| Toponym TP (aufgelöst): | Mvsvlamiorvm (Musulamiorum) |
| Name (modern): | (between Madauros, Casae Beguenses and Magifa) (Barrington) |
| Bild: | ![]() Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP |
| Toponym vorher | |
| Toponym nachher | |
| Alternatives Bild | --- |
| Bild (Barrington 2000) |
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| Bild (Scheyb 1753) | --- |
| Bild (Welser 1598) | --- |
| Bild (MSI 2025) | --- |
| Pleiades: | https://pleiades.stoa.org/places/324785 |
| Großraum: | Numidien |
| Toponym Typus: | Ethnikon |
| Planquadrat: | 1C5 / 2C1 |
| Farbe des Toponyms: | rot |
| Vignette Typus : | --- |
| Itinerar (ed. Cuntz): |   |
| Inschriften (EDCS-ID): | 8, 270 10667 28074 4676 5351 28073 = ILS 5958a-b 8, 9288 |
| Alternativer Name (Lexika): | Musulami, Misulani, Musulani, Musulamii (DNP) |
| RE: | Musulamii |
| Barrington Atlas: | Musulami(i) (33 B1) |
| TIR / TIB /sonstiges: |   |
| Miller: | Musulamiorum |
| Levi: |   |
| Ravennat: |   |
| Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff): | Μισουλάμοι, Μισουλάμοι (4,3,24) |
| Plinius: |   |
| Strabo: |   |
| Autor (Hellenismus / Späte Republik): |   |
| Datierung des Toponyms auf der TP: | frühe Kaiserzeit (einschließlich Flavier) |
| Begründung zur Datierung: | Die Musulamii rückten (ebenso wie die Garamanten, Nasamonen und Gätuler) durch Aufstände und militärische Interventionen Roms in augusteischer und tiberianischer Zeit mit anschließenden Triumphzügen in Rom ins Bewusstsein der Mittelmeerwelt. Die administrative Durchdringung des Gebietes erfolgte unter Trajan. Der Eintrag dürfte demnach auf eine Aktualisierung der Karte in der frühen oder hohen Kaiserzeit zurückgehen. |
| Kommentar zum Toponym: |
MVSVLAMIORVM ist Bestandteil eines Ethnonyms - zu ergänzen ist eventuell nationes, s. NATIO(ne)S ELO(rum) zur Bezeichnung mehrerer gentes und bezeichnet die Musulamii (ILS 1435; CIL 8, 270; 10667; Tac. ann. 2, 52, 1; 4, 24, 2) bzw. - so die weniger geläufige Form - die Musulami (ILT 1653; Plin. nat. 5, 30: Misulani, Musulani; Flor. epit. 4, 12, 40: Musulami). Dabei handelt es sich um ein berberisches Volk oder einen Zusammenschluss mehrerer tribaler Gruppen in Numidien, die von den Römern der Stammeskonföderation der Gaetuli zugerechnet wurden (ILS 939; Flor. 2, 31,40; Aur. Vict. Caes. 2, 3; 4, 2; Epit. 2, 8; Oros. 6, 21. 18). Die Musulamii zählen (gemeinsam mit den Marusiani, Gaetuli, Nasamaonen und Garamantes) zu den nordafrikanischen ethnischen Gruppen und Stammeskonföderationen, gegen die Rom seit dem letzten Viertel des 1.Jh. v.Chr. immer wieder und über mehrere Jahre hinweg Kriege führte, ja sogar immer wieder Triumphe feierte ohne sie komplett römischer Herrschaft unterwerfen zu können. 6 n.Chr. (bellum Gaetulicum) wurden sie von Cossus Cornelius Lentulus in Numidien (Provinz Africa, besiegt (Oros. 6, 21, 18). Insbesondere mit dem Tacfarinas-Aufstand (17-24 n.Chr.) wehrten sich die (halb-)nomadischen Stämme aber weiterhin gehen die administrative Durchdringung ihrer Siedlungsgebiete (Katastrierung des Landes) und den damit verbundenen Teilverlust ihres Territoriums an fremde Privateigentümer sowie die zunehmende Kontrolle ihrer Wanderungswege, bis dann Claudius nach weiteren Niederlagen der Musulamii die Überlebenden umsiedeln ließ; die neuen Wohngebiete, überwacht von praefecti gentium (CIL 8, 5351 = Dess. I 1435 = Gsell Inscr. lat. de lÀlgérie I 275, Gsell I 3992), lagen am Nordhang des Αὐράσιον ὄρος (Gebel Aurès) entlang bis Sufes, also wohl südlich des Berges Audus und nördlich der Nadrabuttae (Plin. nat. 5, 30 und Ptol. 4, 3, 24; vgl. auch Aur. Vict. Caes. 4, 2). Unter Trajan erfolgte die Neubemessung, -verteilung und -organisation der Territorien (vgl. z.B. CIL VIII 10667 = Gsell 2939 = Dess. 5959), wobei den Musulamii offiziell Landstücke zugewiesen wurden, für welche sie größtenteils bisher ohnehin Nutzungsrechte beansprucht hatten. Aus dieser Zeit stammt eine Reihe von Grenzmarkierungen (z.B. CIL 8, 28074; 4676; AE 1923, 26; CIL 8, 28073 = ILS 5958a-b). Dass dieser geographische Raum ein Unruheherd blieb, veranschaulichen erneute Aufstände in der Mauretania Caesariensis im 3.Jh. n.Chr. (CIL 8, 9288). - Vgl. auch zu Garamantes·, Gaetuli und Nesamones·. |
| Literatur: |
Miller, Itineraria, Sp. 948; |
| Letzte Bearbeitung: | 31.12.2024 01:34 |
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https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2030 [zuletzt aufgerufen am 02.10.2026]