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Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Volcetectosi

Name (modern):

 

Bild:
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Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
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Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/246750
Großraum:

Gallien/Germanien

Toponym Typus:

Ethnikon

Planquadrat:

1B4

Farbe des Toponyms:

schwarz

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

Tectosages (DNP)

RE:

Volcae [2] Tectosages - https://elexikon.ch/RE/SXV_945.png

Barrington Atlas:

(Volcae) Tectosages (25 F2)

TIR / TIB /sonstiges:

 

Miller:

Volcetectosi

Levi:

 

Ravennat:

 

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

Οὐόλκαι Τεκτοσάδες (2,10,9)

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

 

Datierung des Toponyms auf der TP:

---

Begründung zur Datierung:

 

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Talbert):
A crease in the parchment has damaged the seventh, eighth and tenth letters of the name, although the readings "E", "C" and "O" respectively are not in doubt.

Miller, Itineraria, Sp. 140-141:
Volcetectosi (IrrigVolcetecucsi (Sch)) – Volcae Tectosages (St, Pt, Steph, Caes, Liv, Pl, Ml, Justin u. a.), der eine Teil des mächtigen keltischen Volksstammes der Volcae (der andere: – Arecomici); war dem Statthalter der römischen Provinz nicht unterworfen, sondern lebte nach eigenen Gesetzen. Das Land sehr goldreich. Hauptstadt Tolosa, j. Toulouse.

Datierung (Barrington):
(Volcae) Tectosages – Hellenistic/Roman/Late Antique (Labrousse 1968, 596)
§ Tectosagi

DNP:
Tectosages
I. Überblick

Teilverband der keltischen Völkergruppe der Volcae, auch Volcae T., deren Ursprung wohl in den Mittelgebirgen von Thüringen bis NO-Bayern (circum Hercyniam silvam, Caes. Gall. 6,24,1-4) anzunehmen ist ([1. 172-179]; anders [4]). Die Großgruppe der Volcae wurde im 4. Jh. v. Chr. in eine Migrationsdynamik einbezogen, in der ein Teil, dominiert von den T., über den Donauraum nach SO-Europa zog. Eine andere Gruppe der T. zog nach Aufnahme starker Impulse der donauländischen Latène-Kultur über den oberen Rhein (Rhenus [2]) nach Süd-Gallia [3]. Ein weiterer Teil der Volcae (T.) blieb als Nachbarn bzw. Gegner der sich formierenden Elbgermanen zurück.

Strobel, Karl
II. Gallia

Zum Erscheinen von östl. zentraleuropäischen und donauländischen Keltengruppen in Gallia in der 1. H. des 3. Jh. v. Chr. gehörte die Ankunft der Wanderverbände der Volcae Arecomici und Volcae T. in Süd-Gallia [1. 172; 3]. 218 v. Chr. erzwang Hannibal [4] gegen die damals beiderseits des Stromes lebenden Volcae den Übergang über den Rhodanus (Rhône). Im 2. Jh. v. Chr. hatte sich der Schwerpunkt der T. nach SW bis zum Oberlauf des Garumna (Garonne) und um ihr Zentrum Tolosa (Toulouse) verlagert. Die T. hatten zw. den Pyrenäen (Pyrene [2]), den Cévennes (Cebenna mons), den Flüssen Garumna und Tarnis (Tarn) und dem Mittelmeer eine Vorherrschaft errichtet und zahlreiche einheimische Bevölkerungsgruppen überlagert, z. T. auch integriert. Zw. Orb bzw. Hérault und unterem Rhodanus schloß das Gebiet der Volcae Arecomici mit dem Zentrum Nemausus [2] (Nîmes) an. Die T. gewannen durch ihre bedeutende Stellung im Fernhandelsverkehr und durch eigene Goldvorkommen großen Reichtum (vgl. die Schätze der Heiligtümer von Tolosa). In die 121 v. Chr. eingerichtete röm. Prov. Gallia Narbonensis (Gallia B.) waren die T. als socii eingebunden, die sich 108/106 erhoben und von Q. Servilius [I 12] Caepio in den Status abhängiger Bundesgenossen zurückgezwungen wurden. 74/72 wurde ihr Vorort Tolosa röm. Kolonie.

Strobel, Karl
III. Osten

Im 4. Jh. v. Chr. erschienen volcisch-tectosagische Gruppen in Süd-Pannonia, von wo aus sie Vorstöße bis zu den Histri (Histria) unternahmen und 279/8 als ein wichtiger Teil des Heeres des Brennus [2] bis vor Delphoi zogen (Iust. 32,3,12; Strab. 4,1,13; [1. 179-181]). Als die geschlagenen Verbände 278 v. Chr. wieder nach Norden zurückgezogen waren, setzte sich ein Teil der so-europäischen T. nach Thrakien (Thrakes) in Bewegung, wo der Wanderverband im J. 277 zur Verstärkung der kelt. Verbündeten der antiseleukidischen Allianz (Diadochenkriege) angeworben wurde [1. 236-256]. Nach 275/4 nahmen diese T. das mittelgalatische Gebiet von Süd-Paphlagonia bis zum Norden des Tatta in Besitz, das mit Sarmalia (um Kırıkkale) etwas nach Osten über den Halys (Kızılırmak) hinausgriff [2]. Mittelpunkte der vier T.-Tetrarchien waren Sirkeli, Gorbeus, Güzelcekale bzw. Odunboğazı. 189 v. Chr. wurden T. und Trokmoi sowie die paphlagonischen und kappadokischen Verbündeten des Antiochos [5] III. von Cn. Manlius [I 24] Vulso am Berg Magaba geschlagen. 179 fiel das nördlichste T.-Gebiet (Land des Gaizatorix, Becken von Gerede) an Paphlagonia. Nach dem Massaker Mithradates [6] VI. am galatischen Adel 86 v. Chr. wurden die T. nur noch von einem, dann zwei und schließlich wiederum von einem Tetrarchen (Kastor Tarkondarios) regiert. Wohl in der Neuordnung des Pompeius [I 3] 65/4 wurde Ankyra den T. zugeschlagen. Deiotaros beseitigte 44 seinen Schwiegersohn Kastor und riß die Herrschaft über die T. und Trokmoi an sich (Cic. Phil. 2,37,95; Strab. 12,5,1). Mit der Gründung der röm. Prov. Galatia 25/4 wurde das um das nordöstl. Gebiet der Tolistobogioi erweiterte T.-Territorium als Stadtgebiet von Ankyra, der nunmehrigen mētrópolis der Prov. und des Vorortes des koinón der Galatai (Galatia), organisiert.

