cf. fl. Timavus (Pl, Mart); warme Quellen (Pl), lacus - (Liv), stagnus - (Claudian), die Sage bringt die Station mit den Argonauten zusammen (Mart). Tempel der Minerva (Iss: CIL V 703. 704) und Spes Augusta (Iss: ib. 706-708). Grenzfluß zwischen Istrien und Venetien (St); j. bei Giovanni de Carso (bzw. Duino. Iss: s.o.) am Timavo.

Luciano Bosio
Il Fl. Frigidus, si è detto all’inizio, è condotto a sfociare in un lago, dopo aver lambito la mansio di Fonte Timavi indicata anche con una vignetta cosiddetta “ad aquas”. Il lago e l’indicazione data dalla scritta portano a riconoscere il sito come quel lacus Timavi citato da Livio quando parla dell’impresa di Aulo Manlio Vulsone contro gli Istri632. Altri autori ricordano il Timavus come fiume, quale ancor oggi è 633, ma nessuno accenna alla presenza in questo comprensorio ai piedi dei rilievi carsici, di un bacino lacustre, a eccezione appunto di Livio e della Tabula634.

Der Fl. Frigidus, wie eingangs erwähnt, mündet in einen See, nachdem er an der Mansio Fonte Timavi vorbeifließt, die auch mit einer sogenannten „ad aquas“-Vignette gekennzeichnet ist. Der See und die Angabe in der Inschrift lassen den Ort als jenen lacus Timavi erkennen, den Livius erwähnt, wenn er von Aulus Manlius Vulso’s Feldzug gegen die Istrier spricht632. Andere Autoren erwähnen den Timavus als Fluss, was er auch heute noch ist 633, doch niemand erwähnt in diesem Gebiet am Fuße der Karstgebirge das Vorhandensein eines Sees, mit Ausnahme eben von Livius und der Tabula634.

f) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
Es scheint so, als ob der See mit rot vorgezeichnet ist und die grüne Farbe dann aber verlaufen und über die rote Linie gelaufen ist. Andererseits könnte es sein, dass der Tintenklecks zu groß geworden ist und mit Rot nachträglich versucht wurde, deutlicher erkennbar zu machen, dass es sich um einen begrenzten See handelt und nicht um eine Bucht der Adria. Diese Frage kann aber nur mit einer RTI-Aufnahme beantwortet werden.

Literatur:

[1] Bosio/Rosada, Fonti II, S.

[2] Miller, Itineraria, Sp. 312. 390-391.

[3] Nissen?

_______________________
CHIARA CALLIGARIS*, LUCA ZINI*, FRANCO CUCCHI,
IL LACUS TIMAVI. GEOLOGIA E GEOMORFOLOGIA, in:
Atti e Memorie della Commissione Grotte
“E. Boegan” Vol. 47 (2017), pp. 43-61

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Letzte Bearbeitung:

30.05.2026 18:49

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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2114 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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