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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Bocontii

Name (modern):

 

Bild:
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/148241
Großraum:

Gallien/Germanien

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

2B1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Vocontii (DNP)

RE:

Vocontii - https://elexikon.ch/RE/IXA,1_705.png

Barrington Atlas:

Vocontii (15 E1)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Bocontii

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Οὐοκόντιοι (2,10,16; 2,10,19)

Plinius:

Vocontii (3,34)

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

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Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Valentia (lat. „die Kräftige“) war der Hauptort der Segovellauni (Ptol. 2,10,12 s. Kommentar zu Plin. nat. hist. 3,34 Segovellauni), die von manchen antiken Autoren zu den Cavares gerechnet werden (s. Kommentar zu 3,34 Cavres).


Die Römische Kolonie am Rhodanus (heute: Rhône) wirde gegründet unter Caesar (bzw. laut Christol 2016 unter Augustus, und zwar nach 27 v. Chr. oder wahrscheinlicher in den letzen Jahren des 1. Jh. v. Chr.)
Wegen ihrer Lage an schiffbarem Gewässer und der Straße von Vienna (Vienne) nach Arausio (Orange) bedeutender Verkehrsknotenpunkt. Seit Ende des 2. Jh. ist das Christentum hier belegt. Luftaufnahmen haben Elemente einer Zenturiation (Feldmesser) und des Stadtplanes nachgewiesen.
Antike Überreste: äußere Theatermauer, cardo maximus, Stadtmauer und Turmfundamente.
(s. Valentia 2, in: Ferrer Maestro, J. J., & Winkle, C. (2006). Valentia. In Der Neue Pauly Online. Brill. https://doi.org/10.1163/1574-9347_dnp_e1226860, dort ältere Literatur).
Antike Belege:
- Οὐαλεντία κολωνία Ptol. 2,10,12 Ὑφ´ οὓς δυσμικώτεροι μὲν Σεγγαλλαυνοί (Σεταλλανοί), ὧν πόλις Οὐαλεντία κολωνία (Stadt Valentia Colonia, Stadt der Segallaunoi).
- umstritten ist eine Identität mit Οὐεντία (Οὐ<αλ>εντία?), das Dio 37,47,2 im Zusammenhang mit dem Aufstand der Allobroges von 61/60 v. Chr. erwähnt (s. Goessler, Peter: Valentia 3, RE II 7,2 (1948), 2150-2156, hier: 2151 und 2153).
- Itin. Ant. 358,2
- Itin. Burd. 554 civitas Valentia.
- Ambros. epist. 6,30,7 Legati iterum missi ad Gallias … apud Valentiam Gallorum me reppererunt.
- Amm. 14,10,1 (354 n. Chr.) Constantius … egressus Arelate Valentiam petit; 15,11,14 potiores sunt Vienna ipsa et Arelate et Valentia.
- Notit. Gall. 11,8 Ciuitas Ualentinorum.
- Tabula Peutingeriana 2B1 Valentia.
- Cosmogr. Rav. 4,26 p, 63,39 Valentia (var. lect. Valencia) unter den Städten in Burgundia.
- CIL XII 1567 pont/{t}if(ex) perpet(uus) civit(atis) Valent(iae).
- CIL XII 1751 IIIIIIvir(i) / Valentiae.
(Antike Quellen, einschl. weiterer Inschriften und Meilensteinen ausführlich besprochen bei Goessler, Peter: Valentia 3, RE II 7,2 (1948), 2150-2156).
Ältere Literatur in DNP (Valentia 2, in: Ferrer Maestro, J. J., & Winkle, C. (2006). Valentia. In Der Neue Pauly Online. Brill. https://doi.org/10.1163/1574-9347_dnp_e1226860 und unter , https://pleiades.stoa.org/places/167718.
Neuere Arbeiten:
- Gilles, Amaury (2016): Vivre et produire dans les campagnes de la colonie de Valence (IIe s. av.- VIe s. ap. J.-C.), Autun.
- Will, Ernest (1999): Les origines de la colonie romaine de Valence, in: Bulletin de la Société nationale des Antiquaires de France 1, 92–102.




Miller, Itineraria, Sp. 141:
Bocontii, Vocontii (St, Pt, Caes, Ml, Pl, Tac etc.). Mächtiger Volksstamm. Bloß Verbündete der Römer. Weinbau. Ihre Städte ohne besondere Bedeutung, dagegen sehr reich: Dea Vocontiorum (Strecke 36), j. Die; Lucus, j. Luc. Vgl. CIL XII p. 160 ss.

