deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Nvmidarvm (Numidarum)

Name (modern):

Thubursicum Numidarum (Barrington) / Kemissa (Miller)

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/305119
Großraum:

Numidien

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

1C5 / 2C1

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Numidae, Numidia (DNP)

RE:

Numidia - https://elexikon.ch/RE/XVII,2_1345.png, - https://elexikon.ch/RE/SXIII_317.png

Barrington Atlas:

Numidae (31 B4)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Numidarum

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner):
Volksstamm, der sich laut Sallust selbst als Nomadenvolk bezeichnete, da er "auf der Suche nach Ackerland häufig bald in diese, bald in jene Gegend zog." (Et quia saepe temptantes agros alia, deinde alia loca petiverant, semet ipsi Numidas appellavere (Sall. Iug. 18,7f.). Das Volk leitet sich somit aus dem griechischen Wort νομάδες, "Umherziehende" ab, vgl. HUß, Numidia, Sp. 1056). Historische Bedeutung erlangte er vor allem aufgrund des militärischen Wertes seiner Kavallerie (Vgl. Strab. 17,3,7 C 828; Pol. 1,19,1-5; 3,72,10). Laut DESANGES weise der Eintrag auf der TP ins 3. Jahrhundert und beabsichtige, die Grenzen der severischen Provinz Numidia anzugeben (vgl. DESANGES, Tribus, S. 128). Der Eintrag könnte aber auch auf den unter Caligula eingerichteten Militärdistrikt hinweisen.

Miller, Itineraria, Sp. 948:
Numidarum (sc. regio), Nomades (St, Sal, Pl, Virg, Tac), auch Maurusii Nomades von den alten Schriftstellern an der Grenze von Mauretanien angesetzt, wie die Ta angibt. Thubursicum Numidarum, j. Kemissa, hat von ihnen den Namen erhalten.

Datierung (Barrington):
Numidae – Roman (Desanges 1962, 128)

Desanges, Tribus, S. 66f.
Deux bornes trouvées à Gherria, à 5 kms à l`Ouest de Bordj Medjana, au N.W. de Bordj bou Arreridj, metérialisent le cantonnement d`une tribu numide effectué sous le règne d`Hadrien par un procurateur de la Maurétanie Césarienne.
Übersetzung
Zwei Wahrzeichen in Gherria, 5 km westlich von Bordj Medjana, nordwestlich von Bordj bou Arreridj, materialisieren den Kanton eines numidischen Stammes, der unter der Herrschaft von Hadrian von einem Prokurator des mauretanischen Kaiserschnitts durchgeführt wurde.

Desanges, Tribus, S. 128:
Comme l`a montré G. Camps, le nom des Numides, habitants du Nord du Constantinois et de l`actulle Tunisie, a reculé au profit du nom des Maures. Au sens restreint du terme, le seul qui nous intéresse ici, outre les Numides de Sitifienne déjà signalés, on a des témoignages de la présence de tribus numides à Thubursicu, qualifié d`ailleurs de Numidarum, (Khamissa), devenu municipe sous Trajan; à Cellae (Ain Zuarin); à Masculula (Hr Gergur). La Table de Peutinger en signale au IIIe siècle, au N.-E. de Cuicul (Djemila); mais son auteur entend peut-etre aisnis indiquer les limites de la Numidie. L`ethnique a servi de cognomen.
Übersetzung:
Wie G. Camps gezeigt hat, hat sich der Name der Numidier, Einwohner des Nordens von Konstantin und des heutigen Tunesien, zugunsten des Namens der Mauren abgelehnt. Im eingeschränkten Sinne des Wortes hat der einzige, der uns hier interessiert, zusätzlich zu den bereits erwähnten Numides von Sitifienne Zeugnisse über die Anwesenheit von Stämmen numides in Thubursicu, die neben Numidarum (Khamissa) qualifiziert sind und Gemeinde unter Trajan werden; bei Cellae (Ain Zuarin); in Masculula (Hr Gergur). Die Tabula Peutingeriana berichtet einige im dritten Jahrhundert in N.-E. Cuicul (Djemila); aber sein Autor beabsichtigt vielleicht, die Grenzen von Numidia anzugeben. Ethnisch hat als Kognom gedient.

