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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

dia (Numidia)

Name (modern):

 

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/305120
Großraum:

Numidien

Toponym Typus:

Region

Planquadrat:

3C2 / 3C3 / 3C5

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Numidae, Numidia (DNP)

RE:

Numidia

Barrington Atlas:

Numidia (31 E4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

 

Levi:

 

Ravennat:

Numidia (p. 3.18; 39.01; 39.13), Numidiam (p. 38.44; 38.47; 39.58; 40.06; 40.19), Numidie (p. 38.52)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Νουμιδία (4,3,21; 4,3,24; Νουμιδία Νέα (4,3,21; 4,3,29)

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

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Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner):
Numidia eindeutig auf der TP zu lokalisieren wirft Probleme auf, da dessen Eintrag nicht vollständig auf der Karte überliefert ist. Lediglich die Buchstaben D-I-A sind auf der TP verzeichnet (TP 3C2-3C5 / ID 2096). Farbe und Lage sprechen jedoch dafür, hier die Endbuchstaben von [Numi]DIA zu erkennen (Vgl. WEBER, Tabula, S. 24). Warum die Anfangsbuchstaben ausgefallen sind, bleibt ungewiss, ihre Rekonstruktion rein hypothetisch. Nimmt man jedoch an, dass alle Buchstaben ursprünglich nahezu mit gleichem Abstand eingetragen waren und D-I-A ihre Position nicht groß verändert haben, so könnte man etwa mithilfe des durchschnittlichen Abstands zwischen den Endbuchstaben die Lage der Anfangsbuchstaben rekonstruieren. Der Abstand zwischen D und I beträgt 17,8 cm, der zwischen I und A 25,6 cm, im Durchschnitt also 21,7 cm. Bei vier ausgefallenen Buchstaben mit einem durchschnittlichen Abstand von 21,7 cm befände sich der Anfangsbuchstabe N ungefähr auf Höhe von Caput Budelli (TP 1C4 / ID 3445) und damit auch in der Nähe des Ethnonyms Numidarum (TP 1C5-2C1 / ID 2029). Wie lässt sich nun die Lage des Eintrags bewerten? Die Verschränkung der Buchstaben des Eintrags [Numi]DIA mit den Buchstaben des Eintrags Provincia Africa lassen Numidien als Teil der Provinz Africa Proconsularis erscheinen. Darauf weise laut GROSS auch die Legende von Tucca, die eine Grenze zwischen Mauretanien und Africa und nicht zwischen Mauretanien und Numidien anzeigt, was wiederum darauf hinweise, "daß Numidien nicht als selbständige Provinz gedacht ist, sondern einen Teil von Africa im engeren Sinne des Wortes bildet" (GROSS, Entstehungsgeschichte, S. 71). Damit entspräche die Eintragung zeitlich der politischen Lage von Claudius bis Septimius Severus und wäre als terminus post quem frühkaiserzeitlich anzusetzen.

Kommentar (Talbert):
Even though NVMIDARVM appears in 1C5, [NVMI]DIA still seems the best conjecture for supplementing the three widely spaced letters DIA, which make no sense alone. If the spacing of the missing letters more or less matched that of the three preserved (as it should have), then the start of the region name must have been not far after the end of NVMIDARVM. To have overlooked such prominent letters seems remarkable carelessness on a copyist`s part.
The "D" bisects route linework (but unobtrusively).

Miller, Itineraria, Sp. 947-48:
Numidia. Wir haben schon darauf hingewiesen, dass in Afrika usprünglich nur Afrika und Mauretanien als Provinzen unterschieden waren. Die Provincia Afrika ist nach der Schreibweise und den Grenzangaben in der Ausdehung von Tucca findes affrice et mauritanie bei Are philenorum fines affrice et cyrenensium [Terminus Asie et Affrice (Hn) Fines ... (Or)] aufzufassen wie bei Tac und Dio Cass. Wohl erst durch Diokletian oder Konstantin erfolgte die Vierteilung der Provinz Africa in Tripolitana, Byzacena, Zeugitana und Numidia. In der Ta sind nun auch die Namen Syrtites gleich Tripolitana und Numidia eingetragen (von letzterem Namen fehlen allerdings durch die Schuld des Abschreibers die ersten 4 Buchstabend und es ist bloß dia geblieben, aber in der richtigen Ausdehung).