Datierung (Barrington):
Vocontii - Hellenistic/Roman Antique (Barruol 1969, 278-94).

DNP:
Vocontii

(Οὐοκόντιοι). Keltischer Volksstamm in der Gallia Narbonensis (Strab. 4,6,4; Notitia Galliarum 11,10), dessen Gebiet im Norden durch den Isara [1] (h. Isère) und das Gebiet der Allobroges (Caes. Gall. 1,10,5), im Westen durch das Gebiet der Segovellauni und Cavares sowie das Tal des Rhodanus (h. Rhône), im Süden durch das Hochland der Vaucluse, den mons Vintur (h. Mont Ventoux), den Unterlauf des Druentia (h. Durance) und das Gebiet der Salluvii, im Osten durch den Oberlauf des Druentia und das Gebiet verschiedener Alpenvölker begrenzt wurde. Zum Verband der V. gehörten mehrere kleinere Stämme, wie die Vertamocori, Sogiontii, die Avantici und die Sebaginni [1. 278-294].

Zu kriegerischen Auseinandersetzungen zw. Rom und den V. kam es erstmals im Zusammenhang des Feldzuges, den M. Fulvius [I 9] Flaccus 125 v. Chr. gegen die Salluvii unternahm (Liv. per. 60; [2. 105]). 124/3 v. Chr. setzte C. Sextius [I 3] Calvinus den Feldzug gegen die V., Salluvii und Ligures erfolgreich fort [2. 106]. Auch der Propraetor M. Fonteius [I 2] hatte sich 76-74 v. Chr. mit den V. auseinanderzusetzen (Cic. Font. 9,20). Spätestens Mitte des 1. Jh. v. Chr. galten die V. als treue Verbündete der Römer (Cic. fam. 10,18-23; 21; [1. 280 f.]). Damals wurden die V. wohl in den Rang einer civitas foederata erhoben (Plin. nat. 3,37; 7,78; [3. 251-264]). Seit der 2. H. des 1. Jh. v. Chr. [4. 192] besaßen sie das ius Latii (Plin. nat. 3,37; 7,78). Sie hatten gegenüber dem Proconsul der Narbonensis eine gewisse Autonomie (Strab. 4,6,4). Auf diesen rechtlichen Status ist es wohl zurückzuführen, daß die V. ihre obersten Beamten nicht als duoviri oder quattuorviri, sondern als aediles (CIL XII 1375; 1514; 1579), praetores (CIL XII 1369; 1371) und praefecti (CIL XII 1368; 1375) bezeichneten [3. 288]. Weiterhin sind nachgewiesen seviri (CIL XII 1363 f.; 1367 f.), flamines (CIL XII 1368; 1372 f.), flaminicae (CIL XII 1361 ff.) und pontifices (CIL XII 1368; 1373; AE 1976, 400). Die V. sind in der frühen Kaiserzeit der einzige Volksstamm in der Gallia Narbonensis, aus dem zwei Auxiliareinheiten, die ala Augusta Vocontiorum und die ala Vocontiorum, aufgestellt wurden [8. 151 f.].

Neben einer Viehlzahl gallischer und röm. Gottheiten (CIL XII 1276 ff.) ist die lokale, bes. in Dea Augusta Vocontiorum (h. Die) verehrte Göttin Andarta (CIL XII 1537; 1539; 1554; 1560; 1707) [7. 24] hervorzuheben. Außergewöhnlich ist die Erwähnung zweier Hauptorte Vasio (h. Vaison-la-Romaine) und Lucus Augusti (h. Luc-en-Diois) bei Plin. nat. 3,37 [4], der das Gebiet aus eigener Anschauung kannte (Plin. nat. 2,150). Ob Vasio das polit. und wirtschaftliche und Lucus Augusti, dessen Funktion E. des 3. Jh. Dea Augusta Vocontiorum übernahm, das rel. Zentrum der civitas war, kann nicht geklärt werden [9]. Mela 2,75 und Ptol. 2,10,17 nennen nur Vasio als Hauptort. Über Lucus Augusti ist wenig bekannt (Tac. hist. 1,66,3) [5. 291], auch arch. Reste [6. 39-43, Nr. 69] und Inschr. (CIL XII 1578 f.; XIII 8059) sind kaum vorhanden. Neben den erwähnten Städten wird bei Plin. nat. 3,37 die Zahl von 19 weiteren weniger bed. Orten im Gebiet der V. angeführt. Hervorzuheben sind Segustero [5. 294-295] und Vapincum.