DNP:
Numidae, Numidia

Im engeren Sinn das sich westl. des karthagischen Territoriums zw. den Flüssen Tusca und Ampsaga erstreckende Gebiet, h. ein Teil Ostalgeriens. Die Griechen interpretierten den Namen des in diesem Gebiet lebenden libyschen Volks der N. im Sinne von nomádes (νομάδες, “Umherziehende”) und nannten dementsprechend dieses Gebiet Nomadía (Νομαδία; [1; 2. 95f.]; Pol. 36,16,7). Doch waren die N. zu einem beträchtlichen Teil schon seit langem seßhaft. Die Hochfläche von N. wird im Norden durch die Ausläufer des Tell-Atlas und im Süden durch den Sahara-Atlas begrenzt. Im Osten ist das Land durch ein Gebirgsmassiv abgeschlossen, zu dem sich der Tell- und der Sahara-Atlas vereinen.

Den mil. Wert der numid. Kavalleristen heben beispielsweise Pol. 1,19,1-5 und 3,72,10, Strab. 17,3,7 und Prok. BV 2,13 hervor. Die nomadisierenden N. wohnten in auf Rädern stehenden Hütten aus Schilf und Stroh (mapalia, Sall. Iug. 18,8). So konnten sie mit ihren Herden leichter von Ort zu Ort ziehen. Ihre Toten bestatteten die N. in Hügelgräbern, die mit Steindenkmälern in Verbindung standen. Ihre Rel. war teilweise von magischen Vorstellungen geprägt (Cass. Dio 60,9,4; Aug. serm. 196,4). Neben den eigenen Göttern Aulisua (CIL VIII 2, 9906; 9907), Motmanius (CIL VIII 1, 2650) und Iocolon (CIL VIII Suppl. 1, 16809) verehrten sie - unter punischem Einfluß [3] - Baal Hamon (Saturnus) und Tinnit (Caelestis).

Spätestens im 3. Jh.v.Chr. entstanden die großen numid. Reiche der Massyli (Osten) und der Masaeisyli (Westen), in denen zur Zeit des 2. Punischen Kriegs Gaia, gefolgt von Massinissa, und Syphax regierten. Die Gestaltung der polit. Beziehungen der numid. Könige zur karthagischen Regierung hing teils von karthagischen Interessen, teils von innernumid. Rivalitäten ab. Massinissa war infolge seiner proröm. Haltung einer der Gewinner des 2. Pun. Kriegs. Vermina dagegen, der Sohn des Syphax, sah sich gezwungen, sich in ein begrenztes Gebiet im Westen des ehemals masaesylischen Reichs zurückzuziehen. In der Folgezeit erweiterte Massinissa unter röm. Protektion sein Herrschaftsgebiet bis nach Tripolitania. Nach seinem Tod (148 v.Chr.) übernahmen seine Söhne Micipsa, Gulussa und Mastanabal gemeinsam die Herrschaft. Innernumid. Spannungen und röm. Eingriffe führten zu fünf Reichsteilungen (118 v.Chr. [?], nach 118 v.Chr., 105 v.Chr., vor 88 v.Chr. und 46 v.Chr.) [4].

46 v.Chr. verschwand das letzte numid. Reich endgültig von der polit. Landkarte - der (ost)massylische König Iuba [1] I. hatte auf der “falschen”, der pompeianischen Seite gekämpft. In diesem J. (?) erhielt der caesarische Kondottiere P. Sittius die Herrschaft über ein Gebiet, in dessen Mittelpunkt die Stadt Cirta stand. 44 v.Chr. (?) fielen die Gebiete des Sittius zwar an die Africa Nova (Afrika [3]), behielten aber eine singuläre Rechtsstellung. In den folgenden Jh. rissen größere und kleinere gegen die röm. Herrschaft gerichtete Aufstände, die teilweise von den Gaetuli und Garamantes geschürt wurden, nicht ab [5; 6]. 37 n.Chr. teilte Caligula die Macht zw. dem proconsul Africae und dem legatus legionis III Augustae: N. gehörte rechtlich zwar auch in Zukunft zum Territorium der Africa Proconsularis, wurde aber als eigener Militärdistrikt (dioecesis N.) dem legatus unterstellt und damit faktisch selbständig. Hadrianus (117-138 n.Chr.) unternahm den Versuch, das gefährdete numid. Gebiet durch einen Limes zu sichern, der südl. des Aurès-Gebirges verlief (Limes VIII. D.). 203 n.Chr. (?) schuf Septimius Severus die Prov. N. Sie wurde in der Zeit zw. 295 und 303 n.Chr. mit den Prov. Africa Tripolitana, Africa Byzacena, Africa Zeugitana, Mauretania Sitifensis und Mauretania Caesariensis zur großen Diözese Africa zusammengefaßt (Diocletianus, mit Karte). Zeitweilig (303-314) war die alte Prov. N. in zwei Prov. geteilt: in die N. Cirtensis im Norden (mit der Hauptstadt Cirta) und in die N. Militiana im Süden (mit der Hauptstadt Lambaesis). Cirta, seit 312 zu Ehren Constantinus´ [1] I. Constantina genannt, wurde Hauptstadt der wieder vereinigten Prov. und Residenzstadt des consularis sexfascalis provinciae Numidiae. Dabei blieb es bis zur Errichtung der vandalischen Herrschaft (Afrika [4], mit Karte). Inschr.: CIL VIII 1; Suppl. 2; ILAlg I; II 1; 2; AE 1974, 226; 1976, 143; 706; 1977, 856; 1980, 960; 1983, 935; 1987, 1062; 1083; 1084; 1989, 869.