Datierung (Barrington):
Numidia – Hellenistic/Roman/Late Antique (RE)

RE:
Numidia Afrikan. Landschaft. Die Legionskommandanten und Statthalter der Principatsepoche XVII.2 1343-1397 S XIII Windberg

DNP:
Numidae, Numidia
Im engeren Sinn das sich westl. des karthagischen Territoriums zw. den Flüssen Tusca und Ampsaga erstreckende Gebiet, h. ein Teil Ostalgeriens. Die Griechen interpretierten den Namen des in diesem Gebiet lebenden libyschen Volks der N. im Sinne von nomádes (νομάδες, “Umherziehende”) und nannten dementsprechend dieses Gebiet Nomadía (Νομαδία; [1; 2. 95f.]; Pol. 36,16,7). Doch waren die N. zu einem beträchtlichen Teil schon seit langem seßhaft. Die Hochfläche von N. wird im Norden durch die Ausläufer des Tell-Atlas und im Süden durch den Sahara-Atlas begrenzt. Im Osten ist das Land durch ein Gebirgsmassiv abgeschlossen, zu dem sich der Tell- und der Sahara-Atlas vereinen.

Den mil. Wert der numid. Kavalleristen heben beispielsweise Pol. 1,19,1-5 und 3,72,10, Strab. 17,3,7 und Prok. BV 2,13 hervor. Die nomadisierenden N. wohnten in auf Rädern stehenden Hütten aus Schilf und Stroh (mapalia, Sall. Iug. 18,8). So konnten sie mit ihren Herden leichter von Ort zu Ort ziehen. Ihre Toten bestatteten die N. in Hügelgräbern, die mit Steindenkmälern in Verbindung standen. Ihre Rel. war teilweise von magischen Vorstellungen geprägt (Cass. Dio 60,9,4; Aug. serm. 196,4). Neben den eigenen Göttern Aulisua (CIL VIII 2, 9906; 9907), Motmanius (CIL VIII 1, 2650) und Iocolon (CIL VIII Suppl. 1, 16809) verehrten sie - unter punischem Einfluß [3] - Baal Hamon (Saturnus) und Tinnit (Caelestis).

Spätestens im 3. Jh.v.Chr. entstanden die großen numid. Reiche der Massyli (Osten) und der Masaeisyli (Westen), in denen zur Zeit des 2. Punischen Kriegs Gaia, gefolgt von Massinissa, und Syphax regierten. Die Gestaltung der polit. Beziehungen der numid. Könige zur karthagischen Regierung hing teils von karthagischen Interessen, teils von innernumid. Rivalitäten ab. Massinissa war infolge seiner proröm. Haltung einer der Gewinner des 2. Pun. Kriegs. Vermina dagegen, der Sohn des Syphax, sah sich gezwungen, sich in ein begrenztes Gebiet im Westen des ehemals masaesylischen Reichs zurückzuziehen. In der Folgezeit erweiterte Massinissa unter röm. Protektion sein Herrschaftsgebiet bis nach Tripolitania. Nach seinem Tod (148 v.Chr.) übernahmen seine Söhne Micipsa, Gulussa und Mastanabal gemeinsam die Herrschaft. Innernumid. Spannungen und röm. Eingriffe führten zu fünf Reichsteilungen (118 v.Chr. [?], nach 118 v.Chr., 105 v.Chr., vor 88 v.Chr. und 46 v.Chr.) [4].