Anf. des 4. Jh. wurde das Gebiet der V. in die civitas Deensium um Dea Augusta Vocontiorum (Notitia Galliarum 11,7) und die civitas Vasiensium um Vasio (Notitia Galliarum 11,10) geteilt. In diesen beiden civitates entstanden Bistümer. Ebenfalls im 4. Jh. wurden dann die civitates Vappencensium und Segestericorum (Notitia Galliarum 16,6 f.) aus dem Gebiet herausgelöst.

Winkle, Christian

"TP-Online-ID: 2035 — Bocontii

Desjardins S. 6.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Vocontii; normalisierte Form: VOCONTII.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Gallia Narbonensis – Vaison und Die. Typ: Volk. Route/Abschnitt: keine Route bzw. kein Abschnitt angegeben.

Quellenstellen bei Desjardins: Liv. 21,31; Caes. Gall. 1,10; Mela 2,5; Strab. 4,1,3; 4,1,11–12; Plin. Nat. 2,150; 3,34; 3,37; 3,124; 7,78; 14,83; 29,54; Ptol. Geogr. 2,10,17; Amm. Marc. 15,10,11; Hist. Aug. Tyr. trig. 3: tribunatus Vocontiorum; ILN Die 10: sacerdos civitatis Vocontiorum; CIL XII 1585: ordo Vocontiorum; CIL XII 1363: flaminica Iuliae Augustae Vasiensium Vocontiorum; CIL XII 690: colonia Dea Augusta Vocontiorum; CIL XII 1529: ad Deam Augustam Vocontiorum; CIL XIII 8805: decurio alae Vocontiorum.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Gebiet von Vaison und Die / westliche Voralpen.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins ordnet die Vocontii der Provincia zu und verbindet ihr Gebiet mit dem Bistum Vaison und dem Raum Die. Sie seien bereits zur Zeit Hannibals bekannt. Caesar lässt seinen Marsch durch ihr Gebiet führen. Mela nennt Vasio Vocontiorum unter den bedeutendsten Städten der Narbonensis. Nach Strabon lagen die Vocontii oberhalb der Cavares; durch ihr Gebiet führte zugleich der kürzeste Weg zu den Alpen, und Strabon setzt die Grenze der Vocontii 63 Meilen von Nîmes entfernt an. Plinius bezeichnet ihre civitas als foederata und nennt zwei Hauptorte, Vasio und Lucus Augusti; außerdem begegnet der Vocontiername bei ihm in mehreren weiteren Zusammenhängen, unter anderem beim süßen Wein der Vocontii. Ptolemaios nennt Vasio. Desjardins zieht zahlreiche Inschriften zum kommunalen Aufbau und zum Kult heran und betont besonders die Bezeichnung Dea Augusta Vocontiorum. Auch eine ala Vocontiorum ist epigraphisch belegt.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 66–67): Dieses Ethnonym zählt Desjardins zu den vergleichsweise wenigen Völkernamen, die auf der Tabula ungefähr richtig positioniert sind. Auch die Ethnika insgesamt weist er einer älteren, im Kern augusteischen Kartenschicht zu."

Literatur:

Desjardins, Table, p. 6, col. 2-3, no. 15.

Miller, Itineraria, Sp. 141.

G. Barruol, Les peuples préromains du Sud-Est de la Gaule, 1969.

Degrassi, FCap.

C. Goudineau, Les fouilles de la Maison au Dauphin, Recherches sur la romanisation de Vaison-la-Romaine (Gallia Suppl. 37), 1979.

H. Wolff, Vocontiorum Civitatis Foederatae Duo Capita -Bemerkungen zur Verfassung der Vocontiergemeinde, in: Acta Archaeologica Academiae Scientiarum Hungaricae 41, 1989, 189-195

Rivet, 286-299.

J. Sautel, Carte arch. de la Gaule Romaine 11: Carte et texte du département de Drôme, 1957.

P. Finocchi, Dizionario delle Divinità indigene della Gallia Narbonense, 1994.

D. B. Saddington, The Development of the Roman Auxiliary Forces, 1982.

H. Desaye, Die et Vaison, in: P. Gros (Hrsg.), Villes et campagnes en Gaule romaine, 1998, 143-156.

Rolland, Henry, Vocontii, in: RE IX A.1 (1961), Sp. 704-717.

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Letzte Bearbeitung:

20.08.2026 09:36

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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2035 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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