Kelten (II.-III.)

Strobel, Karl

Kommentar (RE):
Tektosagen
https://elexikon.ch/RE/VA,1_173.png
https://elexikon.ch/RE/SVIII_849.png

"TP-Online-ID: 2018 — Volcetectosi

Desjardins S. 6.

Lesung und Namensform bei Desjardins: Volcetectosi; normalisierte Form: VOLCAE TECTOSAGES.

Lage und Route bei Desjardins: Region/Lage: Gallia Narbonensis. Typ: Volk / ethnischer Großraum. Route/Abschnitt: keine Route bzw. kein Abschnitt angegeben.

Quellenstellen bei Desjardins: Liv. 21,26; Caes. Gall. 7,7; 7,24; 7,64; Caes. Civ. 1, von Desjardins ohne Kapitelangabe; Mela 2,5; Strab. 4,1,12–13; Plin. Nat. 3,33; 3,37; 3,130; Ptol. Geogr. 2,10,9–10; gallische Münzlegenden: VOL, VOLC, VOLCAE AREC; merowingische Münzlegenden: THOLOSA, TOLOSA, TVLVSA.

Moderne Identifikation bei Desjardins: Gebiet der Volcae Tectosages um Toulouse und Carcassonne, bis zu Pyrenäen und Cevennen.

Kommentar und Forschungsstand bei Desjardins: Desjardins vermerkt, dass Scheyb und Mannert fälschlich Volcitectosi gelesen hätten. Er normalisiert zu VOLCAE TECTOSAGES. Der Name Volcae könne mehreren Völkern der Narbonensis zukommen: Volcae Tectosages, Volcae Arecomici und Volcae Cavares. Walckenaer vergleicht Volcae mit dem deutschen Wort „Volk“. Nach Livius bewohnten die Volcae zur Zeit Hannibals beide Rhôneufer. Caesar unterscheidet die in der Provincia gelegenen Arecomici von den Tectosages, wobei für ihn die Tectosages offenbar nicht völlig mit den Tolosates identisch waren. Mela lässt das Gebiet der Volcae bis an die Rhône reichen. Strabon setzt die Arecomici zwischen Rhône, Cevennenkamm, Meer und den kleineren Völkern in Richtung Pyrenäen; die Tectosages reichen zu den Küstenvorgebirgen, umfassen Toulouse und erstrecken sich bis zu Pyrenäen und Cevennen. Plinius verbindet Agatha und Rhoda mit dem Gebiet der Tectosages und nennt Toulouse und Carcassonne als zu ihnen gehörig, Nemausus dagegen zu den Arecomici. Ptolemaios nennt für die Tectosages unter anderem Illiberis, Ruscino, Tolosa, Cessero, Carcaso, Baeterrae und Narbo und für die Arecomici unter anderem Ugernum und Nemausus.

Zusatz aus Desjardins’ Gallien-/Germanienanalyse (S. 66–67): Dieses Ethnonym zählt Desjardins zu den vergleichsweise wenigen Völkernamen, die auf der Tabula ungefähr richtig positioniert sind. Auch die Ethnika insgesamt weist er einer älteren, im Kern augusteischen Kartenschicht zu.

Bearbeitungshinweis: Desjardins zählt den Artikel als „11–12“, obwohl TP Online hierfür einen Eintrag führt."

Literatur:

Desjardins, Table, p. 6, col. 1-2, no. 11-12.

Miller, Itineraria, Sp. 140-141.

K. Strobel, Die Galater, Bd. 1, 1996.

Ders., Galatien und seine Grenzregionen, in: E. Schwertheim (Hrsg.), Forsch. in Galatien, 1994, 29-65.

Bannert, Herbert, Volcae [2] Tectosages, in: RE S XV (1978), Sp. 945-960.

G. Dobesch, Caesars Volcae T. in Mitteleuropa, in: F. Leitner (Hrsg.), Carinthia Romana und die röm. Welt. FS G. Piccottini, 2001, 79-102.

Ruge, Walther, Tektosagen, in: RE V A.1 (1934), Sp. 171-173.

Heichelheim, Fritz Moritz, Tektosagen, in: RE S VIII (1956), Sp. 849 f.

K. Strobel, Die Staatenbildung bei den kleinasiat. Galatern, in: H. Blum (Hrsg.), Brückenland Anatolien, 2002.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

20.08.2026 09:35

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Cite this page:
https://tp-online.ku.de/trefferanzeige.php?id=2018 [zuletzt aufgerufen am 03.10.2026]

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