46 v.Chr. verschwand das letzte numid. Reich endgültig von der polit. Landkarte - der (ost)massylische König Iuba [1] I. hatte auf der “falschen”, der pompeianischen Seite gekämpft. In diesem J. (?) erhielt der caesarische Kondottiere P. Sittius die Herrschaft über ein Gebiet, in dessen Mittelpunkt die Stadt Cirta stand. 44 v.Chr. (?) fielen die Gebiete des Sittius zwar an die Africa Nova (Afrika [3]), behielten aber eine singuläre Rechtsstellung. In den folgenden Jh. rissen größere und kleinere gegen die röm. Herrschaft gerichtete Aufstände, die teilweise von den Gaetuli und Garamantes geschürt wurden, nicht ab [5; 6]. 37 n.Chr. teilte Caligula die Macht zw. dem proconsul Africae und dem legatus legionis III Augustae: N. gehörte rechtlich zwar auch in Zukunft zum Territorium der Africa Proconsularis, wurde aber als eigener Militärdistrikt (dioecesis N.) dem legatus unterstellt und damit faktisch selbständig. Hadrianus (117-138 n.Chr.) unternahm den Versuch, das gefährdete numid. Gebiet durch einen Limes zu sichern, der südl. des Aurès-Gebirges verlief (Limes VIII. D.). 203 n.Chr. (?) schuf Septimius Severus die Prov. N. Sie wurde in der Zeit zw. 295 und 303 n.Chr. mit den Prov. Africa Tripolitana, Africa Byzacena, Africa Zeugitana, Mauretania Sitifensis und Mauretania Caesariensis zur großen Diözese Africa zusammengefaßt (Diocletianus, mit Karte). Zeitweilig (303-314) war die alte Prov. N. in zwei Prov. geteilt: in die N. Cirtensis im Norden (mit der Hauptstadt Cirta) und in die N. Militiana im Süden (mit der Hauptstadt Lambaesis). Cirta, seit 312 zu Ehren Constantinus` [1] I. Constantina genannt, wurde Hauptstadt der wieder vereinigten Prov. und Residenzstadt des consularis sexfascalis provinciae Numidiae. Dabei blieb es bis zur Errichtung der vandalischen Herrschaft (Afrika [4], mit Karte). Inschr.: CIL VIII 1; Suppl. 2; ILAlg I; II 1; 2; AE 1974, 226; 1976, 143; 706; 1977, 856; 1980, 960; 1983, 935; 1987, 1062; 1083; 1084; 1989, 869.
Huß, Werner (Bamberg)

Literatur:

Miller, Itineraria, Sp. 947-48;

Köhner, Nordafrika, S. 173.

1 A. Luisi, Νομάδες e N., in: Contributi dell`Istituto di Storia antica dell`Università del Sacro Cuore 6, 1979, 57-64
2 J. Desanges, Une mention des Abaritani dans Arnobe?, in: Y. Le Bohec (Hrsg.), L`Afrique, la Gaule, la religion à l`époque romaine. Mél. à la mémoire de M. Le Glay (Coll. Latomus 226), 1994, 95-99
3 G. Camps, Les Numides et la civilisation punique, in: AntAfr 14, 1979, 43-53
4 W. Huß, Die westmassylischen Könige, in: AncSoc 20, 1989, 209-220
5 M. Rachet, Rome et les Berbères (Coll. Latomus 110), 1970
6 M. Bénabou, La résistance africaine à la romanisation, 1976.
A. Berthier, La Numidie, 1981
M. Bouchenaki, Contribution à la connaissance de la Numidie avant la conquête romaine, in: P. Bartoloni u.a. (Hrsg.), Atti del I Congresso Internazionale di Studi Fenici e Punici, Bd. 2, 1983, 527-541
F. Decret, M. Fantar, L`Afrique du Nord dans l`Antiquité, 1981
J. Desanges, Permanence d`une structure indigène ..., in: AntAfr 15, 1980, 77-89
H.-J. Diesner, Der Untergang der röm. Herrschaft in Nordafrika, 1964
E.W.B. Fentress, Numidia and the Roman Army, 1979
H.G. Horn, Ch.B. Rüger (Hrsg.), Die Numider, 1979
H.-G. Kolbe, Die Statthalter Numidiens von Gallien bis Konstantin (268-320) (Vestigia 4), 1962
Y. Le Bohec, Les unités auxiliaires de l`armée romaine ..., 1989
M. LeGlay, L`administration centrale de la province de Numidie de Septime Sévère à Gallien, in: AntAfr 27, 1991, 83-92
M. Mahjoubi, Les élites municipales de la Numidie ..., in: ANRW II 10.2, 1982, 673-681
H.W. Ritter, Rom und Numidien, 1987
Ch. Saumagne, La Numidie et Rome, 1966
B.D. Shaw, Soldiers and Society: the Army in Numidia, in: Opus 2, 1983, 133-152
B. Thomae, Praesides provinciarum ..., in: Opuscula Romana 7, 1969, 163-211, bes. 179-190
B.E. Thomasson, Die Statthalter der röm. Prov. Nordafrikas von Augustus bis Diocletianus, 2 Bde., 1960
Ders., s.v. Numidia, RE Suppl. 13, 315-322
F. Windberg, s.v. Numidia, RE 17, 1343-1397.

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Letzte Bearbeitung:

10.08.2024 12:48

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