deutsch englisch spanisch französisch italienisch
Ausschnitt aus der Tabula Peutingeriana - Rom

Tabula Peutingeriana – Einzelanzeige

Toponym TP (aufgelöst):

Fluvius Cleusis

Name (modern):

Chiese

Bild:
Zum Bildausschnitt auf der gesamten TP
Toponym vorher
Toponym nachher
Alternatives Bild ---
Bild (Barrington 2000)
Bild (Scheyb 1753) ---
Bild (Welser 1598) ---
Bild (MSI 2025) ---
Pleiades: https://pleiades.stoa.org/places/383620
Großraum:

Italien

Toponym Typus:

Fluss

Planquadrat:

3A3 / 3B3

Farbe des Toponyms:

rot

Vignette Typus :

---

Itinerar (ed. Cuntz):

 

Alternativer Name (Lexika):

 

RE:

Clesus - https://elexikon.ch/RE/IV,1_21.png, Clusius - https://elexikon.ch/RE/IV,1_117.png

Barrington Atlas:

Clesus fl. (39 G3)

TIR / TIB /sonstiges:

Clesis fl. (TIR L 32, 55)

Miller:

Fl` Cleusis

Levi:

 

Ravennat:

Clesus (p. 75.03)

Ptolemaios (ed. Stückelberger / Grasshoff):

 

Plinius:

 

Strabo:

 

Autor (Hellenismus / Späte Republik):

Τὸν Κλούσιον ποαμὸν (Pol. 2,32,4)

Datierung des Toponyms auf der TP:

Späthellenismus (nach 200)

Begründung zur Datierung:

Erste überlieferte literarische Erwähnung bei Polybios.

Kommentar zum Toponym:

Kommentar (Köhner)
a) Lesung und Rekonstruktion des Namens
Fluvius Cleusis

b) Moderne(r) Name(n) und Verortung(en)
Chiese

c) Namensformen belegt bei antiken Autoren
Τὸν Κλούσιον ποαμὸν (Pol. 2,32,4), Clesus (Geogr. Rav. p. 75.03)

d) Datierung der Namensform auf der TP
Der Fluss ist literarisch frühestens bei Polybios belegt, sein Eintrag auf der Karte damit spätestens späthellenistisch zu datieren.

e) Bedeutung des Toponyms in der Antike
Miller, Itineraria, Sp. 387: Fl` Cleusis (Zwischen u und dem langen s ist ein Balken, wonach man Cleursis lesen könnte; es scheint aber bloß ein falscher Ansatz des Schreibers zu sein), am linken Ufer, Clusius (Polyb), Clesus (Ra); j. Chiese, Nebenfluß des Ollius, j. Oglio.

RE: Clesus (so Geogr. Rav. IV 26 p. 289 P.; Clensis Tab Peut.), Nebenfluss des Ollius (Oglio), entspringt auf dem Adamello, durchfliesst den See von Idro und die Vallis Sabina (Val Sabbia) und mündet nach einem Laufe von 140 km gegenüber von Betriacum in den Ollius. Fälschlich identificiert man mit ihm den Clusius, s.d. [Hülsen].

[RE: Clusius (Κλούσιος), Grenzfluss zwischen den Cenomanen und Insubrern (in Gallia Cisalpina), nach Polyb. II 32 gewiss nicht der Clesus, sondern eher der Ollius selbst. S. Mommsen CIL V p. 413. [Hülsen.]

Nissen I 189: Hier wird er verstärkt durch die aus dem Thal der Trumplini Val Trompia kommende Mella sowie den Clesis Chiese. Der letztere entspringt auf dem Monte Adamello, durchfließt das Thal der Sabini Val Sabbia und den kleinen See von Idro (14 km²) und mündet unweit des schlachtberühmten Betriacum in den Oglio ein. Die gesamte Länge des Oglio stellt sich auf 280km [...]