Huß, Werner (Bamberg)


Literatur:

Liccardo, Names, S. 107–108, 112, 114–115, 147, 193.

Miller, Itineraria, Sp. 948.

Köhner, Nordafrika, S. 173, 184;

DNP:
1 A. Luisi, Νομάδες e N., in: Contributi dell´Istituto di Storia antica dell´Università del Sacro Cuore 6, 1979, 57-64.

2 J. Desanges, Une mention des Abaritani dans Arnobe?, in: Y. Le Bohec (Hrsg.), L´Afrique, la Gaule, la religion à l´époque romaine. Mél. à la mémoire de M. Le Glay (Coll. Latomus 226), 1994, 95-99.

3 G. Camps, Les Numides et la civilisation punique, in: AntAfr 14, 1979, 43-53.

4 W. Huß, Die westmassylischen Könige, in: AncSoc 20, 1989, 209-220.

5 M. Rachet, Rome et les Berbères (Coll. Latomus 110), 1970.

6 M. Bénabou, La résistance africaine à la romanisation, 1976.

A. Berthier, La Numidie, 1981.

M. Bouchenaki, Contribution à la connaissance de la Numidie avant la conquête romaine, in: P. Bartoloni u.a. (Hrsg.), Atti del I Congresso Internazionale di Studi Fenici e Punici, Bd. 2, 1983, 527-541.

F. Decret, M. Fantar, L´Afrique du Nord dans l´Antiquité, 1981.

J. Desanges, Permanence d´une structure indigène ..., in: AntAfr 15, 1980, 77-89.

H.-J. Diesner, Der Untergang der röm. Herrschaft in Nordafrika, 1964.

E.W.B. Fentress, Numidia and the Roman Army, 1979.

H.G. Horn, Ch.B. Rüger (Hrsg.), Die Numider, 1979.

H.-G. Kolbe, Die Statthalter Numidiens von Gallien bis Konstantin (268-320) (Vestigia 4), 1962.

Y. Le Bohec, Les unités auxiliaires de l´armée romaine ..., 1989.

M. LeGlay, L´administration centrale de la province de Numidie de Septime Sévère à Gallien, in: AntAfr 27, 1991, 83-92.

M. Mahjoubi, Les élites municipales de la Numidie ..., in: ANRW II 10.2, 1982, 673-681.

H.W. Ritter, Rom und Numidien, 1987.

Ch. Saumagne, La Numidie et Rome, 1966.

B.D. Shaw, Soldiers and Society: the Army in Numidia, in: Opus 2, 1983, 133-152.

B. Thomae, Praesides provinciarum ..., in: Opuscula Romana 7, 1969, 163-211, bes. 179-190.

B.E. Thomasson, Die Statthalter der röm. Prov. Nordafrikas von Augustus bis Diocletianus, 2 Bde., 1960.

Thomasson, Bengt E., Numidia, in: RE S XIII (1973), Sp. 315-322.

Windberg, Friedrich, Numidia, in: RE XVII.2 (1937), 1343-1397.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

24.06.2026 22:14

Druckversion erstellen


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2029 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

Impressum Datenschutzerklärung