Nissen II 196: Kontext Cemonanen: Allein aus der Kriegsgeschichte erhellt dass der untere Lauf des Ollius (Plin. II 224 III 118. 131 Geogr. Rav.36) Oglio 223 v. Chr. Insubrer und Cenomanen trennte. Fßn2: Die Römer ziehen sich von der Addamündung ostwärts in der Richtung der späteren Via Postumia über einen Fluss in das Gebiet der Cenomanen zurück. Polybios II 32,4 nennt den Fluss Κλούσιον Tab. Peut. Cleusis Geogr. Rav. IV 36 Clesus jetzt Chiese Geogr. Rav. IV 36 Clesus jetzt Chiese, überträgt also augenscheinlich auf den Hauptfluss den Namen des nicht viel kürzeren Nebenflusses (I 189): ob irrtümlich oder einem alten Sprachgebrauch folgend, ist nicht zu entscheiden.

TIR - Clesis fl. (Chiese) R. X (It.) Lombardia IX e X
Tab. Peut. (Cleusis); Geogr. Rav. IV 36. Affluente dell`Ollius in cui si getta presso Betriacum. Sembra non si debba identificare col Κλούσιος (Polyb. II 32).
Nissen I 189; II 196, nota 2; RE IV 21 (Hülsen); Storia di Brescia I, 134 ss.

Luciano Bosio:
Dal piccolo gruppo montuoso segnato a destra (oriente) di Tredente, da identificare con le Alpes Tridentinae (575), è fatto nascere il Fl. Cleusis, scritto in rosso a cavaliere della sorgente (576). Il suo corso con andamento serpeggiante incrocia dapprima la via Verona-Tredente, nei pressi di questo secondo sito, e poi il tracciato Ariolica (Peschiera)-Verona, andando poi a sfociare nel Padus all`altezza della via Cremona-Beloriaco (Fig. 40). L`idronimo richiama l`odierno Chiese (577), che nasce dal gruppo dell`Adamello nelle Alpi Tridentine e, dopo aver descritto un`ampia ansa, si immette nel lago d`Idro; da qui scorre fino a Vobarno, nei pressi del lago di Garda, e confluisce infine nell`Oglio presso Acquanegra Chiese (578). Nella Tabula il fiume è un affluente del Po e non dell`Oglio, ma è evidente che l`errore è dovuto al fatto che il tratto di quest`ultimo, compreso fra la confluenza del Chiese e quella del Po, è considerato come continuazione del Chiese anziché dell`Oglio, che non è segnato in carta (579). E proprio in questa parte terminale del Cleusis, da identificare con l`Oglio, si potrebbe riconoscere quel fiume Kλoύσιoς che Polibio indica quale confine tra Insubri e Cenomani (580). Così nella fonte greca si troverebbe il precedente di quanto segnato nella Tabula, che considera l`afluente come il corso d`acqua principale. Un errore della Carta a riguardo del corso del Chiese si coglie anche nella posizione della sorgente, addirittura a oriente di Trento, mentre nella realtà questa si trova a una cinquantina di chilometri a ovest della città. Ugualmente errato è aver posto il fiume tra Ariolica e Verona dal momento che esso corre molto a occidente di Peschiera. È abbastanza preciso invece il disegno del suo tratto terminale, nel quale si è riconosciuto il corso finale dell`Oglio: infatti quest`ultimo scorre presso Sant`Andrea di Calvatone, la mansio Beloriaco della Tabula.

Von der kleinen Gebirgsgruppe rechts (östlich) von Tredente, die mit den Alpes Tridentinae (575) zu identifizieren ist, ist die Fl. Cleusis, die an der Quelle rot geschrieben ist (576). Sein gewundener Lauf kreuzt zunächst die Straße Verona-Tredente, in der Nähe dieses zweiten Ortes, und dann die Strecke Ariolica (Peschiera)-Verona, um an der Straße Cremona-Beloriaco in den Padus zu münden (Abb. 40). Das Hydronym erinnert an den antiken Chiese (577), der in der Adamello-Gruppe in den Tridentinischen Alpen entspringt und nach einer weiten Biegung in den Idrosee mündet; von dort fließt er nach Vobarno in der Nähe des Gardasees und mündet schließlich in den Oglio bei Acquanegra Chiese (578). In der Tabula ist der Fluss ein Nebenfluss des Po und nicht des Oglio, aber es ist offensichtlich, dass der Fehler darauf zurückzuführen ist, dass der Abschnitt des letzteren zwischen dem Zusammenfluss des Chiese und des Po als Fortsetzung des Chiese und nicht des Oglio betrachtet wird, der auf der Karte nicht eingezeichnet ist (579). Und genau in diesem letzten Teil des Cleusis, der mit dem Oglio zu identifizieren ist, könnte man jenen Fluss Kλoύσιoς erkennen, den Polybius als Grenze zwischen den Insubrern und den Cenomanen angibt (580). Somit würde man in der griechischen Quelle den Präzedenzfall dessen finden, was in der Tabula markiert ist, die den Nebenfluss als Hauptgewässer betrachtet. Ein Fehler in der Karte bezüglich des Verlaufs des Chiese ist auch in der Lage der Quelle zu finden, die sogar östlich von Trient liegt, während sie in Wirklichkeit etwa fünfzig Kilometer westlich der Stadt liegt. Ebenso falsch ist es, den Fluss zwischen Ariolica und Verona zu verorten, da er weit westlich von Peschiera verläuft. Die Zeichnung seines letzten Abschnitts, in der der endgültige Verlauf des Oglio wiedererkannt wurde, ist dagegen recht genau: Tatsächlich fließt dieser in der Nähe von Sant`Andrea di Calvatone, der mansio Beloriaco der Tabula.

f) Kommentar zur Einzeichnung auf der TP (Gestaltungsfehler/Folgefehler)
Der Fluss entspringt aus dem (mountain, no. 20) und mündet in den Fluvius Padus.

Der Cleusis = Clesus ist eigentlich nur ein Nebenfluss des in der Literatur breiter bezeugten Ollius (Plin. II 224 III 118. 131 Geogr. Rav.36). Dennoch zeichnet die TP nur den Nebenfluss, nicht den Hauptfluss ein. Grund dafür könnte sein, dass der Fluss bei Polybios als Grenzfluss genannt wird, siehe:

Walbank, zu II.32,4 auf S. 208:
Τὸν Κλούσιον ποαμὸν (Pol. 2,32,4): should be the modern Chiese, a tributary of the Oglio; but this and not the Chiese formed the western limit of Cenomani country (17.4 n.), and perhaps the name of the tributary has been applied to the main stream (Mommsen, CIL V 413 n. 2; Nissen It. Land. Ii 196,.2) either inadvertently of following contemporary usage.

Textstelle bei Polybios heißt:
Nach mehrtägigem Umherziehen und nachdem sie den Fluss Clusius überschritten hatten, kamen sie in das Land der Gonomanen, verstärkten sich durch diese ihre Bundesgenossen und machten darauf von den Alpengegenden abermals einen Einfall in die Ebenen der Insombrer, verheerten das Land und verwüsteten die Wohnungen.

Literatur:

[1] Bosio/Rosada, Fonti II, S. 80 f.

[2] Desjardins, Table, p. 87, col. 1, no. 98.

[3] Hülsen, Christian, Clesus, in: RE IV.1 (1900), Sp. 21.

[4] Hülsen, Christian, Clusius, in: RE IV.1 (1900), Sp. 117.

[5] Miller, Itineraria, Sp. 387.

[6] Nissen I 189. II 196.

[7] TIR L 32, 55: Clesis fl.

[8] Walbank, Commentary on Polybios, Vol. 1, S. 208.

   [Standard-Literatur-Liste im PDF-Format]

Letzte Bearbeitung:

13.11.2025 14:29


Cite this page:
https://tp-online.ku.de/einzelanzeige.php?id=2529 [zuletzt aufgerufen am 07.03.2026]

Impressum Datenschutzerklärung